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Ladesäulen in Österreich: Status quo

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

18.September 2021

Letztes Update

17.01.2022

Wie gut ist das Netz an Ladesäulen in Österreich?

Die Elektromobilität ist österreichweit auf dem Vormarsch. Damit das Laden eines Elektroautos unterwegs funktioniert, ist ein dichtes Netz an öffentlichen Ladesäulen notwendig.

Inhalt des Blogartikels

Die Ladesäule: Ein Garant für die Alltagstauglichkeit der Elektromobilität

Elektroautos sind im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor wesentlich umweltfreundlicher. Sie wandeln die elektrische Energie effizient um und stoßen keine Treibhausgase aus, wenn der Strom aus erneuerbaren Energien stammt.

Allerdings endet die Reichweite von Elektroautos bei einem gewissen Punkt: Dann ist ein unproblematisches und schnelles Laden der Akkus gefragt. Steht gerade keine private Ladestation wie eine Wallbox zur Verfügung, müssen Fahrer von Elektroautos auf E-Tankstellen zurückgreifen. Hier gibt es verschiedene Arten: private Ladestationen, zum Beispiel bei Hotels und Unternehmen, oder öffentlich zugängliche auf Parkplätzen, am Straßenrand und bei Tankstellen.

Vom Aufbau her ähneln viele Ladesäulen einer klassischen Zapfsäule. Allerdings gibt es einige Punkte zu beachten, damit du ein Elektrofahrzeug schnell, sicher und kostengünstig laden kannst. Wir haben die Lage an Ladesäulen in Österreich genauer unter die Lupe genommen und die wichtigsten Informationen und Tipps für dich zusammengefasst.

 

Die passende Ladesäule zu deinem Fahrzeug

Nach aktuellen Zahlen der e-control standen in Österreich im Juli 2021 rund 8.600 öffentlich zugängliche Ladepunkte für Fahrer von E-Autos zur Verfügung. Dabei gibt es einen Unterschied zu beachten:

  • An AC-Ladestationen dauert der Ladevorgang zwischen 1 und 5 Stunden.
  • Sogenannte Schnellladestationen (DC) schaffen das Laden der Batterie hingegen in 30 bis 60 Minuten.

Daher ist es wichtig zu wissen, welche Ladesäule zu deinem E-Auto passt.

Ladeleistung

Nur wenn dein Fahrzeug für eine Ladeleistung von mindestens 22 kWh (Kilowattstunden) ausgelegt ist, kannst du eine Schnellladesäule (DC) nutzen. Hybrid-Autos und E-Autos mit geringer Ladeleistung kannst du an diesen Ladepunkten nicht anschließen; du musst eine AC-Säule nutzen.

Stecker

Trotz vieler Bestrebungen zur Vereinheitlichung der Steckertypen gibt es nach wie vor Unterschiede, die du beim Anfahren einer Ladestation beachten musst.

In Österreich sind hauptsächlich diese 3 Steckertypen gängig:

  • Typ 2-Stecker: Dies ist der europäische Standard, mit dem du jede AC-Ladestation in Europa anfahren kannst.
  • CCS-Stecker (Schnellladestecker): Zusätzlich zu allen AC-Ladestationen kannst du mit ihm auch auf das Netz der Schnellladepunkte (DC) europaweit zurückgreifen.
  • CHAdeMO: Den japanischen Standard unterstützen nicht alle Ladesäulen – hier ist ein genauer Blick notwendig, damit du dein Fahrzeug mit Energie versorgen kannst.

E-Auto laden in Österreich: Mit diesen Tools findest du die passende Ladesäule

Für Fahrer von E-Autos ist es besonders wichtig, an verlässliche Informationen zu den nächstgelegenen Ladestationen zu kommen, damit sie den Ladevorgang erfolgreich durchführen können. Neben dem Steckertyp, der zum Fahrzeug passen muss, sind die Ladeleistung der Ladesäule und die Information, ob die Säule gerade frei ist, besonders wichtig. So verhinderst du ein unangenehmes Leerfahren des Akkus.

E-Tankstellen-Finder

Der E-Tankstellen-Finder ist ein praktisches Tool, wenn du in Österreich oder Europa eine Ladesäule suchst. Er wird von der Kelag in Zusammenarbeit mit einem großen Partnernetzwerk betrieben. Zu den Kooperationspartnern zählen unter anderem der Bundesverband Elektromobilität Österreich (BEÖ), der größte Betreiber des österreichischen Ladenetzes, und der ÖAMTC.

Hier kannst du eine Karte mit allen in Österreich und Europa verzeichneten Ladestationen aufrufen. Am besten wählst du oben neben dem Eingabefeld für den Ort beziehungsweise die Adresse deinen Ladestecker aus. So erhältst du nur Stationen, die für dein Fahrzeug passen.

Durch das Zoomen auf den konkreten Standort öffnet sich eine detaillierte Karte mit den einzelnen Ladestationen. Darin enthalten sind nicht nur durch große Energieversorger betriebene, sondern auch von Privaten zur Verfügung gestellte Lademöglichkeiten. Durch einen gezielten Klick auf die Ladestation erhältst du weitere Informationen, zum Beispiel zu Öffnungszeiten oder Einschränkungen. So stellen zum Beispiel manche Gastronomiebetriebe ihre Ladeinfrastruktur nur ihren Gästen während der Öffnungszeiten zur Verfügung. Oder Supermärkte erlauben das Laden nur während ihrer Geschäftszeiten, wenn der dazugehörende Parkplatz geöffnet ist.

Bei den E-Tankstellen der großen Energieversorger siehst du in der Regel auch, für welche Steckertypen gerade ein Ladepunkt frei ist. Häufig ergänzen Fotos die Angaben, damit du den für E-Autos reservierten Parkplatz, zum Beispiel in einer Tiefgarage, leichter findest.

Unser Tipp: Den E-Tankstellen-Finder gibt es auch als App für iOS und Android. So findest du unterwegs immer den kürzesten Weg zu einer geeigneten Ladesäule. Denn auch hier gilt, dass du die Suche auf Basis der Steckertypen einschränken kannst. Zusätzlich helfen Bewertungen durch andere E-Autofahrer dabei, detaillierte Informationen zu den Ladesäulen zu erhalten.

SMATRICS

Der zum deutschen EnBW-Konzern gehörende Anbieter SMATRICS bietet ein Hochleistungs-Ladenetz in Österreich, das ausschließlich durch Strom aus Wasserkraft gespeist wird. Mit diesem Netzwerk an Ladesäulen wird es möglich, innerhalb von kurzer Zeit, zum Beispiel während eines Aufenthalts an einer Raststation, das Elektroauto für die Weiterfahrt aufzuladen.

Der Anbieter konzentriert sich bei seinen Standorten vor allem auf das Autobahnnetz und die Ballungsräume. Zu den aktuell rund 450 Ladesäulen sollen bis Ende 2021 weitere 100 Ultra-Schnellladepunkte hinzukommen.

Tesla-Supercharger

Der amerikanische E-Auto-Hersteller unterhält ein eigenes Netz an Schnellladestationen, den sogenannten Superchargern. Dort können ausschließlich Fahrer eines Teslas ihr E-Auto mit einer Leistung von bis zu 250 kW aufladen. Die meisten Ladesäulen befinden sich entlang der wichtigsten Autobahnen und sollen durch ihre regelmäßigen Abstände vor allem das Fahren auf längeren Strecken ohne allzu lange Zwischenstopps ermöglichen.

 

So funktioniert die Bezahlung an Österreichs Ladesäulen

Früher galt das Bezahlen eines E-Ladevorgangs fast als eine eigene Wissenschaft. Heute sorgen kundenorientierte Lösungen dafür, dass der Bezahlvorgang mindestens genauso bequem wie beim Tanken von Diesel oder Benzin ist.

Mit einer Ladekarte zahlst du ähnlich wie an einer Bankomatkasse den Ladevorgang durch das Vorhalten der RFID-Karte direkt an der Ladesäule. Dies funktioniert an den Ladepunkten des Bundesverbands Elektromobilität Österreich (BEÖ), an den alle Ladesäulen der großen Energieversorger und von SMATRICS angeschlossen sind. Nachdem du einmalig einen Vertrag mit einem Anbieter abgeschlossen hast, erhältst du eine Ladekarte, mit der du die Ladesäule freischaltest. Alternativ funktioniert dies auch über eine Lade-App.

Es lohnt sich auf jeden Fall, einen genaueren Blick auf die Tarifkonditionen zu werfen. Ähnlich wie bei Handytarifen gibt es verschiedene Preismodelle. Tarife mit niedriger Grundgebühr und höheren Ladetarifen eignen sich vor allem für Gelegenheitsnutzer, die nur selten eine Ladestation brauchen. Vielfahrer, die häufig auf die öffentliche Ladeinfrastruktur zurückgreifen, profitieren bei einem Tarif mit einer höheren Grundgebühr von niedrigeren Ladetarifen. Weiters sind Pauschaltarife ein Angebot, das in vielen Fällen die kostengünstigste Variante sein kann. Du bezahlst in diesem Fall pauschal pro Ladevorgang und unabhängig davon, wie lange und welche Energiemenge du tankst.

Übrigens: Dank E-Roaming kannst du mit einer Ladekarte beziehungsweise App an den Ladesäulen von verschiedenen Betreibern tanken und direkt über deinen Vertrag abrechnen. Allerdings stößt dieses System mit dem Verlassen des österreichischen Bundesgebiets manchmal an seine Grenzen.

Jedoch schreibt die EU vor, dass auch ein „diskriminierungsfreies Laden“ möglich sein muss. Nach dem Scannen eines QR-Codes mit deinem Smartphone erfährst du den Preis und bezahlst mit Bankomat- oder Kreditkarte beziehungsweise über externe Zahlungsdienstleister.

Es gibt keine einheitlichen Preise

Wie viel du an der Ladesäule für das Laden deines E-Autos in Österreich bezahlst, ist von mehreren Faktoren abhängig. Die Tarifstruktur unterscheidet sich je nach Vertrag und der Abrechnungsmodalität des E-Tankstellen-Betreibers. Meistens wird jedoch in Minuten abgerechnet. In der Regel sind Schnellladungen teurer als das langsame Aufladen.

Nach einer Studie der Arbeiterkammer von 2020 liegt der Durchschnittswert bei den Tarifverträgen bei 5,18 Euro pro 100 km. Im Vergleich zu Autos mit Benzin- oder Dieselmotoren sparen E-Auto-Fahrer rund 50 bis 60 Prozent beim Tanken.

 

Der Ausbau an Ladesäulen in Österreich schreitet voran

Galten Elektroautos bis vor einigen Jahren aufgrund des beschränkten Netzes an öffentlichen Ladesäulen in Österreich noch als wenig alltagstauglich, hat sich das Bild mittlerweile gewandelt. Selbst in abgelegenen Regionen gibt es heute durchwegs immer eine Möglichkeit zum komfortablen Laden eines E-Autos. Dieser Trend wird sich aller Voraussicht nach fortsetzen: Durch finanzielle Förderungen und das Bekenntnis zur Elektromobilität als ein wichtiger Beitrag zur Klimawende wird auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur weiter voranschreiten.

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