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Rendite bei Photovoltaik-Freiflächenanlagen

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

26.02.2021

Letztes Update

06.12.2021

Photovoltaik-Freiflächenanlagen Rendite

Sie gehören inzwischen zum Landschaftsbild entlang der Autobahnen: lange, blau leuchtende Reihen von Photovoltaikmodulen. Aber wie steht es um die Rendite solcher Anlagen? Wir klären auf.

Inhalt des Blogartikels

Wodurch unterscheiden sich Freiflächenanlagen von anderen Photovoltaikanlagen?

PV-Freiflächenanlagen (Solarparks) sind nicht an oder auf Gebäuden, sondern auf freier, meist ebenerdiger Fläche montiert. Die Photovoltaikmodule befinden sich auf speziell für diesen Einsatzzweck entwickelten Unterkonstruktionen aus Metall. Eine Photovoltaik-Freilandanlage verändert das Landschaftsbild. Obwohl Freilandanlagen grundsätzlich genehmigungsfrei sind, benötigst du daher eine gemeindliche Bauleitplanung. Die Gemeinde muss das Grundstück in ihrem Flächennutzungsplan entsprechend ausweisen. Hierzu kann sie eine „Fläche für Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien – Sonnenenergie“ (Sondergebiet) festsetzen. Es ist ratsam, aus Versicherungsgründen – Diebstahl, Vandalismus, Personenschäden – die Anlage einzuzäunen und mit einem Blitzschutz zu versehen. Für eine Freilandanlage benötigst du mindestens eine Fläche von 20.000 Quadratmetern (2 Hektar), damit sie einen akzeptablen Ertrag bringt. Grundsätzlich sind kleinere Freiflächenanlagen auf Privatgrundstücken ebenfalls erlaubt. In der Praxis wird dies jedoch kaum umgesetzt. Vor allem entlang von Autobahnen und Schienenwegen sind in den letzten Jahren große Solarparks entstanden.

 

Wo dürfen Photovoltaik-Freiflächenanlagen gebaut werden?

Es gibt sicher sehr viele freie Flächen in Deutschland, auf denen du problemlos eine Photovoltaik-Freiflächenanlage errichten lassen könntest, um mit ihr eine gute Rendite zu erzielen. Wenn du die Einspeisevergütung in Anspruch nehmen möchtest, ist dies leider nur auf extra dafür ausgewiesenen Grundstücken erlaubt. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) schreibt genau vor, welche Freiflächen genutzt werden dürfen:

  • Konversionsflächen wie ehemalige Militär-, Industrie-, Gewerbe-, Wohnungsbau- oder Verkehrsflächen
  • versiegelte Flächen wie Parkplätze und ehemalige Deponiegelände
  • Seitenrandstreifen von Autobahnen, Bundesstraßen und Schienenwegen auf einer Breite von 220 Metern
  • unbebaute Gewerbe- und Industriegebiete
  • landwirtschaftliche Flächen – schwach ertragsfähiges Acker- und Grünland – in benachteiligten Gebieten (nicht in allen Bundesländern)

Photovoltaik-Freiflächenanlage: So kannst du Rendite erzielen

Das Ziel von Photovoltaik-Freiflächenanlagen ist eigentlich immer, eine Rendite durch Volleinspeisungen zu erzielen. Der Eigenverbrauch ist hier meist kein Thema. Aufgrund ihrer optimalen Ausrichtung erzielen Freiflächenanlagen bis zu 30 Prozent höhere Erträge als Dachanlagen. Pro Jahr lassen sich 400.000 bis 500.000 Kilowattstunden (kWh) Strom pro Hektar Fläche erzeugen. Eine 750 Kilowattpeak-PV-Freiflächenanlage produziert im Jahr 600.000 bis 800.000 Kilowattstunden Strom. Das reicht voll aus, um den Strombedarf von etwa 200 bis 270 Haushalten zu decken. Mit einer 10-Megawatt-Anlage lässt sich bei einem Verkaufspreis von 3 Cent pro Kilowattstunde und einem Jahresertrag von 1.000 Kilowattstunden Strom pro installiertem Kilowatt-Peak (kWp) ein jährlicher Erlös von 300.000 Euro erwirtschaften. Allerdings müssen davon noch die jährlichen Betriebskosten abgezogen werden.

Finanzierung

Finanzieren kannst du die Freiflächenanlage entweder über das EEG oder über die Direktvermarktung. Der Begriff ist etwas irreführend, denn als Anlagenbetreiber verkaufst du deinen Solarstrom nicht selbst an der Strombörse. Du beauftragst damit einen Direktvermarkter. Das ist nichts anderes als eine Firma, die sich darauf spezialisiert hat, Strom an den Strombörsen – beispielsweise an die European Energy Exchange (EEX) in Leipzig – zu verkaufen. Meist reicht jedoch der Börsenerlös zur Refinanzierung der Photovoltaik-Freiflächenanlage allein nicht aus. Aus diesem Grund gibt es noch eine Marktprämie. Vom Direktvermarkter bekommst du letztendlich einen Mix aus Börsenerlös und Marktprämie, von dem der Direktvermarkter noch seine Provision abzieht.

Marktprämie

Betreiber kleiner Anlagen - unter 100 kWp – müssen ihren Solarstrom nicht direkt vermarkten, sondern erhalten einen festen Satz, zum Beispiel 8 Cent pro Kilowattstunde Einspeisevergütung. Erzielt ein Direktvermarkter an der Strombörse beispielsweise nur 4 Cent pro Kilowattstunde, hat er eindeutig das Nachsehen. Die Marktprämie gleicht diese Differenz zwischen dem durchschnittlichen Börsenpreis und dem „anzulegenden Wert“ aus. Der anzulegende Wert ist zwar mit der Einspeisevergütung vergleichbar, wird aber nicht fest vorgegeben, sondern im Rahmen einer Ausschreibung ermittelt. Hat der anzulegende Wert beispielsweise ebenfalls einen Wert von 8 Cent pro Kilowattstunde, gibt es eine Marktprämie von 4 Cent pro Kilowattstunde, um den Unterschied zum Börsenstrompreis auszugleichen. Weil der durchschnittliche monatliche Börsenstrompreis angesetzt wird, bleibt Spielraum, um mehr Geld zu bekommen als 8 Cent. Nämlich dann, wenn der Solarstrom verkauft wird, wenn die Nachfrage besonders groß ist.

Einspeisevergütung 2021

Für Photovoltaik-Freiflächenanlagen bis 100 kWp gibt es im Februar 2021 eine Einspeisevergütung von 5,53 Cent pro Kilowattstunde, ab März sind es 5,44 Cent und im April 2021 nur noch 5,35 Cent. Alle Photovoltaikanlagen größer 100 kWp müssen seit 2016 direkt vermarktet werden.

 

Wie läuft das Ausschreibungsverfahren 2021 ab?

Die ausschreibende Stelle ist nach wie vor die Bundesnetzagentur (BnetzA). Die künftigen Ausschreibungen teilen sich in zwei Ausschreibungssegmente auf. Betreiber von Photovoltaik-Freiflächenanlagen und Anlagen auf sonstigen baulichen Anlagen dürfen ausschließlich im ersten Ausschreibungssegment ihre Gebote abgeben (§ 37 EEG 2021). Drei Ausschreibungstermine sind dafür anberaumt: 1. März, 1. Juni und 1. November 2021. Das zweite Ausschreibungssegment ist für Betreiber von Solaranlagen, die auf, an oder in einem Gebäude oder an einer Lärmschutzwand installiert sind vorbehalten (§ 38c EEG 2021).

Als Investor kannst du dich mit mehreren Projekten bewerben. Zudem musst du ein Gebot über die Höhe der Fördersumme (Marktprämie) einreichen, die du für den Betrieb deines Solarparks forderst. Das mögliche Höchstgebot wurde ab dem Jahr 2021 von bislang 7,5 Cent pro Kilowattstunde auf 5,9 Cent reduziert. Die gebotene Höhe des Fördersatzes ist ausschlaggebend für den Zuschlag. Nacheinander erhalten die Investoren mit dem jeweils niedrigsten Fördersatz einen Zuschlag. Das funktioniert so lange, bis das ausgeschriebene Volumen erreicht ist. Die Maximalgröße eines Projekts wurde 2021 von 10 Megawatt auf 20 Megawatt angehoben: etwa 40 Hektar Fläche.

Weil nur die günstigsten Bieter einen Zuschlag und somit eine Förderung erhalten und die anderen Bieter leer ausgehen, birgt jede Teilnahme mit einer größeren Photovoltaik-Freiflächenanlage an einer Ausschreibung ein Planungsrisiko. Da für kleine Anlagen – 100 bis zu 750 kWp – keine Ausschreibungspflicht besteht, wird inzwischen bevorzugt mit PV-Freiflächenanlagen unter 750 kWp geplant. So gibt es nicht nur die volle Einspeisevergütung, sondern auch Planungssicherheit.

 

Photovoltaik-Freiflächenanlagen rechnen sich

Photovoltaikanlagen sind für die Umwelt immer ein Gewinn. Weil Solarstrom günstiger ist als der Strom vom Energieversorger, kannst du mit einer PV-Anlage auf dem Dach und einem hohen Eigenverbrauch auch eine gute Rendite erzielen. Es muss ja auch nicht gleich ein Solarpark sein.

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