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Photovoltaik-Versicherungen in der Schweiz

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

15.January 2022

Letztes Update

15.01.2022

Versicherung von Photovoltaik in der Schweiz

Photovoltaikanlagen finden sich an vielen Gebäuden. Doch wie sieht es mit der Versicherung aus? Wer trägt die Kosten für Schäden? Hier findest du alles Wichtige dazu.

Inhalt des Blogartikels

Kosten und Nutzen: Lohnt sich eine spezielle Photovoltaik-Versicherung?

Die Installation von Photovoltaik auf dem Dach ist eine grosse Investition und soll langfristig gute Erträge bringen. Doch sobald die Solaranlage in Betrieb ist und ihren Dienst erfüllt, befassen sich viele Hausbesitzer und Stockwerkeigentümer nicht weiter mit den Risiken, die schnell für einen Ausfall, eine dauerhafte Beschädigung oder im schlimmsten Fall sogar zu hohen Schadenersatzansprüchen durch Dritte führen können.

Solarmodule sind Wind und Wetter rund um die Uhr ausgesetzt. Neben äusseren Beschädigungen durch Hagel, Blitzschlag oder Sturm sind auch im Innenleben der Photovoltaikanlage (PV-Anlage) Schäden möglich. Die falsche Montage oder ein Kabelbrand können im schlimmsten Fall sogar zum Ausbruch eines Feuers führen.

In der Schweiz sind Solaranlagen in vielen Kantonen in die kantonale Gebäudeversicherung integriert. Allerdings deckt sie nicht alle Risiken ab und es gibt in einigen Kantonen Meldepflichten zu beachten. Wir haben genauer recherchiert und helfen dir dabei, die Kosten-Nutzen-Analyse zu einer optionalen Photovoltaik-Versicherung durchzuführen.

 

Viele Risiken sieht man nicht auf den ersten Blick

Solaranlagen sind grundsätzlich für einen wartungsarmen Betrieb über viele Jahre ausgelegt. Nicht nur mit dem Alter der Anlage steigt das Risiko für technische Störfälle, vor allem äussere Einflüsse erhöhen die Gefahr für erhebliche Schäden. Deswegen solltest du dich genau informieren, welche Risiken am Ort deiner Liegenschaft nicht auszuschliessen sind und ob deine bestehende Versicherungspolice diese auch versichert. Allerdings musst du dir natürlich auch die Frage stellen, ob es sinnvoll ist, sich gegen jedes Risiko abzusichern. Eine realistische Herangehensweise und Abwägung der Gefahren sind daher empfehlenswert.

Vor allem Wetterextreme können bei Photovoltaikanlagen erhebliche Schäden verursachen. Dazu zählen:

  • Blitz,
  • Hagel,
  • Sturm,
  • Hochwasserereignisse.

Auch technische Defekte oder Bedienungsfehler sorgen für Gefahren:

  • Feuer,
  • Kurzschluss,
  • Überspannung.
  • Diebstahl, Einbruchdiebstahl, Plünderung und Raub
  • Feuer, Brand
  • Blitzschlag, Sturm, Hagel, Schneedruck, Frost
  • technische Betriebsschäden, Überspannungsschäden, Kurzschluss
  • Sabotage und vorsätzliche Schäden durch Dritte (Vandalismus)
  • Tierverbiss
  • Ertragsausfall
  • Montagearbeiten.

Tierverbiss, vor allem durch Marder, hat für einige Besitzer von Photovoltaikanlagen schon zu erheblichen Schäden und Ertragsausfällen geführt. Da sich die Tiere vor allem an der Isolation der Kabel zu schaffen machen, bleiben Schäden lange Zeit unerkannt. Dies kann ein Stromschlagrisiko am PV-Modul-Rahmen zur Folge haben.

Gefährlich und teuer kann es für die Besitzer einer Liegenschaft vor allem dann werden, wenn die eigene PV-Anlage Schäden an benachbarten Grundstücken, Gebäuden oder im schlimmsten Fall sogar an Menschen verursacht. Löst sich ein schlecht installiertes Solarmodul bei einem Sturm und fällt auf das Trottoir vor dem Gebäude, kannst du nur hoffen, dass sich gerade kein Fussgänger oder Fahrzeug dort aufhält.

Ein Punkt, der nicht zu vernachlässigen ist, sind Schäden durch Diebstahl und Vandalismus.

Bei aller Schwarzmalerei zeigt eine Studie aus Deutschland (2015) allerdings, dass die Gefahren durch Feuer insgesamt überschaubar sind. Der TÜV Rheinland und das renommierte Frauenhofer Institut beobachteten über die Dauer von 4 Jahren die Brandrisiken von Photovoltaikanlagen. Dabei zeigte sich, dass nur bei 0,014 Prozent der PV-Anlagen Feuer fingen und nur bei etwa 38 Prozent auch Gebäude davon betroffen waren. Im Vergleich zu den damals rund 1,5 Millionen in Deutschland installierten Anlagen sind die 210 Brände (davon 80 mit Beteiligung von Gebäuden) also die absolute Ausnahme.

 

Die Haftung für die eigene Photovoltaikanlage

Wenn du eine PV-Anlage betreibst, dann haftest du auch für allfällige Schäden, die von dieser Solaranlage verursacht werden. Das betrifft insbesondere herabfallende Bauteile, die zum Beispiel Personen verletzen oder bei anderen Gebäuden oder Gegenständen Sachschäden verursachen können. Wenn ein Anlagenbrand ein Feuer verursacht, das auf das Nachbargrundstück oder andere Wohnungen übergreift, können substanzielle Schäden entstehen. Auch der Anschluss an das Stromnetz kann Fehler und Störungen verursachen und hohe Schadenersatzforderungen nach sich ziehen.

Allerdings sind diese Gefahren eher gering, besonders wenn deine PV-Anlage von einem Solarprofi geplant, montiert und fachgerecht an das Stromnetz angeschlossen wurde. Dann ist es höchst unwahrscheinlich, dass diese extremen Ereignisse auch tatsächlich eintreten. Zu 100 Prozent auszuschliessen ist es andererseits aber auch nicht.

Die Gebäudeversicherung deckt in vielen Kantonen auch Schäden an Photovoltaikanlagen

In den meisten Kantonen ist die Gebäudeversicherung obligatorisch. Keine obligatorischen kantonalen Gebäudeversicherungen gibt es in den GUSTAVO-Kantonen (GE, UR, SZ, TI, AI, VS, OW). Hier ist eine freiwillige Gebäudeversicherung respektive Privatversicherung notwendig.

In jenen Kantonen, in denen Gebäudeversicherungen verfügbar sind, lohnt sich in der Regel die Aufnahme der Photovoltaik («Anlagen zur Nutzung von Sonnenenergie») in den Versicherungsschutz. Dieser schützt sie wie das Gebäude gegen Elementarereignisse wie Sturm, Hagel, Hochwasser sowie Feuer. Wichtig ist dabei, dass du die Gebäudeversicherung rechtzeitig über die neue Photovoltaikanlage in Kenntnis setzt. Je nach Versicherung kann die Meldung bereits vor dem Bestellen der Photovoltaikanlage notwendig sein. Zusätzlich kann es notwendig werden, dass die Versicherung einige Nachweise zur Qualität der PV-Anlage haben möchte. In den Kantonen Bern und Zürich verlangen die Gebäudeversicherungen regelmässig auch Angaben zu den Erstellungskosten für die Photovoltaik, damit diese versichert werden kann.

Wenn es in deinem Kanton keine Möglichkeit zur kantonalen Gebäudeversicherung gibt, musst du auf private Versicherungen zurückgreifen.

 

Die Frage nach der Haftpflicht

In der Regel umfasst die Gebäudehaftpflichtversicherung auch Photovoltaik oder andere Solaranlagen, da sie an oder auf dem Gebäude angebracht sind. Allerdings ist eine genaue Klärung mit der Versicherung notwendig, damit du im hoffentlich nie eintretenden Fall der Fälle auch gegen die Schadenersatzforderungen von Dritten abgesichert bist.

Die Versicherungsprämie orientiert sich am Wert des Gebäudes. Da dieser durch die Nutzung der Photovoltaik steigt, kann es auch zu einer leichten Anpassung der Prämie kommen.

 

Das sind die Leistungen einer speziellen Photovoltaik-Versicherung

Viele der Versicherungsunternehmen in der Schweiz bieten auch Policen für eigene Photovoltaik-Versicherungen, die häufig unter der Bezeichnung «Solaranlagenversicherung» lanciert werden. Diese speziellen Zusatzversicherungen kommen einer Allgefahrenversicherung sehr nahe, da sie vollumfänglichen Schutz gegen beinahe alle denkbaren Risiken und Gefahrensituationen bieten.

Zusätzlich ersetzt eine Photovoltaik-Versicherung in der Regel auch den Ertragsausfall an Photovoltaik-Strom, der bis zur vollständigen Wiederherstellung und Inbetriebnahme der PV-Anlage entsteht.

Diese Bereiche umfasst eine spezielle Photovoltaik-Versicherung:

Allfällige Zusatzmodule können je nach Versicherung noch extra gewählt werden. Mit einem Selbstbehalt zahlst du im Schadenfall zwar einen überschaubaren Eigenanteil, kannst aber die monatlichen Kosten für die Versicherung senken.

 

Die Prüfung deiner Versicherungsverträge ist vor dem Abschluss einer Photovoltaik-Versicherung sinnvoll

Nicht alle Gefahren sind an allen Standorten tatsächlich wahrscheinlich. Auch tragen die Hersteller bzw. Monteure selbst das Risiko, sollte es insbesondere bei bestehender Garantie zu einem Ausfall kommen oder technische Störungen durch fehlerhafte Installationen auftreten. Am Ende des Tages musst du allerdings selbst die Entscheidung treffen, ob sich eine zusätzliche Versicherung über die Leistungen der in vielen Kantonen obligatorischen Gebäudeversicherung hinaus lohnt.

In jedem Fall sinnvoll ist die Prüfung deiner bestehenden Versicherungsverträge. So kannst du herausfinden, ob bereits ein ausreichender Schutz gegen Schäden, zum Beispiel über die Gebäudeversicherung oder eine Haftpflichtversicherung, besteht. Dadurch vermeidest du eine kostspielige Doppelversicherung. Achte dabei auch auf die Versicherungssummen, so verhinderst du eine Unterversicherung, die im Fall der Fälle schwerwiegende finanzielle Folgen für dich haben kann.

Wenn du dich für eine Photovoltaik-Versicherung entscheiden möchtest, lohnt es sich, die verschiedenen Versicherungsangebote für diese Zusatzversicherung zu vergleichen. Dabei zählt nicht nur die tiefste Prämie, sondern vor allem die beste Absicherung gegen alle Gefahren, die an deiner Photovoltaikanlage entstehen können.

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