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Pelletheizung mit Solarthermie kombinieren

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

05.08.2022

Letztes Update

05.08.2022

Die Pelletheizung verwendet einen nachwachsenden Brennstoff und zählt zu den erneuerbaren Energien. In Kombination mit Solarthermie ist sie noch effizienter und klimafreundlicher.

Inhalt des Blogartikels

Pelletheizung mit Solarthermie: Eine effiziente und klimafreundliche Kombination

Wenn du eine alte Gasheizung oder Ölheizung ausrangieren und auf erneuerbare Energien umsteigen möchtest, könnte eine Pelletheizung die richtige Wahl sein.

Ein Pelletkessel verbrennt gepresste Pellets, die eine genormte Form haben und somit vollautomatisch dem Heizsystem zugeführt werden. Dies unterscheidet den Pelletkessel vom Pelletofen, bei dem eine manuelle Bestückung (ähnlich wie in einem normalen Kamin) notwendig ist. Während ein Pelletofen nicht zur Beheizung des gesamten Gebäudes ausgelegt ist, kann ein Pelletkessel deine herkömmliche Zentralheizung komplett ersetzen.

Wichtigste Voraussetzung für den Einbau einer Pelletheizung ist jedoch ein ausreichend großer Lagerraum für den Brennstoff. Hattest du bereits einen Öltank für die alte Heizung, kann dieser Raum in der Regel genutzt werden. Allerdings benötigst du für die Lagerung von Holzpellets mehr Lagerraum für die gleiche Heizleistung – das liegt am unterschiedlichen Energiegehalt bezogen auf das Volumen des Brennstoffs.

 

Wie umweltfreundlich sind Pelletheizungen?

Pellets gelten als umwelt- und klimafreundlich, weil sie aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen, die nur so viel CO₂ emittieren, wie sie beim Wachstum der Bäume gebunden haben. Allerdings setzen Pelletheizungen (wie alle Holzheizungen) trotz sehr effizienter Verbrennung Rauchgase und Feinstaub frei, was die Luftqualität in der Umgebung beeinträchtigen kann.

Wie gut die Umwelt- und Klimabilanz letztlich ausfällt, hängt stark von deiner Bezugsquelle für die Pellets ab. Stammt das Holz aus deiner Region, sind die Transportwege kurz. Außerdem sind Pelletheizungen besonders umweltfreundlich, wenn der Brennstoff aus Holzabfällen gewonnen wird, der bei der Verarbeitung von Bauholz ohnehin anfällt.

Da die Nachfrage mit der steigenden Zahl an Pelletheizungen in deutschen Haushalten ebenfalls steigt, erhöhen sich die Brennstoffpreise entsprechend. Außerdem kann der Bedarf schon jetzt nicht mehr komplett aus Holzabfällen gedeckt werden. Die Bilanz verschlechtert sich also entsprechend, wenn Wälder extra für die Pelletproduktion abgeholzt werden müssen. Denn obwohl es nominell CO₂-neutral ist, dauert es natürlich sehr lange, bis Bäume nachgewachsen sind. Die Heizkosten lassen sich insbesondere durch die Kombination mit einer Solarthermieanlage im Vergleich zu Gas oder Ölheizungen aber dennoch senken, zumal die fossilen Brennstoffe immer wieder Preisschwankungen unterworfen sind, die bei Holz weit weniger stark ausgeprägt sind.

Vorteile und Nachteile von Pelletheizungen mit Solarthermie

Die Kombination von Pelletheizung und Solarthermie hat folgende Vor- und Nachteile:

  • umweltfreundlich
  • geringere Heizkosten als bei Öl oder Gas
  • Solaranlage kann Warmwasserbereitung ergänzen
  • wird staatlich gefördert
  • hohe Anfangsinvestitionen
  • großer Lagerraum für Pellets erforderlich
  • Wartungsaufwand
  • Solarthermie liefert keinen gleichmäßigen Wärmeertrag

Aufbau von Pelletheizung und Solarthermie

Bei der Solarthermie und Solaranlage wird die Wärmeenergie der Sonne genutzt, um die Heizung zu unterstützen. Die durch die Sonne erwärmte Solarflüssigkeit zirkuliert im System. Über das Rohrleitungssystem wird die Wärme mittels Wärmetauscher an das Heizungssystem oder an einen Pufferspeicher übertragen, wo sie auf Abruf zur Verfügung steht.

Ein Pufferspeicher ist für die Nutzung von Solarthermie eigentlich unverzichtbar, denn andernfalls hättest du nur dann warmes Wasser, wenn die Sonne scheint, und nicht unbedingt dann, wenn du es wirklich benötigst. Der Pufferspeicher ist an das Heizungssystem gekoppelt und arbeitet wie eine große Thermoskanne, die die Wärme über lange Zeit speichern kann. Da die Kraft der Sonne in unseren Breiten oft nur begrenzt zur Verfügung steht und jahreszeitlich bedingt schwankt, kann insbesondere die Warmwasserbereitung im Sommer mit der Solarthermie unterstützt werden.

 

Deckungsgrad hängt von der Dimensionierung von Solaranlage und Heizung ab

Willst du nicht nur die Warmwasserbereitung unterstützen, kannst du einen Pufferspeicher zusätzlich zur Heizungsunterstützung nutzen. Hier ist der Effekt allerdings um einiges geringer. Bei der Warmwasserbereitung wird in der Praxis meist ein Deckungsgrad von ca. 60 Prozent durch Solarthermie erreicht. In Kombination mit einer Pelletheizung lassen sich je nach Anlagengröße zwischen 30 und 55 Prozent der Pellets einsparen, die für die Warmwasserbereitung benötigt würden.

Besonders im Sommer macht sich dies bemerkbar, wenn du das Heizungssystem ansonsten nicht nutzt. Die individuellen Einsparungsmöglichkeiten hängen aber stark von der Dimensionierung des gesamten Systems und der Ausrichtung des Hauses bezüglich der Sonneneinstrahlung ab. Natürlich funktioniert die Solarthermie auch mit jedem anderen Heizsystem, also auch mit einer Gasheizung, einer Ölheizung oder einer Wärmepumpe. Man spricht bei der Kombination von Heizungssystemen und Solarthermie auch von Hybridheizungen. Prinzipiell kannst du auch einen Pelletofen mit Solarthermie koppeln.

Voraussetzungen für den sinnvollen Einsatz einer Pelletheizung mit Solarthermie

Um Pelletheizungen mit Solarthermie kombinieren zu können, musst du folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Die Pelletheizung sollte pro Quadratmeter zu beheizender Fläche 80 Watt Leistung liefern.
  • Zur Warmwasserbereitung sollte die Solarthermieanlage eine Fläche von 1,00 bis1,50 m² pro Bewohner nicht unterschreiten.
  • Bei Heizungsunterstützung sollte die Solaranlagenfläche ca. 1,75 bis 2,25 m² je Bewohner betragen.
  • Nicht alle Pelletheizungen lassen sich mit Solarthermie koppeln: nur automatische oder halbautomatische Anlagen sind für den bivalenten Betrieb und zur Steuerung der Systeme geeignet.
  • Genügend Platz für Solarthermie, Pelletheizung und Pelletlager erforderlich.

Wie viel Geld wird dich eine Pelletheizung mit Solarthermie kosten?

Als größter Nachteil der Pelletheizung mit Solarthermie werden oft die hohen Kosten im Vergleich zu einer Ölheizung oder Gasheizung mit Solarunterstützung genannt. Allerdings wird die Pelletheizung als regenerative Energiequelle staatlich gefördert. Nutzt du die Förderungen vollständig aus, kann das bis zu einem Drittel der Gesamtkosten ausmachen.

Über die gesamte Nutzungsdauer hinweg machen sich die Einsparungen beim Betrieb der Pelletheizung mit Solarthermie stark bemerkbar. Wann sich die Anlage letztlich wirklich amortisiert, lässt sich nicht pauschal beziffern, ebenso wenig wie die exakten Kosten, da beides von Anlagengröße, Heizverhalten und Haushaltsgröße abhängt. Außerdem spielt der energetische Zustand deines Gebäudes eine Rolle.

Im Vergleich zu einer alten Ölheizung kannst du im Vierpersonenhaushalt mit Pelletheizung und Solarthermie deine Heizkosten jährlich um ca. 1.300 bis 1.500 Euro reduzieren. Durchschnittlich ist für ein Einfamilienhaus etwa mit folgenden Investitionskosten zu rechnen:

  • Pelletheizung mit Pufferspeicher inkl. Installation: ca. 20.000 Euro
  • Anlage für Solarthermie (je nach Größe) inkl. Installation: ca. 6.000 bis 8.000 Euro

Förderungen für Pelletheizungen und Solarthermie

Förderungen zum Einbau einer Pelletheizung mit Solarthermie kannst du sowohl auf kommunaler Ebene als auch auf Bundesebene erhalten. Allerdings sind die lokalen Förderungen abhängig von deinem Wohnort.

BAFA-Förderung für Einzelmaßnahmen (einmalige Zuschüsse)

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ist für die Vergabe der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) zuständig.

Folgende Zuschüsse sind möglich:

  • mindestens 35 Prozent der förderfähigen Kosten für die Pelletheizung (maximal jedoch 21.000 Euro)
  • bei Austausch einer alten Ölheizung bis zu 45 Prozent der förderfähigen Kosten
  • Förderbonus von 5 Prozent bei besonders geringem Feinstaub-Ausstoß

Hinweis: Für die Förderung von Pelletkesseln durch das BAFA müssen Mindeststandards erfüllt sein. Gefördert werden nur Pelletkessel mit einer Nennleistung zwischen 5 und 100 Kilowatt. Das gilt auch bei der Kombination mit einem Pufferspeicher. Ein Pelletofen muss ebenfalls mindestens 5 Kilowatt Nennleistung haben und außerdem mit Wassertasche ausgestattet sein. Hinzu kommen weitere technische Anforderungen zu Emissionsgrenzwerden, Wirkungsgrad und Pufferspeichervolumen.

KfW-Förderung für Sanierung und Neubau

Falls dir das Geld für die Anschaffung fehlt, kannst du auch bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) einen zinsgünstigen Kredit inklusive Tilgungszuschuss beantragen. Für die Förderung von Neubauten oder der Sanierung im Effizienzhaus-Standard ist ebenfalls die KfW zuständig.

Folgende Zuschüsse erhältst du für deine Pelletheizung mit Solarthermie:

  • zinsgünstiger Kredit von bis zu 60.000 Euro inklusive Tilgungszuschuss von mindestens 35 Prozent der Kreditsumme
  • Förderbonus von 10 Prozent für Austausch von Ölheizung
  • Innovationsbonus von 5 Prozent
  • Bonus für individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) von 5 Prozent

Hinweis: Seit 21.04.2022 gelten neue Förderregeln für Neubauten nach Effizienzhaus-Standard. Außerdem ist die Zahlung von Förderungen abhängig davon, ob noch Fördermittel verfügbar sind. In letzter Zeit wurden die Förderprogramme teilweise sehr kurzfristig eingestellt. Wie die aktuelle Situation ist und welche Fördermöglichkeiten bestehen, solltest du daher bei der Planung genau beachten.

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