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Warmwasserbereitung im Passivhaus in der Schweiz

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

12.April 2021

Letztes Update

10.12.2021

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Umweltfreundliche Warmwasserbereitung im Passivhaus

Die klassische wasserführende Heizung, die auch die Warmwasserbereitung übernimmt, gibt es in einem Passivhaus nicht. Wir zeigen dir, wie du dennoch Warmwasser zur Verfügung hast.

Inhalt des Blogartikels

Worauf muss ich bei der Warmwasserbereitung im Passivhaus achten?

Passivhäuser sind so gebaut, dass sie möglichst viel Sonnenwärme aufnehmen. Das wird durch große, nach Süden ausgerichtete, Fenster erreicht. Gleichzeitig sorgt die Luftdichtheit der Gebäudehülle und ihre starke Wärmedämmung dafür, dass die im Haus befindliche Wärme auch darin bleibt. So ist es möglich, dass die Wärme von Hausgeräten und selbst die Körperwärme der Bewohner zur Beheizung beitragen.

Ein Passivhaus ist dadurch gekennzeichnet, dass es nur maximal 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr an zusätzlichem Heizwärmebedarf aufweist. Der gesamte zusätzliche Energiebedarf (Primärenergie) darf höchstens 120 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr betragen. Das schließt den Stromverbrauch mit ein. Es bleibt also nicht viel Primärenergie übrig, die du bei Einhaltung des Passivhausstandards für die Erzeugung von Warmwasser verwendet kannst.

 

Welche Möglichkeiten der Warmwasserbereitung habe ich im Passivhaus?

Ein Ziel hinter der Definition des Passivhausstandards ist, die durch Wohnimmobilien erzeugten CO2-Emissionen sehr stark zu minimieren. Von daher wäre es kontraproduktiv, wenn du für die Warmwasserbereitung eine Heizung einsetzt, die mit der Verbrennung fossiler Energieträger arbeitet.

Warmwasseraufbereitung durch Strom

Die direkte Verwendung von elektrischem Strom, beispielsweise in Boilern, ist mit hohen Kosten verbunden und nicht sehr effizient. Bei Einsatz eines elektrischen Durchlauferhitzers ist der Stromverbrauch ebenso hoch.

Warmwasserbereitung mit Lüftungsanlagen

Eine energieeffiziente Lösung für die Warmwasserbereitung im Passivhaus bieten moderne Lüftungen. Die meisten Passivhäuser verfügen über eine Lüftungsanlage, die den Räumen stetig Frischluft zuführt und verbrauchte Luft absaugt. Üblicherweise ist die, von außen angesaugte, Frischluft kälter als die abzusaugende Raumluft. Damit durch die Abluft keine Wärme verloren geht, wird sie vor dem Ausblasen über einen Wärmetauscher geführt und erwärmt so die zugeführte Frischluft. Diese Technik ist als kontrollierte Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung bekannt und wird auch in Gebäuden angewendet, die nicht nach Passivhausstandard gebaut sind.

Warmwasserbereitung mit Kompaktgeräten

Mittlerweile gibt es auch kompakte Lüftungen, die zusätzlich eine kleine Wärmepumpe beinhalten. Die Wärmepumpe nutzt einen Teil der Wärme aus der Abluft, um weitere nutzbare Wärmeenergie zu erzeugen. Die Leistung der Wärmepumpe reicht aus, um Wasser zu erwärmen, das du bei Bedarf für die Zusatzheizung oder die Warmwasserbereitung nutzen kannst. Über einen Wärmetauscher gibt das Kältemittel im Wärmepumpenkreislauf Wärme an das dort befindliche Wasser ab. Durch die sehr gute Dämmung des Speichergefäßes kann das erwärmte Wasser so lange vorgehalten werden, bis es für die Heizung oder als Warmwasser benötigt wird.

Die Wärmepumpe benötigt elektrischen Strom. Allerdings erfolgt die Umwandlung von Strom in Wärme mit dem Wärmepumpenprozess sehr viel effizienter als bei der Elektrodirektheizung in einem Boiler oder Durchlauferhitzer. Ein Kompaktgerät benötigt nur etwa 1.000 bis 2.200 Kilowattstunden im gesamten Jahr.

Warmwasser mit Solarthermieanlagen

Eine weitere Möglichkeit ist die Nutzung von Solarthermie. Die meist auf dem Hausdach platzierten Kollektoren sammeln Energie in Form von Sonnenwärme und leiten sie über einen Flüssigkeitskreislauf zu einem Wärmetauscher. Dieser Wärmetauscher befindet sich wiederum in einem Speicher und erwärmt das darin befindliche Wasser, das dir bei Bedarf als warmes Wasser zur Verfügung steht.

Warmwasser durch Verbrennung von Holz

Mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz in Kombination mit entsprechenden Wärmeerzeugern wie Scheitkesseln, Holzvergaserkesseln oder Pelletkesseln kannst du ebenso Warmwasser im Passivhaus aufbereiten. Zwar entsteht bei der Verbrennung von Holz CO2, jedoch nur so viel, wie der Baum im Laufe seines Lebens aus der Luft aufgenommen hat. Somit schadet es nicht der Gesamtbilanz an CO2 und kann dennoch als umweltfreundlich betrachten werden. Allerdings können Kessel und Brennstoffvorräte recht viel Platz im Gebäude einnehmen.

 

Was benötige ich zusätzlich?

Es erfolgt keine kontinuierliche Abnahme von warmem Wasser. Damit das Wasser bei Bedarf die gewünschte Temperatur hat, benötigst du für die oben genannten Optionen einen thermischen Energiespeicher. Statt auf die Erwärmung eines Kessels oder einer Wärmepumpe zu warten, hast du das Warmwasser direkt zur Verfügung. Auch bei der Warmwasserbereitung mit Solarthermie benötigst du einen Zwischenspeicher. Eine Solaranlage kann nur tagsüber für warmes Wasser sorgen, wenn die Sonne scheint. Für die Nutzung des Warmwassers am frühen Morgen oder am Abend, muss es daher gespeichert werden, bis du es anforderst.

Auch wenn du mehrere Systeme miteinander kombinieren möchtest, wird das über einen Wärmespeicher realisiert. Zum Beispiel könntest du eine Solarthermieanlage mit einem Pelletkessel zusammenschalten. In diesem Fall benötigst du einen sogenannten bivalenten Wärmespeicher, der sowohl vom Kessel als auch von der Solaranlage beheizt wird. Einige Lüftungskompaktgeräte mit Wärmepumpe enthalten bereits einen Wärmespeicher. In diesem Fall benötigst du keinen zusätzlichen externen Speicher.

Schließlich brauchst du noch eine Regelung, die alle Systeme überwacht und dafür sorgt, dass immer genügend warmes Wasser im Speicher vorgehalten wird.

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