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Hybridheizung: Gasheizung mit Solar

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

21.05.2021

Letztes Update

30.11.2021

Gasheizung mit Solar kombinieren: Effizient und sparsam heizen

Beim Heizungstausch ist die Gasheizung mit Solar eine besonders effiziente und umweltfreundliche Kombination, die langfristig Kosten spart. Zudem fördert der Staat die Anschaffung.

Inhalt des Blogartikels

Effizient heizen dank Gasheizung mit Solar

Im Vergleich zu einer alten Gasheizung kann ein modernes Brennwertgerät die Heizkosten nahezu um ein Drittel senken. Noch effizienter wird das Heizen, wenn du neben der Gasbrennwertheizung auch die Möglichkeiten der Solarthermie nutzt.

Warum ist die Brennwerttechnik so effizient?

Gasheizungen benötigen keinen Brennstoffspeicher und sind daher eine gute Alternative, wenn es um den Umstieg von einer alten Ölheizung auf neue Brennwerttechnik geht. Sollte noch eine alte Gasheizung in deinem Keller verbaut sein, lohnt sich eine Modernisierung in der Regel ebenfalls, weil eine Gasbrennwertheizung die Heizkosten mittelfristig erheblich senken kann.

Neben dem positiven Effekt für deinen Geldbeutel hilft das natürlich auch der Umwelt, weil wesentlich weniger fossile Energieträger verbrannt werden und sich somit die CO2-Bilanz sowie die ausgestoßenen Emissionen erheblich reduzieren lassen.

Die elektronische Dosierung der Gaszufuhr ermöglicht eine punktgenaue Nutzung. Die Heizung läuft also nicht mehr kontinuierlich, sondern nur dann, wenn du die Wärme für die Heizung oder zur Bereitung von Warmwasser wirklich benötigst.

Tipp: Ist kein Gasanschluss vorhanden, kann die Brennwerttechnik in der Regel auch mit Flüssiggas genutzt werden. Hierfür musst du dann lediglich einen entsprechenden Tank zur Bevorratung anschließen lassen – für Umsteiger von Ölheizungen also möglicherweise die perfekte Lösung, wenn kein Erdgas verfügbar ist.

 

Gas mit Solar kombinieren?

Dass die Heizung im Winter laufen muss, ist klar, doch was ist eigentlich im Sommer? Dann benötigst du die Heizung meist nur zur Bereitung von Warmwasser, damit du jederzeit warm duschen kannst. Wenn du die Gasheizung mit Solar oder einer Wärmepumpe kombinierst, kann die Warmwasserbereitung durch ein solches Hybridsystem stark entlastet oder sogar völlig ersetzt werden, wodurch sich die Heizkosten im Sommer drastisch senken lassen.

Hybridheizungen kombinieren also die Vorteile fossiler Energieträger mit der Nutzung kostenloser, erneuerbarer Energien. Während die Kombination mit der Wärmepumpe sehr beliebt, aber teuer ist, gilt die Hybridlösung mit Solarthermie als die kostengünstigere Lösung.

Wie funktioniert die Solarthermie?

Im Gegensatz zur Photovoltaik wird bei der Solarthermie die Energie der Sonne nicht zur Stromerzeugung genutzt, sondern zur Erhitzung eines Wärmemediums, das im Inneren der Solarkollektoren zirkuliert. Bei Sonnenschein absorbieren die Kollektoren die Wärmestrahlung und übertragen sie auf die Solarflüssigkeit.

Diese Wärme wird im Rohrnetz über eine Pumpe zum Solarspeicher transportiert, bei dem es sich im Prinzip um eine überdimensionierte Thermoskanne handelt. Größe und Auslegung von Pufferspeichern variieren je nach System.

Die Wärme kann so über längere Zeit effizient gespeichert werden, bis du sie benötigst. Über Wärmetauscher wird die Energie an das Heizungssystem abgegeben. Je nach Funktionsweise kann damit sowohl die Warmwasserbereitung als auch das eigentliche Heizungssystem mit zusätzlicher Wärme für die Raumheizung versorgt werden, wodurch der Heizbedarf über die Gasheizung sinkt.

Einsparungen von bis zu 40 Prozent lassen sich für besonders effiziente Systeme durchaus erreichen. Welche Auslegung der Solarthermie in Kombination mit der Gasheizung am effizientesten ist, hängt dabei stark von deinen individuellen Voraussetzungen ab.

Kann die Gasheizung mit Solar auch mit Photovoltaik funktionieren?

Bei der Kombination von Gasheizung mit einer Solaranlage ist in der Regel die Solarthermie gemeint. Die Photovoltaik erzeugt schließlich keine direkte Wärme, sondern Strom, den du allerdings theoretisch auch zur Warmwasserbereitung oder Heizungsunterstützung verwenden kannst.

Hier ist dann die Kombination in Form einer Hybridheizung mit Wärmepumpe die sinnvollste Variante, die zur Heizungsunterstützung genutzt und mit Strom aus der PV-Anlage quasi kostenlos betrieben wird.

 

Wichtige Voraussetzungen für die Kombination von Gasheizung mit Solar

Generell hängt die Effizienz jeder Solaranlage davon ab, wie viel Sonnenenergie genutzt werden kann. Die Ausrichtung und Neigung des Dachs (idealerweise 30 bis 40 Grad; Unterkonstruktionen können die Neigung entsprechend optimieren) spielen dabei eine entscheidende Rolle, ebenso wie die zur Verfügung stehende Dachfläche. Fällt diese zu gering aus, kann die Investition in eine Solaranlage aufgrund der teilweise hohen Anschaffungs- und Installationskosten uninteressant werden.

Obwohl die Südausrichtung von Dächern ideal ist, funktioniert die Solarthermie auch bei Ost- oder Westausrichtung in der Regel noch zufriedenstellend. Einbußen kannst du über größere Kollektorflächen oder effizientere Kollektorsysteme ebenfalls ausgleichen.

 

Gasheizung mit Solar kombinieren: Auslegung und Dimensionierung der Anlage

Bei der Planung einer Gasheizung mit Solarthermie musst du verschiedene Aspekte berücksichtigen. Aufgrund der individuellen Besonderheiten von Einfamilienhäusern und den baulichen Gegebenheiten sind pauschale Angaben nur sehr begrenzt möglich. Die folgenden Zahlen sind daher nur als Annäherungswerte zu verstehen. Für eine genaue Planung solltest du ohnehin frühzeitig einen erfahrenen Planer und Energieberater zu Rate ziehen.

Nicht jede Variante ist für jede Wohnsituation zu empfehlen. Wir unterscheiden zwischen 2 grundlegenden Systemen, nämlich der Gasheizung mit Solar zur reinen Warmwasserbereitung oder noch zur Heizungsunterstützung:

Gasheizung mit Solar (Warmwasserbereitung)

  • Flachkollektoren: circa 1 bis 1,2 m² Kollektorfläche pro im Haushalt lebender Person
  • Vakuumröhrenkollektoren: circa 0,8 bis 1 m² Kollektorfläche pro im Haushalt lebender Person
  • Wärmespeichergröße: circa 70 bis 100 Liter pro im Haushalt lebender Person
  • möglicher Deckungsgrad des Bedarfs an Warmwasser: bis zu 60 Prozent
  • mögliche Einsparung an Heizkosten: rund 10 Prozent

Gasheizung mit Solar (Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung)

  • circa 1 m² Kollektorfläche pro 10 m² beheizter Wohnfläche
  • Wärmespeichergröße: circa 50 Liter je m² Kollektorfläche (in der Regel nicht unter 1.000 Liter)
  • möglicher Deckungsgrad des Gesamtwärmebedarfs: bis zu 20 Prozent (bei größeren Anlagen auch mehr)
  • mögliche Einsparung an Heizkosten: rund 20 Prozent (je nach Energieeffizienz des Gebäudes mehr möglich)

Mit welchen Kosten ist für eine Gasheizung mit Solar zu rechnen?

Der Kostenaufwand richtet sich nach Größe und Auslegung der Anlage. Einige Richtwerte im Überblick:

  • Demontage der alten Heizung: circa 500 bis 1.500 Euro
  • Gastherme mit Brennwerttechnik (inklusive Montage): circa 5.000 bis 8.000 Euro
  • Gasanschluss beziehungsweise Flüssiggastank: circa 1.500 bis 3.000 Euro
  • Anlage für Solarthermie (inklusive Kollektoren, Speicher, Montage): 3.500 bis 5.000 Euro (Warmwasserbereitung); 8.000 bis 10.000 Euro (Heizungsunterstützung)

Die Gesamtkosten bewegen sich also je nach System zwischen 9.000 und 22.500 Euro. Hinzu kommen die jährlichen Kosten für die Wartung der Anlage.

 

Förderung für Gasheizung mit Solar beträgt bis zu 45 Prozent

Je nach Art des Vorhabens unterstützt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die Heizungsmodernisierung mit unterschiedlichen Fördersätzen nach der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG).

Für die Kombination einer Gasheizung mit Solar zu einer Hybridheizung erhältst du beispielsweise eine Förderung von 30 Prozent. Tauschst du eine alte Ölheizung gegen eine moderne Gasbrennwertheizung mit Solarthermie aus, sind 40 Prozent möglich. Eine Modernisierung nach individuellem Sanierungsfahrplan kann weitere fünf Prozent bringen.

 

Vorteile und Nachteile der Kombination von Gasheizung mit Solar im Überblick

Vorteile

  • Gasheizung kann nach Bedarf ein- und ausgeschaltet werden
  • Aufheizzeiten sind nicht nötig
  • keine Brennstoffbevorratung bei Erdgasanschluss erforderlich
  • Brennwerttechnik spart im Vergleich zu alten Gasheizungen viel Geld
  • weniger Emissionen
  • Gas und Solar gilt als günstigste Form der Hybridheizung

Nachteile

  • Anschluss für Erdgas notwendig (oder alternativ Flüssiggastank)
  • Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und entsprechender Preisentwicklung
  • Gas ist oft teurer als Holzpellets oder Heizöl
  • Pufferspeicher benötigt ebenfalls Platz

Fazit: Gasheizung mit Solar als günstigste Hybridheizung

Ist bereits ein Gasanschluss vorhanden und willst du eine bestehende Gasheizung modernisieren, kann die Kombination von Brennwerttechnik mit Solarthermie die Einsparungen erheblich vergrößern. Trotz der relativ guten CO2- und Emissionswerte bleibt Erdgas allerdings ein fossiler Brennstoff. Bei Nutzung der Förderungen kann die Kombination von Gasheizung mit Solar eine günstige Variante sein.

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