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Wissenswertes zu PV-Dachhaken

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

25.08.2021

Letztes Update

06.12.2021

PV-Dachhaken: Darauf solltest du achten

Eine Photovoltaikanlage bietet immer Einsparpotenzial. Woran du aber nicht sparen solltest, sind die Dachhaken. So klein sie auch sind, so groß ist ihre Wirkung.

Inhalt des Blogartikels

Warum sind PV-Dachhaken so wichtig?

Von außen sind sie kaum zu sehen. Doch ohne sie hätten Solaranlagen – Photovoltaik und Solarthermie – auf dem Schrägdach keinen Halt. Die Dachhaken stellen eine Verbindung zwischen Photovoltaikanlage und Dach her, damit die Unterkonstruktion, meist Schienen aus Stahl oder Aluminium, auf denen die Photovoltaikmodule montiert sind, am Dach befestigt werden können.

Nun ist Dachziegel nicht gleich Dachziegel. Es gibt zahlreiche verschiedene Arten von Dachziegel. Aus diesem Grund musst du bei der Montage von Photovoltaik- oder Solarthermieanlagen auf Ziegeldächern auch unterschiedliche Dachhaken verwenden. Es gibt Dachhaken für alle unterschiedlichen Ziegelformen wie beispielsweise Biberschwanz-Ziegel, Schindel, Schiefer und Frankfurter Pfannen. Manche Dachhaken sind höhenverstellbar, andere Dachhaken haben eine Fußplatte. Wieder andere Dachhaken sind für besonders starke Belastungen ausgelegt.

Der fachgerechte Einbau der Dachhaken ist eine wesentliche Voraussetzung für den sicheren Betrieb der Solaranlage. Damit die Aufdachanlage Wetterbedingungen wie Sturm und Schneelast erfolgreich standhält, ist es wichtig, dass die Dachhaut bei Belastungen unverletzt bleibt. Vor allem aber solltest du darauf achten, dass du die richtige Anzahl und Anordnung der Dachhaken sowie die richtige Bauform und die passende Abmessung verwendest.

 

PV-Dachhaken: Lieber zu viel als zu wenig

Wie viele Dachhaken du verschrauben musst, aber auch deren Verteilung, hängt grundsätzlich von folgenden Gegebenheiten ab:

● dem Dachsparrenabstand

● der Modul- beziehungsweise Kollektorabmessung

● der Schnee- bzw. Windlast gemäß Standort

Abhängig vom Sparrenabstand, der möglichen Belastung und der Modulgröße kannst du davon ausgehen, dass du mindestens 3 bis 4 Dachhaken pro PV-Modul benötigst. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass je steiler das Dach ist, umso mehr PV-Dachhaken erforderlich sind. Das gilt ebenfalls für Regionen, die sehr windig oder schneereich sind. Auch am Giebel und an den Rändern des Daches sind mehr Dachhaken erforderlich als in der Mitte des Daches. Für eine typische Dachanlage auf einem Einfamilienhaus mit 12 Photovoltaikmodulen und einem angenommenen Dachsparrenabstand von 70 Zentimetern brauchst du je nach Schneelast etwa 36 bis 48 Dachhaken.

 

Montage der Dachhaken

Dachhaken sind u-förmig und mit einer Lochplatte verschweißt. Diese liegt auf dem Dachsparren auf und wird bei einem normalen Ziegeldach mit Sechskantschrauben auf dem Sparren befestigt. Solche Loch- beziehungsweise Ankerplatten sind für unterschiedlich breite Sparren erhältlich. Die Dachhaken führen zwischen 2 untereinander liegenden Dachziegeln hindurch.

Liegt viel Schnee auf den Modulen oder wehen stürmische Winde, kann es passieren, dass durch die zusätzliche Last die Module inklusive Untergestell nach unten drücken. Der immense Druck kann dann dazu führen, dass der untere Dachziegel eingedrückt wird oder gar zerbricht. Um eine solche aufsitzende Montage zu vermeiden, sollte zwischen dem Dachziegel und dem Dachhaken ein Abstand von mindestens 5 Millimeter bestehen. Um das umzusetzen, ist eine Unterfütterung der PV-Dachhaken mit Holz oder besser noch mit Metallplatten sinnvoll. Für diesen Zweck gibt es spezielle Unterlegplatten aus Kupfer oder Stahl. Diese kannst du ganz einfach gegen die normalen Dachziegel austauschen.

In die Dachziegel lassen sich passende Aussparungen sägen oder flexen, damit sich der Dachhaken nach außen führen lässt und die Dachziegel weiter plan aufliegen. Aber Achtung: die Aussparung solltest du unter Berücksichtigung der Abmessungen ausführen, die der jeweilige Dachhaken hat. Nimmst du die Aussparung zu groß vor, verbleibt nicht mehr ausreichend Material zwischen der Oberfläche des Dachziegels und der Aussparung. Flext oder sägst du zu wenig aus dem Dachziegel, hebt sich der Dachziegel, wodurch eine Lücke entsteht. Hier kann dann Feuchtigkeit ins Dach eindringen. Zudem bieten solche Lücken Windböen eine ideale Angriffsfläche.

 

Theorie und Praxis

Auf dem Dach sieht vieles oftmals anders aus. Oftmals hast du keine Wahl, wie und wo sich Dachhaken verschrauben lassen. Eines steht fest, der Dachhaken muss in der Mulde des Dachziegels nach außen geführt werden. Doch nicht immer liegen die Mulden der Dachziegel im optimalen Abstand zueinander. Zur Erreichung der nächsten Mulde muss die Montage etwas versetzt auf dem Dachsparren erfolgen. Zudem ist es nicht immer möglich, den Dachhaken direkt auf dem Dachsparren zu befestigen, sondern es muss auf die Konterlatte ausgewichen werden, die etwas schmaler ist.

 

Woraus bestehen Dachhaken?

Dachhaken bestehen meist aus Edelstahl oder Aluminium. Es gibt Dachhaken für normale Last, für schwere Last und für extreme Last. Die Dachhaken sollten mindestens 5 Millimeter stark sein. Es ist jedoch besser und vor allem sicherer, wenn du die Stärke der Dachhaken mit Blick auf das Gesamtgewicht der Photovoltaikanlage und unter Berücksichtigung der regionalen Wind- und Schneelast wählst. Es gibt spezielle Dachhaken, die du flexibel einstellen kannst. So ist es möglich, den Abstand, die Länge und die Höhe je nach Anforderung individuell zu verstellen. Selbst Dachziegel mit integrierten Dachhaken sind auf dem Markt erhältlich, was die Montage wesentlich vereinfacht, da du die vorhandenen Dachziegel einfach durch die Dachhaken-Ziegel ersetzen kannst.

 

Darauf solltest du bei der Auswahl der Dachhaken achten

Um Schäden und die Gefahr für Personen zu vermeiden, ist es zwingend erforderlich die zu erwartenden Dachlasten zu berechnen, die durch die Photovoltaik-Module, das Untergestell sowie die Belastung durch die Schnee- und Windlasten entstehen. Wähle die Stärke der Dachhaken daher entsprechend aus. Achte auch darauf, dass die Dachhaken nicht auf der Oberseite der Dachziegel aufliegen. Dadurch entsteht Bruchgefahr. Verwende aus Bequemlichkeit nie einen Hammer, um die Aussparungen für die Dachhaken zu erreichen. In der Regel führt das zu unnötigem Ziegelbruch. Verwende eine Flex, dann bist du auf der sicheren Seite.

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