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Photovoltaik Förderungen in der Schweiz

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

20.July 2021

Letztes Update

01.12.2021

Subventionen für eine Photovoltaikanlage: Diese Förderungen sind möglich

In der Schweiz gibt es Förderungen für Photovoltaikanlagen sowohl durch den Bund und teilweise auch durch die Kantone, Gemeinden und Energieversorger. Es handelt sich dabei in der Regel um eine Einmalvergütung.

Inhalt des Blogartikels

Die Schweizer Photovoltaik-Förderung

Eine Photovoltaikanlage kann beinahe an allen Gebäuden angebracht werden. Solange die statischen Voraussetzungen stimmen, eignen sich vor allem Dächer für diese klimafreundliche und umweltschonende Variante der Energiegewinnung. Der Grund: Hier ist die Sonneneinstrahlung am besten und die Optik wird nur gering verändert. Die beinahe unbegrenzt vorhandene Kraft der Sonne kann also bestmöglich genutzt und in Strom umgewandelt werden. Das Potenzial ist gross: Photovoltaikanlagen auf allen Dächern und Fassaden der Schweiz könnten den Strombedarf im Inland zu 100 Prozent decken.

Wir gehen in diesem Beitrag vor allem der Frage nach, welche Arten von Förderungen in der Schweiz für die Photovoltaik (PV) verfügbar sind. Schliesslich gibt es einige Schritte zur Vorgehensweise zu klären, wenn eine neue PV-Anlage entstehen soll. Auch die Möglichkeit einer Förderung muss geprüft werden und das Gesuch zum richtigen Zeitpunkt gestellt werden.

 

Die Einmalvergütung für kleine und große Photovoltaikanlagen durch den Bund

Mit der Annahme des Energiegesetzes durch das Stimmvolk, wurden 2017 die Weichen für eine stärkere Förderung der Photovoltaik gestellt. Das Bundesamt für Energie (BFE) hat dabei die Pronova AG als Vollzugsstelle für die Förderprogramme für erneuerbare Energien beauftragt.

Von der Pronova gibt es einmalige Investitionsbeiträge für eine neue Photovoltaikanlage. Dabei wird nach der Leistung der Anlage unterschieden:

Es gibt die Einmalvergütung für kleine Photovoltaikanlagen (KLEIV) mit einer Leistung von weniger als 100 kWp (Kilowatt-Peak) und für grosse PV-Anlagen (GREIV) mit einer Leistung von über 100 kWp. Private Anlagen, zum Beispiel auf einem Hausdach, einer Garage oder einem Carport liegen in aller Regel weit unter 100 kWp Leistung und fallen daher in die Kategorie KLEIV.

Je nach Anlagenleistung decken diese Förderungen bis zu 30 Prozent der Investitionskosten. Wie hoch die Förderung konkret ausfallen wird, kannst du im Tarifrechner der Pronovo unverbindlich selbst berechnen. Auch Erweiterungen einer bestehenden PV-Anlage werden gefördert.

Aktueller Hinweis: Für das Jahr 2021 stehen für die Förderung von Solaranlagen zur Stromproduktion insgesamt 470 Millionen Franken zur Verfügung. 270 Mio. Franken sind dabei für KLEIV reserviert, 200 Mio. Franken für GREIV. Die gesamte Fördersumme wurde im Vergleich zum Vorjahr aufgestockt, da die Nachfrage sehr gross ist und lange Wartelisten entstanden. 2020 wurden rund 22'400 neue Anlagen zur Stromproduktion aus erneuerbaren Energien durch das BFE gefördert.

Auch für 2021 erwartet das BFE wieder eine sehr hohe Nachfrage an der Einmalvergütung. Das Bundesamt rät daher dazu, das vollständige Gesuch bis spätestens 30. September 2021 zu stellen, um die Platzierung auf der Warteliste zu vermeiden und ohne Wartezeit an die Auszahlung der Förderung aus dem vorhandenen Budget zu gelangen.

 

Einspeisevergütungssystem (KEV)

Der Vollständigkeit halber sei auch das Einspeisevergütungssystem erwähnt. Für diese Art der Förderung und langfristigen Subventionierung stehen bereits seit 30. Juni 2012 keine Finanzmittel zur Verfügung. Das Budget ist aufgebraucht und die bereits auf der Warteliste vorhandenen Gesuche werden nicht mehr abgebaut. Nach Angaben des BFE hast du im Rahmen der KEV keine realistische Chance auf die Förderung für eine neue Photovoltaikanlage, ganz unabhängig davon, ob es sich um eine kleine oder grosse PV-Anlage handelt.

 

Förderungen der Kantone, Gemeinden und Energieversorger

Einige Kantone, Gemeinden und Energieunternehmen gewähren weitere Förderungen für PV-Anlagen, Stromspeicher oder subventionieren allfällige bauliche Veränderungen. Das Angebot ist je nach Kanton oder Gemeinde sehr unterschiedlich. Am besten wendest du dich – noch rechtzeitig vor dem Beginn der Bauarbeiten – an die Kantonsverwaltung, die Gemeinde und deinen Energieversorger. Dann kannst du klären, ob Förderungen verfügbar sind.

Unser Tipp: Einen ersten Überblick über mögliche Förderungen in deiner Gemeinde oder deinem Kanton findest du auf den Seiten von Energiefranken.ch. Nach Eingabe deiner Postleitzahl bzw. deines Wohnorts findest du im Abschnitt «Stromerzeugung» unter dem Punkt «Photovoltaik» neben der Pronovo-Förderung – falls verfügbar – auch die lokal verfügbaren Förderprogramme.

 

Die beste Vorgehensweise – Von der Idee bis zur Umsetzung des Vorhabens

Wenn du konkret daran denkst, eine Photovoltaikanlage einzubauen oder zum Beispiel im Rahmen einer Energieberatung die Empfehlung dazu bekommen hast, ist ein strukturiertes Vorgehen zu empfehlen. So sicherst du dir die Möglichkeit, eine effiziente und perfekt an deine Bedürfnisse angepasste PV-Anlage zu erhalten, mit der du die Solarenergie maximal nutzen kannst. Den dabei produzierten Strom kannst du entweder autark zum Eigenverbrauch nutzen, für später speichern oder den Überschuss in das allgemeine Stromnetz einspeisen.

  1. Ermittle das Potenzial deines Daches
  2. Schätze deinen Eigenverbrauch
  3. Offerten einholen
  4. Kontakt zu den Behörden
  5. Fördergelder beantragen
  6. Die Photovoltaikanlage wird installiert
  7. Die Fördergelder erhalten

Der Solarrechner von EnergieSchweiz, einem Programm des BFE, gibt dir einen ersten Überblick darüber, ob eine PV-Anlage an deinem Standort sinnvoll ist.

Selbst produzierter Strom ist günstiger als zugekaufter. Je besser du deinen Verbrauch im Überblick hast und grosse Verbraucher (Boiler, Wallbox, etc.) durch Smart Home steuern kannst, desto mehr kannst du sparen.

Am besten holst du 3 Offerten von Solarinstallateuren ein. Unser Tipp: Die Experten von EnergieSchweiz handeln unabhängig und bieten einen kostenlosen Offerte-Check an. So fällt es einfacher, die Spreu vom Weizen zu trennen.

Nun ist es an der Zeit, dein Vorhaben mit der Gemeinde und dem Kanton abzustimmen. Manchmal kann es notwendig sein, Fotos, Pläne oder Skizzen einzureichen. In einigen Fällen kann eine Baubewilligung notwendig werden. Dein Installateur hilft dir dabei.

Melde dein Vorhaben bei der Pronovo an, um die Einmalvergütung zu erhalten. Wenn du weitere Förderungen in Anspruch nimmst, beachte deren individuellen Konditionen.

Der PV-Installateur kann die neue PV-Anlage in der Regel innert zwei Wochen planen, montieren und in Betrieb setzen.

Den Status deines Gesuchs kannst du direkt bei der Pronovo abfragen. Bis zur Auszahlung der Förderung kann allerdings einige Zeit vergehen – es besteht kein Grund, unruhig zu werden.

Übrigens: Die Investitionskosten sind in fast allen Kantonen steuerlich abzugsfähig.

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