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Reinigungsgeräte für Photovoltaik

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

13.May 2021

Letztes Update

06.12.2021

Reinigungsgeräte für Photovoltaik: Sinnvoll oder sogar kontraproduktiv?

Die Reinigung von Solaranlagen ist unter bestimmten Betriebsbedingungen unverzichtbar. Doch welche Photovoltaik-Reinigungsgeräte sind wirklich empfehlenswert?

Inhalts des Blogartikels

Solarreinigung: Verzichtbar oder ohne Alternative?

Experten streiten sich seit Jahren darum, ob die Reinigung von Photovoltaikanlagen wirklich sinnvoll ist oder nicht. Die unterschiedlichen Aussagen der diversen Hersteller machen die Beantwortung dieser Frage nicht einfacher.

Bei vielen Photovoltaikanlagen heißt es nämlich, dass eine zusätzliche Reinigung unter normalen Betriebsbedingungen gar nicht notwendig sei, weil die Solarmodule einen Selbstreinigungseffekt nutzen. Dabei sollen die regelmäßig anfallenden Verschmutzungen dank spezieller Beschichtungen quasi von selbst durch Regen oder Schnee entfernt werden.

Der Haken dabei ist meist der Neigungswinkel, in welchem die Solarmodule montiert sind. Ab einem Winkel von etwa 12 Grad soll die Selbstreinigung effektiv möglich sein – doch auch bei sehr steil gestellten Dachkonstruktionen kann Regen allein hartnäckige Verschmutzungen wie Laub oder Vogelkot auf der PV-Anlage nicht oder nur unzureichend entfernen.

Wie wirken sich Verschmutzungen auf die Photovoltaikanlage aus?

Es geht bei Photovoltaik in erster Linie um den Ertrag der PV-Anlage. Je mehr Sonnenlicht in Strom umgewandelt werden kann, desto besser. Deswegen solltest du bereits bei der Auswahl der Dachflächen für die Solaranlage jede mögliche Verschattung in die Überlegungen miteinbeziehen.

Verschmutzungen können sich ganz ähnlich auswirken, denn durch Schmutz abgedeckte Bereiche der Solarmodule liefern weniger Strom. Langfristig kann dies sogar die Funktion der gesamten PV-Anlage beeinträchtigen, etwa wenn sich sogenannte Hot Spots bilden und die Module durch die unterschiedliche Leistungsausbeute Schäden davontragen.

Das sind typische Arten von Verschmutzungen auf PV-Anlagen:

  • Vogelkot
  • Laub
  • Moos und Algenbewuchs (insbesondere an den Übergangsstellen der Rahmenkonstruktion zum Solarmodul)
  • Blütenstaub
  • Straßenschmutz
  • Feinstaub (zum Beispiel aus Schornsteinen)
  • Industrieschmutz
  • landwirtschaftliche Verschmutzungen

Einbußen beim Ertrag in einer Größenordnung zwischen 2 und 7 Prozent sind keine Seltenheit. Ob eine Reinigung der Solaranlage erforderlich ist oder nicht, hängt also zum einen von der Art sowie vom Ausmaß der Verschmutzung ab und zum anderen von den generellen Betriebsbedingungen.

 

Warum lohnt sich der Einsatz von Photovoltaik-Reinigungsgeräten nicht immer?

Nun liegt die Vermutung nahe, dass eine regelmäßige Reinigung sinnvoll ist. Einmal im Jahr empfehlen die meisten Anbieter. Doch die Solarreinigung kostet natürlich auch Geld. Lässt du die Photovoltaikreinigung von einem Fachbetrieb durchführen, fallen je nach Anbieter und den zur Anwendung kommenden Photovoltaik-Reinigungsgeräten Kosten zwischen 1 Euro und 3 Euro pro Quadratmeter an, bei manchen Verfahren auch deutlich mehr. Bei größeren Solaranlagen kommt also durchaus einiges zusammen.

Andererseits ist eine gründliche Reinigung bei vielen Photovoltaikanlagen gar nicht jedes Jahr notwendig. Die Rechnung ist also recht einfach: Sind die potenziellen Einbußen durch eine Minderung des Ertrags aufgrund von Verschmutzungen größer als die Kosten für die Reinigung mit Photovoltaik-Reinigungsgeräten durch einen Fachbetrieb?

 

Welche Photovoltaik-Reinigungsgeräte gibt es?

Dort, wo die Selbstreinigung durch Regenwasser nicht ausreicht, kommen in der Regel mechanische Photovoltaik-Reinigungsgeräte zum Einsatz. Die Industrie bietet unterschiedliche Lösungen an. Sehr häufig werden Rotationsbürsten verwendet, die allerdings nicht unumstritten sind, was Schäden an den empfindlichen Solarmodulen beziehungsweise ihren Beschichtungen angeht. Kratzer oder sogar Risse in den Modulen können langfristig wesentlich kostspieliger sein als jede Verschmutzung.

Hinzu kommt, dass die Auswahl an Photovoltaik-Reinigungsgeräten sehr groß ist und die meisten Anbieter damit werben, geprüfte Geräte zu verwenden, die unbedenklich für die Solarreinigung seien. Ob das aber auch in jedem Fall für deine spezielle Solaranlage gilt, bleibt dahingestellt. Allein deshalb ist eine Beratung durch einen Fachbetrieb zu empfehlen, der bei Schäden gegebenenfalls haftet.

Reinigungsmethoden für Photovoltaikanlagen

  • Wasser: Es kommt fast bei jeder Methode zum Einsatz, vom einfachen Abspülen mit dem Gartenschlauch bis hin zur mechanischen Reinigung durch Photovoltaik-Reinigungsgeräte vom Fachmann. Das Wasser sollte jedoch immer kalkfrei sein, damit sich keine Ablagerungen auf den Modulen bilden können. Spezielles Osmosewasser kann zumeist auch durch Wasser aus der Regentonne ersetzt werden.
  • Schwamm: Weiche Schwämme, wie du sie auch zur Fenster- oder Autoreinigung verwendest, eignen sich für die meisten Photovoltaikanlagen.
  • Reinigungsmittel: Auf keinen Fall solltest du scharfe Reiniger verwenden, die die Beschichtung der Solarmodule angreifen könnten. Besser ist es, den Empfehlungen der Anlagenhersteller zu folgen.
  • Bürsten: Die Bürsten sind meist an Teleskopstangen oder anderen Auslegersystemen befestigt und rotieren gegebenenfalls. Es gibt sie mit und ohne aktive Wasserführung. Solche Photovoltaik-Reinigungsgeräte setzen Fachbetriebe ein.
  • Hochdruckreiniger: Diese solltest du auf keinen Fall verwenden. Hochdruck kann die Solarmodule stark beschädigen. Das Wasser kann sogar in abgedichtete elektrische Systeme gedrückt werden.
  • Reinigungsroboter: Sie sind für schwer zugängliche Stellen oder sehr große Flächen eine teure Alternative. Allerdings arbeiten sie oft langsam und können nicht immer alle Bereiche komplett abdecken.

Kannst du Photovoltaik-Reinigungsgeräte selbst einsetzen?

Viele Besitzer von Solaranlagen stellen sich die berechtigte Frage, ob sie die Reinigung nicht einfach selbst erledigen können. Langfristig würden sich die Anschaffungskosten für entsprechende Photovoltaik-Reinigungsgeräte schließlich bezahlt machen. Es spricht zum Beispiel wenig dagegen, auf einem begehbaren Flachdach die gut zugänglichen Solarmodule mit weichem Wasser und mildem Reinigungsmittel selbst zu putzen.

Sind jedoch Klettereien erforderlich oder handelt es sich um sehr steile Dächer, solltest du kein Risiko eingehen und die PV-Reinigung in jedem Fall einem Fachbetrieb überlassen. Auch wenn du Photovoltaik-Reinigungsgeräte von unten einsetzt, solltest du wissen, was du tust, damit du bei der Anwendung deine teure Solaranlage nicht beschädigst.

Die Beseitigung von Verschmutzungen auf Solarmodulen und der Unterkonstruktion ist hinsichtlich einer möglichen Ertragseinbuße sicherlich wichtig. Insbesondere wenn überdurchschnittlich viel Schmutz auf den Solarmodulen ankommt, empfiehlt sich die Reinigung durch einen Profi. Wie oft dies erforderlich ist und welche Risiken bei der jeweiligen Reinigungsmethode hinsichtlich möglicher Beschädigungen bestehen, klärst du am besten mit einem Fachbetrieb. Das Verhältnis zwischen Reinigungskosten und weniger Ertrag sollte sich jedoch in einem vernünftigen Rahmen bewegen.

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