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Solaranlagen bis 10 kW: So wirtschaftlich sind sie

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

04.11.2021

Letztes Update

30.11.2021

Ist eine Solaranlage bis 10 kW wirtschaftlich sinnvoll?

Die Kosten für Solaranlagen bis 10 Kilowatt (kW) sind in den letzten 15 Jahren um mehr als 75 Prozent gesunken. Auch kleine Photovoltaikanlagen können mittlerweile wirtschaftlich betrieben werden.

Inhalt des Blogartikels

Was hat es mit der Grenze für Solaranlagen bis 10 kW auf sich?

Die 10 kWp-Grenze war bis 2021 wichtig für die Planung einer Photovoltaikanlage zum Eigenverbrauch. Grund hierfür: Bis zum Inkrafttreten der neuen Regelung des Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) galt, dass für Nutzer einer Solaranlage über 10 Kilowatt-Peak (kWp) Kosten für die EEG-Umlage ihres Eigenverbrauchs anfallen. Diese Pflicht ist mit der Neufassung des EEG entfallen. Die Kosten fallen nun nur noch für Anlagen mit einer Leistung von mehr als 30 kWp und maximal 30.000 Kilowattstunden (kWh) Eigenverbrauch an. Wer eine große Dachfläche zur Verfügung hat, kann jetzt also auch Solaranlagen mit deutlich mehr als 10 Kilowatt Peak Leistung installieren, ohne die EEG-Umlage für den selbst verbrauchten Strom zu zahlen. 

 

Lohnen sich kleine Solaranlagen unterhalb von 10 kW überhaupt?

Nicht jeder hat eine Dachfläche oder andere geeignete Flächen zur Verfügung, um auch nur annähernd auf eine Photovoltaikleistung von 10 Kilowatt zu kommen. Vor allem Mieter hatten so keinerlei Möglichkeit, eine eigene solar-betriebene Anlage in Betrieb zu nehmen. Ein weiteres Problem: Es galt lange die Faustregel, dass kleine Anlagen im Vergleich deutlich teurer sind als größere. Der Grund hierfür: Die Kosten für Solarmodule und andere Komponenten wie Wechselrichter sind mit zunehmender Größe der Anlage niedriger ausgefallen.

Durch gesunkene Produktionskosten für Photovoltaikmodule (PV-Module) ist diese Faustregel aber längst nicht mehr aktuell. Im Vergleich zu 2006 sind die Kosten kleinerer Solaranlagen um über 75 Prozent gesunken. Immer öfter bieten Hersteller minimalistische Photovoltaik-Lösungen für Balkon und Garten an. Dadurch kannst du zumindest einen Teil des Eigenverbrauchs an Strom decken können; etwa um deine eigene Wärmepumpe zu betreiben oder ein Elektroauto mit Erneuerbaren Energien aus eigener Produktion aufzuladen. Diese Möglichkeit wird vor allem in Verbindung mit einem Stromspeicher für Photovoltaikanlagen interessant.

 

Solaranlage unter 10 kW kaufen: Darauf musst du achten

Wenn du eine Solaranlage mit einer Leistung bis maximal 10 kW oder darunter kaufst, hast du inzwischen eine recht große Auswahl an Herstellern und Produkten. Mini-Solaranlagen sind teilweise sogar portabel und lassen sich einfach installieren. Wichtig ist jedoch, die Grenzen der Selbstinstallation zu kennen. Ohne Profi geht zumindest beim Netzanschluss in der Regel nichts, da selbst Mini-Photovoltaikanlagen an speziell abgesicherte Einsteckvorrichtungen angeschlossen sind. Außerdem führen Eigenleistungen zu Fehlern bei der Montage, durch die der Ertrag der Anlage geringer ausfällt. Eine staatliche Förderung ist bei Photovoltaikanlagen prinzipiell auch bei kleineren Modellen vorgesehen. Seit 2021 geschieht dies nach den Regeln der neuen Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), welche die Programme vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und KfW zusammenfasst bzw. ergänzt. Nach der Installation kommen eventuell Wartungskosten auf dich zu, etwa für die Reinigung der Solarmodule oder die elektrische Wartung.

 

Kosten für Photovoltaik nach Anlagengröße

Du denkst darüber nach, dir eine kleine Solaranlage anzuschaffen, aber bist dir unsicher, wie teuer das für dich wird? Hier findest du einen Überblick über die Kosten von Photovoltaikanlagen bis 12 kWp: 

  • 7 kWp: 11.000 – 12.000 Euro
  • 8 kWp: 12.000 – 13.000 Euro
  • 10 kWp: 14.500 – 16.000 Euro
  • 12 kWp: 17.000 – 18.000 Euro

Möchtest du zusätzlich zu deiner PV-Anlage einen Speicher für deinen Strom nutzen, musst du mit Zusatzkosten von rund 6.000 bis 8.000 Euro rechnen. Hinzu kommen die Kosten für den Wechselrichter, der je nach Hersteller und Anlagengröße mit 1.200 bis 2.500 Euro zu Buche schlagen. Außerdem fallen für die Unterkonstruktion der Anlage Zusatzkosten von 500 bis 1.300 Euro an. Mit einem Smart Meter kannst du deinen Eigenverbrauch des gewonnen Stroms zusätzlich erhöhen, da die  Solaranlage bei 70 Prozent der Nennleistung dynamisch abgeregelt wird. Ein Smart Meter erfasst deinen Eigenverbrauch präzise und ermöglicht die Nutzung der vollen 100 Prozent Nennleistung. Diese Investition lohnt sich auch bei kleineren, durch Photovoltaik-betriebenen, Anlagen, zumal sie künftig ohnehin für alle Haushalte obligatorisch sind.

 

Für wen eignen sich Solaranlagen von 10 kW und niedriger?

Die Nutzung von Solaranlagen bis 10 Kilowatt-Peak bietet sich dir an, wenn die Installationsfläche, die dir zur Verfügung steht, stark begrenzt ist. Für den Aufstellort gelten dabei dieselben Voraussetzungen wie sonst auch: Eine Südausrichtung ohne Verschattungen ist ideal. Moderne Solarmodule kommen aber auch mit diffuser Sonneneinstrahlung gut zurecht. Sie können daher auch an Fassaden, auf dem Balkon oder auf Dächern mit Ost-West-Ausrichtung sinnvoll betrieben werden. Die Installation solcher kleinen Anlagen ist weniger aufwändig als bei größeren PV-Anlagen. Gerade für den Betrieb einer Wallbox für Elektrofahrzeuge oder einer Wärmepumpe sind auch kleinere Photovoltaik-Lösungen das richtige für dich. Außerdem bieten Mini-Solaranlagen endlich auch Mietern die Möglichkeit, Erneuerbare Energien profitabel zu nutzen.

Vorteile und Nachteile einer Solaranlage bis 10 kW für den Eigenbedarf

Die Anschaffung selbst einer kleinen Solaranlage ist eine Investition für die Zukunft und will somit wohl überlegt sein. Hier findest du alle Vor- und Nachteile auf einen Blick, sodass du leichter entscheiden kannst, ob sich ein Kauf für dich lohnt: 

Vorteile

  • Kosten z.B. für PV-Module sind in den letzten Jahren stark gesunken
  • kann an Orten installiert werden, für die größere Anlagen nicht infrage kommen
  • Teillösungen (zum Beispiel mit Mini-Solaranlagen für Balkon und Garten) sind unter Umständen auch für Mieter umsetzbar

Nachteile

  • Kosten für kleine Solaranlagen sind im relativen Vergleich zu Anlagen ab 10 Kilowatt oft nur unwesentlich niedriger
  • amortisiert sich aufgrund der geringeren Erträge oft erst nach längerer Zeit
  • Anschluss von Stromspeichern nicht immer möglich
  • Mit Wegfall der 10 kWp-Grenze sind auch größere Anlagen für Privatleute interessanter geworden

Lohnt sich eine 10 kW Solaranlage?

Aufgrund der gesunkenen Einspeisevergütung sind Solaranlagen unterhalb von 10 Kilowatt-Peak vor allem für den Eigenverbrauch interessant. Da die Kosten für Solarmodule in den letzten Jahren gesunken sind, finden sich immer mehr Anbieter für kleinere und flexible Photovoltaik-Lösungen, die auch in Mietobjekten oder an Orten mit suboptimaler Sonneneinstrahlung nutzbar sind. Der Wegfall der alten 10 kWp-Grenze bei den Anlagen bedeutet aber auch, dass du als Privatperson mit entsprechend viel Installationsfläche mehr Möglichkeiten hast, um die Solarleistung für den Eigenverbrauch zu steigern.

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