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Photovoltaik-Inselanlage für dein Elektroauto

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

20.November 2021

Letztes Update

06.12.2021

Photovoltaik-Inselanlage für das Laden eines Elektroautos

Mit Photovoltaik kannst du selbst Strom für dein Elektroauto produzieren. Welche Besonderheiten eine Photovoltaik-Inselanlage hat, erfährst du hier.

Inhalt des Blogartikels

Die Photovoltaik-Inselanlage eignet sich besonders für abgelegene Orte

Wer an Photovoltaik (PV) denkt, meint damit in den meisten Fällen Solaranlagen zur Stromerzeugung auf dem Dach. Dabei gilt das Prinzip, dass du den aus der Sonnenkraft produzierten Strom im eigenen Haushalt oder zum Laden von Elektroautos (E-Autos) einsetzt. Allfällige Überschüsse kannst du in das öffentliche Stromnetz einspeisen und bei großem Bedarf elektrische Energie aus dem Netz beziehen. Ein zusätzlicher Stromspeicher, der wie eine Batterie funktioniert und den Strom für später speichert, ergänzt in immer mehr Schweizer Haushalten diese umweltschonende und klimafreundliche Art der Energieversorgung.

Für die Photovoltaik gibt es aber noch flexiblere Einsatzmöglichkeiten – auch ohne festen Netzanschluss. Dabei handelt es sich um «Off-grid», da es keine Verbindung mit dem öffentlichen Stromnetz gibt. Diese flexible Art der Photovoltaikanlage eignet sich genauso wie das «On-grid»-Pendant zur Versorgung mehrerer Geräte im Haushalt und zum Laden eines E-Autos. Durch die Unabhängigkeit von einem Stromanschluss kannst du eine Inselanlage praktisch überall installieren. Typische Beispiele dafür sind Ferienimmobilien, Berg-, Ski- und Alphütten, Maiensässe oder Chalets.

Mit dem weiteren Fortschreiten der Mobilitätswende und der Verbreitung der Elektromobilität in der Schweiz stellt sich für viele Automobilisten die Frage, wie sie ihr Elektroauto an Orten aufladen können, an denen es weder eine Ladestation noch einen Stromanschluss (zum Beispiel für eine Wallbox) gibt. Photovoltaik-Inselanlagen können dafür eine gute Lösung sein, da sie sich an praktisch allen Orten, an denen die Sonne scheint, installieren lassen. Sie sind nicht nur für die gelegentliche Nutzung geeignet, sondern können auch an Garagen, Parkieranlagen oder Carports die perfekte dauerhafte Lösung für das klimaneutrale Aufladen der E-Auto-Batterien sein.

 

So funktioniert eine Photovoltaik-Inselanlage

In den wesentlichen Grundzügen unterscheidet sich eine PV-Inselanlage nicht von einer On-Grid-Anlage, die mit dem Stromnetz verbunden ist. Allerdings lässt sie sich einfacher und kostengünstiger installieren, da Bauarbeiten entfallen und kein zusätzlicher Netzanschluss sowie Stromzähler notwendig sind. Dafür benötigt eine Photovoltaik-Inselanlage eine Batterie, damit sie den Solarstrom auch gleichmässig an die Stromverbraucher, zum Beispiel das Elektroauto, abgeben kann. Zu den Komponenten einer Photovoltaik-Inselanlage zählen Solarmodule. Sie ermöglichen es, das einfallende Sonnenlicht in Strom umzuwandeln. Laderegler sorgen dafür, dass die Batterie mit der richtigen Ladespannung geladen wird. Ein Stromspeicher speichert den bei Sonnenschein produzierten Strom für den zeitversetzten Verbrauch. Der Wechselrichter wandelt den Gleichstrom aus der Batterie auf die haushaltsübliche Wechselspannung von 230 Volt um. Hinzu kommen Kleinteile wie Kabel, Stecker und Installationszubehör zur Befestigung der Bestandteile.

Unser Tipp: Achte bei der Wahl des Wechselrichters darauf, dass dieser einen hohen Wirkungsgrad erreicht und über eine gute Qualität verfügt. Hier lohnt sich meist der Griff zu einem hochwertigen Gerät.

 

Die optimale Leistung der Photovoltaik-Inselanlage für das Laden eines Elektroautos

Die Grösse und Power einer Inselanlage solltest du zusammen mit einem Fachmann planen. Die Leistung der Solaranlage orientiert sich dabei an deinem Verbrauchsprofil und der Regelmässigkeit der Nutzung. Soll eine Photovoltaik-Inselanlage als dauerhafte Energiequelle für ein Elektroauto dienen, dann ist eine grosszügige Auslegung notwendig. Die Dachfläche eines Solar-Einzelcarports reicht zum Beispiel dafür aus, einen Kleinwagen mit einem Verbrauch von 20 Kilowattstunden (kWh) pro 100 Kilometer für eine Reichweite von 10.000 bis 15.000 Kilometer pro Jahr mit klimaneutralem Solarstrom zu versorgen. Wenn du nur eine unregelmässige Nutzung planst, zum Beispiel während deiner Aufenthalte in einer Ferienimmobilie im Sommer, dann kann auch eine kleinere und einfachere Lösung eine Option sein.

Unser Praxistipp: Im Internet gibt es viele Angebote für kleine PV-Anlagen zu pauschalen Set-Preisen. Diese sind aber in den meisten Fällen nicht für das Laden eines Elektroautos gedacht und erbringen bei Weitem nicht die notwendige Leistung. Daher ist der Kontakt zu einem Solarprofi empfehlenswert. Er informiert sich über die Sonneneinstrahlung vor Ort, legt das Bedarfsprofil fest, bemisst die Leistung in Kilowattpeak (kWp), die für das Laden eines E-Autos notwendig ist, berät dich bei der Auswahl der Module und installiert die Anlage nach deinen Wünschen.

 

Mit einer Inselanlage steigt die Autarkie: Das hat im Alltag Vor- und Nachteile

Der grösste Vorteil einer Photovoltaik-Inselanlage ist ihre Unabhängigkeit und Flexibilität. Du kannst sie an praktisch jedem Standort installieren und brauchst oft kein Baugesuch mehr einreichen. Ebenso sparst du im Vergleich zu einer On-Grid-Photovoltaikanlage bei den Installationskosten, da keine aufwendige Verkabelung notwendig ist. Allfällige Gebühren durch dein Elektrizitätswerk entfallen, da du weder einen Netzanschluss noch einen zusätzlichen Zähler benötigst. Obendrein bleibst du vollkommen unabhängig von der Preisentwicklung auf dem Stromsektor.

Nachteile haben Photovoltaik-Inselanlagen vor allem dann, wenn ein besonders hoher Strombedarf besteht und das Wetter langfristig schlecht ist. Dann kann es zu Engpässen und Ausfällen kommen. Auch Phasen von besonders hohem Strombedarf, zum Beispiel das Laden eines zweiten Elektroautos, kannst du in vielen Fällen nur durch die Erweiterung der Inselanlage bewältigen. Aus technischer Sicht ist das in der Regel aber kein Problem. Die Notwendigkeit eines Stromspeichers zum zeitversetzten Laden und Aufbau der richtigen Spannung steigert das Investitionsvolumen. Moderne Batterien sorgen für geringe Energieverluste und sind besonders leistungsstark, aber auch vergleichsweise teuer. Sie erhöhen die Gesamtkosten für eine autarke Solaranlage im Vergleich zu einer On-Grid-Lösung.

 

Kosten und Förderung von Photovoltaik-Inselanlagen für E-Autos in der Schweiz

Die preistreibenden Elemente einer Inselanlage sind die Solarmodule und die Batterien. Die Kosten für eine Inselanlage, die ausreichend Energie für das Laden eines E-Autos leistet, liegen jenseits der 10.000 Franken.

Allerdings kannst du, wie auch bei einer On-Grid-Photovoltaikanlage, die sogenannte Einmalvergütung (EIV) erhalten. Solange du die üblichen Fördervoraussetzungen zum Standort und der Leistung der Anlage erfüllst, unterscheiden sich die Förderbeiträge nicht von jenen für PV-Anlagen mit Netzanschluss. Mit der Einmalvergütung für kleine Photovoltaikanlagen (KLEIV) erhältst du bis zu 30 Prozent der Investitionskosten. Wie hoch die Förderbeiträge konkret ausfallen, wo du dein Fördergesuch einreichen kannst und viele weitere Informationen zu dieser Förderung findest du bei Pronovo.

Unser Tipp: Auf Energiefranken.ch kannst du weitere Fördermöglichkeiten, wie die Elektroautoförderung oder die Ermässigung der Motorfahrzeugsteuer für deinen Kanton respektive deine Gemeinde prüfen.

 

Elektroauto mit Photovoltaik auf dem Dach: Mit einer Inselanlage fast überall möglich

Eine Inselanlage macht es möglich, dass du klimaneutralen Solarstrom zum Laden deines E-Autos auch dann nutzt, wenn es gar keinen Stromanschluss gibt. Ein Dach, Carport oder eine sonnige Fläche reichen aus. Der notwendige Stromspeicher treibt den Preis allerdings in die Höhe. Die gesamten Investitionskosten kannst du jedoch mit den Förderbeiträgen um bis zu 30 Prozent senken. Wichtig ist eine deta

illierte Planung der PV-Anlage, damit du den Strom autark produzieren kannst und immer genug Energie zum Fahren deines Autos mit E-Motor zur Verfügung hast. Auf jeden Fall ist es ein lässiges Gefühl, den Strom für das eigene Elektroauto zu 100 Prozent klimaneutral an der eigenen Ladestation zu tanken.

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