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Türen sanieren: So einfach geht’s in der Schweiz

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

11.July 2022

Letztes Update

11.07.2022

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Haustüren und Innentüren sind Gebrauchsgegenstände, die im Alltag stark beansprucht werden. Aber muss es immer gleich ein Austausch sein? Türen sanieren ist manchmal eine Alternative.

Inhalt des Blogartikels

Warum im Altbau Türen zu sanieren sogar Geld sparen kann

Die meisten Menschen beschäftigen sich mit der Frage, ob sie Türen sanieren oder austauschen sollten, erst dann, wenn sie optische Mängel feststellen. Tatsächlich ist die Optik ein wichtiger Aspekt, wenn es um das Renovieren von Türen geht, er ist jedoch nicht der einzige. Denn auch Schallschutz, Wärmedämmung und Sicherheit können durch defekte oder verschlissene Türen beeinträchtigt sein. Besonders häufig sind Holztüren von diesen Problemen betroffen. Der Austausch durch eine Fachfirma ist sicher der schnellste und bequemste Weg, das Problem zu lösen. Doch es gibt Alternativen, um Haustüren sowie Innentüren einfach zu sanieren. Dadurch lässt sich Geld sparen und das eigene Zuhause wieder wohnlicher machen.

Hauptgründe, um im Altbau Türen zu sanieren:

  • Optik: Kratzer, Beschädigungen und alte Farbe sorgen für eine verschlissene Optik.
  • Schallschutz: Durch Spaltbildung zwischen Tür und Türzarge kann der Schall bestens eindringen.
  • Wärmedämmung: Eine schlechte Abdichtung, vor allem an der Haustür, sorgt für Wärmeverluste durch Zugluft und treibt die Heizkosten hoch.
  • Sicherheit: Unsichere Türen werden von Einbrechern bevorzugt. Auch der Brandschutz spielt eine Rolle.

Türen sanieren oder renovieren: Wo liegt der Unterschied?

Eine Renovierung der Tür kann in der Regel auch von Laien durchgeführt werden. Das betrifft vor allem Holztüren, sofern eine reine optische Aufwertung gewünscht ist. Echte Mängel und Funktionsprobleme durch Beschädigungen, ein verzogenes Türblatt oder eine defekte Zarge der Tür lassen sich durch eine kleine Renovierung jedoch nicht ohne Weiteres beheben.

Obwohl handwerklich begabte Menschen auch die Sanierung von Türen gut umsetzen können, gibt es Arbeiten, für die du die Hilfe eines Fachbetriebs in Anspruch nehmen solltest. Falls du zur Miete wohnst, solltest du solche Tätigkeiten nur in Absprache mit dem Vermieter durchführen – wenn überhaupt. Die Türen zu sanieren, ist nämlich Sache des Vermieters. Sind Sicherheit, Energieeffizienz oder Schallschutz beeinträchtigt, hast du unter Umständen sogar Anspruch darauf, dass diese Mängel behoben werden.

Türen sanieren: So verbesserst du die Optik

Die Optik verschlissener Türen kannst du mit relativ wenig Aufwand verbessern. Neben dem klassischen Anstrich mit neuer Farbe spielt auch Folie immer häufiger eine Rolle bei der schnellen optischen Aufwertung von Türen und Türzargen. Die korrekte Verarbeitung kann allerdings eine Herausforderung darstellen. Natürlich kommt es vor allem auf das Material der Türen und Türzargen an. Im Altbau finden sich häufig Kombinationen aus Holztüren und Zargen aus Metall. Letztere können ebenfalls renoviert werden. Spezielle Umfassungen können alte Türzargen mit einer neuen Optik versehen, ohne dass sie zuvor entfernt werden müssen. So kannst du relativ einfach und kostengünstig eine hässliche Metallzarge mit Furnieroptik oder Laminat verkleiden. Besonders ältere Türen, die aus Vollholz oder Metall hergestellt wurden, lassen sich wieder von Grund auf sanieren. Insbesondere bei Innentüren von Gebäuden, die ab den 1970ern aufwärts gebaut wurden, finden sich häufig günstige Hohltürblätter, die aus Faserplatten, Sperrholz oder mit Hohlwabenstruktur aus Pappe gefertigt wurden. Bei solchen Türen ist eine komplette Aufarbeitung weder möglich, noch sinnvoll. Willst du sie nicht gleich austauschen, kannst du sie aber zumindest gut reinigen und gegebenenfalls im Zuge einer kleinen Renovierung auch überlackieren.

Tipp: Bei Metalltüren fällt meist außer einem Anschleifen und Überlackieren bzw. dem Aufbringen einer Folie kein Renovierungsbedarf an. Wenn die Tür eine Sicherheitsfunktion besitzt, darf sie nur optisch verändert werden. Solltest du die Tür auch mechanisch verändern (z. B. ausbeulen oder Dellen spachteln), ist eine baurechtliche Prüfung erforderlich. Auch die Widerstandsklasse solcher Türen darfst du nicht einfach beeinträchtigen.

 

Türen sanieren Schritt für Schritt

Die folgenden Hinweise gelten vor allem für Innentüren, bei denen du ohne große Probleme selbst Hand anlegen kannst. Bei Haustüren und Sicherheitstüren kommst du ohne fachliche Hilfe nicht weit oder läufst Gefahr, wichtige Sicherheitsfunktionen, den Schallschutz und die Wärmedämmung zu beeinträchtigen. Beim Austausch kompletter Türzargen und der Rahmen ist ebenfalls Fachkenntnis gefragt.

Ausbau der Tür

Normale Zimmertüren lassen sich meist einfach aushängen. Ältere Scharniere sind manchmal etwas widerspenstig.

Tipp: Mit einem (geeigneten) Hebel unter der Tür ansetzen und sie nach oben drücken. Vorher prüfen, ob am Scharnier Sicherungsschrauben oder Bolzen vorhanden sind und diese gegebenenfalls lösen. Das ausgebaute Türblatt am besten auf zwei Holzböcken platzieren.

Abbeizen der Tür

Mit Beize kannst du alte Farbe entfernen oder das Holz abdunkeln. Beize lässt sich mit dem Pinsel auftragen. Dabei solltest du die Herstellerangaben genau beachten. Sollte alte Farbe bereits abblättern, solltest du lose Lack- und Farbreste mit einer Drahtbürste oder einem Spachtel vorher entfernen.

Abschleifen der Tür

Größere Flächen lassen sich am schnellsten und bequemsten mit einer Schleifmaschine bearbeiten. Verfügt die Tür über Profile, Rillen oder Zierleisten, kannst du einen Schleifaufsatz für die Bohrmaschine verwenden. Wertvolle Türen mit aufwändigem Zierrat solltest du hingegen immer mit der Hand schleifen, um alle Stellen zu erreichen und nichts zu beschädigen.

Furnier ausbessern oder entfernen

Je nach Zustand können kleinere Beschädigungen im Furnier mit speziell geeigneten Furnier-Retuschierstiften bearbeitet werden. Musst du das Furnier komplett entfernen, geht das am besten nach mehrstündigem Einweichen mit feuchten Handtüchern. Auch die Erwärmung mit einem Haushaltsbügeleisen kann funktionieren.

Spachteln zum Beseitigen von Löchern und Rissen

Für Holztüren eignet sich sogenannter Holzkitt am besten zum Spachteln von Beschädigungen. Danach ist das Anschleifen und das Angleichen von Unebenheiten erforderlich.

 

Wichtige Tipps für optisches Sanieren der Türen

  • Bei Holztüren bitte nur mit Acryllack, Holzlasur, Holzöl oder Kreidelack arbeiten. Kunstharzlacke sind nicht geeignet. In Innenräumen auf die Eignung der Materialien für die dortige Verwendung achten.
  • Türen und Türzargen vor dem Lackieren sorgfältig vorbereiten. Oberflächen sollten immer staubfrei, fettfrei und sauber sein. Wenn reines Abwischen nicht reicht, helfen geeignete Reinigungsmittel zum Entfetten aus dem Fachhandel oder gegebenenfalls Waschbenzin.
  • Beim Umgang mit Farben, Beize, Lösungsmitteln und ähnlichen Substanzen möglichst im Freien oder in gut belüfteten Räumen arbeiten. Masken schützen vor Staub, der beim Anschleifen entsteht.
  • Dellen und Risse kannst du mit geeigneter Spachtelmasse ausgleichen.
  • Vor dem Auftragen der Farbe immer die oberste Schicht der Tür mit 240er-Schleifpapier anschleifen.
  • Beim Aufbringen von Lack zügig und sorgfältig arbeiten. Sogenannte Nasen sofort beseitigen.
  • Wiedermontage am Rahmen erst nach vollständiger Trocknung der Tür.

Türen sanieren: Kosten, Werkzeuge und Material

Die Kosten für Türenrenovierung und Werkzeuge lassen sich nur ungefähr beziffern, da es auf Art, Größe und Zustand der Türen ankommt. Auch die Frage, wie viele Türen du sanieren möchtest, ist natürlich wichtig. Bei nur einer Tür lohnt sich die Anschaffung einer Schleifmaschine eher nicht, für ein Dutzend Zimmertüren allerdings schon. Die folgenden Zahlen sind daher nur eine grobe Annäherung und gelten pro Tür bzw. Türzarge:

Türen streichen

  • Materialkosten: Diese liegen bei ca. 10 bis 20 Euro pro Tür (Beize, Lack, Schleifmaterial etc.).
  • Ein Fachbetrieb verlangt aufgrund des Arbeitsaufwands ca. 130 bis 180 Euro pro Tür.

Türen folieren

  • Materialkosten: je nach verwendeter Folie (Qualitätsunterschiede!) zwischen 80 und 150 Euro pro Tür. Sehr hochwertige Folien sind pro m² um einiges teurer.
  • Fachbetrieb verlangt wegen sehr hohem Arbeitsaufwand zwischen 200 und 400 Euro pro Tür.
  • Selbermachen erfordert genaue Einarbeitung und kann frustrierend sein.

Im Altbau Türen sanieren ist nur bei Eigenleistung günstig

Türen in Eigenregie zu renovieren oder zu sanieren ist beim Anstreichen oder mit Folie beziehen wesentlich günstiger als durch den Fachbetrieb. Allerdings kann die Arbeit sehr aufwändig und besonders für unerfahrene Heimwerker frustrierend sein. Aufgrund der hohen Arbeitskosten lohnt sich ein Austausch finanziell oft eher – mit Ausnahme von sehr hochwertigen oder erhaltenswerten Türen. Geht es um die Verbesserung der Wärmedämmung, der Einbruchshemmung oder des Schallschutzes, sind der Eigenleistung Grenzen gesetzt. Besonders einfach ist die Abdichtung gegen Zugluft durch das Einschieben einer Schaumstoff-Leiste oder Dichtbändern, die sich der Tür gut anpassen und effektiv dämmen. Willst du die Widerstandsklasse deiner Tür gegen Einbrüche oder Feuer verbessern, hilft in der Regel nur ein Austausch.