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Photovoltaik für dein Flachdach

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

29.01.2021

Letztes Update

06.12.2021

Photovoltaik für ein Flachdach: Geht das?

Das kostenlose Energieangebot der Sonne ist unerschöpflich. Mit Photovoltaik produzierst du sauber und nachhaltig deinen eigenen Strom – auch auf einem Flachdach.

Inhalt des Blogartikel

Kurz und bündig: Die Funktion einer Photovoltaikanlage

Alles, was du brauchst, um mit einer Solaranlage deinen eigenen grünen Strom zu produzieren, sind Sonne, vorzugsweise ein Dach, Solarzellen (beziehungsweise Solarmodule), Kabel, ein Wechselrichter und ein Montagesystem. Ohne Solarzellen geht nichts, denn sie produzieren den Strom, sobald Licht auf sie fällt. Das Montagegestell sorgt dafür, dass die Photovoltaikanlage auch dort bleibt, wo sie installiert ist. Der Wechselrichter ist dafür zuständig, dass du deinen grünen Strom im Haus nutzen kannst. Er macht aus dem Gleichstrom der PV-Anlage Wechselstrom für deine Haushaltsgeräte. Und das funktioniert mit Photovoltaik auf der freien Fläche, an der Fassade, auf einem Schrägdach und natürlich auch auf einem Flachdach sehr gut.

 

Besonderheiten eines Flachdachs

Schon vor 5.000 Jahren wurden Häuser bevorzugt mit Flachdächern gebaut, weil sich das mit einfachen technischen Mitteln realisieren ließ. In Deutschland waren in den 1960er-Jahre bis Mitte der 1970er-Jahre Flachdächer bei Bungalows sehr beliebt. Auch Lagerhallen und Gewerbegebäude werden meist mit Flachdächern gebaut. 

Ein Flachdach hat nur eine sehr geringe Neigung, meist unter 5 Grad. Komplett flach darf es jedoch nicht sein, damit Regen- und Schmelzwasser ablaufen können. Im Unterschied zum Schrägdach besitzt es keine Dachdeckung, sondern eine Dachabdichtung. Dadurch wiegt das Flachdach weniger. Zudem kannst du es begrünen oder beispielsweise als Garten oder Terrasse nutzen.

Aber auch die nachträgliche Montage einer Photovoltaikanlage kannst du relativ schnell und einfach umsetzen. Besonders wichtig sind eine gute Abdichtung und Dämmung, was durchaus ins Geld gehen kann. Flachdächer sind wesentlich pflege- und wartungsintensiver als andere Dachformen und je nach Ausführung auch teurer.

 

Photovoltaik auf deinem Flachdach

Ganz wichtig (und das sollte daher auch dein erster Schritt sein) ist die Überprüfung der Dachstatik. Denn sowohl Dach als auch Haus müssen in der Lage sein, das zusätzliche Gewicht der Photovoltaikanlage inklusive Montagesystem zu tragen. Erst wenn das positiv abgeklärt ist, kannst du dich an die Planung deiner PV-Anlage auf dem Flachdach deines Hauses machen.

Achte auch darauf, dass der Fachmann bei der Statikprüfung die mögliche Wind- und Schneelast berücksichtigt. Damit er dies machen kann, benötigt er die Baupläne des Gebäudes, aber auch die beim Bau angefertigten Statikunterlagen. Wenn du diese nicht mehr findest, kannst du sie beim Bauamt oder bei dem Bauunternehmen anfordern. All diese „Probleme“ hast du natürlich nicht, wenn du neu baust, denn dann kannst du die Photovoltaikanlage bereits zu Beginn in der Planung berücksichtigen.

Sicherer Halt ist auf dem Flachdach besonders wichtig

Auf Flachdächern sind Solarmodule wesentlich stärker Windbelastungen ausgesetzt als auf Schrägdächern. Ungenügend oder falsch gesicherte Anlagen auf dem Flachdach können verrutschen, umkippen oder im schlimmsten Fall sogar abheben und dadurch schlimme Sach- und Personenschäden verursachen. Selbst bei Orkanböen muss gewährleistet sein, dass sich die Unterkonstruktionen nicht bewegen und die Module nicht vom Dach wehen.

Eine Problemlösung ist, die Photovoltaikanlage im Untergrund des Dachs zu verankern. Dazu musst du für die erforderlichen Befestigungspunkte dein gut abgedichtetes Flachdach durchstoßen. Trotz nachträglicher Abdichtung besteht dann aber immer die Gefahr, dass dies nicht an allen Stellen zu 100 Prozent gelingt und es zu einem schädlichen Wassereintritt in das Dach kommt. Im Neubau ist es nicht viel anders. Auch hier sind die Durchdringungspunkte immer eine Gefahrenquelle für Undichtigkeiten.

Montagesysteme ohne Dachdurchdringung

Eine gute Lösung für Photovoltaik auf dem Flachdach bieten Montagegestelle, für die keine Dachdurchdringung notwendig ist. Üblich sind aerodynamisch optimierte Systeme, die vom Hersteller im Windkanal getestet wurden. Diese Montagesysteme stehen entweder durch ihre Eigenlast oder durch zusätzlichen Ballast fest und sicher. Das dazu erforderliche Gewicht muss in jedem Fall extra berechnet werden. Auch die vor Ort herrschenden Windverhältnisse und mögliche Schneelasten sind dabei zu berücksichtigen.

Als Ballast kannst du Rasenkantensteine, Gehwegplatten oder Betonsockel verwenden. Die Beschwerungen werden in speziellen Schienen oder Wannen untergebracht. Es ist teilweise sogar möglich, die Vegetationsschicht begrünter Dächer in die Beschwerung einzubeziehen.

Auflageschutz für Photovoltaik auf dem Flachdach

Du kannst die Montagesysteme für die PV-Anlage auf Bautenschutzmatten stellen. Oft sind die Abstellflächen beziehungsweise Fußpunkte bereits werksseitig mit Kunststoff oder ähnlichen Materialien ummantelt. Wichtig ist, dass sie zuverlässig eine Beschädigung der Dachhaut und der Abdichtung verhindern. Außerdem sollen die Schutzmatten und Fußpunkte eine hohe Haftreibung gewährleisten, weil der am Fußpunkt wirkende Haftreibungskoeffizient ebenso wichtig für die Berechnung der notwendigen Ballastierung ist wie der Wind und das Eigengewicht der Anlage.

Ausrichtung und Neigungswinkel der Solarmodule

Bei den Photovoltaik-Montagesystemen für das Flachdach handelt es sich um Schienenkonstruktionen aus Aluminium, an denen die PV-Module aufgeständert und geneigt befestigt werden. Durch die Aufständerung ist zum einen gewährleistet, dass die Module gut hinterlüftet werden und so ein leistungsmindernder Hitzestau verhindert wird. Ab Neigungswinkeln von circa 10 Grad wäscht Regen Verschmutzungen von den Modulen und Schnee rutscht einfach ab. Zudem kannst du aufgeständerte Solarmodule leicht ausrichten.

Um das Flachdach optimal zu nutzen, bewegen sich die Neigungswinkel üblicherweise zwischen 15 und 35 Grad. Das hängt natürlich auch von den Gegebenheiten vor Ort und der zur Verfügung stehenden Dachfläche ab. Berücksichtige bei der Montage, dass sich die einzelnen Modulreihen nicht gegenseitig beschatten. Auf dem Flachdach hast du die Chance, die PV-Module so auszurichten, dass sich der Solarstromertrag etwas deinen Bedürfnissen anpasst. Die Ausrichtung muss nicht immer optimal nach Süden sein. Mit einer Ost-West-Ausrichtung kannst du die Dachfläche besser ausnutzen: Bis zu 40 Prozent Mehrertrag sind mit deiner Solaranlage möglich.

Grüner Strom vom grünen Dach

Natürlich kannst du auch dein bepflanztes Flachdach für eine Photovoltaikanlage nutzen. Allerdings muss dann noch ausreichend Platz bleiben, damit du die Pflanzen pflegen kannst. Die Dachbegrünung bietet neben Schallschutz den Vorteil, dass sie für kühlere Temperaturen auf dem Dach sorgt, was die Leistung der Photovoltaikanlage um bis zu 4 Prozent steigert. Vor allem helle Pflanzen reflektieren Sonnenlicht besonders gut und versorgen so die Photovoltaikanlage zusätzlich mit Sonnenlicht.

 

Photovoltaik auf dem Flachdach lohnt sich

Die Montage von einer Solaranlage auf dem Flachdach ist einfacher als auf einem Schrägdach, dennoch entstehen durch die Systeme für die Aufständerung etwas höhere Kosten. Da Photovoltaikanlagen immer günstiger werden, fällt das aber nicht sonderlich ins Gewicht. Photovoltaik auf dem Flachdach ist daher eine gute Sache.

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