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Hauskauf-Förderung in Österreich

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

5.January 2022

Letztes Update

05.01.2022

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Der Traum vom Eigenheim: Diese Förderungen unterstützen dich in Österreich beim Hauskauf

Ein eigenes Haus kann eine große finanzielle Herausforderung sein. Hier zeigen wir dir, mit welchen Förderungen du von Bund, Ländern und Gemeinden für den Hauskauf rechnen kannst.

Inhalt des Blogartikels

Förderungen bei der Verwirklichung deines Neubaus beziehungsweise der Altbausanierung

Wer ein neues Haus bauen will beziehungsweise eine ältere Immobilie gekauft hat und eine Anpassung an den heutigen Wohnstandard plant, steht vor unendlich vielen Herausforderungen und Tausenden Fragen, unter anderem zur Finanzierung. Neben dem Eigenkapital sind es vor allem Kredite und Darlehen, die den Traum vom Eigenheim erst ermöglichen.

Zusätzlich unterstützen dich verschiedene Förderungen dabei, deine finanzielle Belastung beim Hauskauf (Hausbau oder Sanierung von bestehenden Gebäuden) zu senken. Die finanziellen Hilfen von Bund und Ländern sind an strenge Auflagen hinsichtlich der Nutzung von erneuerbaren Energien und zu erreichenden Mindeststandards bei der Altbausanierung gekoppelt. Dadurch soll das Ziel Österreichs, bis 2040 klimaneutral zu werden, erreicht werden.

Übrigens: Rund 62 Prozent der Österreicher besitzen Wohneigentum. Die Tendenz ist steigend, wobei rund ein Drittel die Immobilie als Wertanlage ansieht.

 

Zuschüsse und Darlehen: Was ist der Unterschied?

Bei den Förderungen für den Hauskauf aus den Töpfen des Bundes oder der Wohnbauförderung deines Bundeslandes musst du immer zwischen den verschiedenen Auszahlungsmodi unterscheiden. Am häufigsten sind:

Zuschüsse: Sie bezuschussen dein Vorhaben mit einer einmaligen Subvention, abhängig von der Höhe der förderfähigen Kosten. Die Auszahlung erfolgt nach Abschluss der Arbeiten.

Darlehen/Kredite: Vor allem im Bereich der Wohnbauförderung der Bundesländer findest du häufig sogenannte Annuitätenzuschüsse. Konkret bedeutet dies, dass du bei der Rückzahlung des Darlehens einen Zinszuschuss durch die fördernde Stelle erhältst.

 

Hauskauf-Förderungen des Bundes: Vor allem für die energetische Sanierung von bestehenden Immobilien interessant

Die Umweltförderung und die Klimaschutzinitiative klimaaktiv des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) sind die Förderinstrumente auf Bundesebene. Ihr Ziel ist vor allem die energetische Sanierung des Gebäudebestands sowie der Austausch von Heizungsanlagen mit fossilen Energieträgern gegen erneuerbare und klimafreundliche Alternativen. Auch Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung erhalten vom Bund eine Förderung.

Konkret stehen dir bei der Sanierung eines bestehenden Wohnhauses (Ein,- Zweifamilien-, Reihenhaus) folgende Förderungsaktionen auf Bundesebene zur Verfügung.

Sanierungsscheck 2021/2022

Der Sanierungsscheck ist die Förderung des Bundes für die thermische Gebäudesanierung von Immobilien, die mindestens 20 Jahre alt sind. Förderbar sind die Dämmung der Außenwände, des Daches beziehungsweise der obersten Geschoßdecke, des Kellerbodens beziehungsweise der untersten Geschoßdecke sowie die Sanierung beziehungsweise der Austausch von Außenfenstern und -türen.

Je nach Sanierungsart beträgt die Förderung zwischen 2.000 und 6.000 Euro bei einer Deckelung von 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Diese umfassen auch viele Bestandteile der Planungs- und Baukosten (einschließlich Energieausweis), der Bauaufsicht und Baustellengemeinkosten. Es gibt Zuschläge für die Verwendung von besonders nachhaltigen Dämmmaterialien.

Diese Förderung ist für Einzelmaßnahmen sowie für umfangreiche Sanierungen verfügbar. Einen Förderantrag kannst du bis längstens 31. Dezember 2022 einreichen.

Raus aus Öl und Gas 2021/2022

Diese Förderung unterstützt den Ersatz von fossil betriebenen Heizkesseln (Öl, Gas, Strom) durch den Anschluss an ein hocheffizientes Nah- oder Fernwärmenetz. Ist dieses am Standort nicht realisierbar, werden Holzzentralheizungen oder Wärmepumpen mit bis zu 7.500 Euro gefördert.

Die Online-Registrierung und Einreichung von Förderungsanträgen ist bis 31. Dezember 2022 beziehungsweise bis zum Ende des Budgets möglich.

Solaranlagen 2020/2021

Diese Förderungsaktion des Klima- und Energiefonds der Bundesregierung richtet sich an Eigentümer, deren Gebäude vor 2006 errichtet wurde. Sie fördert neu errichtete Solaranlagen zur Warmwasseraufbereitung und/oder Beheizung des Gebäudes mit einer Mindestbruttokollektorfläche von 4 Quadratmeter. Zusätzlich müssen Anforderungen wie Gütesiegel beziehungsweise Zertifizierungen vorhanden sein. Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, beträgt die pauschale Auszahlung 700 Euro (maximal 35 Prozent der förderfähigen Kosten). Die Registrierung für diese Förderung ist nach aktuellem Stand (Dezember 2021) bis zum 31. März 2022 möglich.

Allen Interessenten steht die Photovoltaik-Förderung offen. Diese bis 31. Dezember 2022 (letztes Registrierungsdatum) ausgeschriebene Förderungsaktion des Bundes bezuschusst neu installierte Photovoltaikanlagen. Die Förderung ist dabei auf maximal 50 kWp (Kilowatt Peak) beschränkt. Konkret bedeutet dies, dass du für eine leistungsfähigere Anlage nur für den Anteil bis 50 kWp einen Förderantrag einreichen kannst.

Die PV-Anlage muss an das öffentliche Stromnetz angeschlossen sein und Strom einspeisen können, mindestens 10 Jahre in Betrieb bleiben und von Fachpersonen installiert werden. Eigenleistungen sind also nicht möglich. Die pauschale Förderung ist nach der Leistung gestaffelt:

  • 0 bis 10 kWp: 250 Euro pro kWp
  • jedes weitere kWp bis 20 kWp: 200 Euro
  • jedes kWp zwischen 20 und 50 kWp: 150 Euro

Bei einer gebäudeintegrierten PV-Anlage kommt ein Zuschuss in Höhe von 100 Euro pro kWp dazu.

Unser Tipp: Alle Detailinformationen zu den Bundesförderungen findest du bei der KPC (Kommunalkredit Public Consulting) übersichtlich dargestellt. Sie ist mit der Abwicklung der Bundesförderung beauftragt. Dort kannst du auch die exakten Förderbedingungen abrufen und dich über weitere Ausschreibungen (zum Beispiel zur Elektromobilität) informieren.

Übrigens: Viele Förderprogramme des Bundes gibt es auch für den mehrgeschossigen Wohnungsbau. So profitieren Mehrparteienhäuser ebenfalls von den Fördergeldern.

 

Die Wohnbauförderung der Bundesländer: Sie unterstützt den Hauskauf umfangreich

Wesentlich umfassender, dafür aber auch in jedem Bundesland anders, sind die Förderungsaktionen der 9 Bundesländer. Die Wohnbauförderung der Länder gilt als die Basis der Bau-Förderung in Österreich und unterstützt dich finanziell beim Hausbau beziehungsweise Hauskauf. Das Ziel der Wohnbauförderung ist, bedarfsgerechten, leistbaren und qualitätsvollen Wohnraum für die Bevölkerung verfügbar zu machen.

Die Landesregierungen entscheiden individuell, unter welchen Voraussetzungen und zu welchen Modalitäten sie Neubauvorhaben oder Bestandssanierungen unterstützen. Dabei gelten häufig Einkommens- und Wohnflächenobergrenzen, um die Eigenheimförderung gezielt für jene Personengruppen zur Verfügung zu stellen, die sie erreichen soll.

Zusätzlich stellen die Bundesländer durch die Energiewende immer höhere Anforderungen an die energetische und ökologische Beurteilung des Gebäudes. Gutachten, Genehmigungen und eine Berechnung des Heizwärmebedarfs sind für die meisten Förderungen notwendig.

Ein Beispiel für die Wohnbauförderung: Die Steiermark

Die Wohnbauförderung in der Steiermark ist ein typisches Beispiel für die Förderpolitik der 9 österreichischen Bundesländer. Wichtig ist dabei eine genauere Betrachtung, da der Überbegriff „Wohnbauförderung“ für ganz verschiedene Förderungsaktionen steht.

Das Land Steiermark fördert zum Beispiel den Neubau eines Eigenheims, die Einrichtung einer neuen Wohnung in einem bestehenden Gebäude oder die Hausstandsgründung für junge Familien.

Eigenheimförderung

Für die Neuerrichtung eines Eigenheims stellt das Land auf Ansuchen ein Landesdarlehen mit einer Laufzeit von 20,5 Jahren und einer Verzinsung von 1 Prozent dekursiv bereit. Die Liegenschaft muss ganzjährig bewohnt werden, eine Stellungnahme einer Energieberatungsstelle vorliegen und ausreichend Finanzkapital bei den Bauherren vorhanden sein. Die Einkommensobergrenzen liegen bei 40.800 Euro (1 Person), 61.200 Euro (2 Personen) und steigen um 5.400 Euro ab der 3. Person.

Es gelten weitere Anforderungen, insbesondere auch hinsichtlich des Heizwärmebedarfs (HWB). Die Förderung für das Bauen eines Hauses beträgt beim Erfüllen aller Voraussetzungen 30.000 Euro (1-Personen-Haushalt), 35.000 Euro (2-Personen-Haushalt) und steigt um 5.000 Euro pro nahestehender Person. Besonders ökologische und nachhaltige Maßnahmen honoriert das Land mit bis zu 8.000 Euro extra.

Hausstandsgründung von Jungfamilien

Junge Ehepartner oder Alleinerziehende bis 35, Familien ab 3 Kindern oder Menschen mit mindestens 80-prozentiger Erwerbsminderung erhalten eine Förderung zwischen 7.500 und 22.500 Euro, abhängig davon, ob es sich um eine Eigentumswohnung (ungefördert oder gefördert) beziehungsweise ein Haus handelt. Das Land übernimmt zusätzlich einen Zinsenzuschuss von 5 Prozent bei einer Laufzeit von 5 beziehungsweise 10 Jahren auf das Darlehen beziehungsweise den Abstattungskredit.

Diese 2 verschiedenen Landeswohnbauförderungen stehen nur exemplarisch für weitere Förderungsaktionen, zum Beispiel im Bereich der Wohnhaussanierung, Revitalisierung von Baudenkmälern oder Ökoförderungen. Wenn du über den Bau eines Hauses nachdenkst oder deine Wohnsituation ändern möchtest, empfehlen wir dir den frühzeitigen Kontakt zur Fachabteilung deiner Landesregierung, um dich beraten zu lassen. Hier findest du die Kontaktdaten dazu.

Zusätzlich solltest du bei deinem Gemeindeamt beziehungsweise deiner Stadtverwaltung nachfragen, ob eventuell auch kommunale Förderungen für den Hauskauf bestehen. Das ist allerdings eher die Ausnahme.

Wichtig: Die meisten Hauskauf-Förderungen sowohl für neue Eigenheime als auch Sanierungen musst du bereits frühzeitig und vor Beginn der Arbeiten einreichen und genehmigen lassen. So verhinderst du, dass dir zustehende Fördergelder ungenutzt verfallen.

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