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Förderungen für Gasheizungen in der Schweiz

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

15.December 2021

Letztes Update

15.12.2021

Neue Gasheizungen in der Schweiz: Gibt es Förderbeiträge?

Jeder fünfte Schweizer Haushalt nutzt Gas als Energieträger für die Heizung. Förderungen für Gasheizungen gibt es nur mehr in speziellen Fällen. Hier erfährst du mehr dazu.

Inhalt des Blogartikels

Gasheizungen sind in der Schweiz weit verbreitet: Doch sind sie für die Zukunft gut gerüstet?

Der Energieträger Erdgas zählt zusammen mit Heizöl zu den wichtigsten Energiequellen für die Heizungssysteme in den Schweizer Haushalten. Nach einer Erhebung des Bundesamts für Statistik BFS von 2017 ergibt sich diese Verteilung für die Hauptenergieträger der Heizung:

  • Heizöl: 39,4 Prozent
  • Erdgas: 20,7 Prozent
  • Wärmepumpe: 17,9 Prozent
  • Holz: 10,1 Prozent
  • Elektrizität: 6,9 Prozent
  • Fernwärme: 4,2 Prozent
  • Andere Energieträger: 0,8 Prozent.

Nach diesen Zahlen heizen rund zwei Drittel aller Schweizer Haushalte noch mit fossilen Brennstoffen. Sie sorgen für einen hohen CO₂-Ausstoss und belasten das Klima. Allerdings kannst du mit einer modernen Gas-Brennwertheizung effizienter heizen. Eine Brennwertheizung sorgt dafür, dass auch die Wärme der Abgase genutzt wird und nicht ungenutzt in der Umwelt verpufft. Das senkt den Verbrauch an wertvollem Erdgas und ergibt den positiven Nebeneffekt, dass du deine Heizkosten senken kannst. Die höheren Investitionskosten amortisieren sich durch den Einsparungseffekt in den meisten Fällen bereits nach einigen Jahren.

Übrigens: Gasheizungen arbeiten im Vergleich zu Ölheizungen etwas klimafreundlicher. Bei der Verbrennung entsteht rund 12 Prozent weniger CO₂. Auch bei den Anschaffungs- und Wartungskosten hat eine Gasheizung Vorteile gegenüber einer Ölheizung.

 

Mit diesen Kosten musst du für eine neue Gasheizung oder den Heizungsersatz rechnen

Die Kosten für eine neue Heizungsanlage sind auf den ersten Blick hoch und belasten das Haushaltsbudget erheblich. Neben den Materialkosten für einen neuen Kessel musst du vor allem in älteren Gebäuden auch mit einer Renovation der Leitungen rechnen. Auch eine Kaminüberprüfung oder -sanierung kann notwendig werden. Die Arbeitskosten unterscheiden sich erheblich nach dem Aufwand: Wird lediglich eine Gastherme ausgetauscht, bleiben die Kosten meistens überschaubar. Muss aber ein Standkessel nebst technischem Zubehör erneuert werden, steigen die Kosten auch abhängig vom Installationsort und den örtlichen Gegebenheiten.

Für den Gasanschluss musst du je nach Gasversorger mit Kosten zwischen 4.000 und 6.000 CHF rechnen. Darin nicht enthalten sind noch allfällige Gartenarbeiten, die durch das Verlegen der Gasleitung entstehen.

Unser Tipp: Bevor du dich näher mit einer Gasheizung auseinandersetzt, solltest du prüfen, ob ein Gasanschluss an deiner Immobilie möglich ist. Eine Versorgung mit Erdgas gibt es nicht in allen Kantonen. Flüssiggas kann dann eine Alternative sein, die aus Butan und Propan hergestellt wird. Dies ist allerdings noch umweltschädlicher als Erdgas.

Für den Ersatz einer alten Gasheizung durch einen effizienten Brennwertkessel nebst Warmwasserspeicher musst du mit Kosten zwischen 14.000 CHF und 21.000 CHF rechnen. Bei einer neuen Anlage entfallen die Kosten für die Demontage und eine allfällige Kaminsanierung. Durch den Gasanschluss bleiben die Kosten aber auf einem vergleichbaren Niveau.

 

Gibt es in der Schweiz Förderungen für eine Gasheizung?

Nach aktuellem Stand gibt es schweizweit keine Förderbeiträge für die Installation einer neuen Erdgasheizung respektive den Ersatz einer alten Gasheizung durch eine neue. Der Grund dafür liegt in der Tatsache, dass Erdgas ein fossiler Brennstoff ist. Laut dem deutschen Bundesumweltamt entstehen bei der Verbrennung von Erdgas pro Kilowattstunde (kWh) etwa 247 g CO₂, bei Heizöl sogar rund 318 Gramm (g). Trotz der tieferen Emissionen im Vergleich zu Heizöl ist die Verbrennung von Erdgas nicht mit den Klimaschutzbestrebungen vereinbar.

Allerdings lohnt sich ein genauerer Blick auf die verschiedenen Tarife deines Gasversorgers, insbesondere zur Nutzung von Angeboten mit einem hohen Biogasanteil. Dadurch kannst du die Umweltauswirkungen durch das Heizen reduzieren.

Ein Beispiel: EWB(Energie Wasser Bern) fördert zusammen mit dem Ökofonds der Stadt Bern den Umstieg auf eine effiziente Erdgasheizung mit einem Ökogasanteil von 50 Prozent mit einem Förderbeitrag von 80 CHF pro kW Anschlussleistung bzw. pauschal 8.000 CHF bei grossen Anlagen.

 

Sind Förderbeiträge für eine Gas-Hybridheizung möglich?

Wenn eine Gasheizung eine Heizungsanlage auf der Basis von erneuerbaren Energien unterstützt, sind Förderungen teilweise möglich. In der Praxis kommen dafür sowohl eine Wärmepumpe oder Sonnenkollektoren in Frage. Eine Solarthermieanlage nutzt dabei die kostenlose Sonnenenergie zur Heizungsunterstützung respektive Warmwasserbereitung. Eine Solaranlage, die für die die Erwärmung des Heizungs- und Warmwasserbedarfs sorgt, kann den gesamten Energiebedarf bis zu 30 Prozent senken. Alternativ kommt auch eine Erdwärmepumpe in Frage.

Die Kantone Bern, Thurgau und Wallis fördern den Einbau von thermischen Solarkollektoren zur Unterstützung einer Heizung mit einem pauschalen Förderbeitrag von 1.200 CHF bis 1.500 CHF. Dazu kommt eine leistungsabhängige Förderung. Sie beträgt pro thermische Kilowattstunde (kWh) zwischen 500 CHF und 650 CHF.

Unser Tipp: Auf energiefranken.ch kannst du dir nach Eingabe des Ortes deiner Liegenschaft einen ersten Überblick über die Fördermöglichkeiten verschaffen. Du erhältst Auskünfte zu kantonalen und gemeindlichen Förderbeiträgen sowie zu den Angeboten der Energieversorger.

Übrigens: Einige Kantone gewähren auch einen Förderbeitrag für einen Heizungscheck durch einen Fachmann.

 

Ein Ausblick: Ist die Gasheizung für die Zukunft gerüstet?

Mit einer modernen Brennwert-Gasheizung kannst du wesentlich effizienter heizen als mit Heizöl oder Strom. Dadurch senkst du deine Energiekosten und reduzierst deinen persönlichen Ausstoss an klimaschädlichen Abgasen für die Erwärmung deiner eigenen vier Wände. Allerdings setzen Gasheizungen nach wie vor auf den fossilen Brennstoff Erdgas mit all seinen Folgen für die Umwelt. Neue Forschungen kamen zudem zu dem Ergebnis, dass Erdgas einen weiteren Nachteil hat, der sich besonders stark auf den Klimawandel auswirkt. Bei der Gewinnung an Bohrstellen und beim Transport von Erdgas in Pipelines entweichen hohe Konzentrationen von Methan. Zwar ist Methan im Vergleich zu CO₂ nur zu 15 bis 20 Prozent an der Erderwärmung beteiligt. Es wirkt aber unmittelbarer und kurzfristig viel stärker. Studien gehen davon aus, dass dieses Klimagas bis zu 80-mal stärker klimawirksam ist als CO₂.

Erdgas wird aller Voraussicht nach langfristig nicht mehr zu den bevorzugten Energieträgern für die Beheizung von Gebäuden in der Schweiz zählen. Trotz der Ambitionen der Schweizer Gaswirtschaft, den Anteil an erneuerbarem Gas bis 2030 auf 30 Prozent zu erhöhen, bleibt die Abhängigkeit vom fossilen und endlichen Erdgas bestehen. Für dich persönlich bedeutet dies neben vergleichsweise hohen Auswirkungen auf das Klima auch die Abhängigkeit von der weltweiten Preisentwicklung auf dem Erdgasmarkt.

Die CO₂-Zielsetzung des Bundes ist klar: Bis 2050 soll die Schweiz unter dem Strich kein CO₂ mehr ausstossen. In den meisten Neubauten decken heute bereits Heizungen auf Basis regenerativer Energieträger den Wärmebedarf. Besonders beliebt sind neben Wärmepumpen auch die Fernwärme, Holzheizungen und Solarthermie. Zum Erreichen dieses Ziels wird es notwendig sein, fossile Heizungen zu ersetzen.

Um Anreize zum Umstieg von Öl-, Gas- oder Elektroheizungen auf klimafreundliche Heizungssysteme mit erneuerbaren Energien zu schaffen, gibt es bereits heute finanzielle Unterstützung. Das Gebäudeprogramm nebst Harmonisiertem Fördermodell der Kantone (HFM) bezuschusst den Umstieg auf erneuerbare Energien. Zusätzlich gibt es Förderbeiträge für eine Energieberatung zum Heizungsersatz.

 

Überprüfe für deine neue Heizung alle Möglichkeiten

Langfristig werden Heizungen mit Erdgas genauso wie alle anderen fossilen Brennstoffe an Bedeutung verlieren und mit grosser Wahrscheinlichkeit im Schweizer Gebäudepark durch regenerative Energien ersetzt werden. Erste Schritte dazu wurden bereits eingeleitet und immer mehr Hausbesitzer entscheiden sich für Wärmepumpen, den Anschluss an ein Wärmenetz oder die Nutzung der Sonnenenergie. Vor allem im Gebäudebestand werden aber noch grosse Anstrengungen notwendig sein, damit die Energiewende auch in diesem Segment zu einem Erfolg führt.

Solltest du dich heute für eine neue Gasheizung entscheiden wollen, musst du genau prüfen, ob dieser Schritt tatsächlich sinnvoll ist und das Risiko in Kauf nehmen, dass in mehreren Jahren einen Umstieg auf ein anderes Heizungssystem notwendig wird.

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