energiewende-deutschland-energie-sparen-header-net4energy-v2

Die Schweizer Energiewende

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

10.June 2021

Letztes Update

10.12.2021

Die Energiewende: Alles zur KlimaneutralitÀt in der Schweiz

Mit der Energiestrategie 2050 hat die Schweiz die Energiewende eingeleitet. Neben dem Ausstieg aus der Kernenergie setzt sie auf den Ausbau von Erneuerbaren Energien und die Steigerung der Energieeffizienz.

Inhalt des Blogartikels

 

Seit etwa 40 Jahren ein Begriff: Die Energiewende

Die Schweiz, als alpiner Staat im Herzen Europas, steht vor besonderen Herausforderungen. Um die Folgen des Klimawandels noch in begrenzte Bahnen zu leiten, ist ein entschlossenes globales Handeln gefragt. Der Verzicht auf klimaschĂ€dliche fossile EnergietrĂ€ger und die Umstellung auf Erneuerbare Energie sind nur Teil der weltweit notwendigen Schritte.

Ein hohes Ziel hat sich dabei die Schweiz gesetzt: Im Jahr 2050 sollen unter dem Strich keine Treibhausgasemissionen mehr ausgestossen werden. Ein wichtiger Beitrag zum internationalen Ziel, die globale KlimaerwĂ€rmung auf maximal 1,5 Grad Celcius zu begrenzen.

Ein BĂŒndel an Massnahmen wurde beschlossen, um dieses Ziel zu erreichen. Der Ausstieg aus der Kernkraft, die Erneuerung des Stromnetzes und Anpassung an das Smart-Grid-System aber auch höhere CO₂-Abgaben. Einen essenziellen Beitrag zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 leistet auch die Erhöhung der Energieeffizienz, insbesondere in den Bereichen GebĂ€ude, Maschinen und MobilitĂ€t.

Die Energiewende kann jedoch nur erfolgreich gelingen, wenn weltweit agiert wird, die Gefahren erkannt, die beschlossenen Klimaziele eingehalten und alle Massnahmen erfolgreich realisiert werden. Nur so besteht die Chance, dass die Folgen der KlimaerwĂ€rmung fĂŒr die Schweiz etwas abgefedert werden.

 

Die Schweizer Energiewende hat 3 SĂ€ulen

Die Energiewende ist ein System aus verschiedenen SĂ€ulen, die einen Zweck verfolgen: die strengen Emissionsziele zu erreichen und gleichzeitig den weiterhin hohen Bedarf an Energie zu decken.

Dabei werden in der Energiestrategie 2050 3 SĂ€ulen genannt:

Bis anhin deckt die Schweiz einen betrÀchtlichen Teil ihres Strombedarfs durch die Kernenergie. Nicht erst nach der Katastrophe von Fukushima wurden Stimmen laut, die einen dauerhaften Ausstieg aus der Kernenergie forderten. Alle Kernkraftwerke werden noch so lange betrieben, wie sie sicher sind. Neue Kernkraftwerke werden nicht mehr gebaut, radioaktiver Abfall fÀllt dann nicht mehr an.

Bis 2035 soll im Vergleich zu 2018 drei Mal so viel erneuerbare Energie produziert werden. In der Berechnung aussen vor: die derzeit schon starke Wasserkraft.

Das Potenzial gilt in dieser SĂ€ule sowohl fĂŒr den Bestand als auch fĂŒr Neubauten. Es umfasst neben GebĂ€uden auch die Themenfelder MobilitĂ€t, Industrie und GerĂ€te. Vor allem beim Verkehr sind Massnahmen notwendig, da er einen besonders grossen Anteil am Energie-Endverbrauch hat. Hier sind die Potenziale der E-MobilitĂ€t und neuer MobilitĂ€tskonzepte gefordert. Um die ehrgeizigen Ziele zu erreichen ist einerseits ein Umdenken in der Bevölkerung, der Wirtschaft und bei den EntscheidungstrĂ€gern gefordert, andererseits ist aber auch jeder kleine Beitrag wichtig. Nur so kann die Energiewende gelingen.

 

Steigerung der Energieeffizienz durch smarte Systeme

Smarte Systeme helfen in vielen Bereichen, die Ziele der Energiestrategie 2050 zu erreichen. Im Bereich des Wohnens erfordert vor allem der hohe Energieaufwand fĂŒr WĂ€rme (Heizung und Warmwasser) in der Schweiz grosse Aufmerksamkeit. Regionale Versorgungssysteme, zum Beispiel WĂ€rmenetze, die mit Holz oder Sonnenenergie gespeist werden, können die Energiewende beschleunigen. Im Vergleich zu den bis anhin verwendeten fossilen Energien wie Öl, Gas oder Kohle sind sie wesentlich besser fĂŒr das Klima.

Die WĂ€rme-Kraft-Kopplung (WKK) ist vor allem in der kalten Jahreszeit eine attraktive Möglichkeit, um die notwendige WĂ€rme und ElektrizitĂ€t herzustellen, die weder durch die Sonne noch die Wasserkraft geliefert werden können. Da sie rasch aktiviert bzw. deaktiviert werden kann und keine langen Vorlaufzeiten benötigt, sorgt sie fĂŒr NetzstabilitĂ€t. Das Bundesamt fĂŒr Energie schafft im Rahmen des Energiegesetzes besondere Anreize fĂŒr WKK-Anlagen.

 

Energetische Sanierung von GebÀuden

In der Schweiz sind die GebĂ€ude fĂŒr rund 25 Prozent aller Emissionen verantwortlich. Hier besteht Aufholbedarf, da noch zu viele Immobilien nicht oder nur unwesentlich eine energetische Sanierung durchlaufen haben. Auch die fossilen WĂ€rmetrĂ€ger Öl und Gas sind nach wie vor dominant bei der WĂ€rmeversorgung.

Viele EigentĂŒmer schrecken in der Schweiz noch vor der Sanierung ihrer Immobilie zurĂŒck, da sie hohe Investitionen fĂŒrchten. Mit der EinfĂŒhrung des GebĂ€udeenergieausweises der Kantone (GEAK), einer Etikette zum Energiebedarf einer Immobilie, wurden erste Schritte in die Wege geleitet, damit Hausbesitzer den Energiebedarf kennenlernen. Mit dem GEAK Plus erhalten Immobilienbesitzer sogar einen Beratungsbericht, der ihnen Massnahmen aufzeigt, um das GebĂ€ude auf Energieeffizienz zu trimmen und Fördergelder zu generieren.

Der kompletten Renovierung im Bestand, einschliesslich der DĂ€mmung von Kellern, Mauern und DĂ€chern, Austausch von Fenster und TĂŒren sowie der Installation neuer Heizungssysteme muss in Zukunft mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. Nur so kann der WĂ€rmebedarf nachhaltig gesenkt werden. Im Bereich von Neubauten gibt es in der Schweiz bereits seit vielen Jahren gute Standards (z. B. Minergie) zum nachhaltigen Bauen und Wohnen.

 

 

Eigenes Engagement: 5 Tipps, wie du zur Energiewende beitragen kannst

Ohne den Beitrag von uns allen kann die Energiewende nicht gelingen. Dabei sind nicht nur grosse Massnahmen ausschlaggebend, jeder kann durch kleine VerĂ€nderungen an seinem Verhalten und mit ein bisschen Nachdenken seinen Beitrag dazu leisten. Neben dem wichtigen Faktor Stromverbrauch bestehen auch viele kleinere Möglichkeiten, den persönlichen Energiebedarf zu beeinflussen. Hier fĂŒnf Tipps, die du einfach in deinem Haushalt umsetzen kannst:

  1. Finde die Stromfresser
  2. Nutze erneuerbare Energien
  3. Vermeide WĂ€rmeverluste
  4. Lebe energiebewusst
  5. Handle bedarfsgerechter

Frage dich, welche ElektrogerÀte in deinem Haushalt besondere Stromfresser sind. Oft sind sie nicht auf den ersten Blick erkennbar. Einen guten Hinweis kann aber das Alter des GerÀts geben. Moderne GerÀte arbeiten effizienter. Dadurch wird der Stromverbrauch reduziert.

Tipp: Der Stand-by-Betrieb frisst hÀufig viel Strom bei nur geringem Komfortgewinn!

Auch wenn du in einer Wohnung nicht alles selbst entscheiden kannst: Den Stromtarif wĂ€hlst du! Mit Ökostrom-Tarifen leistest du deinen Beitrag.

Durch das DĂ€mmen von HĂ€usern, das Isolieren von Heizungsrohren oder das Abdichten von Fenstern und TĂŒren kannst du grosse WĂ€rmeverluste reduzieren.

Auch im Alltag in deinen eigenen vier WÀnden kannst du energiebewusster leben. Stelle die Heizkörperthermostate so ein, dass nur die notwendige Raumtemperatur entsteht. Im Schlafzimmer braucht es weniger WÀrme als in den WohnrÀumen.

Wenn du abwesend bist, benötigst du weniger WÀrme. Programmierbare Heizkörperthermostate aktivieren nur in jenen ZeitrÀumen die Heizung, in denen du die WÀrme tatsÀchlich brauchst.

Tipp: Die Heizung benötigt rund 70 Prozent der Energie im Haushalt. Moderne Heizungsanlagen sind effizienter.

 

Förderungen fĂŒr die Energiewende beantragen

Mit kleinen Maßnahmen kannst du bereits viel erreichen. Möchtest du jedoch eine grĂ¶ĂŸere Sanierung, Adaption oder einfach Informationen einholen? Die Förderprogramme hĂ€ngen von deiner Wohnsitzgemeinde ab. Der Bund, die Kantone, Gemeinden und Energieunternehmen lancieren regelmĂ€ssig neue Programme. Welche Förderungen zu dir passen, beantwortet dir entweder ein Energieberater, das Bundesamt fĂŒr Energie (BFE), dein Kanton oder deine Gemeinde.

energiewende-energie-sparen-e-book-guide-net4energy
Du möchtest mehr ĂŒber das Energie sparen erfahren? Lade dir jetzt unseren ultimativen Guide herunter!
jetzt kaufen