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Fördergelder für den Fensterersatz

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

10.December 2021

Letztes Update

10.12.2021

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Diese Fördergelder für den Fensterersatz gibt es in der Schweiz

Alte Fenster können wahre Energieverschwender sein. Trotzdem gibt es in der Schweiz nur unter bestimmten Voraussetzungen eine Förderung für neue Fenster.

Inhalt des Blogartikels

Neue Fenster leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz

Alte Fenster und Türen sind in vielen Fällen eine energetische Problemstelle in den Haushalten. Die einfache Verglasung sorgt für hohe Wärmeverluste, wertvoll mit der Heizung produzierte Wärme wird über die Fensterflächen zu schnell an die Umwelt abgegeben und geht verloren. Obendrein sorgen undichte Fensterrahmen für störende Zugluft, die schlechte Schalldämmung für unnötigen Lärm und abgenutzte Fensterbeschläge mindern den Komfort beim Öffnen und Schliessen der Fenster durch die Hausbewohner.

Jährlich werden schweizweit rund 1,9 Millionen neue Fensterflügel verbaut, wobei es keine exakte Abgrenzung zur Verteilung dieser Zahl auf Neubauten und den Fensterersatz in bestehenden Gebäuden gibt. Allerdings kann man sowohl nach einem Blick auf die Fenster in vielen Altbauten als auch nach den statistischen Erhebungen davon ausgehen, dass in vielen Schweizer Wohngebäuden dringend ein Tausch notwendig ist. Schliesslich stammen annähernd 75 Prozent des Schweizer Gebäudeparks auf dem Wohnsektor aus der Zeit vor 1990 – und viele davon wurden bis anhin nicht oder nur unzureichend energetisch saniert.

Vor allem Fenster, die noch vor 1995 installiert wurden, haben meistens sehr hohe Wärmeverluste von rund 20 bis 25 Prozent, was in etwa dem gleichen Wärmeverlust einer ungedämmten Aussenhülle entspricht. Dadurch steigen die Heizkosten und dementsprechend der Ausstoss an klimaschädlichen Gasen. Im Gegensatz zu einer Wärmedämmung sind neue Fenster allerdings wesentlich einfacher installiert, in den allermeisten Fällen kostengünstiger und erhöhen gleichzeitig den Komfort im Alltag.

 

Mit diesen Preisen musst du beim Fensterersatz rechnen

Fenster gibt es wohl in unendlich vielen Formen und Ausführungen. Beinahe alle unterschiedlichen Formen, Grössen und Verglasungen können dabei entweder bereits vorgefertigt oder in Massarbeit zu 100 Prozent passend für deine Situation vor Ort produziert werden.

Bei den Materialien für die Rahmen gibt es mehrere Optionen. Am günstigsten sind fast immer reine Kunststofffenster. Preislich im Mittelfeld liegen Holz- und Kunststoff-Alu-Fenster. In der oberen Preiskategorie angesiedelt sind Aluminium- und Holz-Aluminium-Fenster. Neben dem Rahmenmaterial ist auch eine allfällige Zusatzausstattung wie ein Einbruchschutz oder besonders hochwertiges Isolierglas für den Totalpreis ausschlaggebend.

Für ein Fenster mit einer 3-fach-Verglasung, das den üblichen Grössen entspricht, musst du mit Investitionskosten zwischen 600 und 1.000 CHF pro Fenster rechnen. Diese Kosten schliessen den fachgerechten Einbau durch den Fensterprofi ein.

Wie du an diesem Beispiel siehst, können für den Ersatz der alten Fenster in einem Einfamilienhaus oder einer Wohnung schnell Beträge jenseits der 10.000 CHF-Grenze zusammenkommen.

Unser Praxistipp: Auf dem Markt agieren sehr viele Unternehmen. Achte beim Einholen von Offerten darauf, dass die Abbruch- und Entsorgungskosten für die alten Fenster in der Offerte enthalten sind. Wir empfehlen dir eine fachgerechte Beratung vor Ort direkt an deiner Immobilie. So kannst du erfahren, welche Fenster am besten zu deiner individuellen Situation passen.

 

Förderbeiträge für neue Fenster erhalten: Das geht nicht ohne weitere Massnahmen

Obwohl man davon ausgehen könnte, dass der Ersatz eines so wichtigen Bauteils wie der Fenster von Bund und Kantonen unterstützt wird, gibt es dafür seit 2015 keine gezielte Förderung mehr. Und das, obwohl der Fenstertausch mit einem grossen Sparpotenzial an Energie und der damit verbundenen Senkung des CO₂-Ausstosses einhergeht. Die bis 2015 im Gebäudeprogramm verankerte Förderung für den Ersatz alter Fenster ist ausgesetzt. Die derzeit gültige Ausgabe des Harmonisierten Fördermodells der Kantone (HFM) meint dazu: „Bei den Einzelmassnahmen an der Gebäudehülle umfasst das HFM 2015 ausschliesslich die Wärmedämmung von Fassaden, Dächern sowie Wände und Böden gegen Erdreich. Der reine Fensterersatz sowie die Wärmedämmung von Estrichboden und Kellerdecke sind nicht mehr Teil des HFM.“

 

So kommst du unter gewissen Umständen trotzdem an einen Förderbeitrag

Eine Möglichkeit, um den Ersatz alter Fenster gegen neue, hochwertige und besser isolierende Modelle mit einem Förderbeitrag unterstützt zu bekommen, ist eine energetische Sanierung deiner Immobilie, zum Beispiel zusammen mit der Anbringung einer Wärmedämmung an der Fassade. Da es sich dann um keine Einzelmassnahme, sondern eine mehrere Punkte umfassende Sanierung handelt, kannst du auch für die neuen Fenster Förderbeiträge deines Kantons erhalten.

Dazu ist in vielen Kantonen ein GEAK Plus (Gebäudeenergieausweis der Kantone) notwendig. Zusätzlich zum Basisprodukt GEAK enthält der GEAK Plus einen Bericht mit einer konkreten Liste an Massnahmen, mit denen du die Energieeffizienz deiner Immobilie steigern kannst. Obendrein kannst du mehr dazu erfahren, wie du die Sanierung etappieren kannst, welche energetischen Massnahmen die höchste Priorität haben und welche Förderbeiträge möglich sind. Der Erwerb eines GEAK Plus wird in vielen Kantonen mit einem Beitrag zwischen 800 und 1.500 CHF gefördert.

Alternativ kannst du für neue Fenster auch dann Förderbeiträge erhalten, wenn du deine Immobilie auf einen besonders hohen energetischen Standard, zum Beispiel eine Zertifizierung nach dem Minergie-Baustandard, bringen möchtest. Da in diesem Fall auch mehrere Massnahmen an verschiedenen Orten in deinem Haus (Gebäudehülle, Heizungsanlage, etc.) notwendig werden, gilt der Ersatz der Fenster nicht mehr als Einzelmassnahme, sondern als Bestandteil der gesamten Renovation. In vielen Kantonen gibt es dann Fördergelder. Was genau in deinem Kanton gilt, kannst du am besten direkt bei den Mitarbeitern deiner Kantonsverwaltung erfahren.

 

Neue Fenster werden nur in bestimmten Fällen subventioniert: Aus Sicht des Klimaschutzes lohnt sich die Investition auf jeden Fall

Neue Fenster und Türen sind eine vergleichsweise günstige Massnahme, um effizient wertvolle Energie im Haushalt zu sparen. Da moderne Fenster im Vergleich zu alten Modellen einen um bis zu 25 Prozent tieferen Wärmeverlust aufweisen, amortisieren sich die Investitionskosten häufig schon nach wenigen Jahren. Zusätzlich erhältst du mit neuen Fenstern auch langfristig den Wert deiner Immobilie.

Förderungen für den Ersatz von alten Fenstern gegen hochwertige Fenster mit 2-fach respektive 3-fach-Verglasung, höheren Einbruchschutz und weiteren Ausstattungsmerkmalen gibt es in der Schweiz nicht. Diese sieht das Gebäudeprogramm respektive das Harmonisierte Fördermodell der Kantone nicht vor. Nur wenn du eine Renovation planst und dein Gebäude gleich an mehreren Stellen energetisch sanieren möchtest, kannst du auch für den Ersatz der Fenster Förderbeiträge von deinem Kanton bekommen.

Aus der Sicht des Klimaschutzes sind neue Fenster eine gute Investition. Mit einem relativ überschaubaren Investitionsvolumen und ohne umfangreiche Bauarbeiten sorgt der Fensterersatz für einen tieferen Energieverbrauch – eine Wohltat für die Umwelt, das Klima und unsere Zukunft.

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