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Photovoltaikanlage in der Schweiz kaufen: Was du davor prüfen solltest

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

16.March 2021

Letztes Update

12.01.2022

Eine Photovoltaikanlage kaufen: Was du davor prüfen solltest

Eine Photovoltaikanlage ist kostenintensiv. Da ist eine gute Vorplanung besonders wichtig. Schließlich willst du jahrzehntelang günstig solare Energie erzeugen. Unser Wegweiser hilft dir dabei.

Inhalt des Blogartikels

Eine Photovoltaikanlage kaufen: 10 Dinge, die du zuvor prüfen solltest

Bevor du eine Photovoltaikanlage kaufst, solltest du beachten, dass eine umfassende Recherche, Beratung und Vorbereitung sinnvoll und notwendig sind, damit deine PV-Anlage am Ende auch so energieeffizient wie möglich ist. Unser Tipp: Recherchiere und notiere dir die wichtigsten Fragen und To-dos rund um das Thema „Photovoltaikanlage kaufen“ und lass dich von einem Fachmann beraten, damit deine Photovoltaik zu deinen individuellen Gegebenheiten passt. Wir haben für dich zehn Kriterien aufgelistet, die du vorab prüfen solltest, wenn du eine Photovoltaikanlage kaufen möchtest.

Tipp #1: Grundsätzliches zum Photovoltaikanlage-kaufen

Mit dem Kauf einer Photovoltaikanlage entscheidest du dich für eine nachhaltige Energieversorgung, die vor Ort keine Schadstoffe ausstößt und die unabhängiger von externen Energieversorgern macht. Prüfe vor dem Kauf ganz genau, wie groß die Investitionskosten sind und ob alle baulichen und örtlichen Voraussetzungen gegeben sind. Du solltest in deiner Wirtschaftlichkeitsbetrachtung weiterhin die Folgekosten wie Betriebs-, Wartungs- und Reparaturkosten, Finanzierungs- und Versicherungskosten und Zählermiete berücksichtigen. Mehrere Angebote und Referenzobjekte helfen dir bei deiner Überlegung und Planung. So bekommst du ein Gefühl für die Dimensionen, die dich erwarten und kannst die Sachkompetenz des Fachbetriebes besser einschätzen.

Tipp #2: Verfügbare Dachfläche einsehen

Neben dem Dach – sei es Schrägdach, Flachdach oder Pultdach – spielen die Ausrichtung gen Süden oder Westen sowie die verfügbare Dachfläche entscheidende Rollen für das Anbringen einer PV-Anlage. Hier ist zu beachten, dass man Verschattungen der Photovoltaik durch zum Beispiel Schornsteine oder Bäume möglichst vermeiden sollte, da diese zu hohen Energieeinbußen führen. Zudem sind bezüglich der genutzten Dachfläche die Qualität und die Art der Solarmodule relevant: Es gibt polykristalline und monokristalline Module sowie Dünnschichtmodule.

Der Wirkungsgrad bei polykristallinen Modulen ist kleiner als bei monokristallinen Modulen und sie sind etwas günstiger – daher geeignet für große Dachflächen. Sollte deine Dachfläche eher kleiner sein, sind monokristalline Module aufgrund des hohen Wirkungsgrades die bessere Wahl.

Der Wirkungsgrad von Dünnschichtmodulen ist deutlich niedriger als bei monokristallinen und polykristallinen Solarmodulen. Ihr Vorteil ist aber, dass sie bei schwachem Licht immer noch gute und konstante Solarstromerträge erzielen und Verschattungen bei ihnen weniger ins Gewicht fallen.

Tipp #3: Vor dem Kauf die Statik des Daches prüfen lassen

Als (zukünftiger) Betreiber einer PV-Anlage bist du dazu verpflichtet, die Dachstatik deines Hauses durch einen Statiker oder Architekten prüfen zu lassen, bevor du eine Photovoltaikanlage installierst. Ist dein Dach fähig, das Gewicht der PV-Anlage sowie Wind- und Schneelast zu tragen? Sind vorher noch Reparaturen notwendig? Bei einer Statikprüfung sollten auch die regionalen Besonderheiten, wie zum Beispiel starker Schneefall, beachtet werden. Für eine Statikprüfung benötigst du die Baupläne des Gebäudes, auf dem die Photovoltaik installiert werden soll, sowie die beim Bau erstellten Statikunterlagen. Du hast diese nicht mehr? Dann frage einfach beim Bauamt oder dem Bauunternehmen nach.

Tipp #4: Stromverbrauch pro Jahr berechnen

Um beim Kauf einer Photovoltaikanlage zu entscheiden, welche Anlagengröße die richtige ist, solltest du vorab deinen durchschnittlichen Stromverbrauch pro Jahr berechnen. Ermittle dazu am besten einen Durchschnittswert anhand der Stromrechnungen aus den letzten Jahren. Außerdem kannst du den höchstmöglichen Stromertrag mittels Sonneneinstrahlung, Dachfläche, Dachausrichtung und Anlagengröße berechnen.

Tipp #5: Idealen Ort für den Wechselrichter finden

Ein Wechselrichter wandelt den erzeugten Gleichstrom in netztauglichen Wechselstrom um. Nur wo genau installiert man diese wichtige Komponente? Hier gibt es einige Faktoren zu berücksichtigen, wie zum Beispiel die Raumtemperatur, die entstehende Geräuschkulisse sowie die Entfernung zu den Photovoltaikmodulen und zum Einspeisezähler.

Da der Wechselrichter bei der Transformation von Gleichstrom in Wechselstrom Wärme abgibt, sollte er an einem kühlen und trockenen Ort installiert sein – hier bietet sich der Keller oder die Garage an. Weil ein Wechselrichter zudem Geräusche von sich gibt, die sich teilweise im hochfrequenten Bereich befinden, sollte sich dieser nicht zu nah an Schlaf- und Wohnräumen befinden. Sind die Photovoltaikmodule in Reihe geschaltet, sollte der Wechselrichter zudem nahe des Einspeisezählers montiert sein, um Verluste gering zu halten.

Tipp #6: Anschaffung eines Solarspeichers erwägen

Wenn du eine Photovoltaikanlage kaufen und mit einem Stromspeicher kombinieren willst, kannst du einen Eigenverbrauchsanteil von 60 bis 80 Prozent erzielen.

Ein Solarspeicher speichert den nicht direkt selbst verbrauchten Solarstrom und stellt ihn genau dann zur Verfügung, wenn die PV-Anlage weniger Strom produziert als für den Eigenbedarf nötig ist. Ein Speicher ist bei an das Stromnetz gekoppelte PV-Anlagen nicht unbedingt notwendig, aber trotz allem nützlich. Weil die Einspeisevergütungen tendenziell sinken, ist es langfristig wirtschaftlicher, den Solarstrom zwischenzuspeichern und selbst zu nutzen.

Darüber hinaus eignet sich ein Speicher zum Auffangen von Leistungsspitzen: Anlagenbetreibern dient das zur Versorgungssicherheit und Netzbetreibern hilft es dabei, dass das öffentliche Stromnetz nicht überlastet wird.

Tipp #7: Kauf eines Elektroautos bedenken

Es ist möglich, Elektroautos per Photovoltaikstrom aufzuladen – das dankt dir nicht nur die Umwelt, sondern spart auch Kosten. Ein Beispiel: Eine Solaranlage mit einer Leistung von 5 Kilowatt Peak liefert im Jahr bis zu 5.000 Kilowattstunden solare Energie. Liegt der Energieverbrauch deines Elektroautos bei 17 Kilowattstunden pro 100 Kilometer, fährst du rund 30.000 Kilometer im Jahr emissionsfrei. Je größer deine PV-Anlage ist und je kleiner der Stromverbrauch deiner Haushaltsgeräte, umso mehr Solarstrom steht zum Laden zur Verfügung. Drei 1-Kilowatt Peak Photovoltaikmodule und 6 Quadratmeter Fläche liefern im Jahr für etwa 4.500 Kilometer solare Energie.

Wenn du bereits ein Elektroauto besitzt, solltest du prüfen, wie viel des erzeugten Photovoltaikstroms du zum Laden benötigst, bevor du eine Photovoltaikanlage kaufst. Solltest du noch kein Elektroauto besitzen, aber darüber nachdenken, dann setze direkt alle Faktoren zueinander in Beziehung:

  • benötigter Strom für das Elektroauto,
  • benötigte Leistung der Photovoltaik sowie
  • beides in Kombination mit dem Energiespeicher.

Steht das Auto tagsüber selten vor der Tür, wenn die Solaranlage den meisten Strom produziert, ist ein Stromspeicher sinnvoll, um das Auto abends oder nachts laden zu können.

Tipp #8: Wärmepumpenheizung in die Solaranlage integrieren

Wenn du eine Wärmepumpe besitzt, kannst du mit deinem Solarstrom die Betriebskosten deiner Umweltheizung wesentlich reduzieren. Die Kombination aus Photovoltaik und Wärmepumpe erhöht zudem die Wirtschaftlichkeit deiner Photovoltaikanlage und senkt zugleich deine Heizkosten. Diese Rahmenbedingungen sollten gut aufeinander abgestimmt sein:

  • Gebäudedämmung
  • Leistung und Solarertrag der Photovoltaikanlage
  • Stromverbrauch der Wärmepumpe
  • Wärmebedarf
  • Wärmepumpenanbindung an Photovoltaikanlage
  • Größe des Pufferspeichers

Tipp #9: Finanzierungsmöglichkeiten für den Photovoltaikanlage-Kauf prüfen

Wenn du eine Photovoltaikanlage kaufst und installieren lässt, fallen am Anfang hohe Kosten an. Wenn du die volle Summe nicht sofort selbst bezahlen möchtest, kannst du auf Förderprogramme und Kredite zurückgreifen. Mieten wäre eine Möglichkeit.

Zur Finanzierung der Photovoltaik stehen dir verschiedene Optionen zur Verfügung. Zu nennen sind die Einspeisevergütung, bei der dem Anlagenbetreiber über einen Zeitraum von 20 Jahren eine feste Vergütung für jede Kilowattstunde des eingespeisten Stromes ausgezahlt wird. Allerdings sind die Vergütungssätze 2021 mit 7,92 Cent pro Kilowattstunde für Anlagen bis 10 Kilowatt Peak (Stand März 2021) so gering, dass es wirtschaftlicher ist, möglichst viel Solarstrom selbst zu verbrauchen.

Tipp #10: Photovoltaikanlage kaufen - Komplettanlagen

Seit einigen Jahren werden Photovoltaik-Komplettanlagen für alle gängigen Dachtypen angeboten. Diese beinhalten sämtliche Komponenten und Montagematerialien, die du für den Betrieb deiner Photovoltaikanlage benötigst:

  • Montagegestell (Unterkonstruktion inklusive Dachhaken)
  • Photovoltaikmodule
  • Wechselrichter
  • Zähler
  • Solarkabel
  • Montagematerial

Oft wird auch der passende Solarstromspeicher angeboten. Viele Photovoltaik-Komplettanlagen werden inklusive Montage vor Ort offeriert.

Vorteile einer Photovoltaik-Komplettanlage:

  • geringer Zeitaufwand
  • optimal aufeinander abgestimmte Einzelkomponenten
  • einfach kalkulierbare Kosten
  • Kostentransparenz

Wichtig ist, dass die Photovoltaik-Komplettanlage hinsichtlich Leistung und erforderlicher Dachfläche den Anforderungen vor Ort und dem individuellen Energiebedarf entspricht. Daher solltest du einen Fachmann einbeziehen. Generell solltest du deine Photovoltaikanlage bei einem Solarteur oder Fachbetrieb kaufen.

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