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Solaranlagen-Eigenverbrauch

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

28.05.2021

Letztes Update

30.11.2021

Solaranlage: Eigenverbrauch lohnt sich

Selbst produzierter Solarstrom ist wesentlich günstiger als Strom aus dem Netz. Durch Eigenverbrauch erzeugst du außerdem nachhaltig Energie und kannst deine Ökobilanz verbessern.

Inhalt des Blogartikels

Was bedeutet Solaranlagen-Eigenverbrauch?

Eigenverbrauch bedeutet, dass du den von der Photovoltaikanlage erzeugten Strom nicht ins Netz einspeist, sondern selbst verbrauchst, um beispielsweise die Haushaltsgeräte mit Strom zu versorgen, das Elektroauto oder einen Stromspeicher zu laden. Dazu fließt der Strom vom Dach direkt zu den Verbrauchern im oder vor dem Haus.

 

Solaranlagen-Eigenverbrauch als Antwort auf hohe Strompreise

In Deutschland kostete Anfang 2021 die Kilowattstunde (kWh) Strom für einen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden im Schnitt 31,89 Cent. Ein neuer Rekord. Allerdings unterscheiden sich in Deutschland je nach Anbieter und Region die Strompreise teils erheblich. Dennoch bleibt der selbst produzierte Solarstrom durch die Photovoltaik mit etwa 10 Cent pro kWh die günstige Alternative.

 

So kannst du den Eigenverbrauch der Solaranlage erhöhen

Während sich vor einigen Jahren noch das Prinzip bewährte, möglichst viel Solarstrom einzuspeisen, um eine gute Rendite zu erzielen, ist es mittlerweile sinnvoller, möglichst viel des selbst erzeugten Solarstroms auch selbst zu verbrauchen. Um den Eigenverbrauch zu steigern, hast du mehrere Möglichkeiten:

Strom sparen

Eine einfache Methode ist, generell den Stromverbrauch zu reduzieren, indem du Stromfresser im Haus aufspürst und entsprechend reagierst. So solltest du beispielsweise:

Sollte es das Budget zulassen, ist es sinnvoll im Rahmen der Energieeinsparung ältere Modelle auszutauschen, da sie meist den höchsten Strombedarf im Haushalt haben.

Zeitgesteuerter Verbrauch

Um den Solaranlagen-Eigenverbrauch weiter zu steigern, kannst du diese Haushaltsgeräte mit Zeitschaltuhren ganz einfach so einstellen, dass sie tagsüber laufen, wenn das Sonnenangebot groß ist, aber nur selten jemand im Haus Strom benötigt. Statt einer  klassischen Zeitschaltuhr kannst du ebenfalls intelligente Steckdosen verwenden. Solltest du in einem Smart Home leben, lassen sich die Haushaltsgeräte auch in das System einbinden und so über ein Energiemanagementsystem steuern.

Strom speichern

Eine weitere Möglichkeit ist die Installation eines Stromspeichers, um tagsüber überschüssig erzeugten Sonnenstrom zu sammeln. Dieser steht dir dann zur Verfügung, wenn er besonders gebraucht wird: frühmorgens und abends.

Nutzung einer Wärmepumpe

Wenn du dein Haus mit einer Elektro-Wärmepumpe beheizt, bietet es sich an, sie mit deiner Photovoltaikanlage zu koppeln. Gerade in der Übergangszeit von Oktober bis März kannst du so den Solaranlagen-Eigenverbrauch besonders stark erhöhen.

 

Höhere Freigrenze bei der EEG-Umlage

Hausbesitzer, die größere Anlagen betreiben, sind seit der aktuellen Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) nun auch von der EEG-Umlage befreit. Mit Inkrafttreten des EEG 2021 muss auf den selbst verbrauchten Photovoltaik-Strom erst ab 30 Kilowatt Peak und 30.000 kWh Strom eine Umlage gezahlt werden. Das macht es für dich attraktiver, eine größer PV-Anlage installieren zu lassen. Und je größer deine Solaranlage, desto mehr Solarstrom kannst du selbst verbrauchen.

 

Muss selbst erzeugter Solarstrom versteuert werden?

Speist du einen Teil deines selbst erzeugten Solarstroms in das öffentliche Stromnetz ein, bist du aus Sicht des Finanzamtes Unternehmer und musst die Einnahmen aus der Einspeisevergütung versteuern. Der Eigenverbrauch ist jedoch nur dann steuerlich relevant, wenn du ihn teilweise privat verbrauchst. Produzierst du den Solarstrom mit deiner Anlage ausschließlich für den Eigenverbrauch, musst du keine Steuern abführen. Speist du den kompletten Strom der Photovoltaik ein, fällt kein Eigenverbrauch an.

Ermittlung des Eigenverbrauchs für die Einkommensteuer

Um den Gewinn aus der Photovoltaikanlage zu berechnen, musst du die Betriebsausgaben von den Betriebseinnahmen durch die Einspeisevergütung abziehen. Der Eigenverbrauch ist im steuerrechtlichen Sinn eine Entnahme aus dem Betriebsvermögen zu Privatzwecken. Daher musst du dies bei der Gewinnermittlung berücksichtigen. Dazu hast du drei Möglichkeiten:

 

  • Pauschale Ermittlung: normalerweise akzeptiert es das Finanzamt, wenn du für den Eigenverbrauch 20 Cent pro kWh ansetzt.
  • Einkaufspreis: die Berechnung zum Einkaufspreis ist nicht immer die für dich günstigste Lösung. Dann beispielsweise nicht, wenn der tatsächliche Preis pro Kilowattstunde unter 20 Cent liegt. Wenn dir bekannt ist, wie viel dein Energieversorger für den Strombezug verlangt, multiplizierst du diesen Preis mit der Summe der selbst verbrauchten Kilowattstunden.
  • Auf Basis der Anschaffungs- und Herstellungskosten: du kannst auch anhand der Anschaffungs- und Herstellungskosten einen individuellen Monatswert ermitteln. Dazu zählst du alle jährlichen Betriebsausgaben zusammen, die sich aus Abschreibung, Finanzierungszinsen und sonstigen Ausgaben ergeben. Dann musst du das Verhältnis des Eigenverbrauchs zum insgesamt produzierten Strom ermitteln. Mit dieser Prozentzahl multiplizierst du die Betriebsausgaben, die du zuvor berechnet hast.

Umsatzsteuer

Beziehst du von deinem Energieversorgungsunternehmen neben dem selbst produzierten Strom zusätzlich elektrische Energie, dann bildet dessen Einkaufspreis die Bemessungsgrundlage. Nutzt du den Solarstrom ausschließlich zur Deckung deines Strombedarfs, kannst du den Strompreis des Energieversorgers – plus anteiligem Grundpreis - als fiktiven Einkaufspreis zur Bemessung heranziehen.

Für Photovoltaikanlagen, die bis zum 31.3.2012 in Betrieb genommen wurden, ist keine Umsatzsteuer für den Eigenverbrauch fällig. Ist die Inbetriebnahme der Anlage nach dem 31.3.2012 erfolgt, musst du Umsatzsteuer bezahlen.

 

Eigenverbrauch lohnt sich

Mit Solarstrom einer PV-Anlage versorgst du dich deutlich günstiger. Du musst weniger teuren Strom aus dem Netz kaufen und schonst so auch das Klima. Indem du beispielsweise alte Haushaltsgeräte mit neuen, effizienteren Geräten ersetzt, kannst du zusätzlich den Eigenverbrauch erhöhen. Auch ein Stromspeicher oder eine Wärmepumpe können dir dabei helfen, noch mehr vom Eigenverbrauch der Photovoltaik zu profitieren und deine Klimabilanz zu verbessern.

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