photovoltaik-neuheiten-2021-header-net4energy

Photovoltaik: Die Neuheiten aus 2021

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

25.11.2021

Letztes Update

06.12.2021

Photovoltaik 2021: Infos und Tipps zu allen Neuheiten

Seit Januar ist das novellierte EEG 2021 in Kraft. Welche Änderungen sich damit für den Solarstrom-Eigenverbrauch, die Messtechnik und Altanlagen ergeben, erfährst du in unseren Photovoltaik-Neuerungen 2021.

Inhalt des Blogartikels

Welche Photovoltaik-Neuheiten sind seit 2021 in Kraft?

Im Jahr 2000 hat die Bundesregierung das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eingeführt, um Strom aus erneuerbaren Energien finanziell zu fördern. 5 Anpassungen wurden seitdem am EEG vorgenommen. Das EEG gilt als zentrales Steuerungsinstrument für den Ausbau erneuerbarer Energien. Mit dem Gesetz will der Staat die Energieversorgung umbauen. Bis zum Jahr 2025 soll der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung 40 bis 45 Prozent betragen und bis zum Jahr 2030 mindestens 65 Prozent. Mit Blick auf den Klima- und Umweltschutz soll eine nachhaltige Energieversorgung entstehen. Zudem will die Regierung die fossilen Energieressourcen schonen sowie Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien vorantreiben, aber auch die volkswirtschaftlichen Kosten der Energieversorgung reduzieren. Dies sind die wichtigsten Neuerungen im Überblick:

Was bedeuten diese Neuerungen für mich?

Heutzutage ist der Eigenverbrauch des selbst produzierten Solarstroms weitaus attraktiver und meist auch wirtschaftlicher als die Inanspruchnahme der Einspeisevergütung. Elektrische Energie vom Stromlieferanten kostet Privathaushalte im Jahr 2021 durchschnittlich 31,89 Cent (netto 26,80 Cent) pro Kilowattstunde (kWh). Laut einer Studie, die das Fraunhofer-Institut für solare Energiesysteme ISE im Juni 2021 veröffentlichte, bewegen sich für kleine PV-Anlagen (unter 30 kWp) in Süddeutschland die Netto-Stromgestehungskosten an Standorten mit einer Globalstrahlung von 1.300 kWh/(m²a) zwischen 5,81 und 8,04 Cent/kWh. In Norddeutschland bei einer Einstrahlung von 950 kWh/(m²a) zwischen 7,96 und 11,01 Cent/kWh. Die Ergebnisse hängen von der Höhe der spezifischen Investitionen ab, die man zwischen 1.200 und 1.600 Euro je kWp angesetzt hat. Du sparst somit rund 19 Cent pro kWh und im besten Fall rund 25 Prozent; jeweils inklusive Mehrwertsteuer.

Ohne die Neuerungen 2021 würden sich bei einer Anlagengröße über 10 kWp Leistung und 10.000 kWh Strom pro Jahr deine solaren Stromgestehungskosten um den Betrag der EEG-Umlage erhöhen, denn du müsstest für den Eigenverbrauch deines Solarstroms 40 Prozent der EEG-Umlage in Höhe von 6,5 Cent pro kWh zahlen. Das sind 2,6 Cent pro kWh. Durch das EEG 2021 ist diese anteilige EEG-Umlage erst bei Anlagen ab einer Größe über 30 kWp und 30.000 kWh fällig. Dadurch wird es um einiges attraktiver, sich eine große PV-Anlage installieren zu lassen, um so den Eigenverbrauchsanteil zu erhöhen.

 

Die Einspeisevergütung 2021

Auch 2021 sinkt die Einspeisevergütung weiter. Wenn du für deinen selbst erzeugten Photovoltaik-Strom die Einspeisevergütung in Anspruch nimmst, muss dir der zuständige Netzbetreiber für jede Kilowattstunde Solarstrom, die du ins Stromnetz einspeist, einen Festbetrag zahlen, der über einen Zeitraum von 20 Jahren garantiert ist. Dies ist insofern wichtig, weil die Einspeisevergütung kontinuierlich abgesenkt wird. Im November 2021 beträgt diese für Aufdachanlagen bis 10 Kilowatt (kW) 7,03 Cent pro kWh. Im Dezember sind es dann nur noch 6,93 Cent.

Wie hoch die monatliche Absenkung (Degression) ausfällt, wird von der Bundesnetzagentur (BNetzA) am aktuellen Photovoltaikzubau festgemacht. Sie ermittelt daraus die aktuell garantierte Einspeisevergütung.

 

Fällt die Einspeisevergütung für Altanlagen weg?

Ist deine PV-Altanlage 20 Jahre alt, bekommst du eigentlich keine weitere Einspeisevergütung. Sogenannte ausgeförderte Anlagen erhalten vom Netzbetreiber nun doch eine Einspeisevergütung, aber eine deutlich geringere. Sie entspricht dem Jahresmarktwert an der Strombörse. Die Aufstellung ist recht komplex und wird jeweils für das gesamte Jahr berechnet.

Damit du dir jedoch eine Vorstellung machen kannst, hier der „Jahresmarktwert Solar“ für 2020; der Wert für 2021 ist noch nicht bekannt, weil die tatsächliche Einspeisevergütung jeweils erst im Januar des Folgejahres veröffentlicht wird. Für das Jahr 2020 betrug er 2,879 Cent pro kWh, von denen der Netzbetreiber noch ein Vermarktungsentgelt von 0,4 Cent pro kWh abzieht. Somit bekommst du eine Einspeisevergütung von 2,479 Cent pro kWh. Ab 2022 werden nicht mehr pauschal 0,4 Cent abgezogen, sondern die tatsächlichen Vermarktungskosten, die dem Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) entstehen. Die Einspeisevergütung für Altanlagen gibt es nur bis zum 31.12.2027. Wer im Jahr 2000 eine Anlage installierte, bekam immerhin eine Einspeisevergütung von über 50 Cent pro kWh für den von der Solaranlage produzierten Strom.

 

Smart-Meter-Messtechnik sind bei Photovoltaikanlagen teilweise Pflicht

Ursprünglich war vorgesehen, dass intelligente Messtechnik schon ab einer Leistung von 1 kWp installiert werden muss. Künftig müssen nur Betreiber von bestehenden und neuen PV-Anlagen mit mehr als 7 kWp intelligente Messsysteme (Smart Meter) mit zertifiziertem Gateway einbauen, damit dem Energieversorger mittels Smart Meter elektronisch sekundengenau mitgeteilt wird, wie viel Strom die PV-Anlage gerade in das Stromnetz einspeist. Das Ganze soll dazu dienen, dass du anhand der Daten deinen Stromverbrauch optimieren kannst, indem du entscheidest, wie viel des Solarstroms du sofort selbst nutzt, in einem Batteriespeicher zwischenlagerst oder ins Netz einspeist. Anlagen mit einer Leistung über 25 kWp müssen seit 2021 zusätzlich fernsteuerbar sein, damit der Netzbetreiber eine Überlastung des Netzes verhindern kann, indem er die Einspeisung vorübergehend senkt.

Einen Smart Meter darfst du in der Regel nicht selbst einbauen. Das übernimmt der Energieversorger für dich. Die meisten Stadtwerke und großen Stromanbieter berechnen dafür einmalig Anschaffungskosten in Höhe von bis zu 99 Euro. Hinzu kommt dann noch eine monatliche Pauschale für den Betrieb von etwa 10 Euro.

 

Überarbeitete Steuerbefreiung kleiner Photovoltaikanlagen

Das Bundesfinanzministerium hat seine Verwaltungsanweisung zur Steuerbefreiung kleiner Anlagen vom 2. Juni 2021 bereits am 29. Oktober 2021 wieder überarbeitet und konkretisiert. Die Verwaltungsanweisung „Gewinnerzielungsabsicht bei kleinen Photovoltaikanlagen und vergleichbaren Blockheizkraftwerken“ löst die vom Juni 2021 ab. Betreibst du beispielsweise eine oder mehrere Anlagen mit einer installierten Gesamtleistung von bis zu 10 kWp, ist auf deinen schriftlichen Antrag hin ohne weitere Prüfung zu unterstellen, dass es sich um eine steuerlich unbeachtliche Liebhaberei handelt.

 

Was bringen die Photovoltaik-Neuerungen 2021?

Die Neuerungen zeigen, dass sich Photovoltaik weiterhin lohnt, ein möglichst hoher Eigenverbrauch allerdings die wirtschaftlichste Lösung ist.

photovoltaik-neuheiten-2021-photovoltaik-e-book-guide-net4energy
Du möchtest mehr über die Photovoltaik erfahren? Lade dir jetzt unseren Essential Guide herunter!
Jetzt downloaden