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Überblick über alle Hausbau-Förderungen

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

5.August 2021

Letztes Update

10.12.2021

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Förderungen für den Hausbau in Österreich

Die Wohnbauförderung in Österreich ist Aufgabe der Bundesländer. Sie regeln, welche Projekte förderfähig sind. Für energetische Maßnahmen gibt es Förderungsaktionen durch den Bund.

Inhalt des Blogartikels

Mit diesen Förderungen kannst du beim Bau eines Hauses oder einer Renovierung rechnen

Die Errichtung eines neuen Hauses oder der Erwerb einer Eigentumswohnung stellen viele Interessenten vor eine große finanzielle Herausforderung. Gerade in jungen Jahren sitzt das Geld nicht so locker und die Angst vor einer langjährigen Belastung durch hohe Kredittilgungen ist groß. Aber auch bei der Renovierung einer Bestandsimmobilie, zum Beispiel beim Austausch einer alten Heizungsanlage gegen eine effiziente Alternative mit der Nutzung von erneuerbaren Energien oder bei der Installation einer Photovoltaikanlage, gehen die Beträge schnell in die Höhe.

Dieses Problem hat auch die Politik erkannt. Wir haben für dich die Förderlandschaft in Österreich etwas genauer unter die Lupe genommen.

 

Die Förderaktionen des Bundes – Eigentümer-Unterstützung beim Umstieg auf erneuerbare Energien

Der Bund hat auch 2021 wieder einige Förderungsaktionen ausgeschrieben und ergänzt. Sie sind vor allem dann interessant, wenn du dein Haus oder deine Eigentumswohnung auf einen technisch aktuellen Stand bringen möchtest und dabei gleichzeitig deinen persönlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten willst. Hier stellen wir dir die wichtigsten Bundesförderungen vor:

Raus aus Öl und Gas 2021/2022:
Für dieses bereits in der Vergangenheit sehr nachgefragte Förderungsangebot stellt der Bund rund 650 Mio. Euro zur Verfügung. 400 Mio. Euro davon entfallen ausschließlich auf den Tausch von alten Heizkesseln (Öl, Gas, Kohle, etc.) gegen nachhaltige Heizungssysteme wie Fernwärme, Holzzentralheizung oder Wärmepumpe. Die Förderung beträgt bis zu 35 Prozent oder 5.000 Euro der förderfähigen Kosten in Ein-, Zwei- oder Reihenhäusern.

Übrigens: Auch für Mehrparteienhäuser steht diese Förderung zur Verfügung.

 

Sanierungsscheck:

Im Rahmen der Sanierungsoffensive 2021/2022 können Privatpersonen diesen Scheck beantragen. Er gilt für Gebäude, die älter als 20 Jahre sind und unterstützt die thermische Sanierung, konkret: die Dämmung der Außenwände, des Daches und des Kellers sowie die Sanierung oder den Austausch von Türen und Fenster. Wichtig dabei ist, dass die Reduktion des Heizwärmebedarfs min. 40 Prozent beträgt und die Sanierung nach dem klimaaktiv-Standard erfolgt. Dann gibt es Förderungen zwischen 2.000 und 6.000 Euro.

 

Übrigens: Für Mehrparteienhäuser gibt es spezielle Sätze je nach Grundfläche.

Weitere Förderungen:
Aus dem Klima- und Energiefonds kannst du einen einmaligen Investitionskostenzuschuss für eine Photovoltaikanlage zur Stromproduktion beziehen. Er beträgt zum Beispiel für eine kleinere Anlage 2.500 Euro. Thermische Solaranlagen für die Beheizung und Warmwasserbereitung fördert der Bund für ältere Gebäude (Baubewilligung vor 2006) mit einer einmaligen Förderpauschale von 700 Euro.

 

Hinweis: Häufig werden auch die Tarif- und Investitionsförderung der OeMAG (Abwicklungsstelle für Ökostrom AG) für netzgekoppelte Photovoltaikanlagen genannt. Allerdings ist das Budget für 2021 laut Angaben der OeMAG bereits ausgeschöpft.

 

Die Wohnbauförderung – ein individuelles Förderangebot der Bundesländer

Die vor allem bei Häuslbauern und Wohnungskäufern bekannte Wohnbauförderung ist seit den 1980er-Jahren in den Händen der Bundesländer. Sie fördert je nach Bundesland unterschiedliche Bauvorhaben und setzt dabei regionale Schwerpunkte. So gibt es im Burgenland einen speziellen Bonus in Gemeinden mit Abwanderungstendenzen oder eine gezielte Förderung der Wohnraumanpassung für Menschen mit Pflegebedarf in Oberösterreich. Grundsätzlich gilt, dass die Wohnbauförderung vor allem dazu beitragen soll, dass soziale Ungerechtigkeiten vermindert und bezahlbarer sowie attraktiver Wohnraum für alle Bevölkerungsschichten zur Verfügung gestellt werden kann. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem umweltfreundlichen Wohnen. Deswegen werden sowohl einzelne Maßnahmen im Bestand aber auch komplette Neubauvorhaben, vom Niedrigenergiehaus bis zur Wohnanlage, gefördert.

Die Modalitäten der Wohnbauförderung sind dabei je nach Förderungsart sehr unterschiedlich:

  • einmalige Zuschüsse
  • Annuitätenzuschüsse bei der Rückzahlung des Darlehens
  • Landes- oder Eigenmittelersatzdarlehen zu begünstigten Konditionen
  • Bürgschaften durch das Land, damit ein Darlehen möglich wird

Übrigens: Damit du dich für die Förderungen qualifizierst, musst du gewisse Voraussetzungen erfüllen. Dazu zählen unter anderem die Staatsbürgerschaft (Österreich/EU/EWR), die Auflassung des alten Hauptwohnsitzes und der Bezug der neuen Räumlichkeiten binnen 6 Monaten. Einige Behörden kontrollieren dies auch regelmäßig direkt vor Ort.

 

9 Bundesländer – 9 verschiedene Regelungen

Im Gegensatz zu den Förderaktionen des Bundes, unterscheiden sich die Landesförderungen von Bundesland zu Bundesland massiv. Dies betrifft nicht nur die Förderfähigkeit einzelner Vorhaben, sondern auch sämtliche anderen Modalitäten, zum Beispiel die Einkommensgrenzen.

Wichtig: Finanzielle Beihilfen wie die Familien- oder Studienbeihilfe, Pflegegeld oder Waisenpensionen werden in der Regel nicht als Einkommen gewertet. Die Förderungsaktionen der Bundesländer ändern sich häufig – daher ist es am besten, wenn du dich direkt bei der entsprechenden Behörde deiner Landesverwaltung auf den neuesten Stand bringst.

Großen Wert legen aber alle Bundesländer auf die Anpassung des Gebäudebestands im Kampf gegen den Klimawandel. Neben Förderungen für die thermische und energetische Sanierung und Instandsetzung von Gebäuden greifen diese Regeln auch für Neubauvorhaben. Hier wird in vielen Bundesländern ein besonderer Anreiz durch die gezielte Subventionierung von Niedrigenergiehäusern gesetzt.

Das Land Oberösterreich verlangt für ein Einfamilienhaus beispielsweise einen energetischen Befund zur energiesparenden Bauweise durch den OÖ. Energiesparverband. Auch bei geförderten Eigentumswohnungen steigt die Förderung, wenn es sich um ein Niedrigenergiehaus oder Optimalenergiehaus handelt.

Allein für Privatpersonen stehen zum Beispiel Oberösterreich im Bereich „Eigenheim und Grundstückseigentum“ 39 verschiedene Förderungen zur Verfügung. Dieser Wert kann stellvertretend auch für die Vielzahl an Fördermöglichkeiten in allen anderen Bundesländern genannt werden.

Tipp: Auf oesterreich.gv.at findest du übersichtlich die Links zu den Fördermöglichkeiten für dein Bundesland.

 

Informationen einholen und Antrag stellen – So kommst du ans Ziel!

Im Dschungel der verschiedenen Förderaktionen ist es selbst für Profis eine große Aufgabe, den Überblick zu bewahren. Unterschiedliche Einkommenshöchstgrenzen je nach Lebenssituation, detaillierte technische Voraussetzungen, verschiedene Vorgaben bei der Wohnfläche, knappe Fristen, häufige Änderungen der Richtlinien und nicht zuletzt eine detailgenaue Dokumentation deines Vorhabens sind die Mindestanforderungen, die du bei der Beantragung einer Förderung beachten musst.

Allerdings arbeiten beim zuständigen Amt deiner Landesregierung bzw. dem Magistrat der Stadt Wien absolute Profis, die dir gerne weiterhelfen. Wir raten dir daher, dich rechtzeitig vor deinem Vorhaben direkt an sie zu wenden. Neben wertvollen Tipps können sie dir weitere Informationen zum Ablauf des Verfahrens und der möglichen Förderhöhe geben. Ein Anruf oder besser noch ein persönlicher Termin in der jeweiligen Beratungsstelle deines Bundeslandes sind der beste Einstieg in die Materie und helfen dir dabei, maximal von den möglichen Fördergeldern zu profitieren.

Bei Bundesförderungen hast du es einfacher. Dein Ansprechpartner ist die KPC (Kommunalkredit Public Consulting). Sie ist vom Bund mit der Antragsprüfung und Auszahlung beauftragt und wickelt das Verfahren großteils online ab.

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