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Hybrid-Auto-Förderung in der Schweiz

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

15.November 2021

Letztes Update

17.01.2022

Welche Förderungen vergibt die Schweiz für Hybrid-Autos?

In der Schweiz gibt es keine nationalen Förderprogramme für die Elektromobilität. Die Kantone entscheiden selbst, ob und welche Förderungen sie für Hybrid-Autos vergeben. Hier erfährst du mehr dazu.

Inhalt des Blogartikels

Hybrid-Auto: Was ist das eigentlich?

Das kleine Wort «hybrid» beschreibt ein Gebilde aus 2 oder mehreren Komponenten. Auf Personenwagen bezogen bedeutet es, dass mindestens 2 verschiedene Antriebe dafür sorgen, dass sich das Fahrzeug bewegt. Auf dem Markt hat sich vor allem der «Plug-in-Hybrid» durchgesetzt. Diese Fahrzeuge werden sowohl mit einem Elektro- als auch mit einem Verbrennungsmotor angetrieben. Dabei arbeitet zuerst der Elektromotor, indem er Strom aus der Batterie nutzt. Ist die elektrische Energie aufgebraucht, schaltet die Fahrzeugelektronik automatisch auf den Verbrennungsmotor um.

 

Wie verbreitet sind Hybrid-Autos auf den Schweizer Strassen?

Plug-in-Hybride (PHEV) werden neben Elektroautos, die ausschliesslich auf Strom zurückgreifen, bei den Schweizer Automobilisten immer beliebter. Laut aktuellen Zahlen von Swiss eMobility, einer Dachorganisation der Verkehrs- und Energiewirtschaft, stieg die Anzahl der Plug-in-Hybride bei den Neuzulassungen 2020 gegenüber dem Vorjahr um 237 Prozent. Rein elektrisch angetriebene Batterieautos (BEV) verzeichneten ein Wachstum von 49 Prozent.

Diese Zahlen zeigen, dass Steckerfahrzeuge immer beliebter werden. Plug-in-Hybride haben dabei im Gegensatz zu reinen E-Autos ein Plus an Flexibilität: Sie nutzen neben Strom zusätzlich fossile Treibstoffe. Dadurch kannst du auch weite Strecken ohne lange Ladepausen bewältigen. Diese Flexibilität geht allerdings zulasten der Umwelt, da das Hybrid-Auto weiterhin umweltschädliche Abgase ausstößt.

 

Diese Hybrid-Auto-Förderung gibt es in der Schweiz

Im Gegensatz zu vielen Nachbarländern, in denen die Förderung der Elektromobilität auf staatlicher Ebene geregelt ist und pauschale Prämien für neue Plug-in-Hybride zur Verfügung stehen, sind in der Schweiz die Kantone am Zug. Sie entscheiden individuell, ob sie eine Plug-in-Hybrid-Förderung anbieten, wie hoch die Förderbeiträge sind, welche Voraussetzungen für die Zuschüsse gelten, ob es Steuererleichterungen, zum Beispiel eine Ermässigung der Motorfahrzeugsteuer, gibt und für wie viele Jahre diese Steuerermässigungen gelten.

 

Mit welchen Kaufprämien kannst du konkret rechnen?

Manche Kantone unterstützen Interessenten beim Kauf eines reinen Elektroautos mit einer Kaufprämie. Im Segment der Plug-in-Hybride gibt es – mit Ausnahme des Wallis – in der Schweiz keine pauschalen Förderungen.

Nur der Kanton Wallis bietet im Rahmen der Kantonalen Agenda 2030 eine pauschale Hybrid-Auto-Förderung mit einer Kaufprämie von 2.500 CHF an. Damit du diese Prämie erhalten kannst, gelten spezielle Anforderungen. So muss das Fahrzeug die Kriterien der Energieetikette A erfüllen, du musst im Wallis steuerpflichtig sein und das Fahrzeug dort immatrikulieren. Die Prämie für den Kauf gibt es für Neuwagen, Vorführwagen und Leasing. Alle weiteren Details dazu findest du auf den Seiten des Kantons.

Unser Tipp: Wenn du wissen möchtest, welche Energieetikette für ein spezielles Plug-in-Hybrid-Modell gilt, lohnt sich ein Blick in den Verbrauchskatalog von TCS und energieschweiz.

 

Mit welchen Steuerermässigungen kannst du für einen Plug-in-Hybrid rechnen?

Die Hybrid-Auto-Förderung in der Schweiz läuft vor allem über die kantonale Motorfahrzeugsteuer. Die Bemessungsgrundlagen und die Steuerhöhe unterscheiden sich je nach Kanton. Diese lauten wie folgt:

Kanton und Bemessungsgrundlage

- AG, FR, GL, GR, LU, NW, OW, SH, SO, TG, VS, ZG: Hubraum oder Steuer-PS

- AI, AR, BE, BL, JU, SG, UR: Gesamtgewicht

- SZ, TI, VD: Leistung und Gesamtgewicht

- ZH: Hubraum und Gesamtgewicht

- BS: Leergewicht und CO2-Emission

- GE: Leistung

- NE: CO2-Emission

Besonders hoch fallen die Steuern dann aus, wenn die Berechnung nur nach dem Gesamtgewicht erfolgt, da die Batterien für zusätzliches Gewicht sorgen. Allerdings bieten einige Kantone eine Steuerermässigung für besonders energieeffiziente Fahrzeuge an.

Kanton Basel-Landschaft (BL)

Der Kanton Basel-Landschaft (BL) berechnet die Verkehrssteuer grundsätzlich nach dem Gewicht. Für Fahrzeuge mit besonders niedrigen CO2-Emissionen gibt es aber eine Steuerermässigung.

Im Jahr der ersten Inverkehrsetzung und den 3 Folgejahren gilt für Personenwagen mit einem CO2-Ausstoss von bis zu 124 Gramm pro Kilometer eine Ermässigung von 300 CHF pro Jahr (Stand 10/2021). Die Berechnung erfolgt nach der WLTP-Methode (Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure), die realistische Verbrauchsangaben garantiert.

Beispiel Kanton Jura (JU)

Im Kanton Jura (JU), der die Motorfahrzeugsteuer auch nach dem Gewicht berechnet, erhalten Plug-in-Hybride eine Steuerermässigung von 50 Prozent.

Beispiel Kanton Zürich (ZH)

Im Kanton Zürich (ZH) berechnet sich die Fahrzeugsteuer nach Hubraum und Gewicht. Für Plug-in-Hybride gibt es eine Ermässigung von 80 Prozent unter der Voraussetzung, dass sie die Energieetikette A erhalten und der CO2-Ausstoss 130 Gramm pro Kilometer nach WLTP nicht übersteigt. Einige Hybrid-Sportwagen und SUVs erreichen nur die Energieetikette B, dann sinkt die Steuerermässigung auf 50 Prozent. Besonders leistungsstarke und grosse Plug-in-Hybride bezahlen den vollen Steuersatz.

Wie du an diesen Beispielen siehst, unterscheidet sich durch die kantonale Steuerhoheit die tatsächliche Steuerbelastung. Verschiedene Steuermodelle und die Tatsache, dass einige Kantone keine Ermässigung auf alternative oder hybride Antriebsformen bieten, machen es notwendig, den Bonus direkt im jeweiligen Kanton zu prüfen.

Unser Tipp: Auf www.ch.ch/de/motorfahrzeugsteuer kannst du die Motorfahrzeugsteuer in deinem Kanton abfragen.

 

Wie sieht es mit gemeindlichen Förderungen für Hybrid-Autos aus?

Förderungen durch die Gemeinden sind bislang eine sehr seltene Ausnahme. Trotzdem kannst du bei deiner Gemeindeverwaltung nachfragen. Auch ein kurzer Anruf bei deinem Elektrizitätswerk schafft Klarheit, ob es eine Fördermöglichkeit für dein Fahrzeug gibt. Kunden der Genossenschaft EW Romanshorn erhalten zum Beispiel einen Förderbeitrag von 5 Prozent (maximal 1.000 CHF) für den Kauf eines neuen Steckerfahrzeugs.

 

Gibt es Förderungen für Ladezubehör wie eine Wallbox oder Ladestation?

Auch hier gilt, dass je nach Kanton und Gemeinde unterschiedliche Reglements gelten und du dich genau informieren musst. Eine schweizweite Förderung oder ein harmonisiertes Fördermodell wie im Bereich der energetischen Sanierung von Gebäuden gibt es nicht.

Der Kanton Genf fördert Heimladestationen mit bis zu 1.000 CHF und maximal 50 Prozent der förderfähigen Kosten. Für kollektiv genutzte Ladesäulen an Parkieranlagen gibt es eine Förderung von bis zu 2.000 CHF.

Auch einzelne Gemeinden und Energieunternehmen subventionieren ab und an die Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität. Am besten wendest du dich direkt an deine Gemeindeverwaltung und dein Elektrizitätswerk.

 

Genaues Informieren ist ein Muss

Die Förderung von Hybrid-Autos in der Schweiz ist uneinheitlich und hängt davon ab, in welchem Kanton du wohnst. Spezialisten für die Verkehrswende und Mobilität der Zukunft kritisieren den «Kantönligeist», der vor allem bei der Motorfahrzeugsteuer sichtbar wird. Diese Steuer ist das stärkste Instrument der Förderung von Elektroautos und Plug-in-Hybriden in der Schweiz.

Langfristig gesehen werden Plug-in-Hybride genauso wie E-Autos die Verbrenner auf den Schweizer Strassen wahrscheinlich ablösen. Da Elektroautos ohne CO2-Emissionen fahren, ist der Beitrag zum Klimaschutz wesentlich grösser als bei Plug-in-Hybriden. Die Entwicklung hinsichtlich der Förderbedingungen bleibt abzuwarten.

Wenn du überlegst, dir ein Plug-in-Hybrid-Auto zu kaufen, dann empfehlen wir dir den frühzeitigen Kontakt zu deinem Kanton, deiner Gemeinde und deinem Energieversorger. So bekommst du Gewissheit, ob eine Förderung möglich ist.

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