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Photovoltaikanlage: Diese Kosten pro m² fallen an

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5 Minuten

Veröffentlichung

22.04.2022

Letztes Update

22.04.2022

Auf dem Bau spielen Kosten pro m² oft eine große Rolle. Das betrifft beispielsweise Arbeiten an Wand und Fußboden. Wir haben untersucht, wann diese Kennziffer von Bedeutung für den Kauf einer Photovoltaikanlage ist.

Inhalt des Blogartikels

Kosten-Nutzen-Kalkulation einer Photovoltaikanlage

Bevor du in eine Photovoltaikanlage investierst, sollte klar sein, ob sich der Aufwand fĂĽr dich lohnt. Neben den entstehenden Kosten musst du auch untersuchen, welchen finanziellen Nutzen dir eine Anlage bietet.

Auf der Kostenseite musst du einmalige Kosten fĂĽr die Anschaffung und Montage sowie jährlich entstehende Kosten fĂĽr Wartung und Versicherung fĂĽr die Photovoltaikanlage einkalkulieren. Auf der Nutzenseite von Photovoltaik steht der Strom, den die Anlage produziert. Einen Teil des Stroms verbrauchst du in der Regel selbst. FĂĽr diesen Teil sparst du also Stromkosten, die du sonst an den lokalen Versorger zahlst. Die aus der Photovoltaikanlage erzeugte Strommenge, die du nicht unmittelbar verbrauchen kannst, flieĂźt gegen VergĂĽtung auf der Grundlage des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) in das öffentliche Netz ein.

Der finanzielle Nutzen aus durch Photovoltaik gewonnen Strom setzt sich demnach aus der EinspeisevergĂĽtung und den eingesparten Stromkosten zusammen, die du ohne die Photovoltaikanlage an deinen Stromversorger zahlen mĂĽsstest.

 

Diese Kosten fallen bei einer Photovoltaikanlage an

Zunächst interessieren dich sicherlich die Anschaffungskosten. Darunter fallen der Kauf der PV-Module, Verkabelung, Montagematerial, Wechselrichter, aber auch die Arbeitskosten fĂĽr Planung, Errichtung und den Anschluss der Anlage an das Stromnetz. Diese Kosten fallen nur einmal an. FĂĽr eine mittelgroĂźe Anlage mit einer Leistung von sechs Kilowatt Peak (kWp) fĂĽr ein Einfamilienhaus belaufen sich diese Kosten auf 8.000 bis 9.000 Euro.

Die jährlichen Kosten einer Solaranlage setzen sich aus Wartung, Reinigung, Versicherung und Reparaturen zusammen. Ein guter Ansatz besteht darin, ca. ein bis zwei Prozent der Anschaffungskosten fĂĽr diese jährlichen Ausgaben einzuplanen. Dabei musst du bedenken, dass es sich um eine durchschnittliche Angabe handelt, die sich auf einen längeren Zeitraum von 20 bis 30 Jahren bezieht.

Zu einem konkreten Zeitpunkt kann auch mal ein größerer Betrag anfallen, wenn eine umfangreiche Reparatur wie zum Beispiel ein Austausch des Wechselrichters ansteht.

 

Wann lohnt sich die Anschaffung einer Photovoltaikanlage?

Kurz gesagt lohnt sich die Anschaffung einer Photovoltaikanlage dann, wenn die Einnahmen irgendwann die Ausgaben überschreiten. Wie bereits erklärt, bestehen deine Einnahmen aus der Vergütung für eingespeisten Strom und der Einsparung von Kosten für Strom, den du nicht von deinem Stromversorger beziehst.

Wahrscheinlich wirst du fĂĽr Kauf und Installation der Solaranlage einen Kredit aufnehmen. Daraus ergeben sich monatliche Raten, mit denen du den Kredit samt Zinsen zurĂĽckzahlst. Idealerweise sollten deine monatlichen Einnahmen aus dem Betrieb der Solaranlage ausreichen, um die Raten zu bedienen und auch die laufenden Kosten zu bezahlen.

Im Normalfall wird der Kredit innerhalb von etwas mehr als 10 Jahren abbezahlt. Die Lebensdauer bzw. Nutzungsdauer einer PV-Anlage liegt in der Regel bei mindestens 20 Jahren. Das heiĂźt, wenn der Kredit getilgt ist, erwirtschaftet die Anlage Gewinn. Abzuziehen sind nun nur noch die relativ geringen laufenden Kosten.

Ob sich in deinem konkreten Fall die Situation tatsächlich so entwickeln kann, musst du vor einer möglichen Investition mit einer Kosten-Nutzen-Rechnung ermitteln (lassen). Eine Voraussetzung ist, dass deine zukünftige Photovoltaik überhaupt genügend Leistung erzeugen kann, um den Strombedarf deines Haushalts zu decken. Dazu ist eine entsprechend große nutzbare Fläche zur Montage der benötigten Anzahl an Modulen erforderlich.

Eine andere Möglichkeit, deine Photovoltaikanlage in die Gewinnzone zu bringen, ist die Verringerung der Anschaffungskosten. Die KfW-Bank stellt fĂĽr Kauf und Installation von PV-Anlagen zinsgĂĽnstige Kredite bereit, deren Laufzeiten individuell vereinbart werden. Bei längeren Laufzeiten verringern sich mit der KfW-Förderung die monatlichen RĂĽckzahlungsraten. GĂĽnstigere Zinskonditionen wirken in die gleiche Richtung.

 

Angabe der Kosten pro m²: Lohnt sich diese Kennzahl?

Die Angabe dieser Kennzahl ist bei Photovoltaikanlagen eher selten. Für dich als Interessenten für eine solche Investition hat sie wenig Aussagekraft. Sie ist eher ein Hilfsmittel für den Solarteur, um dir bei einer Anfrage schnell und ohne große Kalkulation einen Orientierungspreis präsentieren zu können. Du nennst dem Handwerker die für die Module verfügbare Fläche und er nennt dir seinen Preis für die Anlagen.

Das ersetzt natĂĽrlich keine Vor-Ort-Besichtigung und keine professionelle Kalkulation der Anschaffungskosten fĂĽr PV-Anlagen. Und vor allem lässt die Kennzahl keinerlei RĂĽckschlĂĽsse auf die Leistung der Anlage und den Amortisierungszeitraum zu. In der Praxis wirst du im Zusammenhang mit Photovoltaik selten auf die Angabe Kosten pro m² stoĂźen.

Interessant könnten die Kosten pro m² für dich dennoch sein, zum Beispiel wenn du mehrere Anlagen auf verschieden großen Flächen errichten möchtest. Auch beim Vergleich der Preise verschiedener Anbieter kann dir die Kennzahl helfen, das günstigste Unternehmen zu finden. In jedem Fall ist dann aber noch eine detaillierte Kalkulation und eine Kosten-Nutzen-Rechnung notwendig, um eine fundierte Entscheidung für oder gegen die Investition einer PV-Anlage zu treffen.

Obwohl die Kennzahl im Zusammenhang mit Photovoltaik eher unĂĽblich ist, hier eine Orientierung fĂĽr dich. Bei der Verwendung marktĂĽblicher Module im mittleren Preissegment liegen die Kosten pro m² zwischen 220 Euro und 250 Euro (höherwertige Module bewirken höhere Kosten). Inbegriffen sind nicht nur die Module, sondern auch Verkabelung, Konsolen, Wechselrichter und die Arbeitskosten.

 

Übersicht: So teilen sich die Kosten pro m² für Photovoltaikanlagen auf

Wir nehmen als Beispiel eine Anlage für ein Einfamilienhaus (4 Personen). Ein 4-Personen-Haushalt hat einen Strombedarf von 4.500 Kilowattstunden pro Jahr. Dazu sind Module mit einer Leistung von insgesamt 5 kWp nötig. Die benötigte Fläche beträgt 30 m². Die kompletten Anschaffungskosten liegen zwischen 7.000 Euro und 9.000 Euro. Damit ergeben sich 233,34 Euro bis 300 Euro pro m².

Die Kosten teilen sich wie folgt auf:

  • PV Module: 500 Euro pro kWp = 2.500 Euro >> 83,34 Euro pro m²
  • Wechselrichter: 250 Euro pro kWp = 1.250 Euro >> 41,67 Euro pro m²
  • Kabel: 500 Euro >> 16,67 Euro pro m²
  • Montagesystem: 250 Euro pro kWp = 1.250 Euro >> 41,67 Euro pro m²
  • Montage: 250 Euro pro kWp = 1.250 Euro >> 41,67 EUR pro m²
  • Einspeisung: 200 EUR >> 6,67 EUR pro m²

Insgesamt entstehen in diesem Rechenbeispiel Kosten in der Höhe von 231,69 Euro pro m². Unsere Rechnung basiert auf ungefähren Mittelwerten, die derzeit auf dem Markt vorherrschen.

 

Kosten-Nutzen-Rechnung auf Basis der Kosten pro m²

Wir gehen von der oberen Grenze von 300 Euro Kosten pro m² aus. Die Anlage hat 30 m² Fläche, eine Leistung von 5 kWp und liefert 4.500 Kilowattstunden pro Jahr. Sie kostet 9.000 Euro inklusive Montage.

Mit einer solchen Anlage ohne Stromspeicher ist ein Eigenverbrauch des produzierten Solarstroms von 30 Prozent möglich. Das entspricht 1.350 Kilowattstunden pro Jahr. Diese mit Photovoltaik erzeugte Strommenge musst du nicht vom öffentlichen Versorger einkaufen. Bei dem zuletzt gĂĽltigen Preis von 0,30 Euro pro Kilowattstunde sparst du 405 Euro pro Jahr.

70 Prozent des erzeugten Solarstroms musst du in das öffentliche Netz einspeisen. Das sind 3.150 Kilowattstunden pro Jahr. Die Photovoltaik-EinspeisevergĂĽtung beträgt 6,53 Cent pro Kilowattstunde bzw. 0,0653 Euro. Daraus ergibt sich eine Einnahme von 205,70 Euro pro Jahr.

Aus der Einsparung in Höhe von 405 Euro und der Vergütung in Höhe von 205,70 Euro ergibt sich eine Jahreseinnahme von 610,70 Euro. Als laufende Kosten pro Jahr hatten wir ein bis zwei Prozent der Anschaffungskosten angenommen. Das wären in unserem Beispiel 90 bis 180 Euro. Nehmen wir die Mitte von 135 Euro. Diese Kosten ziehen wir von den Einnahmen ab und kommen auf einen Jahresgewinn von 475,70 Euro.

Diesen Jahresgewinn können wir zur Tilgung der Anschaffungskosten von 9.000 Euro verwenden. Zur Vereinfachung vernachlässigen wir die Zinsen. Wenn wir jedes Jahr unsere 475,70 Euro zur Zurückzahlung einsetzen, ist die Anschaffungssumme nach knapp 19 Jahren getilgt.

Das klingt jetzt vielleicht nicht besonders eindrucksvoll. Aber du musst bedenken, dass du sowohl Tilgung als auch jährliche Kosten aus den Erträgen der Anlage bezahlst. Das heißt, du hast die Anlage praktisch umsonst. Photovoltaikanlagen haben eine Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren. Damit hast du nach der Tilgung immer noch einige Jahre, in denen deine PV reinen Gewinn einfährt.

Außerdem haben wir die Obergrenze der Anschaffungskosten für die Rechnung verwendet. Wenn wir von der Untergrenze von 7.000 Euro Investitionssumme ausgehen, sind die Anschaffungskosten schon nach weniger als 15 Jahren getilgt. Du musst auch bedenken, dass dir die Höhe der Einspeisevergütung 20 Jahre lang garantiert ist. Wohingegen die Preise pro Kilowattstunde beim Energieversorger steigen. Damit steigt auch deine Einsparung für den nicht eingekauften Strom. Die Wirtschaftlichkeit deiner Anlage verbessert sich also mit den steigenden Kosten der Stromversorger.

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