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Photovoltaikanlage selbst installieren: Ist das sinnvoll?

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

31.12.2021

Letztes Update

31.12.2021

Photovoltaikanlage selbst installieren: Leider meist keine gute Idee

Bei Bau und Sanierung von Eigenheimen sind Eigenleistungen beliebt, um Kosten zu sparen. Doch bei der Einrichtung von Photovoltaikanlagen ist fachkundige Hilfe nahezu unverzichtbar. Wir zeigen dir, warum du deine Anlage nicht selbst installieren solltest.

Inhalt des Blogartikels

Besonderheiten einer Photovoltaikanlage: Darum solltest du die Installation nicht selbst in Hand nehmen

Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) sind komplexe Gebilde. Ihre Errichtung betrifft 3 Gewerke: den Zimmermann für den Dachstuhl, den Dachdecker für das Dach insgesamt und den Elektriker für die elektrischen Anschlüsse. Genau genommen gehört auch noch ein Planer dazu, wobei diese Arbeit auch durch einen erfahrenen Fachbetrieb für die Errichtung von Photovoltaikanlagen übernommen werden kann.

Planung

Die Solaranlage sollte von einem erfahrenen Fachmann geplant werden. Schließlich soll sie im Anschluss über viele Jahre höchstmögliche Erträge liefern. Dabei sind viele Faktoren zu beachten. Das sind zum Beispiel die nutzbare Dachfläche, Neigung und Ausrichtung des Daches, drohende Verschattungen und der geografische Standort. Unter Beachtung dieser Eckdaten wird der Planer die optimal passenden Solarmodule auswählen und die Konfiguration der Anlage entwerfen. Diese Planung muss nicht unbedingt ein studierter Fachplaner erstellen. Das kann auch ein erfahrener PV-Anlagenbauer erledigen.

Montage

Dächer werden zwar mit einer Belastungsreserve gebaut, aber im Lauf der Zeit lässt die statische Stabilität des Dachstuhls nach. Gerade bei einem älteren Gebäude sollte daher ein Zimmermann und/oder Statiker überprüfen, ob das Dach die zusätzliche Last durch die Photovoltaik verkraftet. Die gesamte Dachkonstruktion muss soweit in Ordnung sein, dass in den nächsten 20 bis 25 Jahren keine größeren Dachreparaturen notwendig werden.

Für die Montage der Solarmodule wird in der Regel auf dem Dach eine Unterkonstruktion errichtet. Dazu werden an den Sparren spezielle Dachhaken verschraubt, die zwischen den Dachziegeln nach außen geführt werden. An den Haken werden Aluprofile befestigt, die die Photovoltaikmodule tragen werden.

Installationen auf dem Dach sind per se wegen der Höhe und Absturzgefahr gefährlich. Darüber hinaus muss das Dach nach der Durchführung der Dachhaken immer noch dicht sein. Die Montage der Module erfolgt lediglich mit Klemmen an den Profilen. Das stellt keine größeren Anforderungen an das handwerkliche Geschick. Allerdings sollten die zerbrechlichen und unhandlichen Bestandteile der Photovoltaik erst einmal sicher auf das Dach gelangen.

Dazu sind unter Umständen Hubsteiger oder Lastenlifte sowie Fachleute mit der entsprechenden Bedienberechtigung für die Montage notwendig. Außerdem musst du, wenn du die Installation selbst vornimmst, für die notwendige Arbeitssicherheit sorgen. Denn bei Unfällen deiner Helfer bist sonst du verantwortlich und musst eventuell teure Behandlungs- und Folgekosten selbst tragen.

Elektroinstallation

Die Zusammenschaltung der Module und die Verbindung mit den nachfolgenden Komponenten wie Lastenregler und Wechselrichter darfst du selbst vornehmen. Aber die Arbeiten sind nicht ungefährlich. Bei einer Solaranlage entsteht eine interne Gleichspannung von bis zu 1000 Volt (V). Und die Module liefern sofort Strom, wenn sie der Sonne ausgesetzt sind. Fehler in der Verschaltung können nicht nur Anlagenteile beschädigen oder durch Lichtbögen sogar dein Gebäude in Brand setzen. Du kannst während der Arbeiten auch selbst gesundheitliche Schäden bis zum Tod erleiden!

Hinzu kommt, dass der Anschluss der Anlage an die häuslichen Stromverbraucher und das Netz des öffentlichen Netzbetreibers nur durch einen Elektrofachmann erfolgen darf. Du kannst also die Anlage gar nicht komplett in Eigenregie errichten.

Versicherung und Gewährleistung

Solltest du dennoch Eigenleistungen bei der Montage deiner zukünftigen Photovoltaik in Erwägung ziehen, dann überprüfe auf jeden Fall vorher die Bedingungen deiner Gebäudeversicherung und die Gewährleistungsklauseln des Herstellers der Module und Komponenten. In beiden Fällen kann es möglich sein, dass Schäden nicht übernommen werden, wenn die Anlage nicht durch eine Fachfirma aufgebaut wurde.

 

Wo kannst du die Photovoltaikanlage in Ausnahmefällen selbst installieren?

Mittlerweile bietet der Fachhandel kleinere Komplettanlagen an, die der Laie problemlos selbst installieren kann. Module und weitere Komponenten werden über konfektionierte Kabel mit Steckverbindern zusammengesteckt. Deshalb werden sie als Plug-in-Anlagen bezeichnet. Sie liefern ungefährliche 48 V Gleichspannung, die über den zugehörigen Wechselrichter in 230 V Wechselspannung umgewandelt werden.

Eine Anwendung für diese kleinen PV-Anlagen sind Balkone. Daher lautet eine weitere Bezeichnung Balkonkraftwerk. Damit ist zum Beispiel jeder Wohnungsmieter in der Lage, Solarstrom für seinen Bedarf zu erzeugen. Im Internet ist oft zu lesen, dass diese Balkonkraftwerke einfach über eine Haushaltssteckdose mit dem Stromnetz der Wohnung verbunden werden. In der Realität wird aber oft eine sogenannte Einspeise-Steckdose benötigt. Und diese muss dann doch wieder ein Elektrofachmann installieren.

Natürlich können diese kompakten Photovoltaikanlagen auch an anderer Stelle verwendet werden. Anwendungsfälle sind zum Beispiel Gartenhäuser, Ferienhütten oder Camping. Da eine Verbindung zum öffentlichen Stromnetz weder besteht noch gewünscht ist, handelt es sich um sogenannte Inselanlagen.

 

Wer installiert eine Photovoltaikanlage?

Der Bau von Solaranlagen ist schon länger ein etabliertes Geschäftsfeld in der Elektrobranche. Daher gibt es in allen Regionen Deutschlands Elektrounternehmen, die sich auf PV-Anlagen spezialisiert haben oder den Bau solcher Anlagen als eines ihrer Geschäftsfelder betreiben.

Mit einer Suche im Internet kannst du leicht mehrere regionale Firmen mit dieser Ausrichtung finden. Eine andere Möglichkeit ist ein Blick in die sogenannte Handwerkerrolle deiner Handwerkskammer. Bei Firmen, die hier verzeichnet sind, kannst du sicher sein, dass es sich um qualifizierte Unternehmen handelt, die Qualität und Sicherheit deiner Anlage garantieren.

Wenn du einige Firmen in deiner Region gefunden hast, dann lass dir von 2 bis 3 dieser Firmen jeweils ein Angebot für den Bau deiner zukünftigen Photovoltaikanlage erstellen. Das Angebot sollte kostenlos sein. Manche Firmen verlangen allerdings eine Bezahlung, die nach Auftragserteilung mit dem Anlagenpreis verrechnet wird. Wenn du Alternativen hast, dann verzichte lieber auf solche Angebote.

Ein seriöses Unternehmen erkennst du unter anderem daran, dass es vor Erstellung eines Angebotes bei dir vor Ort eine Besichtigung durchführt. So kannst du sicher sein, dass Angebot und die künftige Solaranlage auf deine Erfordernisse und die lokalen Gegebenheiten abgestimmt sein werden.

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