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Photovoltaik-Rendite: Höhe, Einflussfaktoren, Tipps

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

12.09.2022

Letztes Update

12.09.2022

Die Photovoltaikanlage ist eine Investition in eine nachhaltige Zukunft. Wir zeigen, welche Rendite Photovoltaik erwirtschaftet und ob sich die Investition auch finanziell lohnt.

Inhalt des Blogartikels

Darum sollten Sie die Rendite Ihrer Photovoltaikanlage kennen

Die Rendite einer Investition ist der Ertrag beziehungsweise Gewinn, den du aus der Investition erlöst. Bei einer Photovoltaikanlage investierst du eine bestimmte Summe für den Kauf, die Installation und Inbetriebnahme.

Im Betrieb bietet Photovoltaik (PV) zwei Ertragsquellen. Gewöhnlich verbrauchst du als Privatnutzer einen Teil des erzeugten Solarstroms selbst. Der Photovoltaik-Eigenverbrauch erspart dir zum Teil den Stromeinkauf beim öffentlichen Versorger. Den nicht selbst verbrauchten Strom speist du in das öffentliche Netz ein und erhältst dafür eine Einspeisevergütung pro Kilowattstunde (kWh) vom Netzbetreiber. Diese beiden Posten stellen die Rendite der Photovoltaikanlage dar.

Die Rendite ist ein Indikator dafür, ob sich die Investition lohnt. Das ist der Fall, wenn die jährliche Rendite mindestens die Anlagenabschreibung und die laufenden Betriebskosten deckt.

 

So hoch ist die Rendite von Photovoltaik

Natürlich ist die Rendite von verschiedenen Faktoren abhängig und unterscheidet sich daher von Anlage zu Anlage. In der Regel liegt sie bei etwa 5 Prozent pro Jahr (über 20 Jahre). Das bedeutet, dass die jährliche Rendite 5 Prozent der ursprünglichen Investitionssumme entspricht.

Wenn die installierte Leistung beispielsweise 7 Kilowatt Peak (kWp) entspricht und der Eigenverbrauch etwa 35 Prozent umfasst, hast du ohne Stromspeicher eine jährliche Rendite von 2,73 Prozent. Mit Stromspeicher und einem Eigenverbrauch von rund 80 Prozent sind es sogar 6 Prozent jährliche Rendite.

Beträgt die installierte Leistung 10 Kilowatt Peak und der Eigenverbrauch 35 Prozent, kannst du ohne Stromspeicher mit einer jährlichen Rendite in Höhe von 4,65 Prozent rechnen. Verfügst du über einen Stromspeicher und nutzt den Solarstrom zu 80 Prozent selbst, erhöht sich die Rendite auf 8,54 Prozent im Jahr.

Die Beispielrechnungen gelten für Dachanlagen, bei denen du einen Teil des erzeugten Solarstroms selbst verbrauchst. Anders sieht das bei Photovoltaik-Freiflächenanlagen aus. Sie dienen der reinen Stromerzeugung und erwirtschaften Erträge durch die Einspeisung in das Netz. Kosteneinsparungen durch nicht bezogenen Netzstrom entfallen, weil kein Eigenverbrauch von Solarstrom stattfindet. Dabei handelt es sich also um eine Volleinspeisung.

Freiflächenanlagen sind nicht an Platzverhältnisse auf einem Dach gebunden und lassen sich optimal zur Sonne ausrichten. Sie erzielen bis zu 30 Prozent höhere Erträge als eine vergleichbare Dachanlage. Durch die Größen dieser Anlagen sind auch die Anschaffungskosten pro installiertem kWp geringer. Das erhöht die Rendite von Photovoltaik-Freiflächenanlagen.

Als Betreiber einer Anlage mit weniger als 100 kWp kannst du deinen Strom gegen eine Einspeisevergütung pro Kilowattstunde direkt in das Netz einspeisen. Ist die Anlage größer, musst du einen Direktvermarkter einschalten, der deinen Strom an der Strombörse verkauft. Neben dem Verkaufserlös abzüglich Provision des Direktvermarkters bekommst du noch eine sogenannte Marktprämie, die über ein Ausschreibungsverfahren zu deiner Anlage ermittelt wird.

 

Die Rendite von Photovoltaik berechnen

Vor der endgültigen Entscheidung für oder gegen deine eigene Photovoltaikanlage solltest du eine Renditerechnung durchführen. Dazu kannst du einen erfahrenen Experten wie einen Energieberater beauftragen.

Es gibt inzwischen auch einige Online-Rechner, mit denen du die Photovoltaik-Rendite schnell und einfach selbst berechnen kannst – zum Beispiel den Renditerechner der Stiftung Warentest.

 

Einflussfaktoren auf die Wirtschaftlichkeit der Anlage

Wie hoch die Rendite von Photovoltaik ausfällt, hängt wie bereits erwähnt von zahlreichen Faktoren ab:

Anschaffungskosten der Photovoltaikanlage

Einen sehr großen Einfluss auf die Rendite haben die Anschaffungskosten für die Anlage. Die Rendite in Prozent bezieht sich auf diese. Bei einem Ertrag von 50 Euro jährlich und einer Investition von 1000 Euro ergibt sich beispielsweise eine Rendite von 5 Prozent. Der gleiche Ertrag bei einer Investition von 2000 Euro führt nur noch zu einer Rendite von 2,5 Prozent (50 / 2000 = 0,025 beziehungsweise 2,5% Prozent).

Einsparungen durch den Eigenverbrauch

Einen weiteren Einflussfaktor stellen die eingesparten Stromkosten durch den Eigenverbrauch des erzeugten Solarstroms dar. Je höher die Kosten pro kWh sind, die du bezahlen müsstest, wenn du keinen Solarstrom für deinen Eigenverbrauch zur Verfügung hättest, desto höher sind die Einsparung und Rendite deiner Photovoltaikanlage.

Ertrag von Photovoltaik

Natürlich spielt auch der Ertrag von Photovoltaik eine Rolle. Mit Ertrag ist die Menge an Solarstrom gemeint, die die Anlage erzeugt. Ist der Ertrag geringer als die Strommenge, die du selbst verbrauchst, musst du mehr Strom vom örtlichen Versorger zukaufen. Das schmälert direkt die Rendite der Anlage.

Standort der Anlage

Einen direkten Einfluss auf den Ertrag der Solaranlage und damit auf die Rendite hat der Standort –sowohl geografisch als auch lokal.

Es ist bekannt, dass die Sonneneinstrahlung im Süden Deutschlands intensiver ist als im Norden. Im Süden installierte Solaranlagen liefern daher etwas mehr Ertrag als in Norddeutschland.

Bei Dachanlagen spielt es auch eine Rolle, in welche Himmelsrichtung die genutzte Dachfläche zeigt und in welchem Winkel das Dach geneigt ist. Optimal ist eine Ausrichtung von Photovoltaik nach Süden und eine Dachneigung von 30 bis 36 Grad.

Lebensdauer und Laufzeit

Die Lebensdauer und Laufzeit der Solaranlage beeinflussen die Rendite ebenfalls. Heute kannst du mit einer Lebensdauer von mindestens 20 Jahren rechnen. Sollte die Anlage jedoch vorher einen kapitalen Schaden erleiden, kannst du keinen Strom mehr einspeisen und dafür die Vergütung erhalten. Zudem hast du hohe Kosten, um die Anlage zu erneuern.

Hinzu kommt, dass die Leistung und der Ertrag der Solarmodule mit der Zeit sinkt (Degradation). Die meisten Hersteller geben jedoch eine Leistungsgarantie auf ihre Photovoltaik-Module. Bis zu einem Alter von 10 Jahren werden 90 Prozent Leistung garantiert. Darüber hinaus sind es immerhin noch 80 Prozent. Viele Module generieren sogar nach 40 Jahren noch genügend Solarstrom. Damit hat die Nutzungsdauer der Photovoltaikanlage nur einen minimalen Einfluss auf die Rendite.

Laufende Kosten

Laufende jährliche Kosten vermindern ebenfalls die Rendite. Zu diesen zählen Ausgaben für die Wartung und Reinigung der Photovoltaikanlage. Berücksichtige auch eventuelle Rücklagen für größere Reparaturen und den Betrag für die Versicherung deiner Solaranlage. Im Allgemeinen kannst du mit Betriebskosten in Höhe von 1,5 Prozent der ursprünglichen Investitionssumme rechnen.

Nutzung eines Stromspeichers

Betreibst du die Solaranlage ohne Stromspeicher, kannst du nur etwa 30 Prozent des PV-Stroms selbst verbrauchen. Mit einem Photovoltaik-Speicher steigt der Anteil auf bis zu 80 Prozent. Dadurch sparst du Kosten, weil du viel weniger Strom zukaufen musst. So erhöhst du die Photovoltaik-Rendite.

Steuern bei Erträgen

Schließlich haben auch Steuern einen Einfluss auf die Rendite. Auf die Erträge von Photovoltaik musst du Steuern zahlen. Deshalb ist eine Anmeldung der Photovoltaikanlage beim Finanzamt notwendig. Im Gegenzug kannst du die Investition in die Photovoltaikanlage bei deiner Einkommenssteuer geltend machen. Wenn du Photovoltaik als Gewerbe anmeldest, kannst du dir sogar die Mehrwertsteuer zurückholen (bei den Anschaffungskosten).

Mögliche Einspeisevergütung

Eine große Auswirkung auf die Rendite deiner PV-Anlage hat die Einspeisevergütung. Das ist schließlich die einzige direkte finanzielle Einnahme, die du mit deiner Solaranlage erzielst. Allerdings sind die Vergütungen in den letzten Jahren ständig gesunken. Maßgeblich für die Höhe ist der Monat, in dem die Photovoltaikanlage in Betrieb geht. Für im Juni 2022 fertiggestellte Solaranlagen bis 10 Kilowatt (kW) Leistung gilt beispielsweise eine Einspeisevergütung von 6,34 Cent pro kWh. Die Vergütung wird für einen Zeitraum von 20 Jahren gezahlt.

Mit dieser geringen Einspeisevergütung allein lässt sich keine signifikante Photovoltaik-Rendite erzielen. Deshalb ist es wichtig, dass du den Eigenverbrauch deines Solarstroms erhöhst.

 

Tipps für eine möglichst hohe Photovoltaik-Rendite im Überblick

Mit diesen Tipps sorgst du für eine hohe Rendite oder kannst diese zumindest verbessern:

  • Nutze Stromspeicher, um den erzielbaren Eigenverbrauch zu erhöhen und so wenig wie möglich Strom zukaufen zu müssen.
  • Setze dazu auch auf ein effektives Lastmanagement und intelligente Steuergeräte, welche die Erzeugung und den Verbrauch überwachen.
  • Vergleiche vor der Investition verschiedene Angebote miteinander, um die Anschaffungskosten möglichst gering zu halten, ohne auf Qualität und Ertrag verzichten zu müssen.
  • Wähle einen Standort mit möglichst hohem Stromertrag.

Photovoltaikanlagen lohnen sich vor allem bei hohem Eigenverbrauchsanteil

PV-Anlagen lohnen sich auch finanziell – besonders vor dem Hintergrund steigender Strompreise. Je mehr du deinen Bedarf mit selbst erzeugtem Solarstrom decken kannst, desto mehr Stromkosten sparst du. Das wirkt sich positiv auf die Rendite deiner Photovoltaikanlage aus.

Hinzu kommt, dass die Bundesregierung ein Gesetz vorbereitet, das die Einspeisevergütung erhöht und die monatliche Degression bis Januar 2024 aussetzt. Damit lohnen sich in diesem Zeitraum errichtete PV-Anlagen noch mehr.

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