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Schweiz: Förderung des Hauskaufs

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

5.January 2022

Letztes Update

11.02.2022

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Diese Förderungen sind beim Hauskauf in der Schweiz möglich

Der Hauskauf ist mit einer grossen finanziellen Belastung verbunden. Verschiedene Förderungen helfen dabei, den Traum vom Eigenheim zu erfüllen.

Inhalt des Blogartikels

Ein Hauskauf ist für viele Schweizer nur mit finanziellen Beihilfen realisierbar

Das Wohnen im Eigentum, von der kleinen 1-Zimmer-Wohnung in einem angesagten Quartier bis zum grosszügigen Einfamilienhaus nebst schöner Gartenanlage im ländlichen Raum, ist für viele Schweizer die Verwirklichung eines langersehnten und hart ersparten Traums. Um sich diesen Lebenstraum erfüllen zu können, musst du viele Fragen klären.

Vor allem die Finanzierung, bestehend aus Eigenkapital und einer Finanzierung, zum Beispiel einer Hypothek, musst du bereits frühzeitig bedenken und realistisch einschätzen. Zusätzlich helfen Förderungen beim Hauskauf (sei es beim Bauen eines Hauses oder der Renovation und energetischen Sanierung einer bereits bestehenden Liegenschaft) dabei, die hohen Kosten für die Bauherren etwas zu senken. Wir klären, welche Förderung es beim Kauf von Stockwerkeigentum respektive Hauskauf in der Schweiz gibt und wie du am besten vorgehst.

Übrigens: Nach aktuellen Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) von 2019 leben nur rund 36 Prozent der Schweizer im Wohneigentum. Etwa 60 Prozent leben in Mietwohnungen und gut 3 Prozent in anderen Situationen wie Dienstwohnungen, Abwartswohnungen oder von Verwandten zur Verfügung gestelltem Wohnraum.

 

Förderungen für die energetische Sanierung und Aufwertung von bestehenden Häusern sind in vielen Kantonen verfügbar

Wenn du daran interessiert bist, kein neues Haus zu bauen, sondern eine bereits bestehende Immobilie zu kaufen, dann kannst du in vielen Kantonen gleich mehrere Fördermittel für die Sanierung beziehen. Diese Subventionen unterstützen vor allem das Ziel, den Schweizer Gebäudepark fit für die Zukunft zu machen und die Klimaschutzziele zu erreichen.

Die Basis der Förderungen für die Sanierung ist das Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen, das seit 2017 vollumfänglich durch die Kantone verwaltet wird. Im Harmonisierten Fördermodell der Kantone (HFM) befindet sich ein Massnahmenkatalog, der die Förderungsbedingungen für viele Renovationsmassnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz klärt.

Wichtig: Die Förderbeitragsbedingungen reglementieren, dass ausschliesslich Gebäude mit Baubewilligung vor 2000 in Betracht für eine Renovationsförderung kommen.

Konkret sieht das Gebäudeprogramm folgende Einzelmassnahmen für die Gewährung eines Förderbeitrags vor:

M-01: Wärmedämmung von Fassade, Dach, Wand und Boden gegen Erdreich

M-02 bis M-04: Installation einer Holzfeuerung, zum Beispiel mit Pellets oder Stückholz

M-05 bis M-06: Installation einer Wärmepumpe, zum Beispiel mit Luft-Wasser-/Sole-Wasser-/Wasser-Wasser-Technik

M-07: Anschluss an ein Wärmenetz

M-08: Installation eines Solarkollektors

M-09: Installation einer Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung

Neben diesen Einzelmassnahmen fördert das Gebäudeprogramm auch die Gebäudesanierung in grösseren Etappen:

M-10: Verbesserung der GEAK-Effizienzklasse (Gebäudehülle, Gesamtenergieeffizienz)

M-11: Reduktion des Heizwärme- und Heizenergiebedarfs

Anmerkung: GEAK ist die Abkürzung für «Gebäudeenergieausweis der Kantone». Diese Energieetikette gibt an, wie energieeffizient ein Gebäude ist und welchen Energieverbrauch es im Standardbetrieb hat.

Eine umfassende Gebäudesanierung in einem Zug regeln 2 weitere Massnahmen:

M-12: Gesamtsanierung mit Minergie-Zertifikat

M-13: Gesamtsanierung mit GEAK

Zusätzlich gibt es 2 Boni für die umfassende Sanierung: Die Massnahmen M-14 (Bonus Gebäudehülleneffizienz) und M-15 (Bonus Gesamtenergieeffizienz) erhöhen den Förderbeitrag, wenn du die Vorgaben dieser Massnahmen einhältst.

Wichtig: Die Kantone entscheiden selbst, welche konkreten Massnahmen sie in ihr Förderangebot aufnehmen und mit welchen Fördermitteln sie die Umsetzung der Massnahmen subventionieren. Daher unterscheiden sich die Höhe der Förderung und die Verfügbarkeit von Kanton zu Kanton. Wie du herausfinden kannst, ob und in welcher Höhe dein Heimatkanton energetische Sanierungsmassnahmen beim Kauf einer Immobilie unterstützt, erfährst du weiter unten.

 

Das Gebäudeprogramm sieht auch die Förderung von energieeffizienten Neubauten vor

Wenn du dich für einen Hausbau entscheidest, also selbst deine eigenen 4 Wände von Grund auf errichten möchtest, anstatt ein bestehendes Haus zu kaufen, sieht das Gebäudeprogramm eine Förderung unter bestimmten Voraussetzungen vor. Sie betrifft Häuser mit einer besonders hohen Energieeffizienz.

Die Förderung trägt dazu bei, dass für Bauherren, die sich beim Hauskauf für einen Neubau entscheiden, der die gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich des Energieverbrauchs übertrifft, zusätzliche finanzielle Anreize geschaffen werden. Allerdings musst du genau prüfen, ob dein Kanton die Fördermassnahmen M-16 und M-17 unterstützt.

M-16: Neubau/Ersatzneubau Minergie-P

Neue Gebäude (Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser, Nicht-Wohnbau), die den hohen Standards der Minergie-P-Zertifizierung für Niedrigstenergiehäuser entsprechen, können in vielen Kantonen einen Förderbeitrag erhalten.

Je nach den kantonalen Bestimmungen beträgt der Minimalfördersatz 75 CHF pro Quadratmeter Energiebezugsfläche im Einfamilienhaus. Für den Zusatz «eco», der das Gebäude auch nach den Themen Gesundheit und Bauökologie untersucht, gibt es in vielen Kantonen ab 5 CHF Förderung extra pro Quadratmeter.

M-17: Neubau/Ersatzneubau GEAK A/A

Die Basis dieser Fördermassnahme ist der GEAK, der Gebäudeenergieausweis der Kantone. Für neue Häuser, die in den beiden Kategorien Gebäudehülle und Gesamtenergieeffizienz die höchste Effizienzklasse A erreichen, stellen viele Kantone Fördermittel aus ihren Budgets bereit.

Konkret beträgt die Mindestförderung im Einfamilienhaus für ein GEAK A/A-Haus 65 CHF pro Quadratmeter Energiebezugsfläche. Der Förderbeitrag kann je nach Kanton und der politischen Zielsetzung auch höher liegen.

 

So findest du heraus, welche Förderungen für deinen Hauskauf erhältlich sind

Die Schweizer Förderlandschaft ist uneinheitlich. Jeder Kanton und respektive jede Gemeinde legt selbst fest,

  • ob sie Massnahmen zur energetischen Sanierung unterstützt,
  • ob sie besonders energieeffiziente, neu erstellte Häuser über den gesetzlichen Standards bezuschusst,
  • zu welchen Konditionen die Förderbeiträge erhältlich sind und
  • in welcher Höhe die Förderung erfolgt.

Um zu prüfen, welche Möglichkeiten zur Förderung eines einzelnen energetischen Renovationsvorhabens, einer umfassenden Sanierung oder eines hocheffizienten Neubaus bestehen, empfehlen wir dir einen Blick auf energiefranken.ch.

Dort kannst du dir nach Eingabe deines Wohnorts einen ersten Überblick über die verschiedenen Förderprogramme deines Kantons und deiner Gemeinde verschaffen. Für konkrete Fragen wendest du dich am besten direkt an deine kantonale Beratungsstelle oder für gemeindliche Förderbeiträge an deine Gemeindeverwaltung.

 

Weitere Finanzhilfen gibt es nur in speziellen Fällen

Der Bund fördert seit 2013 mit dem Wohnbauförderungsgesetz (WFG) vor allem den gemeinnützigen Wohnungsbau. Für einzelne Bauherren steht im ländlichen Raum unter Umständen eine Unterstützung der Schweizerischen Stiftung zur Förderung von Wohneigentum (SFWE) zur Disposition.

Sie betrifft die Erneuerung, den Hausbau und Kauf von preisgünstigem Wohnraum und fördert mit zinsgünstigen oder zinslosen Darlehen. Die Gelder dafür stammen aus einem Fonds, der mit Bundesmitteln geäufnet wurde.

Welche allfälligen Wohnbauförderungen oder Begünstigungen dein Heimatkanton respektive deine Heimatgemeinde ermöglichen, musst du individuell prüfen.

 

Investitionen in das energieeffiziente Bauen und Renovieren lohnen sich

Unabhängig davon, ob du eine Sanierung nach den aktuellen energetischen Standards an einer bestehenden Immobilie oder einen hochwertigen und zukunftsfähigen Neubau wagen willst: Die Investition in mehr Energieeffizienz lohnt sich fast immer. Neben dem guten Gefühl, einen Beitrag für den Klimaschutz zu leisten, kannst du durch Förderungen und Subventionen die Investitionskosten für deinen Hauskauf senken.

Zusätzlich profitierst du langfristig gesehen von tieferen Energiekosten, weswegen sich die Investitionskosten auf lange Sicht richtig auszahlen. Wichtig ist, dass du genau zu den verschiedenen Förderangeboten recherchierst und dich umfangreich, am besten von einem Energieprofi, beraten lässt. Dann steht dem Hausbau oder dem Einzug in dein frisch renoviertes Eigenheim nichts mehr im Wege.

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