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Arten von Ladekabel für Elektroautos

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

4.September 2021

Letztes Update

17.01.2022

Das Ladekabel für Elektroautos

Um Strom für dein Elektroauto zu tanken, benötigst du sowohl an der Haushaltssteckdose als auch an der Ladesäule ein Kabel. Hier erfährst du, was es für Unterschiede gibt.

Inhalt des Blogartikels

Wie funktioniert das Ladekabel für Elektroautos?

Ladekabel für Elektroautos haben mehrere Adern, die den Ladestrom in das Fahrzeug übertragen. Darüber hinaus gibt es Adern für die Kommunikation zwischen der Ladesäule und dem Batteriemanagement im Fahrzeug. So kann die Ladesäule anzeigen, zu wie viel Prozent die Batterie momentan geladen ist und wie viel Zeit der Ladevorgang noch benötigt. Ladesäule und Batteriemanagement steuern über die Kommunikation den Ladevorgang. Das ist abhängig vom Ladezustand und dem technischen Zustand der Batterie, aber auch von der herrschenden Umgebungstemperatur. Dabei ist der Ladestrom während der Aufladung nicht immer gleich stark. Nach dem Start des Vorgangs wird mit hohen Stromstärken geladen. Ab etwa 80 Prozent der vollen Ladung verlangsamt sich die Ladeleistung, um die Batterie nicht zu überlasten.

 

Welche Arten von Ladekabeln gibt es für das Elektroauto?

Die Unterscheidung der Ladekabel und Steckertypen mag zunächst einmal komplex scheinen. Wir geben dir einen Überblick über die Kabelarten und erklären dir was du über Mode-2 und Mode-3 wissen solltest.

Mode-2

Wenn dir keine Ladesäule in der Nähe zur Verfügung steht, kannst du dein Elektroauto an einer ganz gewöhnlichen Haushaltssteckdose laden. Dazu benötigst du ein Mode-2-Ladekabel. Dieses Ladekabel verfügt über einen Schutzkontakt-Stecker zum Anschluss an die Steckdose. Am anderen Ende muss sich ein Stecker befinden, der zum Ladeanschluss deines Fahrzeugs passt. Da die Haushaltssteckdose nicht mit deinem E-Auto kommunizieren kann, ist in das Kabel eine Box integriert, die diese Aufgabe übernimmt. Die Box wird als In-Cable-Control-Box (ICCB) bezeichnet.

Haushaltssteckdosen sind nicht für die bei Elektrofahrzeugen üblichen Ladeleistungen ausgelegt. Durch die ICCB wird der Ladestrom daher auf eine maximale Ladeleistung von 2,3 Kilowatt begrenzt. Allerdings verlängert sich daher die Ladezeit sehr stark. Und auch diese Dauerbelastung kann an der Steckdose und ihren Zuleitungen im schlimmsten Fall zu Überhitzung und einem Kabelbrand führen. Du solltest die Haushaltssteckdose deshalb nur im Notfall nutzen.

Mode-3

Alle anderen Ladekabel für Elektroautos gehören, unabhängig vom Typ der verbauten Stecker, in die Kategorie Mode-3. Sie dienen als Verbindungskabel zwischen Ladestation und deinem Elektroauto.

 

Welcher Stecker für welches Kabel?

Am Mode-2-Kabel befindet sich immer ein Schukostecker sowie der zu deinem Fahrzeug passende Ladestecker. Das Mode-3-Kabel verfügt immer über die zum Fahrzeug und zur Ladesäule passenden Stecker. Bei Betrachtung der Steckertypen spielt es auch eine Rolle, ob du dein Fahrzeug mit Wechselstrom (AC) oder Gleichstrom (DC) laden möchtest.

Wechsel- oder Gleichstrom?

Die Fahrzeugbatterie arbeitet mit Gleichstrom und benötigt diesen auch zur Aufladung. Standard-Ladesäulen sowie die meisten Wallboxen für das Laden zu Hause liefern jedoch Wechselstrom. In dem Fall wandelt das Batteriemanagement des Elektroautos den AC-Ladestrom in Gleichstrom um. Durch diesen Vorgang ist aber die Ladekapazität begrenzt und der Ladevorgang dauert einige Zeit. Für das AC-Laden existieren die Stecker Typ-1 und Typ-2.

Schnellladesäulen haben einen eingebauten Gleichrichter und liefern daher Gleichstrom. Der Ladestrom wird im Fahrzeug direkt in die Batterie gespeist. Es können höhere Leistungen übertragen werden und der Ladevorgang ist erheblich kürzer.

Stecker für Wechselstrom

  • Typ-1: Diesen Stecker findest du vorwiegend an asiatischen Fahrzeugen – in Europa ist er eher unüblich. Es handelt sich um einen einphasigen Anschluss (230 Volt), der eine maximale Ladeleistung von 7,4 kW übertragen kann.
  • Typ-2: Der Stecker Typ-2 hat sich in Europa als Standard durchgesetzt. Er wird auch als Mennekes-Stecker bezeichnet, weil dieser Hersteller die Bauform am Markt durchgesetzt hat. Es handelt sich um einen dreiphasigen Anschluss (400 Volt), der Ladeleistungen bis 43 Kilowatt realisieren kann. Üblich sind 11 kW oder 22 kW. Durch die höhere Leistung erfolgt die Aufladung der Batterie schneller als am Typ-1-Stecker.

Stecker für Gleichstrom

  • CCS: Das Kürzel bedeutet Combined Charging System. Im Prinzip handelt es sich um einen Typ-2-Stecker, mit einer Ergänzung um weitere 2 Leistungskontakte. Der CCS-Anschluss ist praktisch Standard für europäische schnellladefähige Elektroautos.
  • CHAdeMO: Der Anschluss findet sich vorwiegend an asiatischen Fahrzeugen und ist in Europa wenig verbreitet.
  • TESLA Supercharger: Diese Ladesäulen kannst du ausschließlich mit TESLA-Fahrzeugen nutzen. Das System ist also für alle anderen Besitzer von E-Autos nicht relevant.

Darauf solltest du beim Kauf achten

Zuallererst musst du sicherstellen, dass die Stecker an deinem Ladekabel zu deinem Fahrzeug und den von dir genutzten Ladesäulen passen. Für ein E-Auto aus europäischer Produktion passt also beim AC-Laden in der Regel ein Mode-3-Kabel mit 2 Typ-2-Steckern. Ebenfalls wichtig ist, mit welcher Ladeleistung du dein Fahrzeug aufladen kannst. Sind 22 kW möglich, benötigst du ein dickeres Kabel, als wenn das E-Auto nur mit 11 kW aufgeladen werden kann. Die Kabelhersteller geben an, bis zu welcher Leistung das jeweilige Kabel einsetzbar ist.

Das dritte Kriterium ist die Kabellänge. Sie hängt davon ab, in welcher Entfernung von der Ladestation dein Auto üblicherweise steht. Die Ladekabel gibt es in unterschiedlichen Längen, als glattes oder Spiralkabel. Außerdem sollten Kabel und Stecker robust sein, sodass ein versehentliches Überfahren keinen Schaden anrichten kann. Unverlierbare Deckel für die Stecker schützen die Kontakte vor Verschmutzung und Feuchtigkeit.

Was kostet das Ladekabel für ein Elektroauto?

AC-Ladekabel liegen preislich zwischen rund 160 Euro und knapp über 300 Euro. Schnellladestationen verfügen über fest installierte Ladekabel. Für diese benötigst du also kein eigenes Kabel, um Strom für dein Elektroauto zu tanken.

 

Fazit: Mit Mode-3 und Typ-2 auf der sicheren Seite

In der Regel reicht dir für unterwegs ein Mode-3-Ladekabel mit einem Typ-2-Stecker für die Steckdose an der Ladesäule und einem weiteren Ladestecker (Typ-1 oder Typ-2), der zu deinem Fahrzeug passt. Für absolute Notfälle kannst du noch ein Mode-2-Kabel mitnehmen, um auch an einer Haushaltssteckdose laden zu können.

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