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Die 10-kWp-Photovoltaik

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

12.09.2021

Letztes Update

06.12.2021

Photovoltaik mit 10-kWp-Leistung: Alles, was du wissen musst

Bislang waren 10 kWp eine Art magische Grenze für Photovoltaikanlagen. 2021 ist diese jedoch weggefallen. Aber was bedeutet das für dich beim Kauf? Wir haben uns für dich schlau gemacht.

Inhalt des Blogartikels

Befreiung von der EEG-Umlage für Photovoltaikanlagen mit mehr als 10 kWp

Mit dem im Jahr 2000 eingeführten Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) will der Staat Strom aus erneuerbaren Energien fördern. 5 Änderungen beziehungsweise Anpassungen hat das Gesetz seitdem erfahren. Mit dem EEG 2021 sind jetzt auch Photovoltaikanlagen größer 10 Kilowatt-Peak (kWp) von der Zahlung der EEG-Umlage auf den Eigenverbrauch befreit. Im EEG 2017 endete die Befreiung ab einer Anlagenleistung größer 10 kWp und mehr als 10.000 kWh (Kilowattstunden) Eigenstromverbrauch pro Jahr. Eine anteilige EEG-Umlage wird seit Jahresbeginn erst ab 30 kWp und 30.000 kWh fällig. Wenn du eine große Dachfläche zur Verfügung hast, lohnt es sich für dich, eine Anlage mit einer Leistung größer 10 kWp zu installieren.

Übrigens: Photovoltaikanlagen mit mehr als 7 kWp müssen künftig mit einem Smart Meter Gateway ausgestattet werden, um die aktuelle Stromeinspeisung ins Netz mitzuteilen.

 

Warum ist der Wegfall der 10 kWp-Grenze für Photovoltaikanlagen so wichtig?

Der Eigenverbrauch des solar erzeugten Stroms ist inzwischen wesentlich attraktiver, um mit der eigenen Solarstromanlage Geld zu verdienen. Die immer geringer werdende Einspeisevergütung ist keine Motivation mehr, sich eine Anlage anzuschaffen. So gibt es im August 2021 für Anlagen mit weniger als 10 kWp eine Einspeisevergütung von 7,36 Cent pro kWh und für Anlagen bis 40 kWp 7,15 Cent pro kWh. Wenn du Strom zukaufst, zahlst du durchschnittlich 31,81 Cent pro kWh. Erzeugst du deinen Strom jedoch solar, kostet dich die Kilowattstunde nur 9 bis 12 Cent. Du sparst somit um die 20 Cent pro Kilowattstunde.

 

Du möchtest eine Photovoltaikanlage mit 10 kWp?

Nachfolgend erklären wir dir, welche Dachfläche du dazu benötigst und mit welchen Kosten du rechnen musst, wenn du eine Anlage mit einer Leistung von 10 kWp kaufen möchtest. Für eine erste grobe Einschätzung solltest du für deine Photovoltaikanlage pro kWp-Leistung 8 bis 10 Quadratmeter Dachfläche ansetzen. Bei 10 kWp kannst du also von rund 80 bis 100 Quadratmetern ausgehen. Wie viel Dachfläche du dann tatsächlich benötigst, hängt von der Anlagenleistung ab. Es ist daher wichtig zu wissen, in welche Himmelsrichtung die Anlage zeigt, wie hoch die Sonneneinstrahlung ist, welchen Neigungswinkel das Dach hat und wie leistungsstark die Solarmodule sind, um am Schluss eine Leistung von 10 kWp zu erhalten.

Je nachdem wie die Bedingungen sind, kann eine Anlage mit 10 kWp-Leistung insgesamt beispielsweise zwischen 10.500 und 13.500 Kilowattstunden Strom pro Jahr produzieren. Auch der Wohnort – Norden oder Süden Deutschlands – beeinflusst den Solarertrag. 2020 lag laut Deutschem Wetterdienst die Jahressumme der Globalstrahlung zwischen 1.042 und 1.320 Kilowattstunden pro Quadratmeter beziehungsweise betrug im deutschlandweiten Mittel 1.171 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Mit einer 10 kWp-Photovoltaikanlage kannst du in der Zeit von Januar bis März plus September bis Dezember, wenn die Sonne weniger scheint, immerhin noch rund 30 Prozent des Jahresmittels erreichen: 2020 waren es im Durchschnitt somit rein rechnerisch 3.600 kWh Solarstrom. Mit dieser Menge kann man den durchschnittlichen Jahresstromverbrauch eines Haushalts mit 3 Personen decken.

 

Was kostet eine 10 kWp Photovoltaikanlage?

Kleine Photovoltaikanlagen sind relativ gesehen deutlich teurer, denn im Verhältnis betrachtet sinken mit zunehmender Größe die Kosten. So bezahlst du aktuell für eine 4-kWp-Anlage etwa 1.600 Euro pro kWp und für 10 kWp nur noch ca. 1.300 Euro pro kWp. Für eine schlüsselfertige 10-kWp-Photovoltaikanlage – inklusive Photovoltaikmodule, Wechselrichter, Montageschienen, Verkabelung, Planung und Installation – kannst du von Anschaffungskosten in Höhe von 12.500 bis 16.000 Euro ausgehen. Bei den genannten Preisen handelt es sich um Nettoangaben, weil du die Möglichkeit hast, dir die Mehrwertsteuer vom Finanzamt zurückzuholen, außer du entscheidest dich aus steuerlichen Gründen für den Status „Kleinunternehmer“, dann bekommst du die Mehrwertsteuer nicht zurück.

Kostenbeispiele: Photovoltaikanlagen 2021

Leistung in kWp

Dachfläche

Kosten netto PV-Anlage

Kosten netto pro kWp

4

36 m²

6.400 Euro

1.600 Euro

6

54 m²

9.000 Euro

1.500 Euro

8

72 m²

11.200 Euro

1.400 Euro

10

90 m²

13.000 Euro

1.300 Euro

Tipp: Die Preisspanne für eine 10-kWp-Photovoltaikanlage kann durchaus groß sein. So kann ein Angebot um bis zu 3.500 Euro unter, aber auch bis zu 5.000 Euro über dem durchschnittlichen Anlagenpreis liegen. Hole daher unbedingt mehrere Angebote ein, um Vergleichswerte zu haben.

Wenn du die Rendite deiner PV-Anlage berechnen möchtest, dann ist der Rendite-Rechner von Stiftung Warentest empfehlenswert. Der Rendite-Rechner wird regelmäßig aktualisiert. Mit einer 10-kWp-Photovoltaikanlage sind laut Rechner bei Anschaffungskosten von 13.000 Euro und einem jährlichen Stromertrag pro Kilowatt (kW) Spitzenleistung von 1.100 innerhalb von 20 Jahren Überschüsse zwischen 14.905 und 17.742 Euro möglich.

 

Wann lohnt sich eine 10 kWp-Photovoltaikanlage?

Eine Studie im Auftrag der Verbraucherzentrale NRW zeigt, dass es durchaus wirtschaftlich sinnvoll sein kann, eine größere Anlage zu kaufen. Das hängt damit zusammen, dass du für größere Photovoltaikanlagen pro Kilowatt Anlagenleistung weniger bezahlen musst. Hinzu kommt, dass die Betriebskosten von kleinen Photovoltaikanlagen nahezu gleich hoch sind wie die von Anlagen beispielsweise mit einer Leistung von 10 kWp. Das bewirkt, dass eine große Photovoltaikanlage den Solarstrom günstiger erzeugt als eine kleine.

Eine große Photovoltaikanlage ist auch dann sinnvoll, wenn der Strombedarf und der Eigenverbrauch an Solarstrom sehr hoch sind. Wenn du dir beispielsweise ein Elektroauto oder eine Wärmepumpe anschaffen möchtest und diese mit Solarstrom versorgen willst, macht es ebenfalls Sinn, wenn du dich für eine große Photovoltaikanlage entscheidest. Immer vorausgesetzt, du kannst die relativ hohen Kosten stemmen. Die Studie enthält auch ein Referenzszenario, in dem für 10 kWp-Anlagen mit verschiedenen Haushaltsstromverbräuchen die Rendite berechnet wurde. Diese bewegt sich zwischen circa 2,8 Prozent bis 4,7 Prozent. Dies zeigt, dass die Anschaffung durchaus eine attraktive Investition darstellt.

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