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Gasheizung mit Solarthermie kombinieren: So geht’s!

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

01.08.2022

Letztes Update

07.09.2022

Die Gaspreise steigen, die Versorgung ist gefährdet. Die Kombination deiner Gasheizung mit Solarthermie hilft, Gas und Heizkosten zu sparen und Versorgungsausfälle zu überbrücken.

Inhalt des Blogartikels

Darum solltest du eine Gasheizung mit Solarthermie kombinieren

Die Gasheizung mit Solarthermie ist eine moderne Heizung, die zu einem Teil auf erneuerbaren Energien basiert. Diese Art der Heizung hat sowohl Vor- als auch Nachteile, die du berücksichtigen solltest, bevor du dich dafür entscheidest.

Wenn du dich bereits für eine Gasheizung mit Solarthermie interessierst, dann bist du nicht allein. Laut einer Studie der Europäischen Kommission wird die Solarthermie die am schnellsten wachsende erneuerbare Energiequelle in Europa sein.

Gasheizungen mit Solarthermie bieten eine Reihe von Vorteilen, einschließlich Energieeinsparungen, Nutzung erneuerbarer Energien und stellt eine moderne Heizungsvariante dar.

Vorteile:

  • Reduziert deine Kosten für Gas,
  • verringert die CO₂-Emissionen deiner Heizung,
  • verbraucht weniger Energie als eine herkömmliche Gasheizung,
  • die Kombination ist förderfähig.

Nachteile:

  • Die Anschaffungskosten sind höher als die einer herkömmlichen Gasheizung.
  • Es kann einige Zeit dauern, bis sich die Investition bezahlt macht.
  • Das Dach deines Gebäudes muss für die Installation der Solarmodule geeignet sein.

 

Aufbau und Technik von Gasheizungen mit Solarthermie-Unterstützung

Diese Hybridheizung nutzt zwei Wärmeerzeuger, einen Gasheizkessel und die Solarmodule auf dem Dach.

Gasheizung

Der Gasheizkessel wird, wie der Name schon sagt, mit einem gasförmigen Brennstoff betrieben. In der Regel ist das Erdgas. In ländlichen Gegenden mit einer Anlage von Bioabfällen kann es sich auch um Biogas handeln. Hast du keinen Gasanschluss zur Verfügung, bleibt dir noch die Variante, Flüssiggas aus einem Tank auf deinem Grundstück zu benutzen.

Ein moderner Gaskessel arbeitet mit Brennwerttechnik. Das heißt, der teure Brennstoff wird nach heutigem Stand der Technik optimal in Wärme umgesetzt. Bei der Brennwerttechnik wird zusätzlich Wärme aus dem Abgas entzogen. Dadurch ist der Gasverbrauch bei gleicher Wärmeleistung geringer als bei klassischen Heizkesseln ohne Brennwerttechnik.

Der Gasheizkessel erwärmt Wasser und über einen Wärmetauscher wird die so erzeugte Wärme an einen Pufferspeicher übergeben. Am Pufferspeicher ist die Anlage angeschlossen. Bei Heizbedarf wird warmes Wasser aus dem Pufferspeicher entnommen und durch die Heizungsanlage geschickt. Das durch den Heizungsvorgang abgekühlte Wasser kommt über den Rücklauf zum Pufferspeicher zurück und steht zur erneuten Erwärmung bereit.

Solarthermie

Das Herzstück dieser Anlage sind Solarthermie-Module auf dem Gebäudedach. In Ihnen befindet sich eine Flüssigkeit, die die Wärme von der solaren Einstrahlung aufnimmt. Die Solarflüssigkeit wird mit einer Pumpe durch einen Rohrkreislauf bewegt und gibt ihre Wärme über einen Wärmetauscher ebenfalls an den oben erwähnten Pufferspeicher ab. Anschließend gelangt die abgekühlte Solarflüssigkeit zurück in die Solarmodule und wird erneut erwärmt.

Hybridheizung mit Gas und Solarthermie

Die Kopplung von Gaskessel und Solarthermieanlage erfolgt also über den Pufferspeicher. Beide Systemteile tragen zur Erwärmung des Wassers im Pufferspeicher bei. Das bedeutet: Wärme, die durch die Solarthermie bereitgestellt wird, muss nicht mit dem Heizkessel erzeugt werden. Das spart Gas und damit Heizkosten.

Die Solarmodule können aber nur dann Wärme beisteuern, wenn die Sonne scheint. Nachts kommt von den Modulen keine Energie in Form von solarer Wärme. Aber dann springt der Heizkessel ein. Der Gasheizkessel sichert eine gewisse Grundlast ab und gleicht den Nachteil des unstetigen Betriebs der Solarmodule aus. Insgesamt benötigst du mit der Hybridheizung weniger Gas, als wenn der Gaskessel die gesamte Energie für Heizung und die Warmwassererzeugung allein liefern müsste.

Hin und wieder wird von einer Gasbrennwerttherme mit Solarthermie gesprochen. Das ist nicht korrekt. Eine Gasbrennwerttherme ist ein wandhängendes Gerät, das Warmwasser nach dem Durchlaufprinzip erzeugt. Als Kombitherme sorgt sie auch für die Heizung. Die Thermen sind aber für kleinere Anlagen und Wohnungen gedacht. Eine Kombination mit einem Pufferspeicher ist nicht vorgesehen und somit auch keine Kombination mit Solarthermie. Für diese Hybridheizungen ist ein Kessel notwendig.

 

Kosten und Förderungen von Gasheizungen mit Solarthermie

Welche Kosten kommen aber auf dich zu, wenn du dir eine moderne Heizungsanlage solar betreiben möchtest? Wir zeigen dir alle Ausgaben und mögliche Förderungen.

Kosten für die Kombination von Gasheizung und Solarthermie

Eine moderne Gasbrennwertheizung, die mit solarer Energie betrieben wird, kostet für ein übliches Einfamilienhaus zwischen 4.000 und 5.000 Euro. Eine Solarthermieanlage, die ausschließlich die Warmwasserbereitung für das Haus absichern soll, kostet ebenfalls 4.000 bis 5.000 Euro. Soll die Solarthermie zur Warmwasserbereitung und zur Heizung beitragen, ist eine größere Modulfläche notwendig. Damit steigen die Kosten für die Solaranlage auf 8.000 bis 9.000 Euro.

Möchtest du bei bestehender Gasheizung eine Solarthermie nachrüsten, ist ja bereits ein Gasanschluss vorhanden und in Nutzung. Bei einem kompletten Neubau einer Solarthermie-Gasheizung kommen zu den genannten Kosten noch etwa 2.000 Euro für die Installation eines Gasanschlusses hinzu.

Förderungen für Gasheizungen mit Solaranlage

Private Haushalte sind mit 17 Prozent am Gesamtausstoß des klimaschädlichen Gases CO₂ in Deutschland beteiligt. Das liegt vor allem an der eingesetzten Heiztechnik. Deshalb fördert der Bund schon seit Jahren den Umstieg auf klimafreundliche Heizungssysteme. Die Förderung ist seit Anfang 2021 im Gesetz „Bundesförderung für energieeffiziente Gebäude“ (BEG) festgeschrieben. Die dort aufgeführten Fördersätze gelten im Jahr 2022 unverändert fort.

Noch vor wenigen Jahren wurde schon der Umstieg auf eine Gasbrennwertheizung bezuschusst. Das gilt heute nicht mehr. Gefördert wird nur noch eine „renewable ready“ Gasbrennwertheizung, die auf die Kombination mit einer auf erneuerbaren Energien basierenden zweite Wärmequelle, zum Beispiel Solarthermie, vorbereitet ist. Und diese Kombination muss innerhalb von 2 Jahren nach Errichtung der Gasbrennwertheizung erfolgen. Diese Gasheizung wird mit 20 Prozent der Investitionskosten gefördert.

Für eine komplette Hybridheizung (zum Beispiel Gasbrennwert plus Solarthermie) übernimmt der Staat 30 Prozent der Kosten. Die Errichtung einer Solarkollektoranlage allein wird ebenfalls mit 30 Prozent bezuschusst.

Erfolgen die Modernisierungen auf Basis eines individuellen Sanierungsfahrplans, der von einem registrierten Energieberater erstellt wurde, zahlt der Staat weitere 5 Prozent der Investitionssumme als Zuschuss.

Derzeit ist nicht absehbar, ob diese Förderungen auch noch in den kommenden Jahren fortgeführt werden. Da aber der Staat am Ausstieg aus der Nutzung von fossilen Energieträgern für Heizzwecke interessiert ist, ist die Fortsetzung der Fördermaßnahmen recht wahrscheinlich.

 

Darum lohnt sich die Kombination Gasheizung und Solarthermie

Wenn du die Solarthermie deiner Hybridheizung ausschließlich für die Warmwassererzeugung einsetzt, sparst du gut 50 Prozent Gas und der Gaskosten, die ohne Solarthermie notwendig wären. Bei entsprechend dimensionierter Modulfläche kann die Solarthermie im Sommer 100 Prozent der Warmwasserbereitung übernehmen. Die Gasheizung wird in dieser Zeit dank der reichlichen solaren Einstrahlung nicht benötigt.

Ist die Solaranlage groß genug, um auch zur Heizungsunterstützung genutzt zu werden, liegt die solare Deckung zwischen 20 und 30 Prozent. Damit sparst du durch die Solarmodule ein Fünftel bis ein Drittel der ohne Solar anfallenden Gas- bzw. Heizungskosten ein.

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