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Ladesäulen: Situation in der Schweiz

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

18.September 2021

Letztes Update

17.01.2022

Ladesäulen für Elektroautos in der Schweiz

Die Schweiz verfügt über ein vergleichsweise dichtes Netz an Ladesäulen für Elektroautos. Wie du auf diese zugreifen kannst und was du dabei beachten musst, erfährst du hier.

Inhalt des Blogartikels

Ladesäulen als wichtiger Bestandteil für die Attraktivität der Elektromobilität

Elektroautos zählen mittlerweile zum Alltag auf den Schweizer Strassen. Ladesäulen sorgen dafür, dass E-Automobilisten auch abseits einer privaten Wallbox zuhause oder am Arbeitsplatz ihr Fahrzeug schnell, verlässlich und bequem mit der notwendigen Energie versorgen können. Gerade bei längeren Strecken sind öffentliche Ladestationen notwendig, um wie bei einem Verbrenner in regelmässigen Abständen tanken zu können.

Das Netzwerk an Ladeinfrastruktur erstreckt sich dabei nicht nur auf die Nationalstrassen. Auch an vielen zentralen Parkplätzen, an Einkaufszentren, kommunalen Einrichtungen oder an privaten Firmensitzen stehen Ladepunkte zur Verfügung. Schweizweit gibt es (Stand Juni 2021) etwa 9.000 öffentliche Ladeanschlüsse an rund 5.500 Ladestationen – Tendenz steigend.

Bei der Auswahl für einen neuen Personenwagen entscheiden sich viele Kaufwillige noch für einen Verbrenner. Sorgen wegen der Ladeinfrastruktur bringen sie zu diesem Entschluss. Dabei hat sich in den letzten Jahren vieles zum Positiven gewendet: Lücken im Ladenetz wurden geschlossen und vernetzte Anbieter sorgen dafür, dass das Laden in der Schweiz sowie im Ausland auch an fremden Ladestationen ohne viel Aufwand möglich ist. Dafür sprechen die Zahlen des TCS: Auf einen Ladepunkt kommen in der Schweiz rechnerisch 5,8 Fahrzeuge. Dieser Wert liegt weit unter der EU-Empfehlung von 10 Fahrzeugen pro Ladepunkt.

In diesem Beitrag erfährst du alles Wichtige zum Thema Ladesäulen in der Schweiz und erhältst wertvolle Tipps, wie du kostengünstig und bequem dein Elektroauto unterwegs mit Strom versorgst.

 

Ladesäulen und Stecker: Leistung und Anschluss müssen zusammenpassen

Nicht alle Ladesäulen eignen sich für alle Stecker, mit denen Elektroautos an diese angeschlossen werden. Hier musst du etwas genauer hinblicken.

Immer mehr Ladesäulen sind sogenannte Schnellladestationen (DC). Sie versorgen Elektroautos mit mindestens 22 kWh Energie und sorgen dafür, dass du zum Beispiel bei einem Stopp an der Autobahn innert kurzer Zeit den Akku deines Elektroautos laden kannst. Allerdings sind diese Schnellladepunkte nicht für alle Autos mit Elektroantrieb geeignet. Hybridfahrzeuge sind in der Regel keine Schnelllader, für sie ist eine Ladestation mit einer geringeren Leistung (AC) ausreichend. Hier lohnt sich vor dem Kauf ein Blick auf das Ladesystem des PW.

Auch bei den Steckern gibt es verschiedene Typen:

  • Typ 2-Stecker (europäischer Standard): Mit ihm sind im privaten Bereich Ladeleistungen bis 22 kW und an öffentlichen Ladesäulen bis 43 kW möglich.
  • CCS-Stecker (Combo-Stecker): Er erlaubt Schnellladungen mit bis zu 170 kW.
  • CHAdeMO-Stecker (japanischer Standard): Damit ist eine Ladeleistung bis 100 kW möglich.

Übrigens: Nicht mit allen Steckern ist es an jeder Ladesäule möglich, Energie zu tanken. Wie du eine passende Ladestation findest, erfährst du im nächsten Abschnitt.

 

Mit dem Elektroauto in der Schweiz unterwegs: Der Weg zur nächsten Ladesäule

Es gibt mehrere Möglichkeiten, um eine Ladesäule zu finden, die direkt in der Nähe deines Zielorts oder entlang deiner Route durch die Schweiz liegt.

Auf der Plattform www.ich-tanke-strom.ch findest du eine Echtzeit-Übersicht über alle öffentlichen Ladepunkte in der Schweiz. Zur Verfügung gestellt wird dieser unabhängige Service vom Bundesamt für Energie (BFE), EnergieSchweiz und swisstopo.

In dieser Karte kannst du entweder oben über die Eingabe des Ortes oder direkt durch das nähere Heranzoomen eine Ladestation finden. Dabei gilt:

  • grün: ein oder mehrere freie(r) Ladepunkt(e)
  • rot: alle Stecker besetzt
  • hellgrau: keine Angabe zum Status
  • dunkelgrau: Ladesäule ausser Betrieb/offline
  • Plug’n Roll (rund 5.500 Ladepunkte)
  • swisscharge (rund 3.800 Ladepunkte)
  • MOVE (rund 1.800 Ladepunkte)
  • evpass (rund 1.500 Ladepunkte)

Beim Anklicken der jeweiligen Ladesäule erhältst du weitere Informationen wie die verfügbaren Anschlüsse, ihre Leistung und wie du dich an der Ladesäule authentifizieren kannst. Preise werden allerdings nicht angezeigt – diese erfährst du nur in den jeweiligen Ladenetzwerken, an denen die E-Tankstelle angeschlossen ist oder direkt beim Anbieter.

Noch praktischer, aber dafür nicht unabhängig, sind die Apps von einzelnen Ladenetzwerken, die du direkt auf dein Smartphone herunterladen kannst. Der TCS stellt mit der TCS eCharge App zum Beispiel ein System bereit, mit der du eine Ladestation suchen, reservieren und den Tankvorgang auch gleich bezahlen kannst.

Übrigens: Durch das sogenannte Roaming ist es heute möglich, mit einer Ladekarte oder Lade-App auf das gesamte Netzwerk der Ladeinfrastruktur zurückzugreifen. Ähnlich wie bei Telefonieren im Ausland kann der Account von einem Anbieter auch auf die Netzwerke der anderen Anbieter zugreifen. Dies funktioniert je nach Anbieter nicht nur im Inland, sondern – mit allfälligen Einschränkungen – auch im Ausland.

 

Ladenetze managen das Stromtanken und die Bezahlung

In der Schweiz gibt es mehrere Anbieter von sogenannten Ladenetzen. Sie bauen ein Netzwerk an Ladeinfrastruktur auf, unterhalten dieses und bieten Fahrern von Elektroautos die Möglichkeit, an verschiedenen Standorten Strom zu beziehen. Dabei funktioniert das Roaming in der Regel problemlos: Mit einer Ladekarte oder App kannst du also auch den Ladepunkt eines Konkurrenten aktivieren. Gegebenenfalls fällt dafür aber eine Gebühr an.

Zu den Anbietern mit dem grössten Netzwerk an Ladesäulen in der Schweiz zählen:

Das Prinzip, mit dem die Ladenetze arbeiten, ist dabei ganz einfach. Nach einer Registrierung erhältst du eine Ladekarte mit RFID-Transponder, mit der du die Ladesäulen im eigenen Netz und in den anderen Netzen per Roaming freischalten kannst. Ähnlich funktioniert dieses Prinzip bei Lade-Apps, die von den Anbietern zum Download zur Verfügung gestellt werden. Mit ihnen fällt es einfacher, während der Fahrt zu einer freien Ladesäule zu navigieren. In den Apps erfährst du auch, welche Preise aktuell an der konkreten Ladesäule gelten.

Übrigens: Mit Abos kannst du je nach Bedarf Geld sparen. Gerade für Vielfahrer, die in der Schweiz häufig an öffentlichen Ladesäulen tanken, lohnen sich solche Tarifmodelle. Allerdings ist das Angebot gross: Wie bei Handy-Abos gibt es verschiedenste Tarife, die sich an jeden Bedarf anpassen. Prüfe daher vorher ganz genau, ob eine verbrauchsbasierte (pro kWh), zeitbasierte (pro Minute) oder pauschale (pro Anstecken) Abrechnung für dich die preiswerteste Lösung ist.

Alternativ kannst du an den meisten Stromtankstellen mit Kreditkarte direkt bezahlen. Diese Option lohnt sich aber nur dann, wenn du in absoluten Ausnahmen eine öffentliche Ladesäule nutzt. In der Regel ist die Mitgliedschaft in einem Ladenetz praktischer, da auch Optionen ohne Abo oder Mitgliedschaft verfügbar sind.

Ein Plus für Tesla-Fahrer: Der amerikanische Elektroautogigant verfügt über ein eigenes Netz an Schnellladestationen. Diese «Supercharger» befinden sich in mehr oder weniger regelmässigen Abständen entlang der Hauptverkehrsrouten und ermöglichen das Schnellladen in kurzer Zeit. Die Ladesäulen sind exklusiv für Tesla-Kunden reserviert. Achtung: Sobald der Supercharge-Ladevorgang abgeschlossen ist, fallen Blockiergebühren von 0,50 bis 1,00 CHF pro Minute an.

 

Privates Laden oder öffentliche Ladesäule: Was ist in der Schweiz sinnvoller?

Die Antwort auf diese Frage ist nicht eindeutig. Sie hängt vor allem davon ab, wie regelmässig und in welchem Radius du mit deinem Elektroauto fährst. Ein privater Ladepunkt, zum Beispiel eine Wallbox in deiner Garage oder an deinem Parkplatz, sorgt für grosse Unabhängigkeit, da du die Batterien dann laden kannst, wenn du den Wagen gerade nicht brauchst. Dies ist wesentlich bequemer, als an einer besetzten Ladesäule warten zu müssen. Zusätzlich profitierst du von der Möglichkeit, zum Beispiel mit einer Photovoltaikanlage selbst produzierten Strom aus Sonnenenergie nutzen zu können.

Beim Parkieren und Laden an öffentlichen Ladesäulen in der Schweiz fallen unterschiedlich hohe Kosten an. Während es an einigen Säulen (insbesondere an Einkaufscentern, Hotels und direkt bei Elektrizitätswerken) Gratisstrom gibt, sind die Ladepunkte an wichtigen Strassen und in den Stadtzentren im Vergleich dazu relativ teuer. Eine genauere Kosten-Nutzen-Analyse nach deinem persönlichen Mobilitätsverhalten lohnt sich.

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