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Photovoltaik im Saarland | Kosten & Förderungen

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

17.03.2022

Letztes Update

17.03.2022

Welche Bedeutung hat die Photovoltaik im Saarland?

Nach der Bundestagswahl steht fest: Photovoltaik soll mehr gefördert werden, damit immer mehr Deutsche nachhaltigen Solarstrom nutzen können. Du wohnst im Saarland? Hier erfährst du, wie es in deinem Bundesland aussieht und was du beachten musst.

Inhalt des Blogartikels

Photovoltaik Saarland: kleines Land mit viel Sonne

Das Saarland ist das kleinste der deutschen Flächenländer. Gerade einmal 983.991 Menschen leben hier auf einer Gesamtfläche von 2.571 Quadratkilometern. Im Süden grenzt es an das französische Grand Est, nach Westen an Luxemburg sowie im Norden und Osten an Rheinland-Pfalz. Mischwald bedeckt rund ein Drittel der Fläche. Damit hat das Saarland neben Hessen und Baden-Württemberg die prozentual größte Waldfläche Deutschlands. Das Saarland zählt mit zu den warmen deutschen Regionen. Laut Statista lag die durchschnittliche Sonnenscheindauer im August 2021 bei 170 Stunden. Im vieljährigen Mittel liegt sie jedoch bei 202 Sonnenstunden. In Saarbrücken beträgt die Globalstrahlung beispielsweise im Schnitt 1.174 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Beste Voraussetzungen also für erneuerbaren Strom aus einer Photovoltaik-Anlage im Saarland.

307.193 Wohngebäude gab es im Saarland im Jahr 2020. Die Baugenehmigungen im Jahr 2021 betrugen im Bereich Wohngebäude einschließlich Juli 579 Gebäude. 2020 waren es insgesamt 1009. Das zeigt, dass trotz bester Voraussetzungen das Potenzial für PV-Anlagen im Saarland im Vergleich zu den anderen Bundesländern doch relativ gering ist.

 

Entwicklung der Photovoltaik im Saarland

Im Endbericht „Energiefahrplan 2030 - Bereich Erneuerbare Energien“ Saarland, der im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr des Saarlandes erarbeitet und 2021 aktualisiert wurde, kannst du nachlesen, wie es um die Photovoltaik in diesem Bundesland bestellt ist. Wurden 2009 im Saarland 2.734 und 2011 sogar 3.701 neue PV-Anlagen installiert, folgte bereits ab dem Jahr 2015 der große Einbruch. Seitdem verharrt der Photovoltaikzubau auf einem Niveau von 540 bis 760 Neuanlagen pro Jahr. Während seit 2018 bundesweit die Zubauraten wieder deutlich zulegen, bleibt das Saarland von dieser Entwicklung völlig unberührt. Seit 2017 hat sich bundesweit die jährliche Zubaurate mehr als verdoppelt. Im Saarland hingegen ist sie um fast die Hälfte zurückgegangen.

Von besonderer Bedeutung bei der solaren Stromerzeugung sind vor allem große Freiflächenanlagen mit einer Leistung von mehr als 100 Kilowatt peak. Wobei 2012 das stärkste Jahr mit einem Zubau von 92 Megawatt peak gewesen ist. 13 PV-Freiflächenanlagen mit einer Leistung über 1.000 Kilowatt peak und einer Gesamtkapazität von 40 Megawatt haben dazu beigetragen. Doch auch bei den PV-Freiflächenanlagen geht der Zubau seit dem Jahr 2014 deutlich zurück.

Der Ausbau der Photovoltaik im Saarland stagniert seitdem sowohl bei Dachanlagen als auch bei Freiflächenanlagen auf niedrigem Niveau. Laut Endbericht gibt es im Saarland rund 22 Millionen Quadratmeter Dachfläche bzw. ein Potenzial von ca. 2.850 Gigawattstunden pro Jahr, die für die solare Stromerzeugung genutzt werden könnten. Mitte November 2019 waren jedoch lediglich 352 Megawatt peak Photovoltaikleistung auf saarländischen Dächern installiert. Das bedeutet, dass nur 2,5 Prozent aller geeigneten Dachflächen bislang für eine umweltschonende und klimafreundliche Stromerzeugung genutzt werden. Grundsätzlich hat sich daran bislang nichts geändert. Der Ertrag dieser Anlagen wird auf 284 Gigawattstunden pro Jahr geschätzt. 2021 hat der Photovoltaikzubau etwas zugelegt. So wurden in der Zeit von Januar bis August 1.195 Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 61,6 Megawatt peak neu installiert.

Die Zukunft des Solarstroms im Saarland

Die saarländische Wirtschafts- und Energieministerin Anke Rehlinger (SPD) hat am 07. September 2021 einen Energiefahrplan vorgestellt. So soll der Anteil des Bedarfs an Strom aus erneuerbaren Energien bis 2030 von 20 auf 40 Prozent verdoppelt werden. Bei den im Energiefahrplan genannten Maßnahmen handelt es sich bislang jedoch nur um Empfehlungen, verpflichtend sind sie nicht. Vor allem Windkraft und Sonnenenergie sollen zum Ausbauziel einen Beitrag leisten. So wolle man für den Bau von privaten Photovoltaikanlagen werben und diese fördern, beispielsweise durch die Förderung von privaten Stromspeichern. Einen Installationszwang bei Neubauten soll es bis auf Weiteres aber nicht geben. Ob tatsächlich finanzielle Mittel bereitgestellt werden, ist noch offen.

 

Gibt es Photovoltaikförderung im Saarland?

Es gab eine Förderung für die Installation und Nutzung von stationären Stromspeichern, wenn diese eine Speicherkapazität zwischen drei und 30 Kilowattstunden hatten. Die entsprechende Richtlinie sollte am 15. Oktober 2020 enden. Bedingt durch die große Nachfrage war allerdings bereits zum 05. November 2019 das Förderprogramm ausgelaufen. Aktuell gibt es im Saarland keine Förderung für Photovoltaik-Anlagen und/oder Stromspeicher. Eventuell bietet deine Stadt oder Kommune Förderung an. Nachfragen schadet nicht. Wende dich dazu an die zuständige Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Sollte es auch dort keine Förderung geben, bleiben nur noch die Förderprogramme des Bundes.

Grundsätzlich werden hier Photovoltaikanlagen über die Einspeisevergütung des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert. Im Oktober 2021 beträgt diese für neu installierte Photovoltaikanlagen bis 10 Kilowatt peak 7,54 Cent pro Kilowattstunde. Über das Förderprogramm „Erneuerbare Energien – Standard 270“ der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) kannst du einen günstigen Kredit erhalten. Den Antrag auf KfW-Förderung musst du bei deiner Hausbank einreichen bevor du eine Investition getätigt hast. Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gibt es zwar keine direkte Förderung für Photovoltaikanlagen im Neubau, weil aber alle Möglichkeiten zur Steigerung der Energieeffizienz berücksichtigt werden, kannst du beim Bau eines KfW-Effizienzhauses auch deine Photovoltaikanlage bei der Ermittlung der Zuschusshöhe einbeziehen.

 

Photovoltaik Saarland: Erleichterung für den Bau auf Agrarflächen

Am 2. März 2021 hat der Ministerrat des Saarlandes die Änderungsverordnung zu „Photovoltaik auf Agrarflächen“ verabschiedet. Auf diese Weise will es die Landesregierung leichter machen, Photovoltaik-Freiflächenanlagen auf landwirtschaftlich benachteiligten Gebieten zu installieren. Die Verordnung ist als Grundpfeiler des bereits erwähnten Energiefahrplans 2030 gedacht, der allerdings noch innerhalb der Landesregierung abgestimmt werden muss. Die saarländische Landesregierung hat das bereits vergebene 100 Megawatt peak Kontingent auf 350 Megawatt peak angehoben. Ausschreibungsangebote können bis Ende 2025 bei der Bundesnetzagentur eingebracht werden. Die Agrarfläche, die dem Bau von Freiflächenanlagen entgegensteht, wurde von 8.300 Hektar auf 7.470 Hektar reduziert, weil Photovoltaik-Freiflächenanlagen eigentlich nicht überall gebaut werden dürfen und der Arten-, Umwelt- und Landschaftsschutz zu beachten sind. Die aktuell ausgewiesenen landwirtschaftlichen Flächen sind beispielsweise nur schwach ertragsfähig.

 

Gibt es gesetzliche Vorschriften für Photovoltaik im Saarland?

Freiflächenanlagen und Solarparks sind immer genehmigungspflichtig. Photovoltaikanlagen von Privatpersonen auf dem Dach oder an der Fassade hingegen sind grundsätzlich genehmigungsfrei. Als Bauherr übernimmst du jedoch die Verantwortung darüber, dass die Bestimmungen der im Saarland geltenden Bauordnung beziehungsweise Landesbauordnung, eventuelle Vorgaben durch Baunormen und kommunale Vorschriften eingehalten werden. Laut saarländischer Bauordnung gilt:

  • Genehmigungsfrei sind Photovoltaikanlagen die in, an und auf Dach- oder Außenwandflächen montiert werden.
  • Genehmigungspflichtig sind gebäudeunabhängige Solaranlagen deren Höhe 3 Meter und deren Gesamtlänge 12 Meter überschreiten.

Sollten Form, Größe, Standort oder Beschaffenheit der Photovoltaikanlage nicht den baurechtlichen Normen entsprechen, kann es sein, dass du trotzdem eine Genehmigung einholen musst, um eine Sondergenehmigung zu bekommen. Das kann dann der Fall sein, wenn folgende Umstände gegeben sind:

  • Gebäude mit Denkmalschutz
  • Gebäude neben denkmalgeschützten Gebäuden
  • Ensembleschutz bestimmter Bereiche
  • Stadt- und Ortsteile für die spezielle Gestaltungssatzungen oder Bebauungsplanvorgaben gelten
  • Große Photovoltaikanlagen auf Mehrfamilienhäusern oder Nichtwohngebäuden
  • Photovoltaikanlagen auf oder an öffentlichen Gebäuden
  • Aus der Gebäudehülle herausragende Photovoltaik-Fassadenanlagen

Um sicherzugehen, informiere durch auf der Webseite des zuständigen Bauamts oder besser noch, rufe an, so hast du gleich einen persönlichen Ansprechpartner für eventuelle Fragen und bekommst alle wichtigen Informationen direkt aus erster Hand.

 

Lohnt sich Photovoltaik im Saarland?

Mit Blick auf die steigenden Strompreise und die guten Sonnenverhältnisse im Saarland lohnt sich die Investition in eine Solaranlage mit einem großen Eigenverbrauchsanteil in jedem Fall. Zudem leistest du einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und hilfst so mit, dass die nachfolgenden Generationen noch eine reelle Chance haben, in einem lebenswerten Umfeld zu leben.

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