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Photovoltaik auf dem Terrassendach

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

18.02.2022

Letztes Update

18.02.2022

Solarmodule für Photovoltaik kannst du nicht nur auf dem Hausdach, sondern auch auf dem Terrassendach installieren. Wir zeigen dir, ob eine Solarterrasse für dich in Frage kommt.

Inhaltsverzeichnis

Die Solarterrasse als smarte Alternative zu Modulen auf dem Hausdach

Mit einer Photovoltaikanlage erzeugst du deinen Strom selbst und bist damit unabhängig von Stromanbietern. Die erzeugte elektrische Energie kannst du für verschiedene Dinge des Alltags nutzen, zum Beispiel für den Elektrogrill, Küchengeräte, die Beleuchtung, Musikanlagen, die Wallbox oder das Elektroauto.

Oft befinden sich die entsprechenden Solarmodule auf dem Hausdach. Wenn eine Installation auf dem Dach nicht möglich oder lukrativ ist, bietet sich auch eine Terrassenüberdachung mit Photovoltaik an. Das Solarterrassendach schützt dich nicht nur vor Regen und Sonne, sondern produziert gleichzeitig kostenlos und umweltfreundlich Strom.

Bauliche Voraussetzungen

Bevor du dich für eine Solarterrasse entscheidest, solltest du einige Voraussetzungen beachten:

Sonneneinstrahlung

Die Sonneneinstrahlung spielt für den Ertrag und Gewinn der Photovoltaikanlage eine wesentliche Rolle. Insgesamt musst du auf der Terrasse mit weniger Sonnenstunden bzw. direkter Sonneneinstrahlung rechnen als bei einer Solaranlage auf dem Hausdach. Hier sind Schatten und ungünstige Einstrahlungswinkel schwieriger zu vermeiden.

Ausrichtung und Neigung

Eine Solaranlage arbeitet nur dann effizient, wenn die Ausrichtung zur Sonne stimmt. Bei einer optimalen Ausrichtung von Photovoltaik zeigen die Module nach Süden, da hier die Sonneneinstrahlung am höchsten ist. Ebenso kann eine Ausrichtung nach Osten oder Westen für gute Erträge sorgen – allerdings mit Abweichungen von bis zu 30 Prozent.

Der Winkel der Solarmodule wirkt sich ebenfalls auf die Wirtschaftlichkeit aus. Flach montierte Module haben in der Regel einen geringeren Stromertrag als Module mit einem Neigungswinkel. Da Terrassendächer meist flach sind, empfiehlt sich zumindest ein kleiner Winkel von zum Beispiel 5 Grad.

Verschattung

Verschattungen führen oft zu Mindererträgen. Daher solltest du bei der Planung darauf achten, dass beispielsweise keine Bäume oder anderen Gebäude Schatten auf die Überdachung werfen.

Wirkungsgrad der Solarmodule

Der Wirkungsgrad von Solarmodulen variiert je nach deren Beschaffenheit. Ein ausschlaggebender Faktor ist die Lichtdurchlässigkeit. Lichtundurchlässige Solarmodule erzeugen im Gegensatz zu lichtdurchlässigen Modulen aus Solarglas höhere Erträge.

Welche Solarmodule eignen sich für ein Terrassendach?

Die Photovoltaikmodule sind das Herzstück einer Solarterrasse. Du hast die Wahl zwischen dunkelblauen Solarmodulen, Glas-Glas-Modulen (sogenanntes Solarglas) sowie Glas-Folien-Modulen:

Dunkelblaue Solarmodule

Die standardisierten dunkelblauen Solarmodule kannst du nicht nur auf dem Hausdach, sondern auch auf einem Terrassendach montieren. Dunkelblaue Solarmodule sind hier sogar besonders praktisch, da sie lichtundurchlässig sind und dich so vor der Sonne schützen.

Glas-Glas-Module

Im Gegensatz zu den dunkelblauen Photovoltaikmodulen bieten Glas-Glas-Module für Sonnenliebhaber einen klaren Vorteil: sie sind lichtdurchlässig. Außerdem sind sie sehr robust und langlebig. Da Glas recht schwer ist, solltest du darauf achten, dass dein Terrassendach stabil genug ist.

Glas-Folien-Module

Alternativ kannst du Glas-Folien-Module verwenden. Sie besitzen eine milchige Folie auf der Rückseite, wodurch sie etwas Licht durchlassen. Im Vergleich zu Glas-Glas-Modulen halten sie aber nicht so lange und haben einen etwas geringeren Ertrag.

Brauche ich eine Baugenehmigung für die Solarterrasse?

Eine Baugenehmigung kann sowohl für das Terrassendach als auch für die Photovoltaikanlage erforderlich sein. Bei einer Terrassenüberdachung handelt es sich um ein sogenanntes Außendach. Ob du hierfür eine Baugenehmigung einholen musst, hängt unter anderem von der Größe und den Regelungen in deinem Bundesland ab.

In der Regel ist keine gesonderte Baugenehmigung für eine Photovoltaikanlage erforderlich, dennoch gibt es ein paar Ausnahmen. Dein örtliches Bauamt kann dir genau sagen, ob und welche Vorschriften für deine Photovoltaikanlage gelten. Beispielsweise kann der Denkmalschutz ein Hindernis sein oder besondere Auflagen mit sich bringen. Ebenso ist der Abstand zu Nachbarn einzuhalten.

Übrigens: Auch mit einer kleinen Photovoltaikanlage auf dem Terrassendach bist du beim jeweiligen Netzbetreiber meldepflichtig.

Nützliche Tipps für Photovoltaik auf dem Terrassendach

Wir geben dir Tipps an die Hand, mit denen du aus deiner Photovoltaikanlage das Beste herausholst.

Photovoltaik-Speicher nutzen

Für Strom, den du nicht sofort selbst verbrauchst, bietet sich der Einbau eines Photovoltaik-Speichers an. Ein solcher Batteriespeicher erhöht allerdings die Investitionskosten und verlängert die Amortisierungszeit. Nutzt du das Solardach in Kombination mit einer Wallbox und einem Elektroauto, kann das Fahrzeug ebenfalls als Solarspeicher dienen.

Die Anlage vor Regen schützen

Schütze deine Photovoltaikanlage vor Regen. Durch Wasseransammlungen kann es zu Störungen kommen und das Material deines Terrassendachs beschädigen. Es bietet sich an, eine Regenrinne und ein Fallrohr an das Terrassendach anzubringen. Im Idealfall sammelst du das Regenwasser in einer Regentonne.

Experten beauftragen

Für die Montage solltest du eine Fachfirma beauftragen. Hobbyhandwerker können sich Bausätze für die Selbstmontage kaufen.

Solarmodule reinigen

In manchen Fällen kann ein höherer Reinigungsaufwand entstehen. Flache Terrassendächer neigen eher zur Verschmutzung als ein Hausdach. Es gibt spezielle Reinigungsgeräte für Photovoltaik, die du aber vorsichtig anwenden solltest, um deine Photovoltaikanlage nicht zu beschädigen.

Kosten für ein Solarterrassendach

Zu den Kosten für die eigentliche Solaranlage kommt bei der Terrassenüberdachung die Grundkonstruktion hinzu. Es hängt von der Betrachtungsweise ab, ob dies die Kosten erhöht oder verringert. Planst du ohnehin den Bau einer Überdachung, bleibt der Aufwand für die Grundkonstruktion in etwa gleich.

Die Mehrkosten entstehen dann nur durch die Anschaffung der Solarmodule und die elektrischen Installationen. Große Preisunterschiede gibt es bei der Materialauswahl. Stahl, Aluminium oder Holz sind gängige Materialien für die Konstruktion einer Terrassenüberdachung mit Photovoltaik. Je größer die Anlage, desto wichtiger ist die sorgfältige Planung und Berechnung der Statik durch einen Experten.

Hinzu kommen die üblichen Montagekosten. Der elektrische Anschluss ans Stromnetz muss grundsätzlich durch einen Elektrotechniker erfolgen. Andere Arbeiten kannst du bei entsprechenden Kenntnissen auch selbst durchführen. Laufende Kosten ergeben sich vor allem durch die regelmäßige Reinigung der Solarmodule.

Beispiel-Kostenübersicht

Mit dieser beispielhaften Übersicht (Konstruktion 4,5 × 3,0 Meter, ohne Photovoltaik-Speicher) kannst du ungefähr abschätzen, welche Kosten bei einer Terrassenüberdachung mit Photovoltaik auf dich zukommen:

Terrassenüberdachung

  • mit Aluminium-Konstruktion
  • mit Holz-Konstruktion (inklusive Imprägnierung)

ca. 4.000 Euro

ca. 2.000 Euro

Montage des Terrassendachs

ca. 2.500 Euro

Solarmodule mit ca. 2 Kilowatt Peak Leistung (inklusive Wechselrichter)

ca. 4.500 Euro

Regenrinnen

ca. 500 Euro

Bauzeichnungen, Statikberechnung und ggf. Bauantrag

ca. 500 Euro

Gesamtkosten

12.000 - 14.000 Euro

Willst du zusätzlich einen Photovoltaik-Speicher installieren, kommen weitere Kosten hinzu, die von der Größe und dem Aufwand der Installation abhängen.

Gibt es eine Förderung?

Im Gegensatz zur Photovoltaikanlage auf dem Hausdach, ist Photovoltaik auf dem Terrassendach in der Regel nicht förderfähig. Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sind folgende Voraussetzungen für eine Förderung notwendig:

  • Die Photovoltaikanlage muss auf einem Gebäude oder einer baulichen Anlage angebracht sein.
  • Das Gebäude oder die bauliche Anlage darf nicht ausschließlich zu Zwecken der Stromerzeugung errichtet sein – der Schutz von Menschen, Tieren oder Gegenständen muss im Vordergrund stehen.

Da ein Terrassendach mit Photovoltaik vorrangig der Stromerzeugung und nur nebenbei der Verschattung dient, erfüllt es nicht die Anforderungen des EEG. Handelt es sich bei dem Dach um eine Weiterführung des Gebäude- oder Anlagedachs, ist eine Förderung möglich.

Eine weitere Ausnahme gilt, wenn du das Solardach im Rahmen einer energetischen Sanierung errichtest. Hier vergibt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zinsgünstige Förderungen für Photovoltaik. Hinzu kommen Mittel zur Förderung der Elektromobilität, wenn du Photovoltaik auf dem Terrassendach mit einer Wallbox zum Aufladen eines Elektrofahrzeugs kombinierst.

Vor- und Nachteile von Photovoltaik auf dem Terrassendach

Wir zeigen dir die wichtigsten Vor- und Nachteile einer Terrassenüberdachung mit Photovoltaik:

Vorteile

Nachteile

  • erzeugt umweltfreundlich Strom
  • Stromkosten lassen sich reduzieren
  • bei ausreichender Fläche und gutem Ertrag rentiert sich die Investition über die Jahre
  • Beitrag zur Energiewende
  • ist mit einer Wallbox zum Aufladen eines Elektroautos kombinierbar
  • Terrasse bietet zusätzlich Schutz vor Witterungseinflüssen
  • hohe Investitionskosten
  • erheblicher Planungsaufwand
  • selten förderfähig
  • eventuell ist eine Baugenehmigung erforderlich
  • weniger Ertrag als bei einer Installation auf dem Hausdach
  • mögliche Verschattung oder Verdunkelung der Terrasse
  • hoher Reinigungsaufwand

Solare Stromerzeugung mit Wohlfühleffekt

Draußen einen Kaffee in der Sonne genießen, während das Terrassendach Strom für die Kaffeemaschine und andere Geräte im Haus produziert: Eine Terrassenüberdachung mit Photovoltaik macht es möglich.

Wenn du eine Solarterrasse bei dir nicht realisieren kannst, gibt es Alternativen. So kannst du Photovoltaik beispielsweise auch auf einem Garagendach, Carport oder an der Fassade montieren. Ebenso gibt es flexible Mini-Photovoltaikanlagen.

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