kfw-foerderung-neubau-header-net4energy

Hausbau-Förderungen in der Schweiz

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

5.August 2021

Letztes Update

10.12.2021

Kostenlose Immobilienbewertung Experten 300x600

 

Schweizer Förderungen für Hausbau und Renovation

In der Schweiz regeln die Kantone, welche Vorhaben der energetischen Sanierung im Altbestand gefördert werden. Für neue Gebäude mit einer Energieeffizienz über den gesetzlichen Vorgaben gibt es Fördergelder.

Inhalt des Blogartikels

Hausbau und energetische Renovation: Diese Massnahmen werden in der Schweiz gefördert

Das Wohnen in den eigenen vier Wänden hat für viele Schweizerinnen und Schweizer einen hohen Stellenwert. Dementsprechend gross ist die Bereitschaft, finanzielle Herausforderungen für den Hausbau auf sich zu nehmen und über viele Jahre die eigene Immobilie Schritt für Schritt abzubezahlen. Auch die Sanierung eines Hauses oder die Instandsetzung einer Wohnung im Stockwerkeigentum stellen in der Regel grosse finanzielle Herausforderungen an die neuen Eigentümer bzw. Bauherren.

Um die Belastung durch die traditionell hohen Bau- und Arbeitskosten in der Schweiz etwas zu mildern und Anreize zum klimafreundlichen Bauen und Wohnen zu schaffen, gibt es in eine umfangreiche Förderlandschaft, die sowohl den Neubau von Wohngebäuden als auch die Renovation, insbesondere unter energetischen Gesichtspunkten, fördern. Wir beleuchten in diesem Artikel die wichtigsten Fördermöglichkeiten in der Schweiz und informieren dich darüber, wie du dir am besten einen Überblick im Förderdschungel der Kantone und Gemeinden verschaffst, um die maximal mögliche Förderung zu bekommen.

 

Das Gebäudeprogramm: Die Basis vieler Förderungen

Das Gebäudeprogramm ist der wichtigste Pfeiler der schweizerischen Förderlandschaft im Bereich des Wohnens. Dieses von Bund und Kantonen aufgelegte Förderprogramm finanziert sich über die Teilzweckbindung der CO₂-Abgabe sowie durch die Kantone selbst. Auf Basis des Harmonisierten Fördermodells der Kantone (HMF) aus dem Jahre 2015 legen die Kantone selbst fest, welche einzelnen Fördermassnahmen aus dem Gesamtkatalog im jeweiligen Kanton angeboten werden. Die Kantone entscheiden ebenso über die Konditionen, die für das jeweilige Förderangebot gelten. Dadurch soll es möglich werden, individuelle Unterschiede der Kantone besser zu beachten und gleichzeitig auf die finanziellen Möglichkeiten des Kantons Rücksicht zu nehmen.

Für dich als Interessent oder Bauherr bedeutet dies allerdings: Die Höhe der möglichen Förderung hängt vor allem davon ab, an welchem Ort in der Schweiz du lebst bzw. dein Bauvorhaben stattfinden soll. Die wichtigsten Informationen, Reglements und Links zu den Kantonseiten findest du auf der Seite des Gebäudeprogramms.

 

Die Schwerpunkte des Gebäudeprogramms – diese 3 Bereiche werden gefördert

Ziel des Gebäudeprogramms ist die Steigerung der Energieeffizienz und Klimaneutralität der Schweiz. Das Programm setzt 3 Schwerpunkte:

  1. Die Förderung der energetischen Sanierung von Gebäuden mit Baugenehmigung vor 2000
  2. Besondere Förderbeiträge für hocheffiziente Neubauten
  3. Die Förderung der Errichtung oder Ausweitung von Nah- und Fernwärmenetzen

Wir blicken für dich auf die Details und zeigen auf, welche Massnahmen sich für eine Förderung aus dem Gebäudeprogramm qualifizieren.

1. Förderung der energetischen Sanierung von Gebäuden mit Baugenehmigung vor 2000


Gefördert werden verschiedene Massnahmen, die zur Steigerung der Energieeffizienz einer vor dem Jahr 2000 genehmigten Liegenschaft beitragen. Diese umfassen:

  • Wärmedämmung der Gebäudehülle (Dach, Fassaden, Wände und Böden gegen Erdreich)
  • Ersatz von besonders klimaschädlichen Heizungsinstallationen (Öl, Gas, Elektro) gegen effiziente Alternativen mit der Nutzung von erneuerbaren Energien (Wärmepumpe, Holzheizung, thermische Solaranlage) oder alternativ der Anschluss an ein Wärmenetz.

2. Förderung für hocheffiziente Neubauten

Für Neubauten, die energetisch noch effizienter sind als es die gesetzlichen Vorgaben verlangen, gibt es in vielen Kantonen attraktive Förderungen. So sparst du nicht nur langfristig Energie und Kosten, sondern erhältst auch eine Subvention zu den in der Regel etwas höheren Baukosten. Konkret werden Neu- oder Ersatzneubauten nach den folgenden Standards bzw. Energieetiketten in vielen Kantonen gefördert:

  • Minergie-P/A
  • Minergie-P/A-Eco
  • GEAK A/A.

 3. Förderung der Errichtung oder Ausweitung von Nah- und Fernwärmenetzen

Auch für neue oder den Anschluss an bereits bestehende Nah- und Fernwärmenetze gibt es in vielen Kantonen attraktive Fördergelder aus dem Gebäudeprogramm.

Die Förderfähigkeit unterscheidet sich je nach Kanton. Deswegen ist es wichtig, die gewünschte Massnahme an deiner Immobilie rechtzeitig zu planen und die Möglichkeit zum Bezug von Fördergeldern zu prüfen. Einen guten Überblick dazu bietet die Website des Gebäudeprogramms.

Gut zu wissen: Investitionen im Zusammenhang mit der energetischen Sanierung und die Rückbaukosten bei einem Ersatzneubau erlauben oft einen Steuerabzug. Mehr dazu weiss dein Steueramt.

 

Das richtige Vorgehen ist entscheidend! So kommst du an die Fördergelder

Damit du dir frühzeitig Klarheit darüber verschaffen kannst, ob sich dein Vorhaben zur Renovation bzw. zum Neu- oder Ersatzneubau für eine Förderung qualifiziert, ist eine strukturierte Vorgehensweise das A & O, um erfolgreich an die Subventionen zu kommen und die von den Behörden geforderten Bedingungen zu erfüllen.

Im ersten Schritt wendest du dich am besten an die Energiefachstelle deines Kantons. Die erfahrenen Mitarbeiter kennen die Lage und erteilen gerne Auskünfte zu Fördermöglichkeiten und deren Höhe. Die notwendigen Informationen kannst du entweder persönlich, per E-Mail oder Telefon einholen.

Einen ersten Überblick kannst du dir auch auf den Seiten von Energiefranken verschaffen. Nach Eingabe des Orts oder der Postleitzahl erhältst du einen ersten Überblick zu den Förderprogrammen, Konditionen und den Ansprechpartnern. Dort erfährst du auch, ob es zusätzliche Förderangebote direkt von deiner Gemeinde gibt.

Im zweiten Schritt musst du – unter Hilfe des ausführenden Unternehmens – das Fördergesuch stellen. Dieser Prozess ist relativ komplex, da neben deinen persönlichen Daten und den wichtigsten Informationen zur jeweiligen Liegenschaft auch diverse technische Daten abgefragt werden. Allerdings kennen die Fachbetriebe das Vorgehen und haben viel Erfahrung mit der Erstellung der Fördergesuchsunterlagen. Sobald das Gesuch vollständig ist und alle Dokumente vorhanden sind, kannst du es direkt an die Kantonsverwaltung einsenden.

Übrigens: Viele Kantone gewähren Fördergelder für unterschiedliche Massnahmen. Von kleinen Einzelmassnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz über eine Sanierung in Etappen bis hin zur kompletten Gebäudesanierung stehen je nach Kanton Förderungen zur Verfügung.

Unser Praxis-Tipp: Eine professionelle Energieberatung ist die ideale Hilfestellung bei einem Sanierungsvorhaben. Dabei prüft eine unabhängige Fachperson die Ausgangslage und zeigt dir alle Handlungsmöglichkeiten auf.

Der GEAK Plus (Gebäudeenergieausweis der Kantone plus Empfehlung) ist das perfekte Planungsinstrument, da er die einzelnen Handlungsfelder deines Renovationsvorhabens aufzeigt und dabei Rücksicht auf deine finanziellen Möglichkeiten nimmt. Wir empfehlen dir, mindestens zwei Konkurrenzofferten und Referenzen für die Erstellung des GEAK Plus einzuholen. Manche Gemeinden unterstützen Interessenten auch finanziell bei der Erstellung des GEAK Plus durch entsprechende Subventionen.

Wichtig: Das Fördergesuch muss rechtzeitig vor Beginn der Arbeiten eingereicht werden. Die Auszahlung der Förderung erfolgt nach Abschluss der Sanierungsarbeiten an deiner Immobilie.

foerderung-hausbau-niedrigenergiehaus-e-book-guide-net4energy
Du möchtest mehr über das Niedrigenergiehaus erfahren? Lade dir jetzt unseren ultimativen Guide herunter!
jetzt kaufen