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Photovoltaikanlage planen | Voraussetzungen & Kosten

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

18.03.2022

Letztes Update

18.03.2022

Die Strompreise sind derzeit im Steilflug und verzeichnen einen noch nie dagewesenen Anstieg. Um dein Haushaltsbudget langfristig zu entlasten, lohnt es sich, eine Photovoltaikanlage zu planen.

Inhalt des Blogartikels

Was bedeutet es, eine Photovoltaikanlage richtig zu planen?

Wenn du weißt, aus welchen Komponenten sich eine Photovoltaikanlage zusammensetzt, ahnst du bereits, dass alle einzelnen Bauteile optimal zusammenpassen mĂŒssen, um den höchstmöglichen Ertrag und einen wirtschaftlichen Betrieb zu ermöglichen. Ohne gute Photovoltaikanlagenplanung ist das aber nicht machbar. In diesem Artikel erfĂ€hrst du, wie du erfolgreich planst, damit du deinen eigenen Strom produzierst und gleichzeitig einen wichtigen sowie nachhaltigen Beitrag zur Energiewende leistets.

 

So funktioniert eine netzgekoppelte Photovoltaikanlage

Sobald Sonnenlicht auf die Solarzelle fĂ€llt, macht sie daraus Gleichstrom. Damit sich das auch lohnt, sind viele Solarzellen in einem Solarmodul miteinander verschaltet. Ein Wechselrichter wandelt den Gleichstrom in haushaltsĂŒblichen Wechselstrom um und speist ihn anschließend in das Stromnetz deines Hauses ein. Überschussstrom fließt entweder in deinen Heimspeicher oder direkt ins öffentliche Stromnetz. Eine Photovoltaikanlage (kurz PV) besteht aus nachfolgenden Komponenten:

  • Montagegestell bzw. Unterkonstruktion
  • Photovoltaikmodulen
  • Wechselrichter
  • Hausanschluss und ZĂ€hler
  • Solarkabel und Verkabelung
  • Stromspeicher (bei Bedarf)

Was sind die Vorteile einer Photovoltaikanlage?

Absolute Gewinner der Photovoltaik sind Umwelt und Klima. Aber auch wirtschaftlich kann sich moderne PV sehen lassen. Die Vorteile haben wir nachfolgend fĂŒr dich zusammengestellt:

  • Einsatz erneuerbarer Energie
  • kostenlos und unbegrenzt verfĂŒgbare Energie
  • Umwelt- und Klimaschutz
  • Schonung von Ressourcen
  • nachhaltige, emissionsfreie und gerĂ€uscharme Stromproduktion
  • spĂŒrbar niedrigere Stromrechnung
  • mehr UnabhĂ€ngigkeit von steigenden Strompreisen
  • fĂŒr 20 Jahre garantierte VergĂŒtung fĂŒr ins Netz eingespeisten Strom (Anlagen bis 10 Kilowatt-Peak (kWp) 6,63 Cent pro kWh; Stand MĂ€rz 2022)
  • Förderung möglich
  • kaum Wartungen notwendig
  • mit Stromspeichern hast du auch dann Solarstrom, wenn die Sonne nicht scheint
  • Notstromversorgung bei Netzausfall mit Stromspeicher möglich
  • eigener, sauberer Strom fĂŒr Elektroauto oder WĂ€rmepumpe
  • flexible Photovoltaik-Planung

Warum lohnt es sich, die Photovoltaikanlage vorab zu planen?

Möglicherweise ist dein Haus fĂŒr eine Photovoltaikanlage nicht geeignet, beispielsweise weil das Dach das zusĂ€tzliche Gewicht nicht tragen kann oder zu viel DachflĂ€che zu wenig Sonne abbekommt. Eigentlich sind Photovoltaikanlagen auf Ein- und ZweifamilienhĂ€usern genehmigungsfrei, in EinzelfĂ€llen können aber örtliche BebauungsplĂ€ne die Installation verbieten. Das kann dir ebenfalls passieren, wenn dein Haus unter Denkmalschutz steht. Nur erfahrene Installationsbetriebe, aber auch SachverstĂ€ndige mit der entsprechenden Qualifikation, sind in der Lage, von Planung, Installation bis zur Inbetriebnahme alle technischen, baulichen sowie behördlichen Bereiche und Anforderungen zu ĂŒberblicken und richtig einzuschĂ€tzen. Es ist daher empfehlenswert, sobald du dich fĂŒr eine Photovoltaikanlage entschieden hast, einen Fachbetrieb oder einen Experten in die Planung einzubeziehen.

 

Von Planung bis Installation: Diese Punkte solltest du fĂŒr deine Photovoltaikanlage klĂ€ren

Die folgenden Punkte helfen dir dabei, alle wichtigen Fragen zu klÀren, um deine Photovoltaikanlage planen zu können:

Gibt es eine gute, aber gĂŒnstige Vorab-Beratung fĂŒr meine Photovoltaik?

Ja, die Verbraucherzentrale ist hier eine gute Anlaufstelle. In unzĂ€hligen StĂ€dten in Deutschland gibt es Beratungsstellen. Auch telefonisch oder online kannst du dich beraten lassen. Eine persönliche Beratung durch Energieberater kostet maximal 30 Euro, den Rest finanziert das Bundesministerium fĂŒr Wirtschaft und Energie. Das musst du aber nicht etwa beantragen, da der Ablauf durch die Verbraucherzentrale gestellt wird.

Lohnt sich eine PV fĂŒr mich?

Um diese Frage zu klĂ€ren, solltest du den Stromverbrauch deines Haushalts kennen. Je dein Eigenverbrauch des Solarstroms ist, desto schneller amortisiert sich deine Solaranlage. Die Stromgestehungskosten einer Dachanlagen bis 30 Kilowatt-peak betragen zwischen 5,9 bis 11 Cent pro Kilowattstunden (kWh). FĂŒr Strom aus dem Netz bezahlst du aktuell fĂŒr NeuvertrĂ€ge in der Grundversorgung 37,15 bis 39,02 Cent pro Kilowattstunde. Mit einer typischen Photovoltaikanlage kannst du etwa 30 Prozent deines Solarstrom selbst verbrauchen. Mit Speicher sind etwa 70 Prozent möglich.

Ist mein Haus fĂŒr eine Solarstromanlage geeignet?

PrĂŒfe vorab unbedingt die Statik von Haus und Dach. Angaben zur Statik findest du in den BauplĂ€nen, du kannst sie aber auch beispielsweise beim Architekten erfragen. Das Dach muss ausreichend von der Sonne bestrahlt werden; Ausrichtung nach SĂŒden, aber auch Ost-Westausrichtung. Das Dach darf nicht beschattet sein. Dachform und Neigung spielen grundsĂ€tzlich keine entscheidende Rolle. Weder örtliche BebauungsplĂ€ne oder unter UmstĂ€nden Maßgaben des Denkmalschutzes verbieten die Installation.

Welche LeistungsgrĂ¶ĂŸe sollte meine Anlage haben?

Das hĂ€ngt vom Strombedarf, der zur VerfĂŒgung stehenden DachflĂ€che und dem Wirkungsgrad der Photovoltaikmodule ab. Planst du die Anschaffung eines Elektroautos oder den Einbau einer WĂ€rmepumpe, um diese mit Strom von der Sonne zu versorgen, kannst du das bei der Festlegung der AnlagengrĂ¶ĂŸe gleich mitberĂŒcksichtigen.

Was muss ich fĂŒr eine Photovoltaikanlage bezahlen?

Eine schlĂŒsselfertige 10 kWp-Photovoltaikanlage fĂŒr ein Einfamilienhaus kostet etwa 15.500 Euro. Es herrschen jedoch teilweise gewaltige Preisunterschiede, hole dir daher ruhig mehrere Angebote ein. Bedingt durch LieferengpĂ€sse kosten Module 2022 erneut so viel wie im Jahr 2019. Das immer knapper werdende Material, steigende Rohstoffkosten sowie die begrenzten KapazitĂ€ten beim installierenden Handwerk lassen die Preise fĂŒr Photovoltaikanlagen weiter steigen. Schnell sein lohnt sich also.

Sollte ich meine Photovoltaikanlage kaufen oder mieten?

Wenn du deine Solaranlage nicht kaufen möchtest, kannst du sie auch mieten. Eine gemietete Anlage ist jedoch teurer. Zudem ist sie nicht dein Eigentum und du bist 15 bis 20 Jahre lang an sie gebunden. Das KĂŒndigen des Vertrages, weil beispielsweise das Haus verkauft wird, ist nur schwer möglich. Allerdings musst du dich von Planung bis Inbetriebnahme um nichts kĂŒmmern. Je nach Vertrag sind die geringen Wartungskosten und Reparaturen in der Monatsmiete inbegriffen. Lass bestenfalls die verklausulierten VertrĂ€ge zum Beispiel von Fachleuten der Verbraucherzentrale fĂŒr Energierecht prĂŒfen. Mietangebote gibt es teilweise fĂŒr 50 bis 150 Euro im Monat.

Welche Förderung bekomme ich fĂŒr meine Photovoltaik?

Staatliche Förderung bekommst du durch die EinspeisevergĂŒtung fĂŒr ins Netz eingespeisten Überschussstrom. Die Höhe des Entgelts ist im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegt. Ein zinsgĂŒnstiges Darlehen gibt es von der Kreditanstalt fĂŒr Wiederaufbau (KfW). Einige BundeslĂ€nder, StĂ€dte und Kommunen gewĂ€hren zudem gesonderte ZuschĂŒsse.

Wie steht es um Garantie und GewĂ€hrleistung fĂŒr Photovoltaikanlagen?

AbhÀngig von der Einbausituation betrÀgt die gesetzliche GewÀhrleistungsfrist 2 oder 5 Jahre. Hersteller von Solarmodulen bieten zusÀtzlich Garantien von 10 und mehr Jahren. Damit du diese GewÀhr auch in Anspruch nehmen kannst, sollte die Firma einen Ansprechpartner in Deutschland haben. Lass dir hierzu unbedingt die Garantieunterlagen vom Installationsbetrieb aushÀndigen.

Wie weiß ich, dass mein Angebot fĂŒr die Photovoltaik sehr gut ist?

Achte nicht nur auf den Preis, sondern auch auf den Umfang der Leistungen sowie die Erfahrung des ausfĂŒhrenden Unternehmens, das zudem deine individuellen BedĂŒrfnisse berĂŒcksichtigen sollte. Kaufe eine schlĂŒsselfertige Anlage, dann kannst du sicher sein, dass dir eine Anlage geliefert und installiert wird, die vollstĂ€ndig funktionstĂŒchtig ist.

Darf jeder eine Photovoltaikanlage installieren?

GrundsĂ€tzlich darfst du die Photovoltaikmodule selbst auf deinem Haus anbringen. Allerdings gewĂ€hren die Hersteller ihre Produktgarantien nur bei fachgerechter Montage und Installation. Zudem sind Arbeiten auf dem Dach nicht ungefĂ€hrlich. Elektroarbeiten - Anschluss an die Hauselektrik und an das Stromnetz – darfst du nicht selbst vornehmen. Das fĂ€llt in den Aufgabenbereich eines Elektrofachbetriebs.

Was ist nach Inbetriebnahme zu tun?

Kontrolliere regelmĂ€ĂŸig Funktion und Ertrag der PV-Anlage. Wechselrichter speichern diese Daten, die du am Display, am Smartphone oder im Internet anschauen kannst. Etwa alle 5 Jahre solltest du Sicherheit und Funktion deiner Photovoltaikanlage ĂŒberprĂŒfen lassen.

 

Woran musst du noch denken, wenn du deine Photovoltaikanlage planst?

Du bist verpflichtet, deine Photovoltaikanlage der Bundesnetzagentur zu melden, indem du online die Stammdaten deiner Anlage in das Marktstammdatenregister (MaStR) eintrĂ€gst. Wenn du eine netzgekoppelte Anlage installieren möchtest, musst du bereits vor der Montage deinem Energieversorger mitteilen, dass du vorhast, Überschussstrom ins öffentliche Netz einzuspeisen.

Wer Solarenergie erntet, muss auch Steuern bezahlen, weil aus Sicht des Finanzamtes der Betrieb einer netzgekoppelten Photovoltaikanlage eine gewerbliche TĂ€tigkeit darstellt und somit umsatzsteuerpflichtig ist. Außerdem musst du deine Einnahmen durch die EinspeisevergĂŒtung in deiner EinkommensteuererklĂ€rung angeben.

Eventuelle SchĂ€den an oder durch deine Photovoltaikanlage solltest du in jedem Fall durch eine Versicherung abdecken, denn die möglichen Kosten können im Schadensfall beachtlich sein. Lass daher deine Solarstromanlagen zumindest in deine WohngebĂ€udeversicherung aufnehmen. Dadurch ist deine Anlage vor BeschĂ€digung durch Sturm, Hagel, Blitz oder Feuer abgesichert. Falls du deine Solaranlage ĂŒber einen Kredit finanzierst oder deine Anlage besonders groß und entsprechend teuer ist, ist eine spezielle Photovoltaik- oder Allgefahrenversicherung ratsam.

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