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Fenster-Förderung in Österreich

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

10.December 2021

Letztes Update

10.12.2021

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Förderung für neue Fenster in Österreich

Alte Fenster sorgen für hohe Wärmeverluste. Mit der Sanierungsoffensive 2021/2022 bekommst du beim Austausch Fördergelder vom Bund. Hier kannst du mehr dazu erfahren.

Inhalt des Blogartikels

Neue Fenster sind ein wichtiger Beitrag für den Klimaschutz

In vielen älteren Gebäuden sind sie präsent und häufig auch ein Ärgernis: alte Fenster. Neben Einschränkungen beim Komfort in der täglichen Nutzung durch Klemmen, Verziehen oder hakende Schließmechanismen sorgen sie vor allem für hohe Wärmeverluste. Wurden Fenster vor 1995 eingebaut, dann musst du von Wärmeverlusten um die 20 bis 25 Prozent ausgehen. Dies entspricht in etwa dem gleichen Wert an Wärme, der durch eine ungedämmte Außenwand verloren geht.

Aus der Sicht des Klimaschutzes und der gezielten Einsparung von Energie zahlt sich die Sanierung bzw. Erneuerung der Fenster daher auf jeden Fall aus. Das hilft auch bei der Senkung der CO₂-Emissionen. In den meisten Fällen lohnt sich vor allem der Austausch, also der Ersatz der bestehenden Fenster durch Scheiben und Rahmen, die dem aktuellen Stand der Technik entsprechen. Eine Sanierung der bestehenden Fenster rentiert sich nur in gewissen Fällen, zum Beispiel wenn du besondere Einzelanfertigungen in deiner Wohnung oder deinem Haus verbaut hast oder deine Immobilie unter Denkmalschutz steht.

Trotz der vielen guten Argumente für neue Fenster wie niedrigen Wärmeverlusten, weniger Zugluft, sinkenden Heizkosten und höherem Komfort in der täglichen Nutzung schrecken viele Haus- und Wohnungseigentümer bisher vor dem Austausch zurück. Ein Grund dafür sind neben Unwissen auch die Kosten, die sich aus den Material- und den Arbeitskosten zur Installation bzw. der Entsorgung der alten Fenster zusammensetzen. Was viele nicht wissen: Der Bund fördert im Rahmen der Förderungsaktion „Sanierungsoffensive 2021/2022“ neben vielen weiteren Maßnahmen zur energetischen Sanierung auch neue Fenster bzw. die Fenstersanierung mit durchaus beachtlichen Beträgen. Dabei gibt es allerdings einige Richtlinien und Einschränkungen zu beachten.

 

Mit diesen Kosten musst du für neue Fenster rechnen

Fenster gibt es wohl in unendlich vielen Ausführungen. Sie unterscheiden sich in der Größe, der Art des Rahmens und auch hinsichtlich der Verglasung. In vielen Altbauten, bis etwa in die 1970er-Jahre, wurden Einfachverglasungen installiert, die für hohe Energieverluste sorgen und auch in weiteren Punkten seit langem nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen. Neben schlechten Werten beim Schallschutz besteht durch das Einfachglas eine hohe Unfallgefahr, sollte eine der Scheiben brechen.

Moderne Fenster bestehen heute aus einer 2- oder 3-Fach-Isolierverglasung und setzen dank weiteren Ausstattungsvarianten wie Thermobeschichtungen oder Edelgasfüllungen neue Standards beim Umwelt- und Klimaschutz. Damit ist dein Haus für lange Zeit gut gerüstet.

Die konkreten Preise, mit denen du für neue Fenster rechnen musst, hängen dabei von einigen Faktoren ab. Neben dem Hersteller und dem Produktionsort beeinflusst vor allem das Rahmenmaterial den Preis. In der Regel gibt es folgende Ausführungen (dem Preis nach aufsteigend sortiert):

  • Kunststofffenster
  • Holzfenster
  • Holz-Aluminiumfenster
  • Aluminiumfenster

Als Richtwert kannst du in Österreich für ein größeres Kunststofffenster mit einem Preis von mindestens 400 Euro rechnen, bei der Ausführung mit einem Holz-Aluminium-Rahmen steigt dieser Wert auf rund 750 Euro pro Fenster.

Eventuelle Zusatzausstattung, wie zum Beispiel absperrbare Griffe zum Einbruchschutz, erhöhen die Kosten. Zusätzlich dazu kommen in das Angebot des Fensterfachhändlers auch die Abbruch- und Entsorgungskosten für die alten Fenster sowie die fachgerechte Montage der neuen Rahmen, Verglasungen und der Fensterbänke.

Unser Tipp: Die Kosten für den Fenstertausch erreichen für ein typisches Einfamilienhaus schnell Werte von um die 10.000 Euro. Wir empfehlen dir daher, Angebote von verschiedenen Firmen einzuholen. So kannst du die Preise vergleichen und die ideale Lösung für dich wählen.

 

Die Sanierungsoffensive unterstützt neue Fenster mit einer staatlichen Förderung

Das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) fördert die thermische Gebäudesanierung von Bestandsgebäuden mit verschiedenen Zuschüssen im Rahmen der Umweltförderung. Der sogenannte Sanierungsscheck für Private 2021/2022 ist dabei das wichtigste Instrument im Wohnbereich und fördert den Austausch bzw. die Sanierung von Fenstern und Außentüren in Ein-/Zweifamilien- und Reihenhäusern. Er bezuschusst sowohl umfassende energetische Sanierung des gesamten Gebäudes als auch sogenannte „Einzelbauteilsanierungen“, zum Beispiel den Austausch von alten Fenstern.

Gefördert werden neben neuen Fenstern und Türen auch diverse Sanierungsmaßnahmen an bestehenden Rahmen, Dichtungen und Verglasungen. Zusätzlich umfasst die Förderung auch außen angebrachte Verschattungssysteme (zum Beispiel Rollläden) im Zuge eines Fenstertauschs sowie die allfälligen Putz- und Malerarbeiten. Die Fördergelder können auch für die Sanierung eines bestehenden und beheizten Wintergartens beantragt werden.

Diese Fördervoraussetzungen gelten für neue Fenster und Außentüren

Allerdings gelten für die Förderbewilligung einige Voraussetzungen:

  • Das Gebäude muss mindestens 20 Jahre alt sein (es gilt das Datum der Baubewilligung).
  • Es müssen mindestens 75 Prozent aller Fenster im Gebäude saniert bzw. ausgetauscht werden.
  • Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) der Fenster darf 1,1 W/m2K nicht überschreiten. (W: Watt, K: Kelvin).

Zusätzlich benötigst du zur Beantragung der Fördermittel einen gültigen Energieausweis (nicht älter als 10 Jahre) bzw. ein Energieberatungsprotokoll deines Bundeslandes (zum Beispiel nach einer Energieberatung) oder alternativ ein Gesamtsanierungskonzept.

Die Förderung wird mittels eines einmaligen Investitionskostenzuschusses vergeben und beträgt für den Fenstertausch oder die -sanierung maximal 2.000 Euro und maximal 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Alle Details und die genauen Förderbedingungen findest du kompakt in einem Informationsblatt der Umweltförderung.

Gut zu wissen: Auch für Mehrparteienhäuser gibt es ein Förderangebot durch den Bund. Mehr zu den Förderkonditionen für neue Fenster und Türen im mehrgeschossigen Wohnbau und wichtige Informationen zu den möglichen Förderbeträgen kannst du auf den Webseiten der Umweltförderung erfahren.

 

So musst du bei der Beantragung der Bundesförderung für neue Fenster vorgehen

Damit sich dein Projekt zum Fenster- und Türentausch für die Fördergelder des Bundes qualifiziert, musst du ein paar wichtige Hinweise bei der Antragstellung beachten. Zuständig für die Durchführung und Prüfung der Förderungsanträge ist die Kommunalkredit Public Consulting (KPC). Sie ist dein Ansprechpartner, prüft deinen Antrag und übermittelt dir deinen Sanierungsscheck.

Diese Dokumente brauchst du

Halte für deinen Förderantrag folgende Nachweise bereit:

  • Energieausweis (Seiten 1-3, nicht älter als 10 Jahre) oder Energieberatungsprotokoll oder Gesamtsanierungskonzept,
  • deinen Meldezettel.

Den Antrag kannst du direkt online stellen und alle notwendigen Dokumente hochladen. Die KPC prüft deinen Antrag, fordert gegebenenfalls weitere Unterlagen von dir an und stellt anschließend den Förderungsvertrag „Sanierungsscheck“ für dein Vorhaben aus. Nach dem Einbau der neuen Fenster bzw. Türen musst du die Endabrechnung einreichen. Auf Basis dieser Unterlagen berechnet die KPC den endgültigen Förderbetrag.

Diese Fristen gelten

Die Förderung ist aktuell bis zum 31.12.2022 verfügbar, allerdings mit dem Hinweis, dass die Förderungsaktion eingestellt werden kann, sollten die Budgetmittel aufgebraucht sein.

Für die Umsetzung und Lieferung der Maßnahmen, also den Einbau der neuen Fenster, musst du folgende Fristen beachten:

  • Bei Antragstellung im Jahr 2021: 30. September 2023
  • Bei Antragstellung im Jahr 2022: 30. September 2024

Unser Praxistipp: Fast alle Fenster, die du im Fensterfachhandel bekommst, entsprechen den Vorgaben hinsichtlich des Wärmedurchgangskoeffizienten. Achte jedoch darauf, dass du dich bereits rechtzeitig um eine Energieberatung kümmerst, wenn du über keinen aktuellen Energieausweis für dein Gebäude verfügst. Gute Ansprechpartner dafür sind die Energieberatungsstellen der Bundesländer.

 

Weitere Förderungen durch die Bundesländer sind möglich

Zusätzlich zur Bundesförderung mit dem Sanierungsscheck kannst du unter Umständen auch die Gelder der Wohnbauförderung deines Bundeslandes für den Fenstertausch abrufen. In einigen Bundesländern wird die energetische Sanierung einer Wohnung oder eines Hauses gefördert. Dabei reicht das Spektrum von Annuitätenzuschüssen bei der Rückzahlung von Darlehen bis zu Einmalförderungen. Allerdings unterscheiden sich diese Maßnahmen der Wohnbauförderung von Bundesland zu Bundesland und hängen auch von weiteren Faktoren, wie zum Beispiel dem Haushaltseinkommen, ab. Bei der Energieberatungsstelle deines Bundeslandes kannst du mehr zu den Landesgeldern erfahren.

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