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Elektroauto-Zukunft in der Schweiz

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

15.October 2021

Letztes Update

17.01.2022

Die Zukunft von Elektroautos in der Schweiz

Die Elektromobilität nimmt rasant an Fahrt auf. Elektroautos sind immer häufiger auf den Schweizer Straßen zu sehen. Hier findest du mehr zu diesem spannenden Zukunftsthema.

Inhalt des Blogartikels

Hat das Elektroauto eine Zukunft in der Schweiz?

Umweltschutz, Klimawandel, Mobilitätswende – diese 3 Stichworte sind innert weniger Jahre zu Begriffen geworden, die aus dem Sprachgebrauch und unserem täglichen Handeln nicht mehr wegzudenken sind. Mit ein bisschen persönlichem Engagement kann jeder einen wirkungsvollen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Im Fokus steht besonders das Thema Klima auf dem Mobilitätssektor. PS-starke Verbrenner mit ineffizienten und klimaschädlichen Benzin- oder Dieselmotoren weichen Schritt für Schritt klimafreundlichen Alternativen – allen voran Elektroautos.

Wir blicken in diesem Beitrag auf die Zukunft und die Entwicklungsperspektiven des Elektroautos (E-Autos). Wie ist der Stand heute in der Schweiz? Welche Schwachstellen und Stärken gibt es bei E-Autos? Lohnt sich die Anschaffung? Und wird die Mobilität auf den Schweizer Straßen in Zukunft ausschließlich elektrisch sein?

 

Die Verkaufszahlen sprechen für das E-Auto

Der Absatz von Elektroautos steigt weltweit – je nach Entwicklungsstand allerdings in verschiedenem Tempo. Vor allem in den grossen Industrienationen wie den USA oder China wächst die Nachfrage nach E-Autos rasant an.

Auch in Europa entwickelt sich die E-Mobilität in abgeschwächter Geschwindigkeit zum Kassenschlager. Dazu tragen attraktive Förderbeiträge und Rabatte, die viele Regierungen zur Förderung der Elektromobilität anbieten, wesentlich bei. Die Möglichkeit, selbst produzierten Strom, zum Beispiel aus einer Photovoltaikanlage auf dem Hausdach, für den Betrieb des eigenen Wagens zu nutzen, wird ein immer bedeutenderes Thema.

In Europa gilt Norwegen als das Musterland für die Elektromobilität, nicht zuletzt auch durch die starke staatliche Subventionierung. Im August 2021 waren rund 72 Prozent der neu immatrikulierten Fahrzeuge in Norwegen reine Elektroautos und 20 Prozent Plug-in-Hybride. Auf Benzinmotoren entfielen nur rund 5 Prozent. Der Anteil an Dieselmotoren lag bei den Neuzulassungen mit etwa 3 Prozent noch geringer.

Auf den Schweizer Strassen sind im Vergleich dazu noch wenige Elektroautos unterwegs. Aktuell beträgt ihr Anteil rund 1 Prozent, in absoluten Zahlen sind dies 50.000 Fahrzeuge der rund 450.000 Motorwagen. Allerdings ist die Tendenz stark steigend!

 

Technisch sind Elektroautos den Verbrennern in vielen Bereichen überlegen

Aus technischer Sicht gibt es viele Argumente, die pro Elektroauto sprechen. Viele aufwendige und reparaturanfällige Bauteile, zum Beispiel die Abgasanlage, der Katalysator oder komplizierte Motoren fallen beim Elektroauto weg. Dies steigert die Lebensdauer und senkt den Verschleiß und Wartungsaufwand, wodurch allfällige Besuche in der Werkstatt entfallen.

Die wichtigsten Bauteile eines E-Autos sind:

  • die Batterie
  • der Elektromotor
  • die Leistungselektronik
  • der Ladeanschluss (Stecker)

Die schwerste und teuerste Komponente eines E-Autos ist die Batterie. Sie speichert den über den Ladeanschluss zugeführten Strom und gibt ihn zum Antrieb des Elektromotors und für diverse Verbrauchsstellen im Fahrzeug (Klimaanlage, Soundsystem, etc.) ab. In der Regel werden moderne Lithium-Ionen-Batterien verwendet. Die Leistungselektronik steuert die Stromstärke und Frequenz, die der Motor für den Antrieb benötigt.

 

Alltagstauglichkeit von E-Autos: Steigende Reichweite und bessere Lademöglichkeiten

Vor allem bei Automobilisten, die bisher mit einem Verbrennungsmotor unterwegs waren, sind bis heute die Vorurteile gross. Dabei hat sich vieles in den letzten Jahren zum Positiven entwickelt.

Neue Fahrzeuge verfügen über ausreichend grosse und leistungsfähige Batterien, wodurch Reichweiten von 400 bis 450 Kilometer mit nur einer Akkuladung keine Seltenheit mehr sind. Damit kannst du die Schweiz sowohl in Ost-West als auch Nord-Süd-Richtung mit nur einer Akkuladung durchqueren. Natürlich ist die tatsächliche Reichweite aber abhängig vom Terrain und persönlichen Fahrstil.

Die Ladeinfrastruktur ist in den letzten Jahren gewaltig gewachsen. Waren anfänglich nur wenige Ladestationen an einigen zentralen Orten der Schweiz verfügbar, bietet heute ein dichtes Netz von verschiedenen Anbietern eine Lademöglichkeit an nahezu allen Orten. Ebenso sorgt ein dichtes Netz an Schnellladestationen entlang der Hauptverkehrsrouten dafür, dass bei einem kurzen Stopp wieder die nahezu volle Fahrbereitschaft hergestellt werden kann.

In der Schweiz stehen nach Angaben des TCS aktuell rund 5.000 öffentliche Ladepunkte an 2.100 Ladestationen zur Verfügung. Energieschweiz gibt sogar eine Zahl von rund 6.100 Ladepunkte schweizweit an. Nicht zuletzt sorgt bei Fahrten im Alltag vor allem eine private Wallbox in der Garage oder an deinem Parkplatz dafür, dass du dein Elektroauto genau dann laden kannst, wenn du es nicht benötigst.

 

Sind Elektroautos tatsächlich so umweltfreundlich?

Um diese Frage zu beantworten, müssen 2 verschiedene Aspekte beachtet werden:

1. Der Produktionsprozess des E-Autos einschliesslich der Batterien

Die Herstellung eines Elektroautos benötigt, ähnlich wie bei einem Verbrenner, eine beinahe unendliche Zahl an Einzelteilen und nicht zuletzt auch die aufwendig herzustellende Batterie. Dafür sind große Mengen an Energie notwendig. Diese Herstellungsprozesse müssen in die Ökobilanz eines E-Autos aufgenommen werden, insbesondere unter dem Aspekt der Energieherkunft. Werden die Fahrzeugkomponenten mit erneuerbaren Energien produziert, hat dies eine positive Auswirkung auf die gesamte Ökobilanz des Fahrzeugs.

2. Das Fahren und Aufladen im täglichen Betrieb

Einfacher ist die Beurteilung im täglichen Betrieb des Elektroautos, schliesslich kannst du hier direkt Einfluss auf die Ökobilanz nehmen. Neben deinem Fahrstil und dem damit verbundenen Stromverbrauch ist vor allem die Energieherkunft der springende Punkt. Nutzt du klimaschädliche fossile Energie, also einen Energiemix, der auch aus Kohle-, Gas- oder Atomstrom besteht, fällt die Bilanz schlechter aus. Greifst du aber auf grünen Strom zurück, der ausschliesslich aus regenerativen Energien gewonnen wird, fällt die Bilanz wesentlich besser aus.

Ideal ist – soweit möglich – eine eigene Photovoltaikanlage. Damit kannst du, am besten in Verbindung mit einer komfortablen Wallbox, dein Elektroauto bequem laden – beinahe klimaneutral und emissionsfrei.

Eine noch offene Frage ist das Recycling, da belastbare Verwertungskonzepte fehlen. Aktuell landen viele Bestandteile im Abfall oder werden verbrannt, da der Recyclingprozess noch zu aufwendig ist. Durch den beinahe emissionsfreien und besonders klimafreundlichen Betrieb ist ein Elektroauto aber in praktisch allen Fällen umweltfreundlicher als ein Personenwagen mit Verbrennungsmotor.

 

Die Kosten von Elektroautos

Personenwagen mit Elektroantrieb sind im Vergleich zu ihren Kontrahenten mit Benzin- oder Dieselmotor noch teurer. In vielen Kantonen gibt es allerdings Förderbeiträge und Rabatte respektive Befreiungen von der Verkehrssteuer. Trotzdem sind Preisunterschiede von mehreren CHF 10.000 üblich.

Allerdings überzeugen Elektroautos im täglichen Betrieb durch niedrige Betriebskosten. So sind E-Autos besonders wartungsarm. Dadurch sinken die Kosten für Reparaturen und Inspektionen. Weiterhin bieten einige Versicherungen spezielle Rabatte für Elektroautos. In einigen Kantonen sind E-Autos über mehrere Jahre von der Motorfahrzeugsteuer befreit oder es gelten reduzierte Steuersätze. Auch der Energienachschub ist im Vergleich zu einem Verbrenner in der Regel wesentlich günstiger.

Mit einer privaten Wallbox kannst du nach einmaligen Investitionskosten besonders günstig Strom zu Hause tanken, aber auch an öffentlichen Ladepunkten ist das Tanken verglichen zu fossilen Brennstoffen in der Regel günstiger. Es lohnt sich, eine individuelle Kostenanalyse durchzuführen und dabei auch die Reglements deines Kantons hinsichtlich der Steuern zu beachten.

Übrigens: Mit der weiteren Etablierung der E-Mobilität steigt auch das Angebot an Occasionen. Wenn du nicht unbedingt ein neues Top-Modell der grossen Autobauer wie VW, BMW oder Audi brauchst, sondern mit kleinen Kompromissen leben kannst, ist dies eine gute Chance für deinen Einstieg in die Elektromobilität.

 

Fahren in Zukunft ausschliesslich E-Autos auf Schweizer Strassen?

Die steigenden Zahlen bei der Immatrikulation zeigen, dass die Elektromobilität in der Schweiz an Fahrt aufnimmt. Wichtig wird in Zukunft der weitere Ausbau der Ladeinfrastruktur, damit das Fahren eines Elektroautos auch im Alltag komfortabel und ohne Reichenweiteneinschränkungen möglich ist.

Durch grünen Strom aus erneuerbaren Energien steigt die Klimafreundlichkeit erheblich. Dann ist ein nahezu klimaneutraler Betrieb möglich. Ob sich die E-Mobilität im Vergleich zu anderen alternativen Antrieben (z. B. Wasserstoff) dauerhaft durchsetzt, wird die Zukunft zeigen. Attraktive Angebote, sinkende Preise und grössere Reichweiten dank leistungsfähiger Batterien sprechen jedoch für die vermehrte Nutzung von E-Autos.

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