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PV-Anlage ohne Einspeisung: Das geht!

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

26.03.2021

Letztes Update

23.03.2022

Sinkende Vergütung: Die PV Anlage ohne Einspeisung wird immer interessanter

Die Einspeisevergütung war für viele Betreiber von Solaranlagen ein wichtiger Anreiz. Doch mittlerweile ist der Photovoltaik-Eigenverbrauch ohne Netzeinspeisung oft sinnvoller.

Inhalt des Blogartikels

Photovoltaik: Eigenverbrauch ist der neue Trend

Wenn von PV Anlagen ohne Einspeisung die Rede ist, runzeln manche Leute sofort die Stirn. In der Vergangenheit war die Nutzung der Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) besonders rentabel. Doch steigende Strompreise und die sukzessive Absenkung der Einspeisevergütung bei gleichzeitig sinkenden Kosten für die eigene Stromerzeugung machen den Photovoltaik-Eigenverbrauch ohne Netzeinspeisung in vielen Fällen mittlerweile sinnvoller.

 

Inselanlagen werden von der Ausnahme zur Regel

Ein wirksamer und wichtiger Anreiz für die Energiewende war die im EEG vorgesehene Einspeisevergütung. Da die Preise für Solarstrom früher niedriger waren und die Einspeisevergütung recht hoch ausfiel, bezahlten sich viele Solaranlagen innerhalb weniger Jahre quasi von selbst. Photovoltaik für den Eigenverbrauch ohne Netzeinspeisung war die Ausnahme und eher bei Inselanlagen zu finden.

Von einer Inselanlage wird gesprochen, wenn eine Solaranlage (oder auch andere Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien) nur für den Eigenverbrauch gedacht sind und nicht über eine Anbindung an das öffentliche Stromnetz verfügen.

Früher war dies für die Erhöhung der Autarkie von abgelegenen Berghütten, auf Schiffen oder auch von Wohnmobilen der prägende Begriff. Heutzutage werden Inselanlagen zunehmend in Form von PV-Anlagen ohne Einspeisung konzipiert, mit denen Häuser einen möglichst hohen Grad an Autarkie erreichen sollen.

Außerdem belasten Häuser mit Inselnetzanlagen auch nicht zusätzlich den Netzausbau, weil sie nicht mehr direkt angebunden sind. Ein weiterer interessanter Nebeneffekt ist, dass PV-Anlagen ohne Einspeisung nicht beim Energieversorger, der Bundesnetzagentur oder dem Finanzamt angemeldet werden müssen.

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Adé Einspeisevergütung - hallo Eigenverbrauch

Die Zeiten, in denen du mit der Einspeisevergütung hohe Renditen erzielen konntest, sind vorbei. Im Jahr 2021 ist die Einspeisevergütung für kleinere Photovoltaikanlagen erstmals unter 8 Cent pro Kilowattstunden (kWh) gesunken – für größere Erzeuger sind die Beträge noch geringer.

Die aktuelle Entwicklung wird von der Bundesnetzagentur regelmäßig veröffentlicht. Obwohl ein erneuter Anstieg der Einspeisevergütung denkbar wäre, rechnen Experten nicht damit und erwarten, dass der politische Wille zum Ausschleichen der EEG-Vergütung innerhalb der nächsten Jahre zu einem kompletten Verschwinden der Förderung führt.

Für Betreiber von Solaranlagen stellt sich insbesondere angesichts der hohen Stromkosten für Privatkunden die Frage, ob eine PV-Anlage ohne Einspeisung für den Eigenverbrauch sinnvoller ist. Dies gilt umso mehr, als die Kosten für Solaranlagen in den letzten Jahren deutlich gesunken sind, ihre Effizienz durch bessere Technik bei den Solarmodulen hingegen gestiegen ist. Dadurch lässt sich gegenüber dem Bezug von Strom aus dem Netz mittlerweile Geld einsparen, weswegen sich der Eigenverbrauch ebenso rechnet wie früher die Einspeisevergütung.

Die Entwicklung der Einspeisevergütung im Überblick

Die Werte gelten für Dachanlagen auf Wohngebäuden mit bis zu 10 Kilowatt Peak (kWp).

  • vor Einführung des EEG: ca. 8 Cent/kWh
  • 2001: ca. 57 Cent/kWh
  • 2010: ca. 35 Cent/kWh
  • 2017: ca. 12 Cent/kWh
  • 2020: ca. 10 Cent/kWh
  • 2021: unter 8 Cent/kWh

PV-Anlage ohne Einspeisung sinnvoll betreiben: Speicher machen es möglich

Ein Hauptproblem der Photovoltaik ist, dass die Sonne nicht immer scheint. Zu Zeiten, in denen viel Sonnenschein zur Verfügung steht, nutzt du vielleicht gar nicht die Energie, weil du nicht zu Hause bist. Zu anderen Zeiten, in denen viel Energie benötigt wird (etwa nachts und in der dunklen Jahreszeit), sinkt der Ertrag hingegen stark ab.

Anlagen, die ans Netz angeschlossen sind, konnten den Überschuss problemlos gegen Zahlung der Einspeisevergütung loswerden. Der Photovoltaik-Eigenverbrauch ohne Netzeinspeisung erfordert also etwas technischen Aufwand, um eine eigene Inselanlage zu errichten. Insbesondere Speicher sind von Bedeutung, damit die Energie für den Eigenverbrauch dann abgerufen werden kann, wenn sie benötigt wird.

Für Betreiber älterer Anlagen wird das Ende der 20-jährigen Förderung ohnehin zum Problem, denn sie sind vom sogenannten Einspeiseverbot betroffen. Da Privatleute auch nicht ohne Weiteres ihren selbst erzeugten Strom in Eigenregie verkaufen oder verschenken dürfen, droht vielen Anlagen sogar die Abschaltung, wenn die anfallende Energie nicht selbst verbraucht werden kann.

Speicher sind unverzichtbar für PV Anlagen ohne Einspeisung

Es gibt unterschiedliche Arten von Stromspeichern, die für Solaranlagen geeignet sind. Häufig kommen hierfür Batteriesysteme zum Einsatz, die speziell auf die Erfordernisse von Photovoltaik ausgelegt sind. Sie sind leistungsfähig und gleichzeitig so robust, dass sie schwankende Leistung und ungünstige Ladezyklen durch moderne Steuerung im Speicher ausgleichen können. Solche modernen Pufferspeicher sind deutlich besser als die früher üblichen Batteriesysteme, die aus zusammengeschalteten Autobatterien bestanden.

Wenn du einen Speicher nutzt, kannst du deinen selbst erzeugten Solarstrom nach Belieben verbrauchen. Zudem verfügst du - sofern deine Inselanlage an das öffentliche Stromnetz angebunden ist - über eine eigene Notstromversorgung, wenn das öffentliche Stromnetz ausfallen sollte.

Virtuelle Stromspeicher sind bequem und günstig

Nicht jeder kann oder will in die Technik für eigene Stromspeicher investieren. Manchmal gibt es auch bauliche oder technische Hinderungsgründe.

Dann kannst du statt der früher üblichen normalen Einspeisung auch die Option der virtuellen Stromspeicher nutzen. Dabei wird der von der PV-Anlage erzeugte Strom weiterhin wie früher ins öffentliche Netz eingespeist. Statt die Einspeisevergütung in Anspruch zu nehmen, kannst du je nach Netzbetreiber deine Energie auf einem virtuellen Stromkonto in der Cloud zwischenspeichern und dort je nach Bedarf deinen selbst erzeugten Strom wieder abrufen, wenn du ihn benötigst. Dadurch kannst du zum Beispiel einen im Sommer erzeugten Überschuss an Strom im Winter nutzen, ohne aufwändige Speichertechnologie im Haus installieren zu müssen.

 

Fazit: PV-Anlagen ohne Einspeisung werden zur Regel

Da ältere Photovoltaikanlagen aus der Förderung herausfallen und dann vom Einspeiseverbot betroffen sein können, wird der Trend, eine PV-Anlagen ohne Einspeisung zu betreiben, künftig steigen. Insbesondere die günstigen Entwicklungen bei den Kosten für Solaranlagen und Speichern machen den Photovoltaik-Eigenverbrauch ohne Netzeinspeisung sinnvoll.

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