photovoltaik-nur-fuer-eigenbedarf-header-net4energy

Photovoltaik nur für den Eigenbedarf

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

25.07.2021

Letztes Update

06.12.2021

Ist es sinnvoll, Photovoltaik nur für den Eigenbedarf zu nutzen?

Wenn du Photovoltaik nur für den Eigenbedarf nutzt, wirst du unabhängiger von den steigenden Strompreisen.  Hier erfährst du, wie das geht.

Inhalt des Blogartikels

Was bedeutet Eigenbedarf?

Mit Eigenbedarf bzw. Eigenverbrauch ist umgangssprachlich gemeint, dass du den mit deiner Photovoltaikanlage (PV-Anlage) erzeugten Strom selbst verbrauchst – also nicht in das öffentliche Stromnetz einspeist und somit auch keine Einspeisevergütung erhältst. Netzunabhängige, autarke Photovoltaikanlagen sind auch als Inselanlagen bekannt.

Streng genommen bezieht sich der Eigenbedarf auf den Energieverbrauch interner Anlagen – beispielsweise Pumpen und Gebläse – eines Kraftwerks, der für den laufenden Betrieb benötigt wird.

 

Die Eigenverbrauchsquote und der Autarkiegrad

Die Eigenverbrauchsquote beschreibt den Anteil des selbst genutzten Solarstroms im Verhältnis zur insgesamt produzierten Solarenergie, die du mit deiner Photovoltaikanlage erzeugt hast. Ein hoher Eigenverbrauch zeigt, dass du wenig Solarstrom in das öffentliche Stromnetz einspeisen musst. Wenn du die gesamte Stromproduktion deiner PV-Anlage selbst verbrauchst, kommst du auf eine Eigenverbrauchsquote von 100 Prozent.

Der Autarkiegrad steht für den Anteil des selbst genutzten Solarstroms am gesamten Stromverbrauch, inklusive dem Strom aus dem Netz. Ein Autarkiegrad von 100 Prozent besagt, dass du den kompletten Strombedarf für dein Haus ausschließlich mit deinem selbst erzeugten Solarstrom deckst.

Theoretisch ist das zwar möglich, doch eine solche autarke Photovoltaikanlage wäre unwirtschaftlich und müsste sehr groß ausgelegt sein bzw. über eine entsprechend große Fläche für die Solarmodule verfügen. Das ist in der Regel nicht der Fall. Zudem benötigst du einen Stromspeicher und der muss ebenfalls sehr groß dimensioniert sein.

Allerdings ist mit der Kombination Photovoltaik und Speicher immerhin einen Autarkiegrad von bis zu 80 Prozent möglich.

 

Was ist besser: Eigenverbrauch oder Einspeisung?

Solarstrom, den du selbst mit Photovoltaik auf dem Dach produzierst, ist inzwischen wesentlich günstiger als der Strom des Energieversorgers.  Zudem ist die Einspeisevergütung aktuell mit weniger als 8 Cent pro Kilowattstunde (kWh) so gering, dass sie keinen wirklichen Anreiz bietet, Strom einzuspeisen.

Beziehst du hingegen Strom aus dem Netz, kostet dich die Kilowattstunde im Bundesdurchschnitt rund 32 Cent. Im Gegensatz dazu produzierst du deinen Solarstrom für nur 10 bis 13 Cent pro kWh. Wenn du eine Photovoltaikanlage kaufst, ist es also wirtschaftlich sinnvoll – weil günstiger – auf den Photovoltaik-Eigenverbrauch zu setzen.

Vor allem im Sommer generierst du Überschussstrom. Denke dann an die Umwelt und das Klima und speise ihn trotzdem in das öffentliche Stromnetz ein – auch wenn du dafür kein Entgelt bekommst. Auf diese Weise machst du den Strom aus dem Netz ein bisschen grüner.

Grundsätzlich gilt: Je höher der Eigenverbrauch deines Haushalts ist, desto mehr lohnt sich deine Photovoltaikanlage. Ohne Solarstromspeicher nutzt ein Durchschnittshaushalt 25 bis 35 Prozent des Solarstroms selbst, mit Speicher sind 75 bis 80 Prozent möglich.

 

Wie ist Photovoltaik für den Eigenverbrauch konzipiert?

Das Ziel von PV-Anlagen ohne Einspeisung – sogenannter „Nulleinspeiseanlagen“ – ist es, nur so viel Solarstrom zu produzieren, wie du auch verbrauchen kannst (also möglichst ohne Überschussstrom). Im Idealfall deckst du deinen Eigenbedarf zu 100 Prozent mit der elektrischen Energie, die deine Photovoltaikanlage liefert.

Zur Sicherheit ist die „Nulleinspeiseanlage“ trotzdem an das öffentliche Stromnetz angeschlossen, damit du Strom aus dem Netz beziehen kannst, wenn die Eigenproduktion einmal nicht ausreichen sollte. Das ist auch relevant, wenn der seltene Fall eintritt, dass ein Defekt die komplette Photovoltaikanlage inklusive Solarstromspeicher lahmlegt. Du solltest die PV-Anlage exakt planen und entsprechend dem individuellen Eigenbedarf dimensionieren lassen. Ein Solarspeicher ist hier natürlich ein Muss.

Ein großer Vorteil einer Solaranlage für den Eigenbedarf ist, dass du kein Gewerbe für die Photovoltaikanlage anmelden musst und dir das aufwendige und teilweise recht komplizierte Anmelde- und Abrechnungs-Prozedere erspart bleibt. Lediglich die Online-Registrierung im Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur ist innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme zwingend erforderlich. Das betrifft auch den Batteriespeicher für Photovoltaik. Die Registrierung ist aber schnell und einfach erledigt.

Übrigens: Wenn deine Anlage dennoch ab und an überschüssigen Strom produziert, erklären sich die meisten Energieversorger dazu bereit, diesen unentgeltlich aufzunehmen. Du bekommst dann allerdings keine Einspeisevergütung.

 

Worauf sollte ich achten?

Wenn du dein Einfamilienhaus das ganze Jahr über ohne Stromanschluss und unabhängig mit Solarstrom versorgen möchtest, ist das schon eine Herausforderung. Das ist eigentlich nur für Ferienhäuser oder bewirtschaftete Berghütten realisierbar, wobei Letztere meist über ein Notstromaggregat verfügen.

Besonders wichtig ist auch hier eine korrekte Berechnung, da nicht nur die zuverlässige Energieversorgung jederzeit gewährleistet sein muss, sondern auch ein wirtschaftlicher Betrieb der Photovoltaik-Inselanlage. Darüber hinaus solltest du beachten, wann du den meisten Solarstrom benötigst. Wenn du die Solaranlage für die Wintermonate optimierst, hast du das Problem, dass sie im Sommer überdimensioniert sein kann.

Falls du unbedingt mit einer Inselanlage deinen Energiebedarf decken möchtest und dieser entsprechend groß ist, solltest du deine Photovoltaikanlage beispielsweise mit einem kleinen Blockheizkraftwerk kombinieren. Das produziert besonders im Winter reichlich Strom und Wärme.

 

So kannst du den Eigenverbrauch optimieren

Mit folgenden Tipps kannst du mehr von dem Strom, den deine Photovoltaikanlage erzeugt, selbst nutzen, also deinen Eigenverbrauch erhöhen:

  • Senke generell deinen Stromverbrauch
  • Ersetze alte Elektrogeräte durch neue, effiziente Modelle
  • Stelle die Beleuchtung komplett auf LED um
  • Nehme Standby-Geräte über schaltbare Steckdosen vom Netz
  • Lasse stromintensive Haushaltsgeräte wie die Waschmaschine, den Wäschetrockner oder Geschirrspüler zeitgesteuert tagsüber laufen, wenn das Sonnenangebot besonders groß ist
  • Nutze einen Elektro-Heizstab zur Unterstützung der Warmwasserbereitung
  • Binde eine Wärmepumpe zum Heizen und die Warmwasserbereitung ein
  • Lade Elektroautos, Pedelecs und E-Bikes tagsüber
  • Nutze ein Energiemanagementsystem zur zeitlich abgestimmten Versorgung der einzelnen Verbraucher

Wie sinnvoll ist also Photovoltaik nur für den Eigenbedarf?

Eine hauptsächlich für den Eigenverbrauch ausgelegte Solaranlage ist heute die wirtschaftlichste Lösung. Verzichtest du dann noch auf die Einspeisevergütung, musst du auch kein Gewerbe anmelden oder deine Erträge jedes Jahr beim Finanzamt angeben. Du kannst ganz locker und entspannt deine Solarerträge genießen und dabei Umwelt und Klima schonen.

photovoltaik-nur-fuer-eigenbedarf-photovoltaik-e-book-guide-net4energy
Du möchtest mehr über die Photovoltaik erfahren? Lade dir jetzt unseren Essential Guide herunter!
Jetzt downloaden