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Förderung von Solarthermie in der Schweiz

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

10.November 2021

Letztes Update

30.11.2021

Mit Förderungen lohnt sich die Investition in die Solarthermie besonders

Solarthermie wandelt Sonnenenergie in Wärme um. Jedoch sind die Kosten relativ hoch. Mit Förderungen von Schweizer Kantonen und Gemeinden kannst du die Wirtschaftlichkeit steigern.

Inhalt des Blogartikels

Anlagen für Solarwärme unterstützen den Klimaschutz

Die Solarthermie gewinnt schweizweit an Bedeutung. Mit Sicherheit hast auch du schon die steigende Anzahl an Solarkollektoren auf den Dächern in deiner Nachbarschaft wahrgenommen.

Technisch unterscheidet sich die Solarthermie von der Photovoltaik. Während eine Photovoltaikanlage Sonnenstrahlen einfängt, um aus der Kraft der Sonne elektrische Energie (Strom) zu produzieren, wandelt die Solarthermie die Sonnenkraft in Wärme um. Diese kannst du dann in deinem Haushalt entweder zur Erwärmung des Wassers oder zur Beheizung deiner Räume verwenden.

Wie gross die Energieeinsparung genau ist, hängt unter anderem von der Sonneneinstrahlung auf dein Hausdach und der Grösse der Solarkollektorfläche ab. Durchschnittlich kannst du aber davon ausgehen, dass eine Solarthermieanlage für Warmwasser und die Heizung etwa 25 Prozent deines gesamten Wärmebedarfs decken kann.

Die Solarwärme hat dabei eine besondere Stärke in der Übergangszeit: In diesen Monaten kann sie häufig den gesamten Wärmebedarf autonom produzieren und dein Heizkessel muss nur in den kalten Monaten die weitere Wärme erzeugen. So sparst du fossile Brennstoffe und leistest einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

Wenn du nur das Warmwasser über eine Solaranlage produzieren möchtest, kannst du sogar mit einem Deckungsgrad von rund 50 bis 60 Prozent ausschliesslich durch die Sonnenenergie rechnen.

In der Schweiz sorgen – je nach Kanton – verschiedene Förderungen dafür, dass die klimafreundliche und umweltschonende Solarthermie eine grössere Verbreitung findet und Hausbesitzer bei der Investition in sie finanziell unterstützt werden. Dabei ist es wichtig, gewisse Reglements und Verwaltungsprozesse einzuhalten. Nur so sicherst du dir deinen Anteil am Budget.

 

Förderungen sollen Kosten für Solarthermie abfedern

Auf den ersten Blick sind die Kosten für neue Solaranlagen hoch. Für ein typisches Einfamilienhaus mit 4 Bewohnern musst du mit diesen Investitionskosten rechnen: 15.000 bis 25.000 CHF für eine Kompaktanlage nur zur Wassererwärmung sowie 30.000 bis 40.000 CHF für eine Kombianlage zur Heizungsunterstützung und Wassererwärmung.

Wichtig: Es handelt sich bei diesen Zahlen um unverbindliche Richtwerte. Je nach der Situation vor Ort, den baulichen Gegebenheiten, den Arbeitskosten und der technischen Ausstattung sind auch günstigere Angebote möglich. Wir empfehlen dir auf jeden Fall, mehr als nur eine Offerte einzuholen. Nicht vergessen darfst du bei den Kosten, dass Solaranlagen über viele Jahre wartungsarm sind und in der Regel nur eine gelegentliche Inspektion benötigen.

Um trotz dieser hohen Kosten gewisse Anreize für die Bevölkerung zu schaffen, verstärkt auf die Solarthermie für die Beheizung und das Warmwasser zu setzen, gibt es mehrere Förderungen.

 

Solarthermie-Förderung: So regeln die Kantone die Förderbeiträge

Prinzipiell gibt es in der Schweiz folgende 3 Solarthermie-Förderungen:

1. Kantonale Förderung nach dem HFM

2. Kommunale Förderung

3. Steuerliche Vorteile (indirekte Förderung)

1. Kantonale Förderung nach dem HFM

Das Harmonisierte Fördermodell der Kantone (HFM) ist die rechtliche Grundlage für die finanzielle Unterstützung von Privatpersonen bei der Installation einer Solaranlage. Die Massnahme M-08 «Installation Solarkollektor» beschreibt die Förderbedingungen genauer:

Es muss sich um eine Neuanlage oder Erweiterung einer bestehenden Anlage handeln und das Gebäude muss bereits bestehen. Förderberechtigt sind nur Solarkollektoren, die mit dem Label «Solar Keymark» oder Prüfung nach EN 12975‐1/‐2, EN 12975‐1 respektive ISO 9806 versehen sind. Eine Liste der geeigneten Solarkollektoren findest du auf kollektorliste.ch. Eine «Validierte Leistungsgarantie» (VLG) von Swissolar/Energie Schweiz muss vorhanden sein. Und die thermische Nennleistung des Kollektors muss mindestens 2 kW (Kilowatt) betragen. Dieser Wert gilt auch bei der Erweiterung von bestehenden Solaranlagen.

Den exakten Massnahmenbeschrieb findest du im HFM 2015, das du zum Beispiel auf der Website der Konferenz Kantonaler Energiedirektoren (EnDK) herunterladen kannst.

Der Minimalförderbeitrag beträgt 1.200 CHF plus 500 CHF pro kW.

Wichtiger Hinweis: Nicht alle Kantone haben diese Fördermassnahme in ihr Förderprogramm übernommen. Allerdings kannst du in einigen Kantonen auch mit höheren Zuschüssen rechnen, da die Kantone selbst über diverse Optionen zur Erhöhung des Beitragssatzes entscheiden können.

Ob diese Massnahme in deinem Heimatkanton gefördert wird und mit welchen Förderungen du für die Solarthermie rechnen kannst, findest du zum Beispiel bei Swissolar. Auf kollektorliste.ch steht ein Fördergeldrechner für die exakte Berechnung je nach Solarkollektor bereit. Nach der Eingabe aller förderfähigen Kosten wird der Zuschuss angezeigt. Wir empfehlen dir zusätzlich den Kontakt zu deiner Kantonsverwaltung.

Unser Tipp zum zusätzlichen Sparen: In vielen Kantonen kannst du die Massnahme M-08 auch mit den energetischen Sanierungsmassnahmen M-14 «Gebäudehülleneffizienz» oder M-15 «Gesamtenergieeffizienz» verbinden. Wenn du gleich mehrere Massnahmen zur energetischen Aufwertung deines Gebäudes durchführen lässt, erhältst du spezielle Boni, die den gesamten Förderbeitrag erhöhen.

2. Kommunale Förderung

Viele Gemeinden haben eigene Förderprogramme. Hier lohnt sich entweder der Blick auf energiefranken.ch oder der direkte Kontakt zu deiner Gemeinde- oder Stadtverwaltung.

3. Steuerliche Vorteile

Für den Ersatz einer alten Heizung (zum Beispiel Öl- oder Gasheizung) sind die Investitionskosten abzüglich der Förderbeiträge auf Bundesebene steuerlich abziehbar. Auf kantonaler Ebene entscheiden die Steuergesetze des Kantons über die Abzugsfähigkeit.

 

Das musst du beim Stellen des Fördergesuchs beachten

Für die Solarthermie-Förderung nach dem HFM musst du das Gesuch direkt an deinen Kanton richten. In den Kantonen gibt es dafür in der Regel ein eigenes Gesuchsportal, über das die Gesuche online gestellt und anschliessend bearbeitet werden. Du findest den richtigen Link zu deinem Kanton auf www.dasgebaeudeprogramm.ch. Dabei musst du unbedingt darauf achten, das Gesuch rechtzeitig vor Baubeginn einzureichen und alle notwendigen Gesuchsbeilagen bereitzuhalten. Der beste Zeitpunkt ist dann, wenn die konkrete Planung einschliesslich Offerten vorliegt und du dich für eine Variante entschieden hast.

Ein guter Solarprofi kennt die Prozesse und leitet dich von der Idee bis zur Umsetzung ohne Hindernisse durch den Ablauf. Denn zusätzlich zum Fördergesuch können auch weitere Bewilligungen, zum Beispiel eine Baubewilligung, notwendig sein.

Nach der Förderzusage hast du übrigens in der Regel ausreichend Zeit (bis zu 2 Jahre), um dein Solarthermie-Projekt in die Realität umzusetzen und die Sonnenenergie in deinem Haus zu nutzen. Nach Abschluss der Arbeiten und dem Einreichen der Abschlussunterlagen über das Gesuchsportal erhältst du den Zuschuss.

Wenn auch gemeindliche Förderbeiträge möglich sind, ist die Gemeindeverwaltung dein Ansprechpartner.

 

Die Nutzung der Solarthermie lohnt sich vor allem dann, wenn du Förderungen bekommst

Eine Solarthermieanlage ist definitiv eine Investition in eine nachhaltige und klimafreundliche Zukunft für deine Liegenschaft. Sie spart insbesondere im Vergleich zu fossilen Energieträgern wie Gas oder Öl umfassend an Schadstoffen ein und hat langfristig trotz der einmalig hohen Investitionskosten einen positiven Effekt auf das Portemonnaie. Deswegen eignet sie sich ideal für die Nachrüstung in einer bestehenden Immobilie – sowohl im Rahmen einer energetischen Sanierung, aber genauso als Einzelmassnahme.

Durch die niedrigen Betriebs- und Revisionskosten sparst du ebenso langfristig Geld. Attraktive Förderungen, die in fast allen Kantonen verfügbar sind, unterstützen dich zusätzlich und steigern die Wirtschaftlichkeit der Solarthermie erheblich. Wichtig ist auf jeden Fall eine genaue Prüfung, bevor du den Vertrag mit einem Profi unterschreibst: Die Kantone fördern nur technisch hochwertige Solarkollektoren nach strengen Kriterien.

Dann steht deinem Weg in die energetische Zukunft mit der Nutzung der klimaneutralen Sonnenkraft zur Erwärmung deines Wassers respektive Hauses nichts mehr im Wege.

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