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Elektroauto-Steuer in der Schweiz

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

20.August 2021

Letztes Update

17.01.2022

Steuern sparen mit Elektroautos: So belohnt die Schweiz eMobility

Fahrer von Elektroautos profitieren in vielen Kantonen von einer reduzierten Motorfahrzeugsteuer. Die Steuersätze und Ermäßigungen unterscheiden sich je nach Kanton, in einigen Fällen sind sie sogar steuerfrei.

Inhalt des Blogartikels

Elektroautos und Steuern: Das gilt in der Schweiz

Die Beliebtheit von Elektrofahrzeugen steigt von Jahr zu Jahr. An immer mehr Grundstücken, Garagen und auf den Straßen werden E-Autos zum Alltag. Und das hat auch seinen Grund: Neben geringeren Wartungs- und Betriebskosten sinkt bei einem Elektroauto in den meisten Kantonen die Steuerbelastung. Dies ist politischer Wille und ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz, schließlich gelten Automobile mit Verbrennungsmotor als wahre Umweltverschmutzer. Durch die ineffiziente Verbrennung fossiler Kraftstoffe wie Benzin oder Diesel entstehen klimaschädliche Gase – und das nicht zu knapp! Sie beschleunigen den Klimawandel und die Erderwärmung mit all ihren Folgen. Die E-Mobilität bietet hingegen die Chance eines klimafreundlichen und wesentlich energieeffizienteren Verkehrs.

Wir checken in diesem Beitrag die Lage in der Schweiz: Welche steuerlichen Vorteile gibt es für die E-Mobilität? Wie unterscheidet sich die Reglements in den Kantonen? Welchen Einfluss hat die steigende Zahl von Elektroautos auf die Straßenkasse? Und gelten Steuerermäßigungen auch für Plug-In-Hybride, also Fahrzeuge mit Akku und Verbrennungsmotor?

 

Die Motorfahrzeugsteuer: Jeder Kanton legt die Kriterien selbst fest

Basis der Besteuerung von Fahrzeugen in der Schweiz ist die Motorfahrzeugsteuer. Sie wird von jedem Kanton selbst festgelegt. Dabei gibt es große Unterschiede in der Art der Berechnung, den Rabatten für Fahrzeuge mit klimafreundlichen Antrieben und in einigen seltenen Fällen sogar offensichtliche Ungerechtigkeiten. Deswegen ist es gerade aus finanziellen Gesichtspunkten besonders wichtig, dass du bereits frühzeitig vor dem Kauf eines Elektroautos oder Plug-In-Hybriden die konkrete Lage in deinem Kanton überprüfst. So verhinderst du ein böses Erwachen, wenn der Steuerbescheid kommt.

Alle 26 Kantone legen ihre Tarife für die jährliche Verkehrssteuer selbst fest. Die Bezugsgrößen unterscheiden sich: Einige Kantone nehmen den Hubraum respektive die Steuer-PS als Basis. Andere berechnen die Motorfahrzeugsteuer nach dem Gesamtgewicht, der Leistung, dem Leergewicht und den CO-Emissionen. Damit der Dschungel perfekt wird, bedienen sich einige Kantone auch einer Mischung aus verschiedenen Bemessungsgrundlagen. Zusätzlich gewähren manche Kantone einen Steuerrabatt bis 50 Prozent und mehr – und das auch für mehrere Jahre.

 

Extreme Beispiele: Elektromobilität ist in seltenen Fällen sogar höher besteuert als ein klimaschädlicher Verbrenner

Der TCS hat auf Basis einzelner Fahrzeuge einen Vergleich angestellt. Das Ergebnis überrascht, denn in einigen Kantonen fällt die jährliche Steuerbelastung für ein Elektroauto höher aus als für ein leistungsstarkes Fahrzeug mit Verbrennungsmotor und hohen Emissionen.

Für den ausschliesslich mit Strom betriebenen Tesla Model S 75 D reicht die Spannbreite an jährlicher Steuerbelastung in 9 Kantonen bis zu 1.364 CHF, wie beispielsweise im Kanton Schwyz. Der Mittelwert aller 26 Kantone liegt bei 279 CHF.

Im Vergleich dazu fällt die jährliche Steuer für einen Porsche 911 Carrera 45 PDK mit Benzinmotor, dessen Neupreis in etwa doppelt so hoch liegt, nicht viel geringer aus. Der Mittelwert liegt bei diesem Fahrzeug bei 692 CHF und schwankt je nach Kanton von 384 CHF bis 2.043 CHF.

Im Kanton Schwyz fällt die Motorfahrzeugsteuer für den 180 Gramm CO₂ pro km ausstoßenden Porsche mit 1.132 CHF geringer aus als für den rein elektrisch angetriebenen Tesla mit 1.364 CHF. Der Grund dafür ist die Berechnung nach dem Leergewicht und der Leistung: Elektrofahrzeuge haben durch ihre schweren Batterien ein höheres Gewicht als Verbrenner, ihre Effizienz sorgt für die hohe Leistung.

Unser Tipp: Bevor du dich für den Kauf eines Elektrofahrzeugs entscheidest, prüfe am besten nach welchen Kriterien die Bemessung der Motorfahrzeugsteuer in deinem Kanton erfolgt. Einen ersten Überblick bietet das Bundesamt für Energie (BFE).

Wichtig: Einige Kantone bieten einen Steuerrabatt an. Dieser ist zeitlich begrenzt und gilt im Durchschnitt nur für die ersten 3 Jahre nach der Inverkehrsetzung. Für Plug-In-Hybride gelten eigene Regeln, die sich von Kanton zu Kanton unterscheiden. Das Straßenverkehrsamt deines Wohnkantons ist der beste Ansprechpartner zu den Verkehrsabgaben.

 

Weitere Steuervorteile für Elektroauto-Fahrer

Neben der direkt von den Automobilisten zu bezahlenden Motorfahrzeugsteuer, profitieren Fahrer von Elektroautos von weiteren Steuervorteilen. Durch die in vielen Kantonen niedrigere Steuer beziehungsweise Rabatte sinkt der Steueranteil auch für die Einzahlung in die Straßenkasse. Aus diesem Instrument sichert die Schweiz die Finanzierung und Instandhaltung des Straßennetzes. Fahrer von Elektroautos tragen also weniger zum Erhalt bei. Langfristig gesehen wird es allerdings eine Anpassung geben müssen, da die Infrastruktur für alle Fahrzeuge unabhängig vom Antrieb zur Verfügung stehen muss und zum Problem werden kann.

Vor allem Autofahrer, die regelmässig fahren und auch längere Strecken ausserorts zurücklegen, profitieren von den günstigen Energiekosten. Im Vergleich zum Benzin oder Diesel an der Tankstelle ist das Laden von Strom verhältnismäßig günstig. Die Mineralölsteuer, die auf alle fossilen Treibstoffe aufgeschlagen wird, beträgt 2021 76,82 Rappen pro Liter Benzin. Diesel wird mit 79,57 Rappen pro Liter besteuert. Fahrer eines Elektroautos tanken im Vergleich dazu günstigen Strom, der an einigen Standorten sogar kostenlos bezogen werden kann. Auch im Privaten kannst du, zum Beispiel mit einer Photovoltaikanlage, selbst den Strom für dein Fahrzeug rein aus der Sonnenkraft herstellen.

 

Der Wohnsitzkanton macht den Unterschied bei den Steuern

Der Bund verzichtet beim Import auf die 4 Prozent Automobilsteuer für neue Elektrofahrzeuge. Es liegt allerdings am Händler, ob er diese Einsparung an dich weitergibt. Einige Kantone und Gemeinden fördern den Kauf von Elektrofahrzeugen, Plug-In-Hybriden und die Installation von Ladeinfrastruktur mit unterschiedlichen Förderungen. Durch die niedrigere Motorfahrzeugsteuer in vielen Kantonen ist die steuerliche Belastung mit einem Elektroauto geringer. Kurzum: Eine pauschale Antwort, ab wann sich ein Fahrzeug mit Elektroantrieb für dich rentiert, können wir dir nicht geben. Ein Beitrag zum nachhaltigen Klimaschutz ist der Umstieg von einem Verbrenner auf ein Elektroauto aber allemal.

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