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Altbausanierung: Aktuelle Förderung

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

25.October 2021

Letztes Update

10.12.2021

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Förderungen in der Schweiz für die energetische Altbausanierung

Für energetische Sanierungen im Altbau erhältst du in der Schweiz Förderungen durch den Bund und die Kantone. Diese Massnahmen bezuschusst das Gebäudeprogramm im Detail.

Inhalt des Blogartikels

Die Nachfrage nach Förderungen zur energetisch nachhaltigen Sanierung ist gross

In der Schweiz haben nach aktuellen Schätzungen über 1 Million Häuser bis anhin keine energetische Sanierung bekommen und gelten als energetisch sanierungsbedürftig. Eine unzureichende Aussen- oder Innendämmung sowie ineffiziente Heizungen, die in grossen Mengen fossile Brennstoffe für die Erwärmung der Wohnräume benötigen, prägen noch in vielen älteren Gebäuden das Bild. Sie tragen zu einem grossen Mass zur Klimaerwärmung bei, da ungedämmte Häuser mit einer alten Heizanlage unverhältnismässig stark an den klimaschädlichen CO2-Emissionen beteiligt sind.

2020 flossen trotz der Auswirkungen der Corona-Pandemie so viele Fördergelder wie nie zuvor in die energetische Sanierung. Aus dem Gebäudeprogramm, dem wichtigsten Förderangebot von Bund und Kantonen, betrugen die Förderbeiträge für Wärmedämmprojekte rund 119 Millionen Franken. Weitere 62 Millionen Franken an Förderbeiträgen gingen in Haustechnikprojekte, ein Plus von 65 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

Investitionen im Bereich der Altbausanierung sorgen nicht nur für den langfristigen Erhalt des Wohnkomforts einer Liegenschaft, sie sind auch ein nachhaltiger Beitrag zum Klimaschutz. Die im Jahr 2020 durch das Gebäudeprogramm geförderten Massnahmen senken über die Lebensdauer der getätigten Investitionen gesehen den CO2-Ausstoss um 1,4 Millionen Tonnen und reduzieren den Energieverbrauch im Schweizer Gebäudepark um 5,7 Milliarden Kilowattstunden (kWh).

Wie du aus diesen Zahlen bereits ablesen kannst: Energetische Sanierungen an Altbauten lohnen sich auf jeden Fall für das Klima – und langfristig in fast allen Fällen für das Portemonnaie. Dabei kannst du sowohl eine komplette energetische Altbausanierung durchführen als auch durch etappierte Massnahmen die klimagerechte Anpassung deines Hauses erreichen.

Mit welchen Förderungen du im Rahmen des Gebäudeprogramms von Bund und Kantonen rechnen kannst, welche Gebäudeteile für einen nachhaltigen Umbau besonders relevant sind und dementsprechend attraktiv gefördert werden, erfährst du in diesem Beitrag.

 

Die Schwachstellen im Altbau: Hier sind die Sanierungen besonders dringlich

Beim Begriff «Altbau» denken die meisten von uns an hübsche Häuser in verwinkelten Altstädten oder elegante Liegenschaften aus dem 18. oder 19. Jahrhundert mit viel Cachet. Aus energetischer Sicht ist der Begriff «Altbau» aber wesentlich umfangreicher. Auch Gebäude aus den 1950er-, 1960er- oder 1970er-Jahren erfüllen aus heutiger Sicht bei Weitem nicht mehr die Anforderungen an die Energieeffizienz und den damit verbundenen Wohnkomfort. Ihnen merkt man an, dass sie in einer Zeit errichtet wurden, in der das Thema Energieverbrauch oder Umweltschutz noch nicht relevant war.

Das sind die typischen Schwachstellen:

  • dünnwandiges Mauerwerk
  • keine Wärmedämmung an der Aussenhülle beziehungsweise gegen oben (Dach) oder unten (Keller)
  • alte Fenster und Aussentüren mit einfacher Verglasung
  • Heizungen, die eine hohe Wärmeleistung benötigen, die aus fossilen Brennstoffen gewonnen wird

Neben den hohen Warmwasser- und Heizkosten sinkt in unsanierten Altbauten auch der Wohnkomfort: Zugluft oder Schimmelbildung durch Wärmebrücken an der Fassade sind Beispiele, die durch eine energetische Sanierung behoben werden können.

 

Das Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen: Die Basis für die Förderung von energetischen Sanierungen in der Schweiz

Mittlerweile auch in weiten Teilen der Bevölkerung gut bekannt ist das Gebäudeprogramm. Es existiert bereits seit dem Jahr 2010, hat allerdings innert weniger Jahre wesentliche Neuerungen erfahren. Mit dem Harmonisierten Fördermodell der Kantone 2015 (HMF 2015), das seit Anfang 2017 gilt, wurde die Basis für ein schweizweites Förderangebot geschaffen. Der Bund gewährt dabei indirekt Förderungen für 18 verschiedene Massnahmen, für deren Umsetzung und Verwaltung die Zuständigkeit bei den Kantonen liegt. Die Kantone wählen aus diesem 18-stelligen Massnahmenkatalog die jeweiligen Förderungen, die sie gemäss ihrer Schwerpunktsetzung und ihres Budgets fördern möchten. Du erkennst die einzelnen Massnahmen daran, dass sie im HMF mit M-01 bis M-18 nummeriert sind.

Übrigens: Die 2017 vom Stimmvolk angenommene Energiestrategie 2050 sorgt dafür, dass mehr finanzielle Mittel für die Förderung von energetischen Renovationsmassnahmen zur Verfügung stehen, die von den Kantonen ausgeschüttet werden. Die Befristung des Gebäudeprogramms wurde aufgehoben. Dadurch nähert sich die Schweiz dem Ziel, die Energiewende auch dank der Förderungen für energetische Sanierungen und zur Steigerung der Energieeffizienz in den kommenden Jahren zu bewältigen.

Der Massnahmenkatalog: Diese Projekte bei der Altbausanierung erhalten eine Förderung

Wärmedämmung (Massnahme: M-01, M-10 bis M-17)

Die Wärmedämmung sorgt, zusammen mit dem Ersatz einer alten Heizanlage, für das grösste Energiesparpotenzial in einem Altbau.

Beinahe alle Kantone unterstützen Massnahmen zur Dämmung finanziell. Dies umfasst die Aussendämmung der Fassade (alternativ Innendämmung), des Daches sowie der Wände und Böden gegen das Erdreich. Im HMF ist dies die Massnahme M-01. Sie gilt für praktisch jede Art der zusätzlichen Dämmung und ist vergleichsweise einfach zu erhalten.

In einigen Kantonen gibt es einen weiteren Zuschuss, zum Beispiel beim Erreichen einer höheren GEAK-Klasse oder einer umfassenden Gesamtsanierung mit GEAK (Gebäudeenergieausweis der Kantone, die offizielle Energieetikette) oder Minergie-Zertifikat. Andere Kantone fördern hingegen das Erreichen von hohen Werten bei der Gebäudehüllen- oder Gesamtenergieeffizienz mit einem Bonus.

Neue Heizung (Massnahme: M-02 bis M-09 sowie M-18)

Der Ersatz einer alten Heizung gegen eine effiziente Alternative mit der Nutzung von erneuerbaren Energien respektive der Anschluss an ein Fernwärmenetz ist der zweite Bestandteil einer erfolgreichen energetischen Altbausanierung. Vor allem alte Öl-, Gas- oder Stromheizungen sind besonders klimaschädlich, aber in Altbauten noch weit verbreitet.

In beinahe allen Kantonen gibt es Förderbeiträge zu automatischen Holzfeuerungen (M-03/M-04) sowie Luft-Wasser-Wärmepumpen (M-05) oder Sole-Wasser-/Wasser-Wasser-Wärmepumpen (M-06). Auch der Anschluss an ein bestehendes Wärmenetz (M-07) oder die Nutzung von Solarthermie, also der Sonnenkraft (M-08), wird in der überwiegenden Mehrzahl der Kantone gefördert.

Förderung für neue Fenster

Die Förderung für neue Fenster als einzelne Massnahme wurde ausgesetzt. Im Rahmen einer Gesamtsanierung nach Minergie-Standard oder GEAK kann eine Förderung im Einzelfall aber bewilligt werden.

 

Weitere Zuschüsse für die Nutzung von erneuerbaren Energien

Wenn du mit deiner Immobilie zusätzlich zur hocheffizienten Heizung und energiesparenden Wärmedämmung auch selbst Energie produzieren möchtest, dann gibt es in vielen Kantonen weitere Zuschüsse. Eine Photovoltaikanlage macht es möglich, das Hausdach zur autarken Erzeugung von Strom zu nutzen, den du selbst verbrauchen, in einem Batteriespeicher für später speichern oder gegen eine Vergütung in das Stromnetz einspeisen kannst. Die sogenannte KLEIV (Einmalvergütung für Kleinanlagen) macht es möglich.

Die Solarthermie, also Solarkollektoren, die Wärme erzeugen, wird in einem Grossteil der Kantone über Förderbeiträge aus dem Gebäudeprogramm zusätzlich bezuschusst.

 

Mit welchen Förderbeiträgen kannst du bei der Altbausanierung rechnen?

Auf diese Frage gibt es leider keine pauschale Antwort. Jeder Kanton entscheidet selbst, welche Einzelmassnahmen oder umfassenden Sanierungen er mit einer Förderung unterstützt. Zusätzlich liegt es auch in der Kompetenz der Kantone, die Förderhöhen festzulegen.

Unser Praxistipp: Auf energiefranken.ch kannst du eine Abfrage starten, die nach Eingabe deiner PLZ beziehungsweise des Ortes der Liegenschaft alle verfügbaren Förderbeiträge übersichtlich darstellt. Der Vorteil: Wenn es ergänzende gemeindliche Förderungen gibt, sind diese auf der Energiefranken-Website aufgelistet.

 

Welche Schritte sind für die Förderung deiner geplanten Sanierung notwendig?

Bevor du einzelne Massnahmen oder eine umfassende gesamte Altbausanierung in die Wege leitest, empfehlen wir dir eine unabhängige Energieberatung. Sie überprüft deine Liegenschaft, untersucht die Schwachstellen und gibt dir konkrete Handlungsempfehlungen. Aus 2 Gründen empfiehlt sich der GEAK Plus:

  1. Er enthält er einen Beratungsbericht mit einer Liste an konkreten Empfehlungen.
  2. Es gibt für seine Erstellung in den meisten Kantonen Fördergelder.

Die Energiefachstelle in deinem Kanton oder ein GEAK-Experte sind deine ersten Ansprechpartner für diese Energieberatung.

Anschliessend kannst du – auch nach deinen finanziellen Möglichkeiten oder nach Klärung einer Finanzierung mit einer Bank – mit der konkreten Planung beginnen und Offerten von Handwerksbetrieben einholen. Wichtig ist es dabei, das Gesuch für die Förderbeiträge vor Baubeginn zu stellen. An wen du dich für eine Förderung nach dem Gebäudeprogramm wenden musst, erfährst du auf dessen Website nach der Auswahl des Kantons. Für die Förderung einer Photovoltaikanlage ist Pronovo der richtige Ansprechpartner.

Fazit: Die energetische Altbausanierung ist angeraten! Durch die verschiedenen Förderbeiträge aus dem Gebäudeprogramm erhältst du sowohl für Einzelmassnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz als auch für umfassende Gesamtsanierungen Zuschüsse. Die Ausgaben für den Umbau amortisieren sich durch die langfristige Kosteneinsparung bereits nach einem überschaubaren Zeitraum.

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