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Warmwasser im Garten dank solarer Energie: So geht's

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

17.September 2021

Letztes Update

30.11.2021

Solar Warmwasser im Garten erzeugen: So geht’s!

Wenn du gern in deinem Garten übernachtest, wirst du das Vorhandensein von warmem Wasser zu schätzen wissen. Das geht auch ohne einen teuren Stromanschluss.

Inhalt des Blogartikels

Solarenergie im Garten: Diese Möglichkeiten gibt es

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, die sich auch kombinieren lassen. Mit Photovoltaik kannst du Strom erzeugen. Solarthermie liefert dir Wärme für verschiedenen Zwecke. Über die Nutzung von Photovoltaik im Garten kannst du dich auf unserem Blog im Artikel informieren. Hier in diesem Artikel soll es um die Wärmegewinnung aus Sonnenenergie gehen.

Für die Nutzung im Garten bieten sich einige populäre Anwendungen an:

Solardusche und Solarwasserhahn

Das ist die einfachste Applikation. Dazu brauchst du nicht einmal Solarkollektoren. Es reicht ein Tank, den du erhöht an einem Platz in der Sonne aufstellen kannst. Der Tank sollte mit einem möglichst dunklen Anstrich versehen werden, damit er die Sonnenwärme sammeln und so das in ihm befindliche Wasser erwärmen kann. Das Wasser braucht bei Sonneneinstrahlung nur wenige Stunden, um sich auf etwa 60°C zu erwärmen. Das warme Wasser kannst du nun über eine Gartendusche oder einfach nur einen Wasserhahn entnehmen. Mit etwas Geschick lässt sich über eine Mischbatterie und einen Gartenschlauch kaltes Wasser aus dem Gartenwasseranschluss zumischen. So stellst du dir wie zu Hause eine angenehme Wassertemperatur für deine Gartendusche ein. Ist dein Wassertank leer, füllst du mit einem Gartenschlauch wieder frisches Wasser zum Erwärmen ein.

Gewächshaus solar beheizen

Bei dieser Beheizungslösung kommst du um die Installation von Solarkollektoren und einem Pufferspeicher nicht umhin. Außerdem benötigst du Strom für eine Umwälzpumpe, die das erwärmte Wasser durch deine Heizkreisläufe zirkulieren lässt. Das System funktioniert wie eine ganz normale Solarthermie-Heizung. Hast du genügend Platz, kannst du den Strom für die Umwälzpumpe mit Photovoltaikmodulen erzeugen.

Bei ausreichender Fläche für Solarkollektoren hast du die Möglichkeit, ebenfalls dein Gartenhaus zu beheizen. Insgesamt ist diese Anwendung schon recht aufwendig. Letztendlich benötigst du auch noch Mess- und Regeltechnik, die das System automatisch steuert. Und auch diese Technik benötigt elektrischen Strom.

Solare Poolheizung

Für die Poolbeheizung kommen Solarmatten, -platten oder -schläuche zum Einsatz. Diese Elemente werden auf dem Boden ausgelegt und vom Poolwasser selbst durchströmt. Während der Durchströmung erwärmt sich das Poolwasser und gelangt im Anschluss wieder in den Pool zurück. Solarkollektoren und Pufferspeicher mit Wärmetauscher werden nicht benötigt.

Solargrill und Solarkocher

Diese Anwendung von Sonnenwärme im Garten fällt etwas aus dem Rahmen. Bei den anderen Beispielen geht es um die Erwärmung von Wasser. Das ist hier nicht der Fall. Ein Solargrill verfügt über einen Parabolspiegel, der das einfallende Sonnenlicht sammelt und auf eine Fläche konzentriert. Die dann dort herrschende Wärme reicht aus, um Speisen zu garen.

 

Warmwasser mit Solarenergie im Garten erzeugen

Gartenduschen bzw. Solarduschen gibt es fix und fertig inklusive Duschkopf zu kaufen. Vom Designexemplar bis zur einfachsten und mobilen Gestaltung ist alles drin. Die eigentlichen Gartenduschen lassen sich mit einem Spieß am Fuß in den Boden rammen. Oder sie haben eine standfeste Bodenplatte. Einige Exemplare lassen sich auch fest auf einer Terrasse oder einem kleinen Fundament verschrauben. Ein dunkler Tank mit Zulaufanschluss, Ablaufanschluss und einem Ventil, um das Wasser für den Winter komplett ablaufen zu lassen, ist bereits dabei. Aber natürlich kannst du das auch als Selbstbauprojekt verwirklichen.

Den Sonderfall solare Poolheizung hatten wir schon oben besprochen. Bei allen anderen Heizungslösungen benötigst du Kollektoren und am besten einen Pufferspeicher. Die Kollektoren sind die gleichen, die auch bei Wohnhäusern eingesetzt werden. Die Installation erfolgt auf Dächern oder an Fassaden. Du kannst sie auch ebenerdig auf Ständern aufstellen. Je nachdem, wo du im Garten Platz hast und die Module unverschattet platzieren kannst.

Bei der Montage auf Dächern und an Fassaden musst du die Statik des jeweiligen Gebäudes beachten. Gartenhäuser sind meist nicht so massiv gebaut, wie Wohnhäuser. Dächer und Fassaden müssen das zusätzliche Gewicht der Module problemlos verkraften können. Wenn du nicht sicher bist, dann beauftrage einen Statiker, die Tragfähigkeit von Dach und Wänden zu überprüfen.

Wenn du eine Solarthermie für Heizungszwecke im Garten errichten möchtest, dann kann sie natürlich auch die Warmwasserbereitung übernehmen. Dazu musst du vorher überprüfen, ob die Leistung der geplanten Anlage für beide Zwecke ausreicht und du benötigst einen Pufferspeicher für Heizung und Warmwasser (2 getrennte Bereiche im Speicher).

Die Kosten hängen ganz davon ab, wie umfangreich deine solare Nutzung im Garten werden soll. Im Baumarkt kostet eine gute Solardusche inklusive Tank und Kalt-/Warmwasserregelung ca. 200 Euro. Sonderangebote in Supermärkten sind sogar noch günstiger.

Bei einer ausgereiften Solarthermie für den Garten kommt es darauf an, was die Anlage alles leisten soll. Zu empfehlen ist der Einsatz der kostengünstigen Flachkollektoren, die ca. 300 Euro pro Quadratmeter kosten. Im Wohnbereich rechnet der Fachmann für eine Solarthermieanlage nur zur Warmwasserbereitung mit einer Kollektorfläche von 1 bis 1,5 Quadratmeter pro Person. Am besten, du lässt dir von einem Fachmann berechnen, welche Kollektorfläche du für deine Anwendungen im Garten brauchst.

Ähnlich ist die Situation bei den Pufferspeichern. Auch hier hängt der Preis, die Art des Speichers und dessen Größe davon ab, was die Solarthermie im Garten alles leisten soll. Deshalb solltest du in dieser Frage ebenfalls einen Experten zurate ziehen. Preise von Speichern bewegen sich in der Größenordnung von mehreren 100 bis mehreren 1.000 Euro.

 

Vor- und Nachteile von Solarenergie im Garten

Es gibt 2 wesentliche Vorteile. Du kannst in deinem Garten warmes Wasser und eventuell Heizungswärme erzeugen, auch wenn du nicht über einen Strom- oder Gasanschluss verfügst. Und die Erzeugung der Wärme ist völlig kosten- und emissionsfrei.

Dem gegenüber steht, dass der Kosten- und Bauaufwand recht hoch sein kann. Je nachdem, was die Solarthermie bei dir alles leisten soll. Andererseits ist die Installation einer Gewächshausheizung auf Basis Gas oder Strom auch nicht kostenlos und verbraucht im Betrieb kontinuierlich kostenpflichtige Energieträger.

Bei einer größeren Solarthermieanlage mit Kollektoren kann es sein, dass Gartennachbarn oder der Vorstand des Gartenvereins etwas dagegen haben. Denn Massen von Solarkollektoren könnten nicht ins Bild der Gartenanlage passen. Daher solltest du in der Planungsphase deiner Anlage sehr zeitig die Zustimmung des Vorstandes einholen.

Ansonsten musst du darauf achten, dass die Kollektoren nicht durch wachsende Pflanzen und Bäume in den Schatten geraten. Hin und wieder sollten die Kollektoren gereinigt werden, um die volle Leistung zu erhalten.

Bei Solarduschen und anderen Lösungen, bei denen das Wasser direkt durch die Sonne erwärmt wird, musst du vor der kalten Jahreszeit das Wasser ablassen. Ansonsten könnte es gefrieren und die Anlagen zerstören. Bei Solarkollektoren besteht diese Gefahr nicht. Die in ihnen befindliche Flüssigkeit ist frostsicher.

 

Wann lohnt sich die solare Erzeugung von Warmwasser im Garten?

Auf jeden Fall lohnt es sich, wenn du keine andere Möglichkeit hast, um warmes Wasser im Garten zu erzeugen. Doch selbst wenn dein Garten zum Beispiel über einen Stromanschluss verfügt, sparst du mit einer solaren Warmwassererzeugung Stromkosten ein. Du musst immer den Aufwand zum Aufbau einer Solarthermie gegen den erzielbaren Nutzen abwägen.

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