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Sind Smart Meter in der Schweiz Pflicht?

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

5.June 2021

Letztes Update

09.12.2021

Securando - Smart Home Onlineshop

 

Smart-Meter-Pflicht in der Schweiz

Mit dem neuen Energiegesetz hat das Schweizer Stimmvolk die Weichen für den flächendeckenden Einsatz von Smart Meter gestellt. Welche Vorteile diese haben und ob ein Smart Meter Pflicht ist, erfährst du hier.

Inhalt des Blogartikels

Was ist ein Smart Meter?

Smart Meter sind intelligente Stromzähler, die dein Messstellenbetreiber anstatt des alten Stromzählers direkt an dem Elektrotableau in deinem Haus bzw. deiner Wohnung installiert. Der Einbau durch den Zählermonteur ist in rund 1 bis 2 Stunden erledigt. Über ein Gateway, sozusagen ein eingebautes Kommunikationsmodul, sendet der Messstellenbetreiber die Verbrauchsdaten des intelligenten Stromzählers direkt an deinen Stromnetzbetreiber. Außerdem empfängt das Messsystem Updates oder Informationen zu deinem Tarif. Smart Meter übertragen die Daten verschlüsselt und anonymisiert. Heikle Informationen wie dein Name, deine Adresse, Geburtsdatum oder Kontaktdaten werden nicht übermittelt. Der Austausch der Daten geschieht entweder direkt über die Stromleitung, WLAN oder das Mobilfunknetz.

Smart Meter sind ein wichtiger Bestandteil der Energiestrategie 2050 und ein weiterer Schritt in Richtung Smart Grids, der Fachbegriff für intelligente Stromnetze. Das Stromversorgungsgesetz und die Stromversorgungsverordnung legen dabei fest, dass bis Ende 2027 insgesamt 80 Prozent der über viele Jahre bewährten Stromzähler gegen neue Smart Meter ausgetauscht werden müssen.

 

Welche Vorteile bringt die Smart Meter Pflicht mit sich?

Ein grosser Vorteil von intelligenten Messsystemen ist die automatische Übertragung deiner Stromverbrauchsdaten. Der Ablesetermin vor Ort an deinem Elektrotableau entfällt, wodurch der kostenintensive Aufwand für die Terminierung, Anfahrt, das Ablesen und die Eingabe der Daten entfällt.

Die bei weitem grössten Vorteile ergeben sich aber auf der Seite der Verbraucher: Digitale Stromzähler teilen dir nicht nur deinen Stromverbrauch übersichtlich mit, sondern zeigen dir auch auf, wann du den höchsten Strombedarf in deinem Haushalt hast. So kannst du einfacher Rückschlüsse zu den wirklichen Stromfressern in deinen vier Wänden ziehen. Über das Kundenportal deines Netzbetreibers besteht zudem die Möglichkeit, deine aktuellen Verbrauchsdaten einzusehen und wenn Interesse besteht, diese auch zu analysieren.

Wenn du in deinem Haushalt selbst Strom produzierst, zum Beispiel mit einem Blockheizkraftwerk im Keller oder einer Solarzelle auf dem Dach, ist ein Smart Meter in Zukunft praktisch unumgänglich. Die moderne Messeinrichtung erfasst, wann und wie viel elektrische Energie du in das Gesamtnetz einspeist. Durch diese Tools intelligenter Zähler soll es zukünftig möglich sein, das Stromnetz effizienter zu machen und dezentrale erneuerbare Energien besser in das Gesamtsystem einfliessen zu lassen.

Der Smart Meter misst dabei laufend deinen Stromverbrauch. In der Regel erfasst der Messstellenbetreiber die Daten viertelstündlich und übermittelt sie dann einmal täglich automatisch an den Verteilnetzbetreiber. Dieser nutzt deine Daten vorerst, also bis zur vollständigen Installation von Smart Metern an allen Elektrotableaus, nur zur Abrechnung deines Stromverbrauchs. Wenn in ferner Zukunft nahezu jeder Haushalt mit einem Smart Meter ausgestattet sein wird, ist es möglich, das Stromnetz zu optimieren und dadurch einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

 

Ist die Installation eines Smart Meters obligatorisch?

In der Praxis wird es schwierig sein, den Einbau eines Smart Meters zu verweigern, da die gesetzliche Grundlage die Ausstattung aller Messstellen innert weniger Jahre mit intelligenten Erfassungsgeräten vorsieht. Schliesslich gibt es auch wenige echte Gründe dafür: Smart Meter haben einen zentralen Nutzen für Individualpersonen und die Netzbetreiber. Durch eine anonymisierte und verschlüsselte Übertragung deiner Verbrauchsdaten an den Netzbetreiber, der sie ausschliesslich selbst nutzen darf, entstehen aus datenschutzrechtlicher Sicht nur geringe Bedenken. Auch hast du jederzeit das Recht, deine Daten entweder direkt beim Netzbetreiber einzusehen, über die Website abzurufen oder über Apps zu verfolgen.

Solltest du dennoch den Einbau eines Smart Meters verweigern, musst du relativ hohe Gebühren erwarten, da für den Netzbetreiber die Ablesung einzelner Messgeräte sehr viel Aufwand bedeutet und er diese Kosten auf dich umlegen kann.

 

Welche Kosten entstehen durch intelligente Messsysteme?

Der Einbau eines Smart Meters kostet rund 250 Schweizer Franken. Allerdings gibt es hier Entwarnung: Diese Kosten streckt der Netzbetreiber komplett vor. Wie bis anhin verrechnet er die Kosten für die Bereitstellung des Messgeräts und die Erfassung des Stromverbrauchs direkt über die Stromabrechnung mit dem Kunden. Es ändert sich also nichts für dich und die Preise bleiben stabil.

 

Gibt es eine Möglichkeit, den obligatorischen Einsatz von Smart Meter zu verhindern?

Nein, nur in wenigen Ausnahmefällen und mit grosser Beharrlichkeit wird es allenfalls möglich sein, den analogen Zähler vorerst weiter zu behalten. Durch die Annahme der Energiestrategie 2050 durch das Stimmvolk wurden in der Schweiz die Weichen für eine energieeffizientere Zukunft gestellt. Der Einbau von Smart Meter ist ein wesentlicher Bestandteil, um die Stromnetze energieeffizienter zu gestalten und die Versorgungssicherheit mit elektrischer Energie weiterhin auf gewohnt hohem Niveau zu garantieren.

 

Smarte Strom-Messsysteme werden obligatorisch

Bis Ende 2027 sollen 80 Prozent aller Stromzähler in der Schweiz auf Smart Meter umgerüstet werden. Für den Endkunden fallen dadurch die regelmässigen Ablesetermine weg. Der grösste Vorteil liegt aber darin, dass du ab dem Einbau deinen eigenen Stromverbrauch besser kontrollieren kannst. Die Darstellung nach Tagesverbrauch, Wochenverbrauch oder Monatsverbrauch ist einfacher möglich. In Zukunft kannst du auch Apps mit den Daten des smarten Stromzählers verknüpfen.

Nach dem breiten Roll-out der intelligenten Stromzähler wird sich auch die Abrechnung ändern: Anstatt wie bisher auf Teilrechnungen aus dem Vorjahr zurückzugreifen, kann dein Stromverbrauch nun anhand der exakten Erfassungsdaten erfasst werden. Dem obligatorischen Einbau einer smarten Messstelle musst du unabhängig davon, ob du in einem Haus oder einer Wohnung lebst, in der Regel zustimmen.

Der Einbau von intelligenten Stromzählern ist auf lange Sicht ein wichtiger Beitrag zum Gelingen der Energiewende, da Strom effizienter eingesetzt, erneuerbare Energien besser integriert und die Versorgungssicherheit in der Schweiz auch langfristig gewährleistet werden kann.

 

Smart Meter: Ist es Pflicht, die Installation intelligenter Messsysteme zuzulassen?

Der Austausch von analogen Stromzählern mit Smart Meter ist in der Schweiz gesetzlich beschlossen und dadurch in der Regel Pflicht für alle Endkunden. Bis Ende 2027 sollen bereits 80 Prozent aller Endkunden mit einem Smart Meter ausgestattet sein, teilweise hat die Umrüstung bereits begonnen.

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