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Selbstversorger werden in der Schweiz: Kleine Schritte, große Wirkung

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

16.August 2021

Letztes Update

11.02.2022

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Selbstversorger werden: Mit 7 Schritten in die Unabhängigkeit

Vermüllung der Meere, Ausrottung der Insekten durch vergiftende Landwirtschaft, Verbrennung fossiler Brennstoffe beim Autofahren – unsere Lebensweise schadet unserem Planeten.

Immer mehr Menschen sehnen sich einem unabhängigem Leben. Du möchtest gesund und nachhaltig leben? Ob du Obst- oder Gemüsesorten im Garten anbaust oder Produkte selber herstellst: Aller Anfang ist schwer, aber mit unseren Tipps kannst du als Selbstversorger ein gesünderes und nachhaltigeres Leben führen!

Inhalt des Blogartikels

Wie werde ich Selbstversorger?

Viele Menschen wünschen sich, von der Industrie und ihren ungesunden und umweltbelastenden Produkten unabhängig(er) zu werden, indem sie sich mit den Dingen des täglichen Bedarfs selbst versorgen. Dazu gehört der Anbau eigener Lebensmittel im Garten ohne den Einsatz von chemischen Düngemitteln, die Herstellung von umweltfreundlichen Hygieneprodukten, die Vermeidung von Müll, die Produktion eigener Kleidung und die umweltfreundliche Versorgung des Heims mit Strom, Wärme und Wasser. Es gibt viele Wege Selbstversorger zu werden!

 

Tipp 1: Anbau von Obst- und Gemüsesorten

Mit diesem Schritt starten die meisten Menschen, die Selbstversorger werden möchten: Für den Anbau von eigenem Obst, Gemüse und Kräutern im eigenen Garten brauchst du nur ein wenig Gärtnerwissen, Geduld und die ausreichende Fläche. Wenn du in der Stadt wohnst und keinen eigenen Garten zur Verfügung hast, haben wir dir einige Tipps für die Selbstversorgung auf dem Balkon zusammengestellt.

Obst und Gemüse kannst du zudem ganz einfach haltbar machen, indem du es einlegst, einkochst, fermentierst oder trocknest. So baust du dir einen Vorrat aus deinen eigenen Lebensmitteln auf.

Unser Tipp: Pflanze Johannisbeer-, Stachelbeer-, Brombeer- und Himbeerbüsche, denn diese brauchen kaum Pflege und du kannst über Jahre frisches, gesundes Obst ernten. Beim Gemüse beginne mit Radieschen, Möhren, Erbsen, Bohnen, Mais, Kürbis und Zucchini, diese sind recht anspruchslos. Lediglich das Beet muss frei von Unkraut gehalten und im Sommer gegossen werden. Obstbäume wie Apfel- oder Birnenbäume benötigen zwar mehr Zeit bis sie ertragreich sind, aber dafür kann man aus den geernteten Früchten Vieles herstellen.

 

Tipp 2: Hygieneartikel und Haushaltsreiniger

Im Bereich Hygiene und Haushalt gibt es einige Tipps, die du anwenden kannst, um Selbstversorger zu werden und Nachhaltigkeit zu leben.

Putzen mit Holzasche oder Essig

Zum Reinigen brauchst du keine chemischen Reiniger. Wenn du einen Kamin zu Hause hast, kannst du die Asche verwenden, um Oberflächen aus Metall oder Keramik zu scheuern. Beachte dabei, dass du in deinem Kamin nur unbehandeltes Holz verbrennst und einen umweltfreundlichen Anzünder, zum Beispiel Birkenrinde, benutzt.

Hast du keinen Kamin, kannst du mit Essigwasser saubermachen: Mische 25-prozentigen Essig im Verhältnis 1:10 mit Wasser. Der Vorteil hierbei: Essig reinigt nicht nur, sondern desinfiziert auch!

Umweltfreundlich waschen mit Seifenkraut und Kastanien

Einige Pflanzen enthalten von Natur aus Saponine, also Seifenstoffe. Die Kastanie und das Seifenkraut gehören dazu. Aus ihnen kannst du milde, umweltfreundliche Waschmittel herstellen.

 

Tipp 3: Was die Natur hergibt

Bei einem Sonntagsspaziergang durch die Natur kannst du vieles finden, woraus du zu Hause schmackhafte und gesunde Speisen herstellen kannst. Sammle Wildkräuter (Achtung: bitte immer mit Kräuterbuch, da auch Verwechslungsgefahr mit giftigen Pflanzen besteht), ernte Holunderblüten, Schlehe oder Sanddorn oder suche im Herbst Pilze.

 

Tipp 4: Brot backen

Brot backen ist nicht schwer: Für ein einfaches Weißbrot benötigst du lediglich Mehl, Wasser, Salz und Hefe. Roggenbrot braucht Sauerteig, um richtig aufzugehen, und ist in der Herstellung ein wenig anspruchsvoller. Möchtest du ohne Hefe und Sauerteig backen, kannst du es mit Backpulver-Brot oder Knäckebrot versuchen. Das geht schnell und eignet sich gut für den Einstieg in die eigene Brotherstellung.

 

Tipp 5: Tierhaltung

Wenn du genügend Platz und im Idealfall einen Stall zur Verfügung hast, kannst du dir Hühner, Schafe, Kühe und andere Tiere halten. Die meisten Selbstversorger beginnen mit Hühnern, da sie außer einem gut eingezäunten Gehege und einem kleinen Stall nicht viel brauchen. Schafe und Kühe benötigen einen größeren Stall und besonders im Winter viel Heu. Um dich mit eigenem Fleisch zu verpflegen, kannst du Schweine und Kaninchen halten. Beachte beim Schlachten die geltenden Regeln zum Tierwohl!

 

Tipp 6: Strom, Wasser und Heizung

Mit Solarzellen kannst du deinen eigenen Strom erzeugen. Mit einem Brunnen hast du zwar kein Trinkwasser, aber wenigstens Wasser für das Bad, wo durch das Duschen, Baden, die Waschmaschine und die Toilette ein hoher Verbrauch herrscht. Und mit einer Pellets-, Biogas- oder Erdwärmeheizung wird dein Haus im Winter warm. Wie du dabei genau vorgehen kannst, erfährst du in unserem Artikel zum Selbstversorgerhaus.

 

Tipp 7: Upcycling von Kleidung: Aus alt mach neu

Kleidung vollständig selbst herzustellen erfordert Wissen und Können: Schafwolle muss gewaschen und gesponnen werden, Baumwolle wächst in unseren Breiten nicht. Allerdings kannst du auf deinem Weg zur Autarkie das nutzen, was schon vorhanden ist, in diesem Fall Altkleider. Mit einer guten Nähmaschine und ein wenig Fantasie entstehen aus alten Kleidern, wenn der Stoff noch heil ist, neue, hübsche Anziehsachen, Bettbezüge, Einkaufstaschen und vieles mehr.

Viele der genannten Schritte lassen sich ebenfalls in der Stadt umsetzen, etwa der Anbau von Obst, Gemüse und Kräutern auf dem Balkon. Etliche Städte bieten Urban Gardening Flächen an. Dort kannst du dir z.B. mit anderen Anbauflächen teilen, anbauen und ernten. In unserem Artikel “Autark leben in der Stadt” findest du viele wertvolle Tipps.

 

Auch kleine Schritte bewirken viel: Die Vorteile der Selbstversorgung

Als 100-prozentiger Selbstversorger lebst du vollständig unabhängig von allen erwerbbaren Produkten und stellst von Lebensmitteln bis hin zu Hygieneartikeln alles zu Hause her. Aber auch ein „Teilzeit“-Selbstversorger leistet wertvolle Beiträge zum Umweltschutz und tut sich, seiner Familie und der Erde etwas Gutes.

Wenn Plastikmüll vermieden oder ein giftfreier, blühender Garten zum Insektenresort wird, ist unserer Umwelt geholfen. Gerade in Krisenzeiten lebst du als Selbstversorger entspannter, weil du von zum Beispiel Engpässen in der Lebensmittellieferung nicht oder weniger betroffen bist. Lebensmittelskandale oder Tierseuchen betreffen dich nicht, ebenso wenig wie das in den kommenden Jahren anstehende Ende der Ressourcen Kohle und Erdöl.

Neben all diesen Vorteilen, die nicht nur dir, sondern unserer ganzen Erde helfen, hat die Selbstversorgung auch in Teilschritten immer eine positive Nebenwirkung: Du schonst deinen Geldbeutel, da du auf viele teure Produkte verzichtest und Energie sparst. Nutzt du deinen eigenen Kompost im Garten wird CO2 gebunden und dient als Kohlenstoffsenke.

Willst du vollständig als Selbstversorger leben, gibt es eine Menge zu tun und zu wissen. Auch kleine Misserfolge gehören manchmal dazu. Daher empfehlen wir dir, schrittweise vorwärts zu gehen und einfach anzufangen!

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