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Kosten für Batteriespeicher: Preise pro kWh

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

18.02.2022

Letztes Update

09.09.2022

Kosten für Batteriespeicher pro kWh

Wie hoch sind die Kosten für Batteriespeicher pro kWh? Brauchst du überhaupt einen Speicher für deine Photovoltaikanlage? Hier findest du Antworten.

Inhalt des Blogartikels

Wozu dient ein Stromspeicher?

Photovoltaik gewinnt Strom aus dem Sonnenlicht. Demnach kann eine Photovoltaikanlage nur dann viel Energie erzeugen, wenn die Sonne scheint. Das betrifft vor allem die Zeit vom Vormittag bis zum Nachmittag. Zudem hast du im Frühling, Sommer und Herbst die größte Stromausbeute. Leider sind das auch die Zeiten, in denen dein Haushalt vergleichsweise wenig Strom benötigt. Der Stromverbrauch ist in den Abendstunden und in den dunklen Wintermonaten am höchsten. Das bedeutet also zusammengefasst:

  • Die Anlage liefert gerade dann zu wenig Strom, wenn du ihn brauchst.
  • Andererseits wird in der Zeit mit dem geringsten Bedarf zu viel Strom produziert.

Deshalb hat der Gesetzgeber die Möglichkeit geschaffen, Solarstrom, den du selbst nicht benötigst, in das öffentliche Netz einzuspeisen. Dafür erhältst du eine Einspeisevergütung. Allerdings musst du deinen Strom dann in Zeiten mit einem höheren Bedarf kostenpflichtig von den öffentlichen Energieversorgern beziehen. Die ideale Lösung, um den Strom effektiv selbst nutzen zu können, ist ein Stromspeicher für deine Photovoltaikanlage. Damit kannst du überschüssigen Strom so lange zwischenspeichern bis du ihn benötigst.

 

Brauche ich zwingend einen Stromspeicher für meine Photovoltaikanlage?

Nein, Photovoltaik funktioniert auch ohne Batteriespeicher. Allerdings geht dir in diesem Fall der überschüssige Strom in ertragreichen Stunden für den Eigenverbrauch verloren. Zudem musst du den Strom in Zeiten des höchsten Bedarfs kostenpflichtig aus dem öffentlichen Netz beziehen. Du bekommst zwar für deinen eingespeisten Strom eine Vergütung, aber das Geld gibst du dann für deine Zukäufe wieder aus. Möglicherweise bezahlst du dafür sogar mehr, als du mit der Einspeisung einnimmst.

Außerdem basieren deine Einnahmen durch die Einspeisevergütung auf gesetzlichen Regelungen, die sich jederzeit ändern oder ganz gestrichen werden können. Hinzu kommt, dass die Einspeisevergütung nur über einen Zeitraum von 20 Jahren gezahlt wird. Danach musst du deinen Strom über Makler selbst verkaufen. Der Marktpreis für Solarstrom liegt derzeit nur bei etwa 3 Cent pro Kilowattstunde.

Daher sollte dein Bestreben sein, möglichst viel von deinem Solarstrom selbst zu verbrauchen und daher möglichst wenig zukaufen zu müssen. Das kannst du nur mit einem zu deiner Photovoltaik und zu deinem Strombedarf passenden Heimspeicher erreichen.

 

Was bedeutet die Angabe kWh in Bezug auf Batteriespeicher?

Die Kilowattstunde (kWh) ist eine Maßeinheit der elektrischen Arbeit. Sie zeigt an, wie viel Energie ein elektrisches Gerät während einer Stunde erzeugt (Generator) oder verbraucht (elektrischer Verbraucher). Stelle dir vor, eine Glühlampe mit der Leistung von 100 Watt (W) brennt 10 Stunden lang. Dann ergibt das:

100 W * 10 h = 1000 Wh oder 1 kWh

Bei Batteriespeichern sagt diese Angabe aus, wie viel elektrische Energie du speichern kannst. Ist ein solches Speichersystem mit 1 Kilowattstunde angegeben, kannst du mit der gespeicherten Energie die oben genannte Glühlampe mit 100 Watt ganze 10 Stunden lang brennen lassen. Allerdings muss der Speicher dazu vollständig geladen sein.

 

Kosten für einen Batteriespeicher pro kWh

Die Kosten für Speichersysteme unterscheiden sich, je nach Anbieter, sehr stark. In der Vergangenheit wurden speziell für Solarstromspeicher entwickelte Blei-Akkus eingesetzt. Hier musst du bei der Anschaffung eines Stromspeichers mit Kosten von 500 bis 1.000 Euro pro Kilowattstunde rechnen.

Aufgrund des höheren Wirkungsgrades, der höheren nutzbaren Kapazität und der längeren Lebensdauer (höhere Anzahl von Ladezyklen) kommen heute in der Regel Lithium-Ionen-Akkumulatoren zum Einsatz. Bei diesem Speichertyp musst du mit Anschaffungskosten von 750 bis 1.250 Euro pro Kilowattstunde kalkulieren.

 

Wann lohnt sich ein Stromspeicher?

Wie Untersuchungen gezeigt haben, kannst du nur 30 Prozent des mit deiner Photovoltaikanlage erzeugten Stroms selbst nutzen. Mit dem Einsatz eines Batteriespeichers steigt dieser Wert auf 60 Prozent. Um rentabel zu sein, darf die Kilowattstunde aus deinem Stromspeicher nicht teurer sein als die aus dem öffentlichen Netz zugekaufte Kilowattstunde.

Photovoltaikanlage ohne Stromspeicher

Zur Bestimmung der Amortisation einer Photovoltaikanlage ohne Stromspeicher ziehen wir folgende Beispiel-Werte heran:

  • Kosten für Solarmodule mit 5 Kilowatt Peak (kWp) Leistung: 7.000 Euro
  • Nebenkosten (zum Beispiel Anschluss der Anlage): 750 Euro
  • Kosten für die Anschaffung gesamt: 7.750 Euro

Solarmodule mit einer Gesamtleistung von 1 Kilowatt Peak erzeugen ca. 950 Kilowattstunden pro Jahr. Damit ergibt sich der Gesamtertrag für die Anlage mit 5 Kilowatt Peak (5 * 950 kWh = 4.750 kWh pro Jahr). Das entspricht etwa dem jährlichen Strombedarf einer 4-köpfigen Familie.

Wie bereits festgestellt, kannst du davon nur etwa 30 Prozent oder 1.425 Kilowattstunden selbst verbrauchen. Diese Strommenge musst du nicht vom öffentlichen Versorger einkaufen. Bei einem Preis von 30 Cent pro Kilowattstunde sparst du also 427,50 Euro jährliche Stromkosten (1.425 * 0,3).

Hinzu kommen deine Einnahmen durch die Einspeisung von 3.325 Kilowattstunden (4.750 - 1.425). Die Einspeisevergütung sinkt derzeit monatlich um einen Prozentsatz von 0,4 Prozent. Für den Förderzeitraum von 20 Jahren gilt die Einspeisevergütung des Monats, in dem die Anlage angemeldet und in Betrieb genommen wurde. Anfang 2021 lag die Vergütung bei rund 8 Cent pro Kilowattstunde.

Damit ergibt sich aus der Einspeisevergütung ein Gewinn von 266 Euro (3.325 kWh * 0,08 Euro).

Die Gesamteinsparung an Stromkosten beträgt demnach 693,50 Euro. So würde sich die Investition in die Anlage innerhalb von etwa 11 Jahren amortisieren. Allerdings sind die jährlichen Wartungskosten für die Anlage in Höhe von ca. 100 Euro dabei noch nicht berücksichtigt.

Photovoltaikanlage mit Stromspeicher

Wir gehen von den gleichen Anlagendaten aus, wie im vorhergehenden Punkt genannt. Eine Faustregel besagt, dass der Batteriespeicher die gleiche Speicherkapazität haben sollte wie die Leistung der Photovoltaikanlage. Zu unserer Anlage mit 5 Kilowatt Peak gehört also ein Speicher mit einer Kapazität von 5 Kilowatt Peak. Laut dem oben genannten mittleren Preis von 1.000 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität kostet der Speicher 5.000 Euro. Der Preis für die Anlage erhöht sich so auf insgesamt 12.750 Euro (7.750 + 5000).

Die Anlage erzeugt in unserem Beispiel, wie bereits erwähnt, 4.750 Kilowattstunden pro Jahr. Mithilfe des Speichers erhöht sich der Eigenverbrauch aber auf 60 Prozent der erzeugten Strommenge bzw. 2.850 Kilowattstunden (4.750 * 0,6). Da du diese Strommenge nicht von dem öffentlichen Versorger einkaufen musst, sparst du bei einem Strompreis von 30 Cent nun 855 Euro Stromkosten (2.850 * 0,3).

Mit der Einspeisung der verbliebenen 1.900 Kilowattstunden (4.750 - 2.850 kWh) verdienst du mit der erwähnten Einspeisevergütung von 8 Cent zusätzlich 152 Euro pro Jahr (1.900 * 0,08). Das ergibt eine jährliche Gesamtersparnis an Stromkosten von 1.007 Euro. Die Anlage und das Speichersystem würden sich innerhalb von etwa 12 bis 13 Jahren amortisieren. Auch hier haben wir die jährlichen Wartungskosten nicht berücksichtigt.

 

Worauf sollte ich beim Kauf und der Nutzung achten?

Aufgrund eines besseren Wirkungsgrades und einer längeren Lebensdauer als bei Blei-Akkus solltest du einen Batteriespeicher mit Lithium-Ionen-Akkus kaufen. Achte darauf, dass der Speicher etwa 7.000 Ladezyklen aushält und hole Angebote von mehreren Anbietern ein. Denn auch bei den modernen Speichern gibt es erhebliche Preisunterschiede.

Zudem solltest du den Batteriespeicher an einem kühlen Ort innerhalb des Hauses aufstellen. Umgebungstemperaturen über 30 Grad Celsius sind zu vermeiden. Für die Installation außerhalb des Gebäudes sind die Geräte nicht geeignet. Außerdem solltest du die Speicher regelmäßig entladen. Bleiben sie längere Zeit unter voller Ladung, wirkt sich das negativ auf die Lebensdauer aus.

Wenn du diese Hinweise beachtest, halten die Speicher weit länger als die üblicherweise von den Herstellern gegebene Garantiefrist von 10 Jahren. Mit der richtigen Nutzung sind so auch 15 Jahre Lebensdauer und mehr realistisch.

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