smart-meter-pflicht-smart-home-header-net4energy

Sind Smart Meter in Österreich Pflicht?

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

5.June 2021

Letztes Update

09.12.2021

Securando - Smart Home Onlineshop

 

Die Smart-Meter-Pflicht in Österreich

In Österreich hat das Roll-out für sogenannte Smart Meter begonnen. Was du beim Einbau beachten solltest, welche Kosten anfallen und ob Smart Meter Pflicht sind, erfährst du hier.

Inhalt des Blogartikels

Was ist ein Smart Meter?

Smart Meter sind intelligente Stromzähler, die im Vergleich zu den herkömmlichen Zählern mit Drehscheiben über eine Kommunikationseinheit verfügen. Diese wird als Smart-Meter-Gateway bezeichnet und erlaubt die Kommunikation des Geräts in beide Richtungen: Es kann Informationen senden (z. B. deinen Verbrauch) oder empfangen (z. B. Tarif-Updates).

Deine Verbrauchsdaten werden anonymisiert und streng verschlüsselt an die Zentrale des Messstellenbetreibers in deinem Bundesland gesendet. Erst dort werden die Daten mit deinen Kundendaten verknüpft. Der Datenaustausch, also die Kommunikation zwischen dem Smart Meter und der Zentrale, erfolgt über das Glasfasernetz, in manchen Gebieten auch per Mobilfunk.

Die intelligenten Messgeräte verfügen über mehrere Funktionen, die einerseits Vorteile für die einzelnen Konsumenten bringen, langfristig gesehen aber auch einen Beitrag zur Stabilität der Stromnetze und zum Erfolg der Energiewende leisten sollen.

 

Welche Funktionen und Vorteile hat ein Smart Meter?

Für Konsumenten bringen Smart Meter einige Vorteile. Durch die automatische Übertragung der Verbrauchsdaten entfällt die Notwendigkeit, den Stromverbrauch abzulesen. Der persönliche Besuch des Stromablesers und die Selbstablesung entfallen also. Auch beim Übersiedeln ist es nicht mehr notwendig, die Daten ablesen zu lassen, um eine exakte Abrechnung zu erhalten.

Besonders praktisch ist die taggenaue Erfassung auch dann, wenn dein Stromverbrauch unregelmäßig ist: Mit einem Smart Meter besteht die Möglichkeit, anstatt einer einmaligen Jahresabrechnung auch monatliche Abrechnungen zu erhalten. Dadurch kannst du hohe Nachzahlungen vermeiden.

Alle smarten Stromzähler sind mit einer Kundenschnittstelle ausgestattet. Sie erlaubt es dir, dein Smart Meter mit Energiemanagementsystemen über Apps oder Computerprogramme zu verknüpfen und dadurch deinen Energieverbrauch einzusehen und zu optimieren. Für die Einspeisung von selbst produziertem Strom, z. B. aus Photovoltaik oder einem Blockheizkraftwerk, ist ein Smart Meter unbedingt notwendig. Natürlich hilft er aber auch dabei, die größten Stromfresser in deinem Haushalt zu identifizieren und bietet dadurch auch das Potenzial zum Einsparen von Strom.

Auf lange Sicht gesehen sind Smart Meter neben vielen weiteren Maßnahmen vonseiten der Netzbetreiber ein Beitrag zum Gelingen der österreichischen Klima- und Energiestrategie #mission2030. Sie tragen zur Netzstabilität und zum Erhalt der gewohnt hohen Versorgungssicherheit bei.

 

Ist es Pflicht, ein Smart Meter einbauen zu lassen?

In der Regel musst du den Einbau eines neuen Zählers für deinen Strom akzeptieren. Allerdings kannst du selbst auswählen, welche Funktionen dein Smart Meter ausführen darf. Nach dem gemeinsamen Beschluss aller EU-Staaten 2009 und der Umsetzung im österreichischen Recht besteht nach der „Intelligente Messgeräte-Einführungsverordnung“ (IME-VO) die Pflicht, bis 2022 mindestens 95 Prozent der Haushalte mit Smart Meter auszustatten. Aktuelle Zahlen deuten aber darauf hin, dass der Austausch je nach Bundesland erst mit einer deutlichen Verzögerung abgeschlossen sein wird.

Da der Stromzähler im Eigentum des Messstellenbetreibers steht und dieser entscheidet, welches Gerät er zur Messung einsetzt, musst du den Einbau eines neuen Geräts erlauben. Allerdings bestehen in Österreich 3 Wahlmöglichkeiten, mit denen du die Funktionen deines neuen Smart Meters steuern kannst. Eine dieser Optionen ist dabei fast mit einem analogen Stromzähler gleichzusetzen.

 

Was kannst du mit den 3 Wahlmöglichkeiten beeinflussen?

Nach der Installation eines intelligenten Messgeräts (IM) in deinem Haushalt hast du die Wahl, welche Funktionen das Gerät tatsächlich ausführen soll. Du hast dabei die Möglichkeit, die Vorteile eines Smart Meters zu nutzen oder alternativ weiterhin den Smart Meter wie einen Standardzähler zu verwenden. Diese Optionen stehen zur Wahl:

1. Erweiterte Konfiguration: IME, Opt-In

Dies ist die Maximalvariante, in der du alle Vorteile deines Smart Meters nutzt. Dein Gerät misst alle 15 Minuten deinen Verbrauch, speichert ihn und übermittelt ihn einmal täglich an den Netzbetreiber. Über das Smart-Meter-Portal deines Netzbetreibers kannst du am nächsten Tag alle Daten viertelstundengenau checken.

Wenn du zeitvariable Tarife wie z. B. Tag-/Nachtstrom nutzen möchtest, ist diese Option notwendig. Ferner kann dein Netzbetreiber den Smart Meter aus der Entfernung steuern. So ist selbst beim Übersiedeln, Stilllegen oder Aktivieren des Anschlusses kein Technikertermin notwendig. Wenn du eigenständig Strom produzierst, benötigst du diese Konfiguration.

2. Standardkonfiguration: IMS

In dieser voreingestellten Standardeinstellung wird dein gesamter Stromverbrauch einmal pro Tag an den Netzbetreiber übermittelt. Die Aufstellung in 15-Minuten-Intervallen entfällt, weswegen diese Einstellung nur die Verwendung von Stromtarifen mit Unterscheidung nach Wochentagen erlaubt (z. B. Wochenendtarife). Die Fernsteuerung ist weiter möglich.

3. Digitaler Standardzähler: DSZ, Opt-Out

Mit dieser Konfiguration verzichtest du auf fast alle Funktionen eines Smart Meters. Der einzige Unterschied zu einem herkömmlichen Stromzähler: Dein Verbrauch wird bei Bedarf, zum Beispiel zur Rechnungserstellung, automatisch abgerufen. Ansonsten bestehen keine Vorteile. Bei Veränderungen vor Ort ist auf jeden Fall ein Technikertermin notwendig.

Für die Aktivierung von Opt-In musst du dich einmalig im Smart-Meter-Webportal deines Bundeslandes (für Wien z. B. bei den Wiener Netzen) registrieren. Das Opt-Out kannst du schriftlich per E-Mail oder Post beantragen.

 

Mit welchen Kosten und welchem Aufwand musst du rechnen?

Der Einbau eines Smart Meters erfolgt für Konsumenten kostenlos. Wie bisher ist der Netzbetreiber weiterhin berechtigt, das von der Aufsichtsbehörde E-Control festgelegte „Entgelt für Messleistungen“ in der gleichen Höhe wie bisher zu verrechnen.

Sobald der Einbau in deinem Haushalt vorgesehen ist, erhältst du von deinem Netzbetreiber rechtzeitig schriftlich Bescheid. Der Techniker benötigt Zugang zu deinem Stromzählerkasten und die Stromversorgung wird kurz unterbrochen. Befindet sich dein Zähler in einer Sammelanlage für alle Hausparteien im Keller oder im Stiegenhaus, musst du oft gar nicht Zuhause anwesend sein.

 

Intelligente Messsysteme für Strom werden zum neuen Standard

Zwar besteht in Österreich theoretisch die Möglichkeit, fast alle Vorteile eines Smart Meters zu verweigern, praktisch gesehen spricht aber wenig dafür. Vielmehr kannst du mit einem Smart Meter Strom sparen, günstigere Tarife nutzen, exaktere Abrechnungen erhalten und auch deinen Beitrag zur Energiewende leisten.

Praktisch wird es allerdings noch etwas dauern, bis alle Haushalte in Österreich mit Smart Meter ausgestattet sein werden. Erst dann können leistungsfähige Smart Grids (intelligente Stromnetze) der Zukunft entstehen.

smart-meter-pflicht-smart-home-e-book-guide-net4energy
Du möchtest mehr über das Smart Home erfahren? Lade dir jetzt unseren ultimativen Guide herunter!
jetzt kaufen