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Alles zum Photovoltaik-Eigenverbrauch

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

16.March 2021

Letztes Update

01.12.2021

Inhalt des Blogartikel

Das musst du über den Photovoltaik-Eigenverbrauch wissen

Der Fernseher läuft, die Waschmaschine im Keller ist auf vollen Hochtouren, die Spülmaschine arbeitet vor sich hin und irgendwo hängt bestimmt ein Handy an der Steckdose: Wir benötigen über den Tag verteilt Strom, mal mehr und mal weniger. Können wir aber auch steuern, wann der Strom wohin fließen soll? Ist es möglich, den Eigenverbrauch an Strom aus der Photovoltaik (PV) zu erhöhen? Und lohnt sich das Ganze überhaupt? Über das und mehr informiert der folgende Blogbeitrag.

 

Photovoltaikanlage und Eigenverbrauch: Was ist damit gemeint?

Der Begriff Eigenverbrauch ist selbsterklärend: Der Strom, den eine Photovoltaikanlage produziert, gelangt über einen Wechselrichter in das Hausnetz, wo er als Energie für alle Elektrogeräte zur Verfügung steht. Du verbrauchst den Solarstrom somit zum eigenen Zweck. Wenn du mehr Strom produzierst als verbrauchst, hast du die Wahl:

  • Du kannst den Überschuss an Solarstrom in das öffentliche Netz einspeisen und dafür eine Einspeisevergütung erhalten oder
  • in einem Akku für den späteren Bedarf bzw. Eigenverbrauch speichern.

Für einen Photovoltaik-Eigenverbrauch spricht, dass du damit günstiger und nachhaltiger lebst. Der selbst erzeugte Strom macht Hausbesitzer nämlich zu einem Großteil unabhängig von steigenden Strompreisen und schont das Klima.

 

Photovoltaik-Eigenverbrauch vs. Photovoltaik-Autarkie

Der Eigenverbrauch von Photovoltaikstrom ist nicht zu verwechseln mit der Autarkie durch Photovoltaik, auch wenn sie natürlich zusammenhängen.

  • Der Eigenverbrauch von Photovoltaik bezieht sich auf den Anteil des erzeugten Stroms, den man selbst im Haushalt nutzt – im Verhältnis zu dem Strom, den man einspeist.
  • Die Photovoltaik-Autarkie zielt hingegen eher auf die Frage ab, wie viel von dem benötigten Strom man selbst tatsächlich produzieren kann – im Verhältnis zu dem Strom, den man noch aus dem öffentlichen Netz beziehen muss.

Hier musst du also in zwei unterschiedliche Richtungen denken, um die Begriffe zu unterscheiden:

  • Wer den aus der PV-Anlage selbst erzeugten Strom komplett selbst verbraucht, speist keinen Strom mehr ins öffentliche Netz ein. Das kann bei kleinen Anlagen der Fall sein (100 Prozent Eigenverbrauch).
  • Wer vollends autark ist, muss keinen Strom mehr aus dem öffentlichen Netz beziehen (100 Prozent Autarkie). Dieser Fall ist jedoch selten, selbst mit der Kombination aus PV-Anlage und Speicher.

Ein Vergleich: Im Sommer herrscht durch die vielen Sonnenstunden prozentual gesehen zumeist ein geringerer Eigenverbrauch, weil die Anlage mehr Energie produziert als du verbrauchen kannst. Dafür steigt die Autarkie, weil du ohne Probleme den benötigten Strom im Haushalt abdeckst. Im Winter ist es genau umgekehrt: Du verbrauchst einen großen Teil des (wenig) erzeugten Solarstroms und die Autarkie ist geringer, da du schneller zusätzlichen Strom aus dem öffentlichen Netz beziehen musst.

 

Ist ein Photovoltaik-Eigenverbrauch von 100 Prozent möglich?

Durch die Kombination aus Photovoltaikanlage und Speicher lässt sich eine sehr hohe Eigenverbrauchs-Quote erzielen. Bei der Planung der PV-Anlage ist besonders wichtig, den eigenen Stromverbrauch genau zu ermitteln und die Größe von Anlage und Speicher entsprechend auszulegen, um so viel vom eigenen Photovoltaik-Strom wie möglich verbrauchen zu können. Photovoltaikanlage und Speicher zusammen ermöglichen es, einen Eigenverbrauch von 60 bis 80 Prozent zu erreichen. Der Speicher füllt sich über den Tag mit dem überschüssigen Strom und kann anschließend abends, nachts oder wann auch immer Bedarf besteht, für die Stromversorgung im Haus herangezogen werden. Einen hundertprozentigen Eigenverbrauch kannst du mit kleineren Anlagen erreichen, durch die kein Stromüberschuss entsteht.

 

Wie kannst du den Eigenverbrauch von PV-Strom erhöhen?

Es gibt verschiedene Tricks und Tipps, um den Eigenverbrauch von Photovoltaikstrom im Haushalt zu erhöhen.

Stromspeicher

Wie bereits im vorherigen Abschnitt erwähnt, steigert ein Speicher den Eigenverbrauch von Photovoltaikstrom. Stromspeicher nehmen die überschüssige Energie auf, damit sie dann zum Einsatz kommt, sobald sie benötigt wird.

Zeitschaltuhren

Weiterhin lässt sich die Eigenverbrauchsrate durch Zeitschaltuhren erhöhen. Durch sie kannst du die Einschaltzeiten von Elektrogeräten wie Waschmaschine oder Trockner verschieben und somit zu den Zeiten laufen lassen, in denen ein Photovoltaikstrom-Überschuss besteht.

Energiemanagement-Systeme

Mittlerweile gibt es aber auch Energiemanagement-Systeme, mit denen du die Nutzung aller Stromverbraucher im Haushalt je nach Wetterlage und individuellem Stromverbrauch planen und steuern kannst. Die vorhandenen Verbraucher sind per Zwischenstecker an das Energiemanagement-System angebunden und kommunizieren damit. Auf diese Weise lässt sich der selbst erzeugte Solarstrom ideal verbrauchen. Wenn du ein Elektroauto besitzt, kannst du auch dieses über eine Wallbox mit dem Photovoltaikstrom aufladen, um den Eigenverbrauch nochmals zu erhöhen.

 

Lohnt sich der Eigenverbrauch von Photovoltaikstrom eigentlich?

Aktuell ist es für Anlagenbesitzer finanziell attraktiver, den Solarstrom selbst zu verbrauchen als zu verkaufen. Das war vor 15 Jahren noch anders. Damals erhielten Betreiber einer PV-Anlage für jede produzierte Kilowattstunde (kWh) noch eine Einspeisevergütung von 54,53 Cent, was damals den Preis für 1 kWh aus dem öffentlichen Stromnetz um fast 50 Prozent überstieg. Mittlerweile liegt dieser Wert jedoch bei unter 11 Cent pro kWh. Beim Eigenverbrauch hingegen hast du – sofern man vom durchschnittlichen Strompreis ausgeht – eine Ersparnis von fast 20 Cent pro kWh, die du nicht ausgeben musst.

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