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Solar-Kombispeicher für Solarthermie & Co.

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

04.04.2022

Letztes Update

16.05.2022

Der Solarwärmemarkt boomt. Doch welcher Speichertyp ist der richtige? Hier erfährst du alles zu den Vor- und Nachteilen eines Solar-Kombispeichers.

Inhalt des Blogartikels

Kombispeicher: Solare Energie als Heizungsunterstützung

Für Solarthermieanlagen zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung installiert man oft Kombispeicher. Wärmespeicher für die Solarthermieanlage, Pufferspeicher für den Heizkessel und Trinkwasserspeicher sind hier einem Speicher zusammengefasst. Das ist besonders komfortabel und spart Platz im Heizungskeller. Das Speichervolumen beträgt 800 bis 1.500 Liter.

Grundsätzlich handelt es sich bei einem Solarspeicher um einen Vorratsbehälter für die vom Solarkollektor eingesammelte Sonnenwärme. Im mit Wasser gefüllten Speicher kannst du die Solarwärme für mehrere Tage zwischenlagern und bei Bedarf anfordern. Wird der Solarspeicher nur für die Warmwasserbereitung eingesetzt, ist der klassische Trinkwasserspeicher voll ausreichend.

Möchtest du jedoch deine Heizung mithilfe deiner Solarthermieanlage unterstützen, um die Heizkosten zu reduzieren, benötigst du entweder einen Puffer- oder einen Kombispeicher. Solarspeicher sind normalerweise schmal und hoch, weil sich so eine besonders gute Schichtung erreichen lässt. Außerdem ist eine sehr gute Wärmedämmung wichtig: An den Seiten sollten es 10 Zentimeter sein. Im oberen Bereich des Speichers, also dort, wo das heiße Wasser steht, sollten es 15 Zentimeter oder mehr sein. Verwendet wird eine PU-Hartschaum- oder eine Weichschaumisolierung. Es gibt auch Dämmungen aus Polyesterfaservlies, das größtenteils aus Recyclingmaterial besteht.

Der Solarspeicher verfügt über ein größeres Volumen als konventionelle Warmwasser- oder Heizwasserspeicher. Schließlich muss er in der Lage sein, ausreichend Warmwasser über einen längeren Zeitraum zu bevorraten. Um eine hohe Temperaturbeständigkeit zu erreichen, sind Solarspeicher meist aus Stahl gefertigt. Um einen effizienten Betrieb zu gewährleisten, ist die richtige Dimensionierung des Speichers von Bedeutung. Diese orientiert sich an der Anzahl der Bewohner, deren Warmwasserbedarf, aber auch an der auf dem Dach installierten Kollektorfläche sowie dem Kollektortyp: Flachkollektoren oder Vakuumröhrenkollektoren.

 

Der klassische Trinkwasserspeicher

Ein Wärmetauscher überträgt die Wärme von der Solarflüssigkeit auf das Trinkwasser: Durch ein spiralförmiges Kupferrohr (interner Wärmetauscher) im unteren Bereich des Speichers fließt die aufgeheizte Solarflüssigkeit und erwärmt das Wasser. Hat sich die Solarflüssigkeit abgekühlt, fließt sie sie zu den Kollektoren zurück. Anschließend kann sie wieder Wärme aufnehmen.

Wenn du eine Solarthermieanlage zur Trinkwassererwärmung nachrüsten möchtest, ist es kein Problem, den bereits vorhandenen Warmwasserspeicher weiter zu verwenden. Allerdings ist zusätzlich ein monovalenter Solar-Warmwasserspeicher mit einer integrierten Spirale – Wärmetauscher; korrosionsfreies Rohr aus Edelstahl-Wellrohr oder Kupfer – erforderlich, welche die Wärmeenergie der Sonne an das Warmwasser abgibt. Bestehen Wärmetauscher aus Kupfer, benötigen die Speicher eine Magnesium- oder Fremdstromanode zum Schutz vor Korrosion.

Baust du neu, brauchst du für die neue Heizung einen bivalenten Solarspeicher. Dieser besitzt nicht nur eine Spirale (Rohrschlange) im unteren Bereich, sondern auch eine im oberen Teil des Speichers. Die obere Spirale ist mit dem Wärmeerzeuger – Heizkessel, Wärmepumpe, Pelletheizung – verbunden, der Wärmetauscher im unteren Bereich mit der Solarthermieanlage. Mit solchen Speichern kannst du hinzuheizen, sollte die Sonne mal nicht ausreichend scheinen.

Das Fassungsvermögen beträgt zwischen 300 und 500 Liter. Gerade wenn du neu baust, solltest du mit Blick auf die weiter steigenden Energiepreise in Betracht ziehen, dir statt eines bivalenten Solarspeichers gleich einen effizienteren Solar-Kombispeicher zuzulegen.

 

Der Pufferspeicher: Die rechte Hand des Solar-Kombispeichers

Bei der solaren Heizungsunterstützung kommen zusätzlich Pufferspeicher zum Einsatz. Befüllt sind diese mit Heizungswasser. Das Volumen ist um einiges größer als das eines Trinkwasserspeichers. Die eingefangene Solarwärme wird nicht direkt an das Trinkwasser (Brauchwarmwasser) abgegeben, sondern zuerst dem Pufferspeicher über einen eigenen Wärmetauscher zugeführt. Er verteilt dann die Wärme sowohl an das Heizungssystem als auch an den Trinkwasserspeicher.

Reicht die Sonneneinstrahlung für den Heizwärmebedarf nicht aus, gibt beispielsweise der Heizkessel Wärme an den Pufferspeicher ab, um so die Heizung zu unterstützen. Für ein Einfamilienhäuser brauchst du einen Pufferspeicher mit einem Fassungsvermögen zwischen 750 und 1.500 Liter. Pufferspeicher sind meist als Schichtenspeicher konzipiert. Auch hier ist der Einsatz eines Kombispeichers eine Überlegung wert, denn neben der höheren Effizienz wird insgesamt betrachtet auch weniger Platz im Heizungsraum benötigt.

 

Der solare Kombispeicher: Die 2-in-1-Variante

Der Kombispeicher vereint Puffer- und Warmwasserspeicher in einem Behältnis. Er stellt also sowohl solare Wärme für die Trinkwassererwärmung als auch für die Heizungsunterstützung bereit. Der Solar-Kombispeicher kann mit mehreren Wärmeerzeugern wie beispielsweise einer Wärmepumpe oder Holzpelletheizung kombiniert werden. Im Gegensatz zur getrennten Aufstellung von Puffer- und Trinkwasserspeichern ist der Solar-Kombispeicher platzsparender. Zudem sind die hydraulische Einbindung in das Heizsystem und die Trinkwassererwärmung recht einfach. Über einen Wärmetauscher erwärmt die Solaranlage den gesamten Speicherinhalt. Der Wärmeerzeuger hingegen heizt nur den oberen Teil des Solar-Kombispeichers. Übliche Speicherinhalte sind 500 bis 1.000 Liter. Zur elektrischen Nachheizung kann ein Elektroheizstab eingebaut werden, dieser kann dann auch zum wöchentlichen Aufheizen gegen Legionellen-Bildung verwendet werden.

Je nach Art der Trinkwassererwärmung gibt es 2 Varianten:

  • Tank-in Tank-Speicher
  • Speicher mit Frischwassermodul

Solare Kombispeicher mit integriertem Trinkwassertank

Hier hängt im Inneren des Kombispeichers ein Trinkwasserbehälter. Der äußere Bereich des Speichers ist mit Heizungswasser befüllt, der innere Behälter jedoch mit Trinkwasser. Eine Vermischung der beiden Flüssigkeiten ist ausgeschlossen.

Tank-in-Tank-Kombispeicher benötigen keine aufwendige Regelung. Um eine besonders hohe Effizienz zu erreichen und damit sich das Heizwasser bestmöglich schichten kann, sollte der Brauchwarmwassertank im Inneren des Kombispeichers sich den Höhenmaßen des äußeren Behälters annähern.

Solare Kombispeicher mit Frischwassermodul

Hier wird das Trinkwasser im Durchlaufprinzip erwärmt. Wird im Haus Warmwasser angefordert, wird es über einen Wärmetauscher (Frischwassermodul) bedarfsgerecht aufgeheizt. Das Frischwassermodul kann im Innern des Speichers, aber auch außerhalb des Behälters installiert werden. Da in diesem Fall keine große Trinkwasserbevorratung erforderlich ist, sind sie besonders hygienisch (keine Legionellen-Bildung). Daher werden Kombispeicher mit Frischwassermodul auch Hygienespeicher genannt. Weil bei dieser Variante der Regelaufwand höher ist, fällt auch der Kaufpreis entsprechend höher aus.

Die Vor- und Nachteile im Überblick

Du bist dir noch nicht sicher, ob sich ein Solar-Kombispeicher für dich lohnt? Wir haben für dich alle Vor- und Nachteile von Kombispeichern übersichtlich zusammengefasst.

Vorteile von solaren Kombispeichern

  • Puffer- und Warmwasserspeicher in nur einem Behälter
  • Platzersparnis
  • sehr effizient
  • nachrüstbar

Nachteile der solaren Kombispeicher

  • höhere Anschaffungskosten
  • wesentlich größer als Trinkwasser- oder Pufferspeicher
  • bei Tank-in-Tank-System Möglichkeit der Legionellen Bildung

Was kostet ein Kombispeicher, der solar betrieben wird?

Die Kosten hängen von der Speichergröße, Dämmqualität und Bauweise ab. Kleine Tank-in-Tank-Kombispeicher unter 1.000-Liter-Volumen bekommst du ab etwa 1.500 Euro. Kombispeicher mit Frischwassermodul kosten bei einem Fassungsvermögen von 1.000 Litern 2.000 bis 4.000 Euro.

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