Autarkie

Dein Guide für Selbstversorgung und wirtschaftliche Unabhängigkeit: Wie du Autarkie erreichen kannst

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Der Wunsch nach Stabilität und Selbstbestimmung

Jedes Jahr gibt uns der Human Development Report (HDR) der vereinten Nationen einen Überblick über den Entwicklungsstand der Welt. Der Bericht beschäftigt sich mit Fragen des gesellschaftlichen, technologischen und politischen Fortschritts und fasst die Untersuchungsergebnisse in einer Rangliste der am weitesten entwickelten Länder zusammen. Im HDR 2019 landet Deutschland auf Platz 4 des globalen Rankings.

Vor diesem Hintergrund könnten wir uns eigentlich in Wohlstand und Sicherheit wiegen: Wir müssen uns keine Sorgen machen, dass Lebensmittel knapp werden, die landesweite Energieversorgung zusammenbricht oder essenzielle Ressourcen wie Wasser ausgehen. So die Theorie. In der Praxis dagegen haben Vorfälle der vergangenen Jahrzehnte (von Wirtschaftscrashs über Naturkatastrophen bis hin zu Versorgungsengpässen) gezeigt, dass es eine solche Stabilität nicht gibt – zumindest nicht in dem gewünschten Maße.

Die Situation dürfte sich in der Zukunft verschärfen. Nicht zuletzt durch den Klimawandel, der von einer großen Herausforderung schnell zu einer großen Bedrohung werden kann. In diesem Kontext sowie vor dem Hintergrund eines Umdenkens in der Gesellschaft fällt ein Begriff immer häufiger: Autarkie beziehungsweise autarkes Leben. Was damit gemeint ist, wie du Autarkie erreichen kannst und weshalb sich das nicht nur aus moralischen Gründen lohnt, erfährst du in diesem E-Book.

Häufig gestellte Fragen

Bei net4energy versuchen wir, deine am häufigsten gestellten Fragen zu beantworten! Stelle uns weitere Fragen und wir werden diese Beiträge entsprechend deiner Wünsche aktualisieren!

Was ist Autarkie?

Das Wort Autarkie stammt aus dem Altgriechischen: αὐτάρκεια (autárkeia) bedeutet so viel wie Selbstgenügsamkeit und Selbstständigkeit. Wer autark lebt macht sich unabhängig – von übergeordneten Systemen, Versorgungszwängen und wirtschaftlichen Machtverhältnissen. Es bedeutet die Abkehr von einem „konventionellen“ Leben hin zu Selbstbestimmung und Konsumverzicht.

Dabei umfasst Autarkie im Grunde alle Bereiche des täglichen Lebens: Wohnen, Heizen, Strom, Wasser, Ernährung, Mobilität und vieles mehr. Statt auf Energielieferanten, Supermärkte und Co angewiesen zu sein, nimmst du deine Versorgung selbst in die Hand. Neben dem Geschmack von Freiheit bringt dir das mehr Kontrolle über deinen eigenen Verbrauch.

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Autarkie wird manchmal synonym zu Autonomie benutzt. Während Autonomie sich auf deine uneingeschränkte Entscheidungs- und Handlungsfreiheit bezieht – du kannst wählen, von wem du etwas kaufst – geht Autarkie einen Schritt weiter: Du wirst selbst zu deinem eigenen Versorger. Außerdem wird Autonomie eher im Zusammenhang mit Nationen und Regionen benutzt und steht dann für Selbstverwaltung.
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Beispiel Energieversorgung per Solarstrom

Nehmen wir einmal das Beispiel der autarken Energieversorgung: Du bestimmst, aus welcher Quelle dein Strom stammt und kannst die Kosten für deinen Strom transparent kalkulieren. Wenn du Wert auf grüne Energie legst, ist das ein wichtiger Punkt. Obgleich die Versorger in dieser Hinsicht prinzipiell vertrauenswürdig sind: Wie nachhaltig dein von Energieunternehmen bezogener Ökostrom wirklich ist, lässt sich in der Regel nicht komplett nachvollziehen. Nutzt du dagegen eine Photovoltaikanlage für Solarstrom, weißt du genau, dass deine elektrische Energie ausschließlich von der Sonne stammt – einer erneuerbaren und klimafreundlichen Quelle.

Die meisten privaten Solarstromanlagen können nicht die komplette Energie für einen Haushalt produzieren – darauf werden wir später noch detaillierter eingehen. Aber gerade das kann einen weiteren Vorteil bedeuten: Du bekommst ein besseres Gefühl dafür, wie viel Strom dein Haushalt benötigt und verbraucht. Das stärkt dein Bewusstsein für deinen Bedarf. Und infolgedessen wirst du (im besten Fall) elektrische Geräte bewusster einsetzen und weniger (beziehungsweise effizienter) Strom verbrauchen.

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Besinnung auf Essenzielles

Denn auch das gehört zu einem autarken Lebensstil: Sich mehr auf das Wesentliche konzentrieren, den übermäßigen Konsum herunterfahren und Ressourcen sparsamer einsetzen. Somit kannst du Elemente der Autarkie sogar in deinen Alltag integrieren, wenn du nicht Möglichkeiten für beispielsweise die Installation einer Photovoltaikanlage oder einer energieeffizienten Heizung hast. Mit Aussteigertum oder einer Existenz abseits der Gesellschaft hat Autarkie nichts – oder besser gesagt nur im Extremfall etwas – zu tun.

Du kannst schon kleine Schritte unternehmen, um dich aus den allgemeinen Abhängigkeiten zu lösen. Nach und nach kannst du deine Autarkie immer weiter ausbauen. Vielleicht hast du irgendwann einen eigenen Garten, in welchem du Lebensmittel anbauen kannst. Oder du baust ein neues Haus, das du gemäß dem Prinzip der Selbstversorgung gestaltest. Es ist aber schon ein Anfang, wenn du versuchst, weniger (neu) zu kaufen und mehr „selbstzumachen“. Das schließt ein, kaputte Dinge zu reparieren und Kleingeräte zu nutzen, die mit Solarzellen statt per Batterie betrieben werden.

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Die Vorteile von Autarkie sind mannigfaltig und werden später noch ihren Platz finden. Bereits an dieser Stelle möchten wir dich darauf hinweisen: Ein autarkes Leben bringt mehr Vorzüge mit sich, als das Gefühl, „etwas Gutes für die Umwelt zu tun“. Du merkst schnell, wie viel Arbeit hinter selbstverständlichen Dingen wie Nahrung und Energiegewinnung steckt – und weißt die von dir verwendeten Ressourcen zu schätzen.

Autarkie in Deutschland

Der Wohlstand, in dem wir hierzulande leben, hat seinen Preis: Nie war die Auswahl an Waren, Services und Artikeln so groß – und noch nie so anonym, intransparent und komplex. Produktionsketten sind schwer bis gar nicht nachvollziehbar. Hersteller und Dienstleister werden immer unnahbarer. Und das Konsumverhalten basiert mehr auf unbewusster Beeinflussung denn auf aktiver Entscheidung.

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Schwindendes Vertrauen in Unternehmen

Es ist kaum verwunderlich, dass die Bevölkerung auch Unternehmen zunehmend kritischer sieht. Eine repräsentative Umfrage aus dem Jahr 2019 – durchgeführt vom Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen – beschäftigt sich mit dem Ansehen von Unternehmen. Und kommt zu dem Schluss: 39 Prozent der Befragten sehen Unternehmen in negativem Licht. 57 Prozent sagen sogar, dass Unternehmen vor allem ihren Gewinn steigern möchten – um jeden Preis. Dass Unternehmen langfristig denken und Verantwortung übernehmen, denkt dagegen nur ein Viertel der Befragten.

Ein ähnliches Bild zeichnet der Vertrauensindex 2020 , eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft: 60 Prozent der Teilnehmenden haben geringes, 11 Prozent gar kein Vertrauen in große Unternehmen. Und wie sieht es mit der Politik aus? Nicht einmal die Hälfte der Befragten hat großes (37,1 Prozent) oder sehr großes (3,0 Prozent) Vertrauen in die Bundesregierung.

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Das eigene Leben bestimmen

Die Folgen von Wirtschaftsskepsis und Politikverdrossenheit sind vielfältig und individuell verschieden. Ein prägnanter Effekt ist: Knapp die Hälfte der Deutschen hat den Wunsch, sich selbst zu versorgen und möglichst unabhängig vom Staat zu sein. Das fand eine Studie des IfD aus dem Jahr 2020 heraus. Demnach ist es rund 49,52 Millionen Menschen hierzulande besonders wichtig, dass sie selbstbestimmt und unabhängig leben.

Zum aktuellen Stand der Autarkie in Deutschland gibt es keine verlässlichen Zahlen und Studien. Fest steht aber: Autarkes Leben scheint vielen Menschen erstrebenswert. Natürlich besteht ein Unterschied zwischen einem Wunsch und der tatsächlichen Umsetzung. Doch Trends wie Urban Gardening (Gartenbau und Landwirtschaft im städtischen Raum) sind wichtige Indikatoren für die zunehmende Selbstversorgung in der Bevölkerung.

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Photovoltaik wächst und wächst

In diesem Zusammenhang hochinteressant: Der Anteil an Strom aus Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) nimmt in Deutschland Jahr für Jahr rasant zu. 2019 wurden ganze 46,7 Terawattstunden Strom mithilfe von Solarenergie erzeugt. Viele der PV-Anlagen sind dabei in Privathaushalten installiert. Bei weiterem Ausbau und effizienter Nutzung aller zur Verfügung stehender Flächen könnte zukünftig elektrische Energie im Umfang von etwa 248 Terrawattstunden erzeugt werden.

Damit spielt Solarstrom eine wichtige Rolle für den Umstieg auf erneuerbare Energien – sie gilt in der Bevölkerung als beliebteste Klimaschutzmaßnahme. Und für das Erreichen von Autarkie: Bereits jetzt könnten sich 20 Millionen Deutsche bei effizienter Verteilung mit privatem Solarstrom aus PV-Anlagen in der Nachbarschaft versorgen.

Autarkie in verschiedenen Lebensbereichen

Selbstbestimmt und unabhängig leben schön und gut. Doch wie sieht Autarkie konkret aus? Dazu macht es Sinn, sich die verschiedenen Lebensbereiche genauer anzusehen. Denn die Wege, um autark(er) zu werden, sind vielseitig.

Autark wohnen

Das Maß, in welchem du Autarkie erreichen kannst, hängt nicht nur davon ab, wie du lebst. Auch wo du lebst, hat einen entscheidenden Einfluss. Besitzt du ein Haus, kannst du nämlich eigenmächtig Umbauten vornehmen und deine eigenen vier Wände autark gestalten. Zusätzlich bist du noch ein Stückchen unabhängiger: Du musst keine Miete zahlen und kannst dich selbst um Angelegenheiten rund um das Gebäude kümmern. Doch auch in Mietverhältnissen lassen sich viele Wohnaspekte nachhaltig und autark gestalten – je nachdem, wie offen dein(e) Vermieter(in) ist.

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Was gehört zum autarken Haus?

Im Zentrum der Autarkie steht die Eigenversorgung. Für ein autarkes Haus brauchst du also Vorrichtungen, um selbst Strom und Wärme zu erzeugen – dazu später mehr. Außerdem musst du dich mit Wasser versorgen. Dein erster Impuls wäre jetzt vielleicht, auf Regenwasser zurückzugreifen. Das ist nicht dumm: Theoretisch genügt der Niederschlag in Deutschlands regenreicheren Regionen für die Wasserversorgung von Einfamilienhäusern. Allerdings macht dir hier die EU einen Strich durch die Rechnung, da sie Regenwasser nicht als Trinkwasser genehmigt. Du kannst es lediglich als Brauchwasser (zum Beispiel zum Bewässern von Pflanzen) nutzen.

Die Lösung kann ein eigener Brunnen sein. Der ist nicht gerade billig, außerdem melde-, genehmigungs- und kontrollpflichtig. Aber du darfst das Wasser (nach Freigabe durch das Gesundheitsamt) trinken und bist nicht auf schlechtes Wetter angewiesen. Plane dazu eine Wasseraufbereitungsanlage ein. Und vergiss nicht dein Ab- und Schmutzwasser (beispielsweise aus Toilette und Waschmaschine). Leitest du es in die Kanalisation, wird eine entsprechende Gebühr fällig. Alternativen sind Sickergruben – die aber nur in seltenen Fällen genehmigt werden – sowie vollbiologische Kläranlagen. Für letztere brauchst du die Genehmigung der zuständigen Unteren Wasserbehörde.

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Du kannst statt eines konventionellen Klos eine Komposttoilette installieren. Die kommt ohne Wasserspülung aus, riecht jedoch deutlich weniger stark als Plums- und Chemieklos.
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Welche Häuser bieten den höchsten Autarkiegrad?

Das absolute Maximum an Autarkie erreichst du beim Thema Wohnen mit einem Nullenergiehaus. Das sind Häuser, die ohne Fremdenergie auskommen. Das heißt, sie decken ihren gesamten Bedarf an Strom und Wärme über Eigenproduktion. Da sie energieeffizient gestaltet sind (unter anderem durch gute Dämmung), geht auch weniger Energie „verloren“.

Dennoch kann es bei Nullenergiehäusern in der Praxis passieren, dass Fremdenergie notwendig wird. Anders das Plusenergiehaus: Hier ist die Energieproduktion höher als der Energiebedarf. Durch das Speichern der überschüssigen Energie sind Plusenergiehäuser auch bei Flauten versorgt

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Welche alternativen Wohnkonzepte bieten sich für Autarkie an?

Du hast kein „richtiges“ Haus oder möchtest im Zuge der Autarkie neustarten? Wenn du Fan von Minimalismus bist, kannst du dir ein Tiny House oder Mini Haus zulegen. Auch ein umgebauter Bau- oder Wohnwagen kann als Behausung dienen. Beachte dabei aber, dass du auch bei diesen Optionen eine Baugenehmigung brauchst und dass dein Haus gewisse Voraussetzungen zu erfüllen hat (zum Beispiel Anbindung an das öffentliche Straßennetz). In Schrebergärten dagegen darfst du nicht dauerhaft wohnen. Und willst du in eine Gartenlaube umziehen, brauchst du vorab eine Genehmigung.

Alternativ kannst du noch einen Schritt weiter gehen und dich einer autarken Kommune anschließen oder selbst eine gründen. Dazu bieten sich alte Bauernhöfe an. Außerdem gibt es in Deutschland viele Ökodörfer. Diese leben größtenteils autark und zeichnen sich neben der Selbstversorgung durch Zusammenarbeit und Gemeinschaft aus.

Autarke Stromversorgung

Für Haushaltsgeräte, fürs Unterhaltungsangebot, zu Kommunikationszwecken: Elektrische Energie ist aus unserem Alltag nicht wegzudenken. Die Selbstversorgung mit Strom ist daher einer der zentralsten Punkte von Autarkie.

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Wie funktioniert autarke Stromversorgung?

Photovoltaik gilt als ebenso effiziente wie beliebte Maßnahme zur Energiegewinnung. Mit einer PV-Anlage nutzt du die Energie der Sonne, um Strom zu produzieren. Das ist nachhaltig und lohnt sich finanziell: Überschüssige Energie kannst du ins öffentliche Stromnetz speisen und dafür eine Vergütung kassieren. Da die Einspeisevergütung in den letzten Jahren gesunken ist, lohnt sich der Eigenverbrauch jedoch mehr. Auch, weil du dich so unabhängig von steigenden Strompreisen und Versorgungsengpässen machst.

Umsonst ist eine Solarstromanlage zwar nicht, doch die Preise fallen rasant: 2007 kostete eine PV-Anlage im Vergleich zu 2017 noch das Vierfache. Der größte „Nachteil“ – wenn man es so nennen kann – einer PV-Anlage ist der Platz, den sie benötigt. Solarstromanlagen lohnen sich besonders, wenn du eine große Fläche wie einen Garten oder ein Dach zur Verfügung hast.

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Es gibt kleine PV-Anlagen für den Balkon, Elektrogeräte mit integrierten Solarzellen und Solarboxen, mit denen du deine Stromversorgung selber bauen kannst. Für wirkliche Energieautarkie reicht die Leistung dieser Lösungen nicht aus. Du kannst dich aber etwas unabhängiger und deine Stromversorgung nachhaltiger machen.
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Ist es möglich, mit Photovoltaik komplett autark zu leben?

Zugegeben: Es ist schwierig, mit einer Solarstromanlage vollständige Autarkie zu erreichen. Die Leistung der Anlage sollte dem Siebenfachen deines jährlichen Strombedarfs entsprechen. Der durchschnittliche Stromverbrauch pro Kopf liegt in Deutschland bei 1.400 Kilowattstunden. Du bräuchtest demnach eine Anlage mit einer Leistung von 9.800 Kilowattstunden. Bei einem Mehrpersonenhaushalt müsste die Leistung entsprechend höher sein. Möchtest du dich höchstmöglich mit Energie selbstversorgen, gilt es entsprechend zu planen.

Hinzu kommt, dass die Sonne nicht konsequent dieselbe Menge Energie liefert. An wolkigen Tagen, nachts und im Winter fällt der Stromertrag deiner PV-Anlage geringer aus. Dem lässt sich allerdings entgegenwirken. Mit einem Speicher für Solarstrom kannst du überschüssige Energie aus deiner Anlage „zwischenlagern“. Zu sonnenarmen Zeiten steht dir diese bereit und gleicht das Energiedefizit aus. Mit Solarstromspeichern kann ein Autarkiegrad von bis zu 80 Prozent erreicht werden.

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Es gibt auch sogenannte Inselanlagen mit hundertprozentiger Autarkie. Diese lohnen sich aber nur an Orten mit schlechter (beziehungsweise unverhältnismäßig aufwändiger) Anbindung ans öffentliche Stromnetz – beispielsweise Berghütten, Ferienhäuser und Wohnmobile. Oft können selbst Inselanlagen nicht das ganze Jahr über Autarkie garantieren und sind auf zusätzliche Stromaggregate (mit Benzin-, Diesel- oder Gasbetrieb) angewiesen.
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Wie kann ich meine Energieautarkie weiter steigern?

Du kannst noch mehr aus deiner PV-Anlage herausholen und sie mit einer Kleinwindanlage kombinieren. Mit dieser gewinnst du zusätzlichen Strom durch Windenergie. Wie private PV-Anlagen liefern auch private Windenergieanlagen alleine nicht ausreichend Strom zur autarken Versorgung. Im Team können sie deinen Autarkiegrad aber auf bis zu 100 Prozent steigern. Die Kombination macht Sinn, weil sonnenärmere Jahreszeiten häufig windiger sind und umgekehrt. So bekommst du ganzjährig eine relativ konstante Energieversorgung.

Wenn du besonders viel Strom verbrauchst und trotzdem autark sein möchtest, kannst du deine PV-Anlage auch mit einem Blockheizkraftwerk verbinden. Das sind energieproduzierende Anlagen, die über Verbrennungsmotoren, Gasturbinen oder Brennstoffzellen funktionieren. Blockheizkraftwerke basieren zwar nicht auf erneuerbaren Energien, gelten wegen ihrer hohen Effizienz aber dennoch als nachhaltig. Sie dienen in erster Linie zum Heizen. Über Abwärme können sie auch Strom erzeugen.

Autarke Heizung

Du benötigst nicht nur elektrische Energie. Falls du nicht zufällig an einem Ort mit konstant warmem Klima lebst, ist auch Heizen ein essenzielles Thema. Und selbst bei hohen Außentemperaturen benötigst du Energie, um Wasser zu wärmen.

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Wie kann ich autark Wärmeenergie erzeugen?

Wie Strom kannst du auch Wärmeenergie mithilfe der Sonneneinstrahlung gewinnen. Tatsächlich ist das sogar noch einfacher und dementsprechend (kosten)günstiger. Anlagen für diesen Zweck heißen Solarthermien. Sie kommen ohne Brennstoff aus und funktionieren dezentral. Sie haben jedoch ein entscheidendes Manko: Nachts und bei wenig Sonne liefern sie unzureichend Wärme. Anders als bei PV-Anlagen gibt es bislang kaum Möglichkeiten zur Langzeitspeicherung der Energie – und die verfügbaren sind mit ihren gigantischen Ausmaßen platzmäßig und kostentechnisch für Privathaushalte keine echte Option.

Eine veritable Alternative sind Wärmepumpen. Das sind Heizungssysteme, die Wärmeenergie aus der Umgebungsluft, dem Grundwasser und dem Erdreich gewinnen. Du verbrennst kein Öl, kein Gas und keine Kohle, sondern heizt ausschließlich mit unendlichen und frei verfügbaren Ressourcen. Erd- und Wasser-Wärmepumpen benötigen viel Platz und machen vor allem für Einfamilienhäuser Sinn. Luft-Wasser-Wärmepumpen kannst du dagegen auch mit weniger zur Verfügung stehender Fläche nutzen. Da Wärmepumpen für ihren Betrieb Strom benötigen, bietet sich die Kombination mit einer PV-Anlage an. Dadurch kannst du deine Autarkie beim Thema Energie maximieren.

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Gibt es zusätzliche Optionen zum autarken Heizen?

Photovoltaik dient zur Stromgewinnung. Mit einem Elektro-Heizstab kann überschüssige elektrische Energie jedoch in Wärmeenergie umgewandelt werden. Damit kann die PV-Anlage auch zum Heizen beitragen – zumindest in kleinem Maße. Den Großteil deines Solarstroms brauchst du schließlich für die Stromversorgung deines Haushalts.

Eine weitere, neuere Technologie ist die Brennstoffzellenheizung. Sie gewinnt Wasserstoff aus Erdgas und verbrennt diesen. Das ist nachhaltiger und umweltfreundlicher als es im ersten Moment klingt. Und du kannst so deine Autarkie steigern. Übrigens: Selbst mit klassischen Heizsystemen kannst du autark leben, sofern du nachwachsende Brennstoffe wie Holz nutzt. Aus einer Klimaschutzperspektive sind Solarthermie und Wärmepumpe aber die empfehlenswertere Wahl.

Autarke Lebensmittelversorgung

Lebensmittelskandale, fragwürdige bis ungesunde Inhaltsstoffe und Lieferwege über den halben Globus hinweg: Es gibt viele Gründe, die Nahrungsversorgung in die eigenen Hände zu nehmen – und viele Möglichkeiten, um das zu tun.

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Wie sieht autarke Lebensmittelversorgung aus?

Wie du dich am besten selbstversorgst, hängt von deinem individuellen Anspruch ab. Der einfachste Weg, um für einen vollen Kühlschrank zu sorgen, ist der Anbau von Obst und Gemüse. Wobei „einfach“ Auslegungssache ist: Es gibt pflegeleichte Sorten wie Radieschen, Salate oder Brombeeren und anspruchsvollere wie Auberginen, Paprika und Tomaten. Hast du wenig bis gar keine Erfahrungen mit dem Obst- und Gemüseanbau solltest du mit unkomplizierten Pflanzen starten und dein Repertoire nach und nach erweitern. Viele Sorten kannst du im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon (mithilfe von Hochbeeten) anbauen. Möchtest du deine Lebensmittelautarkie erhöhen, könnte ein kleines Gewächshaus infrage kommen. Damit du auch im Winter von Obst und Gemüse aus dem Eigenanbau zehrst, kannst du dieses einkochen oder fermentieren.

Pflanzen genügen dir nicht zur Ernährung? Dann kannst du dir Kleinvieh wie Geflügel, Schafe oder Ziegen zulegen. Je nach Tierart ist das natürlich nur mit entsprechenden Gartenflächen möglich. Hühner – 4 Hennen und ein Hahn – kannst du allerdings auch in Wohngebieten halten. Dazu musst du die Tiere beim lokalen Veterinäramt und der Tierseuchenkasse melden. Du darfst auch Bienen züchten. Kläre aber am besten vorher ab, ob es Allergiker in deiner Nachbarschaft gibt.

Autarker Konsum

Du kannst nicht alles selbstherstellen. Für bestimmte Gebrauchsgegenstände, Konsumgüter und Haushaltsgeräte benötigst du umfangreiche Ressourcen und Fachwissen. Trotzdem kannst du auch in diesem Bereich eine gewisse Autarkie und Nachhaltigkeit erreichen.

Wie gestalte ich meinen Konsum autarker?

Das Reduzieren aufs Wesentliche ist ein wichtiger Aspekt, wenn du Autarkie als Ideologie begreifst. Das bedeutet konkret, dass du nur kaufst, was du definitiv brauchst. Viele Dinge kannst du in gutem Zustand secondhand erwerben – von Kleidung über Elektronik bis hin zu Kinderspielzeug. Falls es in deiner Stadt keinen Gebrauchtladen gibt, kannst du dich auf Flohmärkten und den diversen Online-Plattformen umschauen.

Von Förderung bis Smart Home: 12 Tipps für autarkes Leben

Du kennst nun die wichtigsten Eckpfeiler für ein autarkes Leben. Damit du deine Autarkie ebenso effektiv wie problemlos steigern kannst, haben wir dir ein paar hilfreiche Tipps zusammengestellt.

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Beachte die Vorschriften beim Bau deines autarken Hauses!

Ein Neubau ist eine tolle Möglichkeit, um das Wohnen autark und nachhaltig zu gestalten. Du darfst jedoch nicht das deutsche Baurecht außer Acht lassen. Das schreibt bestimmte Normen vor, beispielsweise was die verwendeten Baumaterialien angeht. Ignorierst du die Vorschriften, bekommst du mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Baugenehmigung. Falls du trotzdem baust, werden saftige Geldstrafen fällig und die Nutzung des Hauses verboten.

Kenne die Kosten für dein autarkes Haus!

Autarkie hat ihren Preis. Technologien wie Solaranlagen, Wärmepumpen und Blockheizkraftwerke sowie deren Wartung sind nicht günstig. Hinzu kommen Kosten für Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz (beispielsweise Wärmedämmung und spezielle Fenster) sowie Genehmigungsgebühren. Im Einzelnen solltest du dich auf folgende Ausgaben einstellen:

Das ist ohne Frage viel Geld. Die Investition lohnt sich jedoch. Nicht nur fürs Klima: Auch finanziell amortisieren sich die Maßnahmen mit der Zeit.

Lass dein autarkes Haus fördern!

Keine Sorge, du bleibst nicht auf den gesamten Kosten sitzen – schließlich trägt deine Nachhaltigkeit zum Allgemeinwohl bei. Dementsprechend fördern der Staat (besonders das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle), Städte und Kommunen PV-Anlagen, Wärmepumpen und Co. Eine wichtige Rolle spielt außerdem die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Die nationale Förderbank bezuschusst sowohl den Neubau als auch den Kauf energieeffizienter Häuser sowie die energetische Sanierung bestehender Gebäude. Die Höhe der KfW-Förderung ist abhängig von der Energieeffizienz des Objekts. Zur Orientierung hat die Förderbank den KfW-Effizienzhaus-Standard etabliert. Zusammengefasst besagt der: Je weniger Energie die Immobilie insgesamt benötigt und je besser die Wärmedämmung ist, desto mehr Geld gibt es. Durch verschiedene Baumaßnahmen kannst du für dein Gebäude verschiedene Standards erreichen: 55, 70, 85, 100 und 115. Als Richtwert dient der Standard 100. Er entspricht dem KfW-Effizienzhaus 100, das gemäß der Energieeinsparverordnung (EnEV) konzipiert wurde.

Nutze Smart-Home-Lösungen für mehr Energieautarkie!

Moderne Smart-Home-Technologie bringt ganz neue Möglichkeiten mit sich. Auch für autarkes Leben: Indem du Automatisierung (beispielsweise Regulation der Raumtemperatur, Abschalten der Heizung bei geöffneten Fenstern oder Aktivierung von Waschmaschine und Geschirrspüler bei überschüssigem Strom) nutzt, kannst du deine selbst produzierte Energie effizienter gebrauchen.

Sichere dich zusätzlich ab!

Photovoltaikanlagen sind äußerst zuverlässig. Trotzdem kann es zu Defekten und Ausfällen kommen. Damit dir in solchen Situationen weiterhin Elektrizität und Warmwasser zur Verfügung stehen, solltest du auch bei autarker Komplettversorgung einen Anschluss ans öffentliche Netz haben. Zusätzliche Absicherung bekommst du durch einen Stromspeicher.

Kompostiere und produziere deinen eigenen Nährboden!

Baust du deine eigenen Lebensmittel an, benötigst du verschiedene Materialien. Allen voran: Nährstoffreiche Erde. Statt diese im Baumarkt oder Gartencenter zu kaufen, kannst du sie selbstherstellen. Dafür brauchst du nur einen Kompost, auf dem du Essensreste und Bioabfälle sammeln kannst.

Gestalte deine Mobilität autark!

Theoretisch kannst du mit der Kombination aus Elektroauto und leistungsstarker PV-Anlage mobile Autarkie erreichen. In der Praxis reicht dein Solarstrom aber vermutlich nicht für Haushalt und Auto. Doch zum Glück gibt es eine absolut autarke Mobilitätsalternative: das gute alte Fahrrad. Lege möglichst viele Strecken per Drahtesel zurück und spare so Kosten und Ressourcen. Oder gehe zu Fuß – so bist du nicht einmal von Ersatzteilen und Reparaturdienstleistungen abhängig.

Erhalte auch ohne Leitung Zugang zum Internet!

Du musst für autarkes Leben nicht aufs Internet verzichten. LTE- und UMTS-Router sind mobile Lösungen für breitbandstarken Online-Zugang an vielen Standorten in Deutschland. Mit dem Ausbau des 5G-Netzes dürfte die Technologie noch praktikabler werden. Darüber hinaus kannst du von überall per Satellitenschüssel ins Internet kommen, sogenanntes SkyDSL. Die Anschaffungskosten für die Hardware sind zwar hoch, dafür entsprechen die Nutzungsgebühren etwa denen eines herkömmlichen DSL-Anschlusses.

Mach deine Ausstattung und Geräte autarker!

Wusstest du, dass du einige Haushaltsgeräte durch stromlose Alternativen ersetzen kannst? Handwaschmaschinen beispielsweise setzen auf (minimale) Muskelkraft statt elektrische Energie. Und deinen Kühlschrank kannst du durch eine Blechkiste in einem Erdloch austauschen. Sollte dir das zu „spartanisch“ sein, kannst du auf einen Absorberkühlschrank zurückgreifen. Der funktioniert mit Solarenergie oder Gas und genügt einfachen Ansprüchen. Möchtest du nicht auf deine technischen Geräte verzichten, konfiguriere sie autarkiefreundlich: Nutze Laptop und Smartphone öfter im Energiesparmodus und lege dir ein Solar-Ladegerät zu. Mini-Solarmodule gibt es auch für andere Kleingeräte wie Lampen.

Vermeide Abfall und Müll!

Im Schnitt produziert jede(r) Deutsche jährlich 227,5 Kilogramm Müll. Wenn du bedenkst, dass die meisten Verpackungen nur wenige Gramm wiegen, ist das ein ziemlicher Berg Abfall. Allein aus Umweltschutzgründen ist es wichtig, Müll so gut es geht zu vermeiden. Während du Essensreste auf deinem Kompost weiterverwerten kannst, ist das bei anderen Arten von Abfall schwieriger. Versuche darum Verpackungen, Plastiktüten und dergleichen von vornerein zu vermeiden. Mit etwas Kreativität kannst du außerdem aus vielem, was als Abfall gilt, etwas Neues herstellen, Stichwort „Upcycling“. Übrigens: Autarkie hin oder her – als privater Haushalt bist du qua Kreislaufwirtschaftsgesetz dazu verpflichtet, deinen Müll der öffentlichen Abfallentsorgung zu überlassen.

Erweitere deine Kompetenzen und Fähigkeiten!

Autarkie bedeutet nicht, sich von der restlichen Gesellschaft abzukapseln. Bei Gesundheitsfragen, rechtlichen Anliegen und anspruchsvollen Technikthemen solltest du Fachleute zurate ziehen. Gleichzeitig schadet es nicht, wenn du dich selbst weiterbildest. Ausgeprägtes Heimwerker-Know-how ist in vielen Situationen hilfreich. Und Wissen über Flora, Fauna und die Natur im Gesamten können für Lebensmittelanbau und Ressourcenversorgung nützlich sein.

Stelle Hygieneartikel und Reinigungsprodukte selbst her!

Schluss mit Chemie: Viele Haushaltsmittel musst du nicht kaufen. Waschmittel kannst du beispielsweise mit Seife und Soda selbst machen. Oder du wäschst alternativ mit Efeu oder Kastanien. Auch andere Produkte wie Zahnpasta, Spülmittel und Allzweckreiniger lassen sich unkompliziert selbstherstellen oder durch natürliche Alternativen ersetzen. Und sogar Kosmetikartikel wie Peelings und Lippenbalsam sind mit dem richtigen Rezept im Handumdrehen produziert.

Warum immer mehr Menschen autark(er) leben wollen

Technologischer Fortschritt, globale Kooperationen und wachsender Wohlstand sind grundsätzlich positive Entwicklungen. Dennoch haben sie Schattenseiten: Oft gehen sie zu Lasten der Umwelt, schaffen riskante Abhängigkeiten und funktionieren nicht auf dem Prinzip des sozialen Zusammenhalts, sondern auf dem der Ellbogengesellschaft. Nach dem „immer mehr“ der letzten Jahrzehnte findet ein Umdenken in der Gesellschaft statt.

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Vorteile der Autarkie

Autarkie ist längst nicht nur etwas für „Ökos“ und Aussteiger. Das Thema Selbstversorgung ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen und spricht immer mehr Menschen an. Häufig verbinden diese Autarkie mit Konsumskepsis beziehungsweise -kritik sowie mit Konzepten wie Minimalismus und Simple Living (einfaches Leben). Die Liste der Gründe, sich für Autarkie zu entscheiden, ist lang – weg von der Überflussgesellschaft, Versorgungssicherheit, Klimaschutz und vieles mehr. Doch die Liste der Vorteile des autarken Lebens ist noch länger.

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Du wirst unabhängig und selbstbestimmt

Der offensichtlichste Vorteil der Autarkie ist, dass du dein Leben freier und eigenständiger gestalten kannst. Steigende Energiepreise infolge einer Ölkrise? Unsicherheit wegen eines Lebensmittelskandals? Gesellschaftlicher Zwang, immer das neueste Technikspielzeug zu haben? All das kann dir egal sein. Du bestimmst, was du benötigst und weißt, woher es stammt. Versorgungsengpässe stellen für dich kein Risiko dar. Du kannst sie frühzeitig absehen und Gegenmaßnahmen einleiten. Indem du dein Wissen erweiterst und deine Fertigkeiten ausbaust, wirst du eigenständiger und im Optimalfall sogar selbstsicherer.

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Du tust etwas für die Umwelt

Fast alle Dinge, die wir kaufen (vom konkreten Konsumartikel bis zu Abstraktem wie Energie) ist mit einem gewissen Produktionsaufwand verbunden. In den meisten Fällen kommen noch Transport, Vertrieb und Entsorgung hinzu – alles Faktoren, die mal mehr mal weniger stark die Umwelt und das Klima belasten. Bei der Autarkie dagegen müssen Waren nicht über lange Strecken in LKW und Flugzeugen transportiert, keine langen Leitungen gelegt und Berge an Plastikmüll beseitigt werden. Klar, um viele autarke Prozesse in Gang zu bringen, brauchst du Produkte, die du nicht selbstherstellen kannst. Damit du beispielsweise Solarstrom nutzen kannst, brauchst du eine Photovoltaikanlage. Bei deren Produktion entsteht auch CO2. Allerdings nur da: Im Betrieb sind PV-Anlagen komplett emissionsfrei. Dadurch entspricht ihr CO2-Abdruck pro erzeugter Kilowattstunde Strom gerade einmal 4,65 Prozent des Abdrucks von Braunkohle. Ähnliche – und teils noch signifikantere Verbesserungen – kannst du auch mit vielen anderen autarken Maßnahmen erreichen.

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Du entwickelst ein neues Bewusstsein

Es klingt im ersten Moment vielleicht esoterisch. Aber autark zu leben bedeutet naturverbundener und bewusster zu leben. Nicht nur, weil du Ressourcen sparsamer einsetzt und dich eingehender mit deinen Bedürfnissen auseinandersetzt. Du fängst an, dich mit Natur und Naturwissenschaft zu beschäftigen. Um Gemüse anzubauen ist es beispielsweise wichtig, die Eigenschaften und Ansprüche von Pflanzen zu kennen oder das Wetter besser zu verstehen. Durch die Nutzung von Solarenergie fängst du eventuell an, dich für die Technik dahinter zu interessieren. Und insgesamt dürftest Vorgänge und Aspekte deines Lebens häufiger hinterfragen und reflektieren.

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Du lebst gesünder

Deine physische Gesundheit profitiert von Autarkie. Du wirst mehr frische und nährstoffreiche Lebensmittel zu dir nehmen, die ohne industrielle Verarbeitung auskommen. Und der Bequemlichkeit einer verwöhnten Konsumgesellschaft wirkst du mit körperlicher Betätigung (zum Beispiel Gartenarbeit oder Fahrradfahren) entgegen. Doch du förderst auch deine psychische Gesundheit. Denn Autarkie kann von Konsum- und Leistungsdruck befreien sowie für einen aufgeräumten Geist und innere Balance sorgen. Außerdem beginnst du Ressourcen wertzuschätzen, was zu einer insgesamt positiveren Lebenseinstellung führen kann.

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Du sparst Kosten

In einer Umfrage zur Motivation, eine PV-Anlage zu installieren, gab nicht einmal jeder fünfte Solarstromnutzer finanzielle Gründe an. Tatsächlich dürften die wenigsten der autark Lebenden dies wegen des schnöden Mammons tun. Dennoch ist die Geldersparnis, die Autarkie mit sich bringt, ein nicht zu vernachlässigender Punkt. Natürlich sind für viele Maßnahmen Vorabinvestitionen nötig, die selten günstig sind. Doch wie bereits erwähnt rechnen diese sich bei langjähriger Nutzung. So kannst du zum Beispiel mit Photovoltaik im Schnitt 20 Cent pro Kilowattstunde sparen (im Vergleich zum Strom von Stadtwerken und anderen Energielieferanten) . Installierst du eine Wärmepumpe, kannst du wiederum dauerhaft die Kosten für Brennstoffe, Wartungen und den Schornsteinfeger sparen. Besonders wirtschaftlich sind außerdem solche Maßnahmen, die du mit wenig Aufwand realisieren kannst und von denen du täglich profitierst – beispielsweise das Anbauen eigener Lebensmittel.

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Aktuelle Hindernisse für Autarkie

Bei all diesen Vorteilen stellt sich die berechtigte Frage: Wieso leben wir nicht alle autark?

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Persönliche Hindernisse für Autarkie

Für viele Menschen ist vollständige Autarkie nicht umsetzbar. Sie scheitert vor allem an äußeren Gegebenheiten. Wer in einer gartenlosen Mietwohnung mitten in der Stadt lebt, kann nicht ohne weiteres eine PV-Anlage oder Wärmepumpe einbauen. Sogar der Anbau von Lebensmitteln ist unter diesen Umständen schwierig umsetzen. Weitere persönliche Gründe sind:

  • Hohe Kosten: Nicht jeder kann die Investitionskosten autarker Systeme stemmen. Dass die Maßnahmen in großen Teilen gefördert werden, haben viele nicht auf dem Schirm.
  • Fehlendes Selbstvertrauen: Autarkie bedeutet nicht nur finanzielle Investitionen. Für ein autarkes Leben ist ein gewisses Know-how vonnöten, das sich manche Menschen nicht zutrauen.
  • Umstellungsschwierigkeiten: Autark leben heißt, anders zu leben als bisher. Damit beginnt Autarkie im Kopf. Sich von alten Gewohnheiten und dem Komfort der Fremdverantwortung loszusagen, kann schwerfallen.
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Rechtliche Hindernisse für Autarkie

Darüber hinaus dämpft die Rechtslage die Autarkie-Euphorie ein wenig. Zum einen brauchst du für viele Maßnahmen die Erlaubnis deines Vermieters beziehungsweise des Grundstückbesitzers oder der Eigentümergemeinschaft (es sei denn, du wohnst in deinem eigenen Haus). Zum anderen behindern einige Vorschriften, Richtlinien und Gesetze die hundertprozentige Autarkie:

  • Anschlusszwang beim Hausbau: Wer ein neues Haus plant, ist baurechtlich dazu verpflichtet, dieses an die Kanalisation anzuschließen. Im Zuge dessen wird eine Abwassergebühr fällig. Außerdem bekommst du einen externen Wasseranschluss – den du allerdings nicht zwangsweise nutzen musst.
  • Verbot der Regenwassernutzung: Wie bereits erläutert darfst du Regenwasser in der EU nur als Gebrauchs- nicht als Trinkwasser nutzen. Damit versiegt eine zusätzliche Quelle autarker Versorgung.
  • Vorschrift von Baumaterialien: Das öffentliche Baurecht grenzt die Auswahl der in Deutschland verwendbaren Baustoffe ein. Die gute Nachricht: Nachhaltige(re)s Bauen ist trotzdem möglich, beispielsweise durch die Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen wie Holz oder recycelten Materialien.
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  • Gesetz zur Müllentsorgung: Das Kreislaufwirtschaftsgesetz schreibt vor, dass du deine Abfälle an das örtliche Entsorgungsunternehmen übergibst – sprich, von der Müllabfuhr abholen lässt oder zum Wertstoffhof bringst.
  • Pflicht zur Krankenversicherung: Jeder Deutsche muss krankenversichert sein und in eine Krankenversicherung einzahlen. Das ist prinzipiell gut und im Zusammenhang mit Autarkie nur nebensächlich. Diese Abhängigkeit bleibt jedoch bestehen.
  • Artgerechte Haltung von Tieren: Tierschutz wird hierzulande (zu Recht) großgeschrieben. Du darfst viele Tiere nur unter strengen Vorschriften halten und musst das Tierwohl garantieren können. Im urbanen Raum sowie dicht besiedelten Wohngebieten ist das nur bei wenigen Tierarten möglich.
  • Begrenzung des Fällens von Bäumen: Auch Bäume sind in Deutschland geschützt. Prinzipiell darfst du Bäume auf deinem Grundstück fällen – allerdings nur in einem sehr engen Rahmen. Neben mehrmonatigen Schonzeiten (die ebenfalls für Sträucher und Hecken gelten) zugunsten des Artenschutzes sind die Bedingungen zum Fällen von Bäumen auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene geregelt.
  • Meldung eines Hauptwohnsitzes: Du bist in Deutschland dazu verpflichtet, deinen Wohnsitz anzumelden. In einem Wohnmobil statt in einem Haus zu leben ist nur bedingt möglich. Du kannst dich zwar „ohne festen Wohnsitz“ anmelden. Allerdings kannst du ohne festen Wohnsitz kein Wohnmobil anmelden – ein Teufelskreis.
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Du kannst deinen Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit trotzdem mit einem Leben im Wohnwagen/-mobil verbinden: Manche Campingplätze können als Wohnsitz registriert werden. Informiere dich am besten, ob der Campingplatz deiner Wahl diese Voraussetzung erfüllt.
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Technologische Hindernisse für Autarkie

Es klingt fast ironisch, aber: Autarkes Leben ist in gewissem Maße abhängig von Technik. Hier werden Jahr für Jahr neue Fortschritte gemacht und neue Innovationen ausgetüftelt. Dennoch gibt es physikalische und technologische Faktoren, welche das vollständig autarke Leben ausbremsen.

  • Größe und Position der PV-Anlage: 1 Kilowatt Peak (das Maß der Nennleistung von Solaranlagen) benötigt eine Fläche von 10 Quadratmetern. Gleichzeitig musst du auch die Ausrichtung, die Neigung und eine eventuelle Verschattung (durch Bäume oder andere Gebäude) der Solarmodule bedenken. Das erschwert die Suche nach dem optimalen Ort für die Photovoltaikanlage.
  • Unregelmäßigkeit der Natur: Bei allen Vorteilen hat Solarenergie den Nachteil, dass sie unzuverlässig geliefert wird. Nachts, bei Wolken und im Winter gibt es wenig Sonnenlicht und damit auch weniger Solarstrom. Ähnlich verhält es sich bei Kleinwindanlagen.
  • Dimensionen von Speichern: Stromspeicher sind eine großartige Möglichkeit, um die natürliche Irregularität von Wind und Wetter auszugleichen. Jedoch gilt: Je mehr Energie gespeichert (und je mehr Autarkie erreicht) werden soll, desto größer ist das Gerät. Für ausreichend dimensionierte Speicher ist daher nicht in jedem Haushalt Platz.
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Ein intelligenter Stromzähler (ein sogenannter Smart Meter) verschafft dir einen Überblick darüber, wann du wie viel elektrische Energie benötigst und verbrauchst. Mithilfe der Daten aus dem Gerät kannst du deine Solarstromproduktion und -nutzung optimieren – und den technologischen Hindernissen ein Stück weit entgegenwirken.

Zukunft der Autarkie – Autarkie als Zukunft

Sich von Fremdbestimmung loszusagen und freier zu leben, ist für Autarkie-Begeisterte mehr als bloße Träumerei. Trotz der erwähnten Hindernisse ist Selbstversorgung ein konkreter Plan von mehr und mehr Menschen in Deutschland.

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Ausbau der Photovoltaik

Nehmen wir einmal das Autarkie-Flaggschiff Photovoltaik: Laut einer forsa-Umfrage sind knapp zwei Drittel der Eigenheimbesitzer von Solarenergie überzeugt und nutzen eine PV-Anlage oder planen die Nutzung einer solchen.

Eine andere Studie – durchgeführt von einem bekannten Vergleichsportal – zeigt, dass das Interesse an Photovoltaik bundesweit besteht. Besonders in NRW und Sachsen steht Solarenergie hoch im Kurs. Mehr als ein Drittel möchte den Solarstrom für den Eigenverbrauch nutzen, 58,89 für Eigenverbrauch und Netzeinspeisung. Außerdem planen nur 12,22 Prozent sich definitiv keinen Stromspeicher anzuschaffen. Der Großteil der Befragten ist an einem Speicher interessiert.

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Politische Entwicklung

Auf dieser Grundlage können wir in den nächsten Jahren einen starken Ausbau der Photovoltaik erwarten. Auch, weil das im Juli 2020 verabschiedete Gebäudeenergiegesetz eine weitere Hürde beseitigt: Bisher war der Ausbau der Photovoltaik auf 52-Gigawatt-Gesamtleistung pro Jahr begrenzt. Damit ist Schluss. Denn der Plan der Bundesregierung ist, den Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch bis 2030 auf 65 Prozent zu steigern. Weitere Fördermaßnahmen für Photovoltaikanlagen sind in den nächsten Jahren durchaus realistisch.

Die Förderungen für andere autarke Technologien wie Stromspeicher und Wärmepumpen dürfte in Zukunft ebenfalls ein wichtiges Thema bleiben. Hier gibt es teilweise sehr uneinheitliche Förderungen auf Ländereben oder mit zeitlicher Begrenzung. Ein Ausbau der Unterstützungen könnte die erneuerbaren Energien deutlich voranbringen – und mehr Menschen Autarkie ermöglichen. Dass die im vorherigen Kapitel genannten rechtlichen Hindernisse für Autarkie beseitigt werden, ist dagegen unwahrscheinlich.

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Technologischer Fortschritt

Anders sieht es mit den technologischen Hindernissen aus: Schon jetzt zeichnen sich viele spannende Entwicklungen ab, die in Zukunft mehr Autarkie ermöglichen werden. Wie wäre es mit ein paar konkreten Beispielen:

  • Verbesserte Wärmepumpen-Sonden: Vor allem für Erdwärmepumpen befinden sich diverse vielversprechende Konzepte in der Ausarbeitung – von Sonden mit gesteigerter Leistung (beispielsweise regenschirmförmige Sonden, die gut ein Drittel mehr Energie aufnehmen können) bis hin zu solchen, die leichter installiert (sprich: ohne aufwändige Bohrung in den Boden gepresst) werden können.
  • Neue Batteriesystem für Stromspeicher: Neben weitestgehend überholten Blei-Batterien gelten Lithium-Ionen-Akkus als Standard für Stromspeicher. Sie stehen jedoch wegen der verwendeten Materialien in der Kritik. Außerdem hat die Technologie bald ihre maximale Speicherkapazität erreicht. Forscher sind bereits dabei, Alternativen zu entwickeln: beispielsweise in Form von Magnesium, Natrium, Acrylglas und organischen Naturstoffen.
  • Innovationsflut für Photovoltaik: Besonders erfolgsversprechend sind die unzähligen Weiterentwicklungen im Bereich der Solarenergie. Da wäre zum Beispiel die sogenannte Agrophotovoltaik. Vereinfacht gesagt geht es dabei um die Verknüpfung von Landwirtschaft und Solarstromgewinnung. Das hilft nicht nur Bauern: Du kannst (in der nicht allzu fernen Zukunft) dein Gewächshaus mit speziellen lichtdurchlässigen Modulen bestücken und so zur selben Zeit Energie produzieren und Lebensmittel anbauen. Auch bei „Virtu Tubes“ geht es ums Verknüpfen. Die hybriden Solarmodule gewinnen aus Sonnenenergie sowohl Wärme als auch Strom. Weitere Innovationen sind beispielsweise: Solarzellen, die Sonnenstrahlen aus jeder Richtung auffangen; Farbstoff-Solarzellen, die Energie aus Beleuchtungslicht gewinnen; Solarfarbe mit Quantum Dots, die einfach auf Fassaden aufgetragen wird; Fensterfolien, die als durchsichtige Solarpanels dienen.

Jetzt ein neues Kapitel und in die Autarkie starten

Autark zu leben, ist eine Umstellung. Die beginnt im Kopf: Du sagst dich los von konventionellen Abhängigkeiten und übernimmst deine eigene Versorgung. Das klingt nach einer Mammutaufgabe und zugegeben, von Heute auf Morgen wirst du den Umstieg nicht vollziehen können – zumal eine hundertprozentige Autarkie wegen juristischer Vorgaben und technologischer Einschränkungen unmöglich ist.

Du kannst jedoch einen enorm hohen Autarkiegrad erreichen. So kannst du schon mit einfachen Mitteln eigenes Obst und Gemüse anbauen. Auch ein generell bewussterer und nachhaltigerer Konsum bringt viel. Die größten Schritte in Richtung Autarkie machst du aber, wenn du dich selbst mit Wasser, Wärme und Strom versorgst. Dabei helfen effiziente Technologien wie Wärmepumpe, Solarthermie, Wasseraufbereitung und vor allem Photovoltaik. Diese Systeme sind nicht günstig, rechnen sich jedoch bei langer Nutzungsdauer. Außerdem kannst du Förderprogramme von Bund, Ländern und Kommunen nutzen.

Diese bezuschussen gerne viele der Maßnahmen. Denn Solarenergie und Co sind wichtige Schlüsselfaktoren für eine klimafreundlichere Zukunft. Darum tust du dir mit dem Ausbau der eigenen Autarkie nicht nur selbst etwas Gutes: Du hilfst auch beim Kampf gegen Klimawandel und Umweltverschmutzung. Und setzt ein Statement gegen den Konsumwahnsinn unserer Zeit.

Wenn wir dich vom Konzept Autarkie überzeugt haben, kannst du jetzt andere überzeugen. Erkläre Freunden, Familie und Bekannten, was es heißt, autark zu sein, und warum diese Lebensweise erstrebenswert ist. Teile dazu auch gern dieses E-Book – online oder offline – und starte mit uns in eine unabhängigere Zukunft!

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Carsten Kannengießer
Dein Energiewende Guide

Mein Name ist Carsten, ich bin 28 Jahre jung, lebe im Saarland und arbeite als Junior Online Marketing und Event Manager bei net4energy. Wenn du mich fragst, ist die Energiewende ein Muss. Natürlich reißt jeder einzelne von uns keine Bäume aus, aber wenn jeder von uns einen kleinen Teil zur Energiewende beiträgt, können wir großes schaffen. Gerne bin ich der Guide an deiner Seite zu deiner Energiewende im Bereich intelligent wohnen.

Schau dir gerne alle meine Beiträge zum intelligenten Wohnen in unserem Magazin an.