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Förderungen für die Altbausanierung

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

25.October 2021

Letztes Update

10.12.2021

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Förderungen für die Altbausanierung in Österreich

Österreich fördert die energetische Sanierung in Bestandsimmobilien ab einem Gebäudealter von 20 Jahren. Und auch die Bundesländer unterstützen mit verschiedenen Förderungen.

Inhalt des Blogartikels

So bringst du deinen Altbau energetisch auf den neuesten Stand

Wer von einem „Altbau“ spricht, denkt meistens an herrschaftliche Gebäude aus den Zeiten der Monarchie. Allerdings verbirgt sich hinter diesem Wort wesentlich mehr. Vom historischen Denkmal in den Altstädten über den schnell in Zeiten der Not errichteten Nachkriegsbau bis zum Haus aus den Boomjahren mit hoher Wohnungsnachfrage in den 1970er- und 1980er-Jahren: Alle diese Gebäude sind aus energetischer Sicht „Altbauten“. Sie erfüllen im unsanierten Zustand die heutigen Ansprüche an Energieeffizienz und Klimaschutz bei Weitem nicht mehr.

Die öffentliche Hand hat reagiert und sorgt mit Förderungsaktionen und Finanzierungshilfen dafür, dass energetische Sanierungen im Gebäudebestand bezahlbar bleiben.

 

Das sind die häufigsten Schwachstellen eines Altbaus

Wenn du bereits in einem älteren Gebäude wohnst, das bis dato noch keine wesentliche energetische Sanierung erfuhr, musst du mit mehreren Gebäudebestandteilen rechnen, die ein Update benötigen. Typische Schwachpunkte eines Altbaus sind:

  • alte und undichte Fenster, die häufig noch über eine Einfachverglasung verfügen
  • unzureichend dichte Außentüren
  • fehlende Dämmung der obersten Geschoßdecke beziehungsweise des Daches
  • fehlende Dämmung der untersten Geschoßdecke beziehungsweise des Kellerbodens
  • keine Dämmung der Außenmauern
  • alte Heizungskessel, die besonders ineffizient arbeiten und übermäßig Schadstoffe ausstoßen
  • Dämmung der Außenwände
  • Dämmung der obersten Geschoßdecke beziehungsweise des Daches
  • Dämmung der untersten Geschoßdecke beziehungsweise des Kellerbodens
  • Sanierung beziehungsweise Austausch der Fenster und Außentüren

Unser Tipp: Solltest du dich für den Kauf eines älteren Hauses oder für eine Wohnung in einem Altbau interessieren, musst du auf jeden Fall die zu erwartenden Sanierungskosten einschließlich der Kosten für die energetische Sanierung einkalkulieren. So verhinderst du das Risiko, dass sich das vermeintliche Schnäppchen als teure Fehlinvestition entpuppt.

 

Förderungen des Bundes unterstützen die energetische Altbausanierung

Mit dem Wissen, dass es in den allermeisten Fällen wesentlich umweltfreundlicher ist, bestehende Gebäude umfangreich zu sanieren, als sie abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen, vergibt der Bund Förderungen für verschiedene Investitionen in die Altbausanierung. Hier findest du einen Überblick über die Sanierungsförderungen, die nach aktuellem Stand (2021) im Bundesgebiet verfügbar sind.

 

Der Sanierungsscheck für Private 2021/2022: Die Basis für die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden

Das Bundesministerium für Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) hat für die Jahre 2021 und 2022 die bereits bekannte und stark nachgefragte Förderungsaktion „Sanierungsscheck für Private“ verlängert. Sie ist die Basis der Förderung von energetischen Maßnahmen im Bereich Wohnen und ein wesentliches Instrument dafür, das Ziel der Bundesregierung zu erreichen, Österreich bis 2040 klimaneutral zu machen. Häufig wird auch der Überbegriff „Sanierungsoffensive 2021/2022“ für diese Umweltförderung verwendet.

Diese Voraussetzungen muss dein Haus erfüllen

Damit die öffentliche Hand eine Bezuschussung von energetischen Sanierungsmaßnahmen genehmigt und du nach Abschluss der Arbeiten die volle Fördersumme ausbezahlt bekommst, sind für diese Förderungsaktion einige Richtlinien einzuhalten.

Konkret steht dieses Förderangebot ausschließlich Privatpersonen zur Verfügung. Das Einreichen von Förderungsanträgen ist durch Eigentümer/Miteigentümer, Bauberechtige oder Mieter eines Ein-, Zwei- oder Reihenhauses möglich. Das Gebäude muss mindestens 20 Jahre alt sein.

Thermische Sanierung: Diese Fördersätze und -bedingungen gelten

Erfüllt dein Haus die Altersvorgabe, stehen verschiedene förderungsfähige Sanierungsmaßen zur Wahl. Bei einer Gesamtsanierung gilt die Vorgabe, dass eine Sanierung nach dem klimaaktiv-Standard beziehungsweise gutem Standard durchgeführt werden muss.

Ebenso kannst du die Förderung von einzelnen Maßnahmen beantragen, diese müssen zu einer Reduzierung des Heizwärmebedarfs von mindestens 40 Prozent führen. Beispiele für energetische Sanierungsmaßnahmen, die gefördert werden:

Auch die Kosten für die Planung der Altbausanierung (zum Beispiel Erstellung eines Energieausweises), Bauaufsicht oder die Baustellengemeinkosten sind förderfähig.

Je nach Sanierungsart zahlt der Bund einen Zuschuss zwischen 2.000 und 6.000 Euro, maximal 30 Prozent der förderungsfähigen Kosten. Für die Verwendung von Dämmmaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen für die thermische Sanierung gibt es einen Zuschlag. Alle Details findest du auf der Website der Kommunalkredit Public Consulting (KPC). Die Förderung läuft bis Ende 2022 beziehungsweise solange das Budget reicht.

Hinweis für den mehrgeschoßigen Wohnbau: Hier gelten ähnliche Bedingungen. Die Förderung beträgt 50 Euro pro Quadratmeter Wohnnutzfläche beziehungsweise 75 Euro bei Dämmung mit nachwachsenden Rohstoffen.

 

Förderungsaktion „raus aus Öl und Gas“: Ersatz für alte Heizkessel

Der Austausch einer ineffizienten Heizung gegen nachhaltige Alternativen ist ebenso ein wichtiger Bestandteil der Umweltförderung und der Sanierungsoffensive des Bundes.

Die Förderungsaktion „raus aus Öl und Gas“ setzt dabei auf den Anschluss an ein Nah-/Fernwärmenetz (wenn vor Ort verfügbar), auf eine Holzzentralheizung oder Wärmepumpe. Gefördert werden die Planung, die Materialkosten sowie die Montage. Auch die Deinstallation und Entsorgung des alten Heizkessels fallen unter die förderfähigen Kosten. Wichtig ist, dass die alte Heizungsanlage mit Öl, Gas, Kohle/Koks oder Strom (Nacht- beziehungsweise Direktspeicheröfen) betrieben wurde und du den Antrag bis spätestens 31. Dezember 2022 stellst.

Die maximale Förderung beträgt 5.000 Euro und ist auf 35 Prozent der förderfähigen Kosten begrenzt.

Übrigens: Auch bei der Heizungssanierung gibt es ein Angebot für Mehrparteienhäuser. Die Förderhöhe ist nach der Leistung der Heizung gestaffelt und liegt zwischen 5.000 und 10.000 Euro.

 

Weitere Förderungen des Bundes unterstützen dich zusätzlich bei der energetischen Altbausanierung

Neben der thermischen Sanierung und dem Ersatz von alten Heizkesseln gegen klimaneutralere Alternativen fördert das BMK auch die Nutzung der Solarenergie.

Thermische Solaranlagen für die Warmwasseraufbereitung und Gebäudebeheizung werden mit pauschal 700 Euro vom Bund gefördert. Neue Photovoltaikanlagen, mit denen du auf dem Dach deines Hauses elektrische Energie produzierst, fördert der Bund je nach Anlagengröße mit 150 bis 250 Euro je Kilowattpeak (kWp).

 

So kannst du die Anträge einreichen

Die Kommunalkredit Public Consulting (KPC) ist der zentrale Ansprechpartner für alle Umweltförderungen, die vom BMK ausgeschrieben werden. Die Registrierung, Eingabe aller relevanten Daten, Prüfung und Auszahlung der Förderung laufen über sie – und das zum großen Teil online. Bei der KPC findest du neben Ansprechpartnern zu deinen Anliegen und Fragen auch sämtliche Details zu den Förderungskonditionen und -höhen.

Übrigens: Beachte auf jeden Fall genau die Fristen, zu denen du die Anträge einreichen und Rechnungen für die jeweilige Förderung abgeben musst.

 

Wohnbauförderung der Länder unterstützt die energetische Sanierung zusätzlich

Ergänzend zu den Förderungen des Bundes gibt es für die Altbausanierung auch von den Bundesländern Zuschüsse, Beihilfen und zinsgünstige Darlehen. Sie unterscheiden sich allerdings je nach Bundesland sehr stark. Die Landesregierung beziehungsweise die Energieberatungsstelle deines Heimatbundeslandes sind die richtigen Ansprechpartner.

2 Beispiele für Landesförderungen

Das Burgenland fördert die Eigenheimsanierung bis zu einem Darlehensgrundbetrag von 45.000 Euro. Verbesserungs- oder Erhaltungsarbeiten an der Gebäudehülle und Haustechnikanlage werden mit 50 Prozent bezuschusst.

Das Land Salzburg fördert mit einem Einmalzuschuss zwischen 15 und 30 Prozent verschiedene energetische Sanierungsmaßnahmen: Wärmeschutz, Heizungsanlagen, Solarthermie- und Photovoltaikanlagen.

Wichtig: Einkommenshöchstgrenzen beschränken den Kreis der Förderberechtigten bei vielen Landesförderungen. Ebenso musst du genau prüfen, ob die Kombination mehrerer Förderungen möglich ist. Es gelten je nach Land und Förderprogramm verschiedene Richtlinien!

Unser Tipp: Planst du neben einer energetischen Sanierung auch weitere Maßnahmen, zum Beispiel die barrierefreie Gestaltung deines Hauses, Verbesserung des Hochwasserschutzes oder Maßnahmen zur Einbruchssicherung, gibt es je nach Land zusätzliche Fördermöglichkeiten. Es gelten die Bedingungen des jeweiligen Bundeslandes.

Günstige Darlehen sind Landessache

Die Förderungen des Bundes erfolgen durch Einmalzuschüsse, die du nach Abschluss der Arbeiten und vollständiger Einreichung aller Unterlagen von der KPC ausgezahlt bekommst.

In den Ländern sind die Förderbedingungen komplexer. Je nach Bundesland gibt es neben einmaligen Zuschüssen auch Darlehen (Abstattungskredite). Die Förderung erfolgt dann durch Annuitätenzuschüsse über die gesamte Laufzeit des Darlehens. Am besten wendest du dich an das Amt deiner Landesregierung und die Energieberatung deines Bundeslandes, um deine individuellen Förderungsmöglichkeiten zu evaluieren.

 

Sanierungsförderungen helfen, aber behalte den Durchblick

Bund und Länder vergeben für die Altbausanierung Förderungen für viele verschiedene Maßnahmen. Diese Angebote sind ein wichtiger Beitrag zum nachhaltigen Erreichen der Klimawende und dem Ziel, Österreich bis 2040 klimaneutral zu machen.

Gleichzeitig steigt auch die Lebensqualität in den eigenen 4 Wänden. Während die Umweltförderungen des BMK übersichtlich und einfach online zu beantragen sind, ist der Weg an die Fördermittel deines Bundeslandes etwas komplexer. Wir empfehlen dir eine frühzeitige Beratung.

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